Schneegestöber & Hundeschnauzen

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    28.11.2014

    Ein Elch... nein zwei :-)

    Heute musste das Training mal ausfallen, weil Joanna und ich ein paar Formalitäten in Kittilä zu erledigen hatten. Da wir uns dort schon um halb neun mit unserer finnischen Kollegin getroffen haben, hieß das für uns mit einer Stunde Zeitrückstand in Schweden früh aufstehen, schließlich mussten wir noch 100km bei winterlichen, wenn auch nicht besonders schwierigen Straßenverhältnissen zurücklegen. Dafür ging es bei den Behörden dann ganz schnell. Ist man aus Deutschland gar nicht gewöhnt ;-)

    Auf dem Rückweg dann die Überraschung: geht da doch ein Elch vor uns über die Straße. Wir noch völlig baff: "ein Elch, da ist ein Elch, anhalten, wo ist die Kamera?", kommt noch ein zweiter gelaufen. Bis ich dann tatsächlich die Kamera in der Hand hatte, haben sie sich schon etwas hinter den Bäumen versteckt, aber so halb hab ich einen von beiden doch auf's Foto gekriegt.

    Elch, Photo von Yvonne HofschneiderDann haben wir auch gleich noch einen Abstecher ins Camp gemacht, Futter für unser Rennteam holen und natürlich den Hunden einen Besuch abstatten. So habe ich erst die Sibirien-Dogs gekuschelt, was ganz besonders Bosko gefreut hat, und anschließend die Puppies. Auch unsere Jüngsten sind nun schon richtig groß und verspielt.

    Yvonne mit Schlittenhund, Photo von Yvonne HofschneiderYvonne mit Schlittenhund, Photo von Yvonne Hofschneider

    Welpen, Photo von Yvonne Hofschneider

     

    24.11.2014

    Filmreif

    Eigentlich wollte ich heute ja gar nichts schreiben, aber was gerade passiert ist, ist so lustig, das muss ich kurz erzählen: Seit wir in die Wohnung in Muodoslompolo eingezogen sind, haben wir sie uns mit einer Maus geteilt. Also gesehen haben wir unsere Mitbewohnerin nie, aber sie hat immer unseren Müllsack angeknabbert, daher wussten wir, dass es sie gibt. Wenn wir nicht da waren, ist sie gelegentlich - den Spuren nach zu urteilen - auch im Rest der Wohnung unterwegs gewesen. Wahrscheinlich hatte sie sich schon länger hier häuslich eingerichtet.

    Nun wollte ich gerade duschen gehen, ziehe den Vorhang zu, drehe das Wasser auf... und schaue auf den Boden. Da sitzt zwei Zentimeter von meinen Füßen entfernt eine dicke, graue Maus. Vor Schreck hab ich erstmal geschrien, wie im Film, dabei hab ich doch gar keine Angst vor Mäusen ;-) Als nächstes dann meine Reaktion wie ich es bei Spinnen in der Dusche mache: ich hab die Maus nass gespritzt, damit sie abgelenkt ist und nicht zu meinen Füßen geht. In der Zwischenzeit kam Joanna mit einer Tasse und Papier, womit wir die Maus fangen konnten. Anschließend haben wir sie einfach vor die Tür gesetzt.

    Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die Maus erfriert, weil ich sie nass gemacht habe oder sie hat den nächstbesten Weg zurück ins Haus genutzt und wartet darauf, dass wir schlafen gehen ;-)

     

    23.11.2014

    Muodoslompolo

    Heute hatte ich mal wieder einen fast freien Tag. "Fast" deshalb, weil wir den Start mit dem Rennteam aus Sicherheitsgründen immer zu zweit machen müssen. Also sind wir heute Morgen wie gewöhnlich zusammen zu den Hunden gefahren. Nach dem Start des Trainingsteams habe ich die anderen noch schnell gefüttert, geputzt und die Snacks für die Zwischenstopps vorbereitet. Danach bin ich wieder nach Hause gefahren.

    Weil ich heute mal bei Tageslicht da war, dachte ich mir, ich spaziere mal eine Runde durch's Dorf. Aber viel zu sehen gibt es hier nun wirklich nicht, einen kleinen Laden gibt es, den wir aber schon kannten, und eine kleine Kirche. Sonst die typisch skandinavischen Holzhäuser. Interessant sind die "Vorgärten", wo man wintertaugliche Tiere und Fahrzeuge sieht ;-)

    Haus im Schnee, Photo von Yvonne HofschneiderSchneetiere, Photo von Yvonne Hofschneider

    Naja, eigentlich muss ich gar nicht lachen, weil wir unser Auto hier demnächst auch wieder ans Camp abgeben und mit dem Skidoo zur Arbeit fahren müssen. Dann sieht es bei uns also vor dem Haus genauso aus. Tja, die Runde war dann auch recht schnell vorbei, denn groß ist Muodoslompolo nicht und zum Wandern war es heute bei grau in grau auch nicht so richtig einladend. Also hab ich noch ein bisschen Ordnung zu Hause gemacht und entspannt. Morgen ist es dann andersherum, da fahre ich alle Trainingsrunden und Joanna hat (fast) frei.

     

     

    22.11.2014

    Motorschlitten ist doof

    Ich weiß, ganz viele Leute werden sagen: "wie cool, bei der Arbeit Skidoo fahren", ganz ehrlich: ich find's doof. Es mag anders sein, wenn man ohne Hunde unterwegs ist und auf einem zugefrorenen See Pirouetten dreht, aber beim Training mit den Hunden nervt es einfach nur. Da der Motorschlitten keinen Leerlauf hat, muss man die ganze Zeit über mit Motor fahren und etwas Gas geben, was das für eine Lautstärke ist in einer Gegend, wo man auf seinem Weg sonst ganz allein ist - abgesehen von ein paar anderen Waldbewohnern -, könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Schön ist das nicht, es zerstört irgendwie die Idylle der Landschaft, durch die man fährt. Weitere Nachteile sind auch der Geruch, wobei der besser ist als beim Quad, aber dafür ist er eben auch die ganze Zeit da, und für alle die auf Fotos vom Training hoffen, dass man die rechte Hand zum Gasgeben braucht. Mit links kann ich nämlich nicht fotografieren, schon gar nicht, wenn es so wackelig ist. Aber ein Positives hat es auch, es ist warm ;-) gestern hab ich noch gerätselt, was ich außer drei Paar dicken Socken, Tüten (kennt ihr den Trick?) und riesengroßen, dicken Schuhen noch gegen meine kalten Füße machen kann und wie viel Paar Handschuhe oder welche man anziehen kann, mit denen man sich nicht die Finger erfriert und trotzdem lenken und bremsen kann... die Probleme hatte ich heute nicht. Beim Skidoo sind die Griffe und der Gashebel beheizt, es gibt einen Windschutz und die Beine sind am Motor, wo es auch schön warm ist. Trotzdem nehm ich lieber die Kälte in Kauf und dafür ist es ruhig. Mal sehen, wie lang die Reparatur des Quads dauert, für nächste Woche ist endlich Schnee angesagt. Vielleicht steigen wir zum nächsten Wochenende auch direkt auf die Schlitten um.

    ...und weil ihr nun noch länger auf weitere Fotos vom Training warten müsst, hab ich zumindest noch ein paar von einigen Hunden, die heute frei hatten, gemacht...

    Schlittenhund, Photo von Yvonne HofschneiderSchlittenhund, Photo von Yvonne Hofschneider

    Schlittenhunde, Photo von Yvonne Hofschneider

     

    21.11.2014

    Quad kaputt

    So, jetzt hab ich ja einige Tage mit dem Schreiben pausiert und wollte euch zum Ausgleich heute wieder ein paar Fotos vom Sonnenuntergang machen, aber da hat mir das Quad einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach jeder Runde gibt es einen kurzen Stopp und einen kleinen Snack für die Hunde, in der Zeit muss das Quad in Parkstellung sein, während es sonst im Leerlauf gezogen wird. Es war die letzten Tage schon öfter so, dass die Parkstellung sich schlecht lösen ließ, heute Morgen und während kurzer Halte auf den ersten zwei Runden ging es eigentlich ganz gut, aber beim Start zur dritten Runde hat das Quad dann gestreikt und der Schalthebel ist abgebrochen, super ;-) so musste die letzte Runde heute ausfallen und ab morgen müssen wir mit dem Skidoo trainieren bis endlich genug Schnee für die Schlitten da ist.

    Die Zeit heute haben wir dann genutzt, noch einmal ins Camp zu fahren und von dort Fleisch und Fettwürste für unsere Hunde zu holen. Und mal zu schauen, wie es den Kollegen dort so geht... Ich kam genau zur richtigen Zeit, um Alaska zu füttern, hab ich doch gut abgepasst ;-)

    Wenigstens ein Foto bekommt ihr heute trotzdem: Quest beim Warten auf die Ankunft des Trainingsteams

    Schlittenhund, Photo von Yvonne Hofschneider

     

    17.11.2014

    Alltag beim Rennteam

    Nachdem Joanna und ich am Samstag nach Muodoslompolo umgezogen sind, ist nun der Trainingsalltag beim Rennteam eingekehrt. Da auch hier in Schweden immernoch zu wenig Schnee für den Schlitten liegt, müssen wir weiter mit dem Quad trainieren. Das bedeutet derzeit jeden Tag 96km Trainingsstrecke. Die beiden 12er Teams wechseln sich dabei täglich ab, nur wir müssen jeden Tag fahren. Aber dafür sitzen wir ja auch auf dem Quad und müssen es nicht ziehen ;-) Außerdem besteht das Training aus drei Runden zu je 32km, so dass wir uns auch abwechseln können. Und zwischendurch wird dann schonmal das zweite Team, das an dem Tag zu Hause bleibt, gefüttert, für das Trainingsteam Snacks und Futter vorbereitet, geputzt und was sonst noch so zu tun ist... demnächst dann auch mal Schneeräumen, falls wir nochmal genug bekommen sollten.

    Heute war das Training wieder sehr gut. Es waren nur ein paar Grad unter Null, so dass es nicht kalt war auf dem Quad und zeitlich haben wir es so gut getaktet, dass es bei der ersten Runde gerade hell war und die letzte grad noch ohne Stirnlampe ging, von einem kurzen Stück Straße abgesehen, bei dem ich das Licht aus Sicherheitsgründen angemacht hab. Aber glücklicherweise fahren hier ja kaum Autos.

    Auf der ersten Runde hat übrigens ein Rentier meinen Weg gekreuzt. Aber die Hunde waren ganz brav und sind auf dem Trail geblieben, haben nicht einmal den Versuch unternommen, in den Wald abzubiegen. So kann das gerne immer sein...

     

    14.11.2014

    Abschied vom Camp

    ... und plötzlich ist alles anders. Letzte Woche dachte ich noch, demnächst mit den ersten Gästen und den Sibirien-Dogs auf Tour zu gehen, nun werde ich aber ab morgen vorerst ausschließlich das Rennteam trainieren. Das bedeutete in den letzten Tagen so langsam Abschied nehmen vom Camp und den Hunden hier, da Joanna und ich nun auf die schwedische Seite des Muonionjoki übersiedeln werden.

    So habe ich am Mittwoch meinen freien Tag in einen Trainingstag mit Alaska umgewandelt und konnte noch einmal mit André und "meinen" Tour-Dogs einen wunderschön sonnigen Tag genießen. Obwohl die Hunde jetzt wegen André's Urlaub fast zwei Wochen Pause hatten, waren sie richtig fit und haben sich gefreut, wieder laufen zu dürfen.

    Die böse Überraschung kam dann als wir mit Training und Füttern fertig waren. Ausnahmsweise hatte ich meine Sibirien-Dogs nur morgens versorgt und war dann erst einmal den ganzen Tag nicht dort. Und kaum stand ich in der Futterküche Trainingsliste für Alaska schreiben, kommt Luca und erzählt mir, ich hätte zwei Hunde weniger. Bei meinen Hunden gab es nämlich eine Rauferei, warum weiß keiner. Tatsächlich ist es so, dass die Hunde nicht immer einen nachvollziehbaren Grund brauchen, manchmal passiert das einfach. Trotzdem ist es schon ein blödes Gefühl, wenn es ausgerechnet an dem einzigen Tag seit Wochen ist, an dem ich mich nicht selbst um sie gekümmert habe. Ich bin dann sofort in unsere Praxis, wo Biggi schon notoperiert wurde. Glücklicherweise ist alles gut verlaufen. Sie muss zwar noch eine Zeit auf der Krankenstation bleiben, aber hat sich schon gut erholt und frisst ganz normal. Rabbi, die Zweite im Bunde, konnte nach einer Nacht auf der Krankenstation schon zurück nach Sibirien. Sie hat nur ein paar kleinere Blessuren abbekommen. Jetzt hat sie noch ein paar Tage Pause und dann kann sie wieder mittrainieren.

    Meine Sibirien-Dogs, die im Training sind, hatten sich für die letzten zwei Tage also nochmal verringert, nun hatte ich nur noch 35. Das hab ich dann allerdings für ein Experiment ausgenutzt. Statt dreimal mit zwei Trollcarts zu fahren, habe ich fünf Teams gebildet, so dass ich in der letzten Runde alleine fahren konnte. In das Team habe ich dann die stärksten Hunde aus Sibirien genommen, damit diese sich mal ein bisschen auspowern können. Die Runde war einfach unbeschreiblich genial. Die Hunde hatten ein super Tempo ohne zu galoppieren. Obwohl ich die Distanz noch etwas erhöht habe, waren wir viel schneller als in jedem anderen Training. Selbst den langgezogenen Anstieg am Ende der Runde sind sie quasi hinauf geflogen, sie haben nicht einmal nachgelassen oder sich umgeschaut. So hab ich jetzt auch noch mein eigenes (Sibirien-) Rennteam entdeckt ;-)

    Nach dem Training heute musste ich dann schweren Herzens meine Sibirien-Dogs abgeben, der ein oder andere wird mir schon sehr fehlen, zum Beispiel meine Kuschelhunde Bosko, Branko und Sailor, um nur einige zu nennen.

    Und von Happy musste ich mich auch verabschieden :-( immerhin bin ich nicht so weit weg und werde hoffentlich ab und zu mal vorbeischauen können... wenn er dann nicht gerade auf Tour ist.

    Bei allem Abschiedsschmerz freue ich mich aber natürlich sehr auf das Rennteam und die nächsten Wochen, die wir zusammen verbringen werden.

     

    11.11.2014

    Hundearbeit

    Heute hatte ich mal wieder einen Tag im Camp. Zuerst stand Sibirien und Alaska auf dem Programm, füttern und putzen. Anschließend war dann Training mit den Zandra-Puppies angesagt. Natürlich noch kein Schlittenhundetraining sondern erst einmal nur in den Wald spazieren und auf Kommando zurück zu kommen. Außerdem sind wir noch in den Pferdestall gegangen, damit sie lernen, dass dunkle, geschlossene Räume nicht gefährlich sind. Und die ganz Mutigen durften dann auch mal zu den Pferden, die auf der Koppel waren, gucken. Eines hat sich mit etwas Leckerli sogar fast bis an die Nüstern von Glofax getraut.

    Danach ging es dann zum Krallenschneiden, erst Baffin, wo einige ältere Hunde mit den Junghunden zusammen sind, dann die Puppies und zuletzt dann Sibirien. Leider mögen viele Hunde das nicht besonders gerne oder sind so wild, dass es einige Zeit in Anspruch nimmt.

    Morgen steht dann noch einmal ein freier Tag an und ich hoffe sehr, dass es heute Nacht endlich schneit. Mittlerweile ist soviel weggetaut, dass wir schon fast die Pulkas nicht mehr ziehen können, das hieße, wir müssten die Futtereimer wieder schleppen, was - so glatt wie es grad ist - auch nicht so toll wäre.

     

    09.11.2014

    Die Distanzen werden länger

    Auf meine Sibirien-Hunde kann ich schon stolz sein. Obwohl viele von ihnen schon um die zehn Jahre alt sind, machen Sie einen super Job. Heute haben wir die Distanz wieder etwas erhöht, mittlerweile sind wir bei 23km mit dem Trollcart. Das heißt, mit dem Schlitten ginge es noch deutlich weiter, wenn... Ja wenn endlich mal genug Schnee fallen würde. So langsam ist es doch wirklich an der Zeit. Am 15.11. kommen die ersten Gäste für die Tagestouren. Ob Sibirien oder Yukon die fährt, steht noch nicht fest. Aber viel weniger ist klar, wie es überhaupt laufen wird, wenn nicht genug Schnee ist, wonach es momentan leider aussieht.

    Aber eine positive Neuigkeit gibt es heute auch noch. Ich habe mir Bosko, einen meiner Sibirien-Dogs, als Leithund auserkoren und heute durfte er das erste Mal im vorderen Team im Lead laufen... und was soll ich sagen, er hat das super gemacht. Zwar klappt noch nicht jedes Kommando sofort, aber Blödsinn macht er - entgegen so mancher Erwartungen - nicht. Noch ein bisschen Übung und aus ihm wird ein richtiger Kommando-Leithund, davon bin ich überzeugt ;-)

     

    06.11.2014

    Zwei superschöne Trainingstage

    Jetzt wird es wirklich langsam Winter, zumindest was die Temperaturen angeht. Gestern Morgen waren es -20°, heute -15°. Gerade die erste Runde gestern war ordentlich kalt. Aber dafür wurden wir mit einem traumhaften Sonnenaufgang belohnt. Die letzte Runde sind wir dann im Sonnenuntergang gefahren und auf der anderen Seite schien der Vollmond. Heute war es noch einmal genauso. Mit dem Schnee und dem Licht sah es einfach traumhaft aus. Das waren wahrscheinlich die bisher schönsten Trainingstage überhaupt. Ich habe auch versucht, euch den Sonnenuntergang beim Fahren zu fotografieren, war aber etwas holprig auf dem Trollcart und die Finger sind mir dabei auch beinah erfroren, also bitte keine Beschwerden über die Bildqualität. Ach ja, und falls irgendjemand auf die Idee kommt, tauschen zu wollen... kein Interesse ;-)

     

    Schlittenhunde im Sonnenuntergang, Photo von Yvonne Hofschneider

    Schlittenhunde im Sonnenuntergang, Photo von Yvonne Hofschneider

    Sonnenuntergang, Photo von Yvonne Hofschneider

     

    04.11.2014

    Ausflug mit Ellesmere

    Wie ihr wahrscheinlich schon gemerkt hab, verbringe ich meine freien Tage eigentlich auch immer mit den Hunden. So hab ich heute neben dem Füttern und Putzen von Sibirien mal wieder einen Ausflug mit Andy und den Ellesmere-Dogs, zu denen auch die "A"s gehören, von denen ich schon berichtet habe, gemacht. Im Gegensatz zu gestern, wo es vormittags schon wieder ordentlich geregnet hat, hatten wir heute super schönes Wetter, Temperaturen knapp unter Null und Sonnenschein. Mit den Hunden waren wir auf einem Sumpf und haben dort ein bisschen Eistraining gemacht. Auch im Winter kann es öfter mal vorkommen, dass der Schnee von den Seen weggeblasen und die Trails blank sind, dann müssen die Hunde auch über's Eis laufen. Deshalb üben wir das jetzt. Außerdem sind große freie Flächen auch gut für Kommandotraining, bei dem die Hunde, ohne einem Trail zu folgen, kreuz und quer geschickt werden.

    Morgen geht es mit dem Sibirien-Training weiter, bei dem mich Joanna begleiten wird, die das erste Mal Trollcart fährt. Wie gut, dass ich sehr liebe und zuverlässige Hunde hab ;-)

     

    02.11.2014

    Es wird langsam Winter

    Geht doch: gestern Morgen hatten wir -18° und in der Nacht zu heute ca. 10cm Schnee. So langsam sieht es so aus, als ob der Winter Einzug hält.

    Für gestern und heute war eigentlich wieder Rennteam-Training geplant, der Neuschnee hat diesen Plan allerdings etwas beeinträchtigt. So blieb es bei lediglich zwei mal zwei 23km-Runden gestern. Da noch kein Schnee lag, wollten wir die Pfoten der Hunde nicht überstrapazieren.

    Aber das Quad hatte eine neue Überraschung für uns. Nach den Bremsen am letzten Wochenende war es diesmal der Gashebel, der nicht richtig funktionierte. Dabei brauchen wir den Motor sowieso nur an zwei Stellen auf der Strecke, einmal in der Wendeschlaufe und einmal in einer Bergaufspitzkehre. In beiden Fällen ist das Gespann mit 12 Hunden mit langen Leinen (es gibt verschiedene Längen je nach verwendetem Geschirr) zu lang, um ohne Motorunterstützung die Kurven fahren zu können. Und wenn ausgerechnet in so einer Kurve beim Gasgeben der Hebel klemmt, ist das irgendwie doof ;-) wir haben es aber trotzdem gut gemeistert und ich durfte das erste Mal ganz alleine mit dem Rennteam fahren. Da war ich schon ein bisschen nervös, aber bis auf einen frei laufenden Hund kurz nach dem Start, der auf mein Team zurannte, verlief alles problemlos. Der Hund hat es sich glücklicherweise kurz vor einem Zusammenstoß noch anders überlegt und ist abgedreht.

    Als ich dann von der letzten Runde zurückkam, erfuhr ich von der Planänderung: wegen des vorhergesagten Schneefalls sollten wir zurück ins Camp fahren, da Benkku nun neue Trainingsstrecken fahren kann, die er aber erst einmal selbst spuren musste, damit wir sie beim nächsten Mal auch finden...

    Also hab ich heute ganz normal mit Sibirien trainiert. Morgen steht dann Yukon auf dem Programm, ein paar neue Hunde, da ich mit denen noch nicht trainiert habe.

     

    31.10.2014

    Puppies

    Meinen freien Tag heute habe ich unter anderem dazu genutzt, mit den Puppies spazieren zu gehen, da konnte ich auch gleich ein paar neue Fotos für euch schießen. Ich war (einzeln) mit den Zandra-Puppies unterwegs. War sehr lustig, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Anschließend hab ich auch noch ein Bild von der Raubtierfütterung der Lima-Puppies gemacht, sind schon ganz schön groß geworden unsere Kleinsten. Weiteren Text spare ich mir heute, diesmal gibt es ja genug Bilder zum Anschauen...

     

    Welpe, Photo von Yvonne Hofschneider1 - 11<>29.10.2014

    Noch immer kein Winter

    Seit dem Regen am vergangenen Wochenende ist der Schnee weg und wir warten sehnsüchtig auf Nachschub und kältere Temperaturen. Die letzten Tage war es immer so um die 0°. Das ist nicht nur unangenehm warm für die Hunde beim Laufen, sondern sorgt auch dafür, dass der Boden nicht gerade optimal ist für's Training. Auf den Forststraßen liegt Kies, die Pfützen im Wald brechen auf und es liegen die Eisplatten rum. So passiert es, dass die Hunde sich beim Training die Ballen aufscheuern oder die Krallen so weit ablaufen, dass es blutet. Beides ist zwar meist am nächsten Tag wieder weg und wir schützen die Pfoten mit Booties (kleine Söckchen für die Hunde), schön ist es trotzdem nicht. Schnee wäre da schon besser.

     

    Beim Training mit Sibirien haben wir gestern und heute die Distanz erhöht. Nachdem sie die 15km problemlos gelaufen sind, sind wir jetzt bei 20km. So wie die Strecke jetzt gewählt ist, haben die Hunde gleich einen zusätzlichen Trainingseffekt. Sie müssen nämlich am Camp vorbeilaufen. Das heißt, sie denken, es geht nach Hause, tatsächlich müssen sie aber genau auf die Kommandos hören und motiviert werden, eine weitere Runde zu laufen. Im Winter gibt es auch einige Trails am Camp vorbei und dafür ist es wichtig, dass sie wissen, dass es nicht automatisch zurück geht, wenn man in der Nähe des Camps ist. Nicht, dass sie mal mit den Gästen falsch abbiegen ;-)

     

    27.10.2014

    Benkku's Rennteam

    Da es heute in Strömen regnet und ich frei habe, so dass wahrscheinlich nichts Weltbewegendes mehr passieren wird, kann ich mich schon etwas früher dem Blog widmen und euch vom gestrigen Tag berichten.

    Wie schon angedeutet waren Luca, Samir und ich bei unserem Chef, Benkku, um mit dem Rennteam zu trainieren. Dank der Zeitumstellung und der Tatsache, dass Benkku auf der anderen Seite des Flusses, in Schweden, wohnt und damit eine Stunde hinter uns ist, mussten wir gar nicht wirklich früher als gewöhnlich aufstehen, um pünktlich um halb sieben bei ihm zu sein. Die Fahrt, die normalerweise eine knappe Stunde dauert, war dann aber doch abenteuerlich. Aufgrund des Regens vorgestern war der Schnee auf der Straße sehr aufgeweicht und es war etwas rutschig. Etwa zehn Minuten vor dem Ziel verwandelte sich die Straße dann sogar in eine reine Eisfläche, so dass wir froh waren, als wir bei Benkku ankamen.

    Dort erwartete uns dann die "freudige" Nachricht, dass sowohl Motor als auch Fußbremse des Trainingsquads ihren Dienst versagen, wir also nur eine Bremse zur Verfügung haben. Und das bei den Bedingungen...

    Für mich war es der erste Besuch beim Rennteam, das derzeit aus 24 Hunden besteht. Die sind echt super, von ein paar Ausnahmen abgesehen, sind die meisten Hunde zwischen zwei und vier Jahre alt, alles unkastrierte Rüden, bei denen man immer wachsam sein muss, dass sie nicht zu raufen anfangen. Aber im Normalfall sind sie ganz lieb und werden genauso gerne gekuschelt wie unsere Hunde im Camp. Den wahren Unterschied merkt man aber, wenn sie vor's Quad gespannt sind und anfangen zu ziehen, das Tempo ist dann schon ein anderes als bei unseren Tour-Dogs. Das macht auch richtig Spaß mit denen, obwohl gestern die Trainingsrunde einem Abenteuerpfad glich. Teilweise war sie total vereist, so dass die Hunde - gerade bergauf - kämpfen mussten, das Quad vom Fleck zu bewegen, dann gab es durch den Regen und aufgeweichten Schnee aber auch wieder so tiefe Pfützen, dass die Hunde fast drin versunken wären, wenn sie nicht viel zu schnell dafür gewesen wären. Optimale Trainingsbedingungen sehen anders aus. Aber immerhin haben wir trainiert, zurück im Camp haben wir nämlich erfahren, dass dort gar nicht trainiert wurde, weil die Unfall- und Verletzungsgefahr für die Hunde zu groß gewesen wäre.

    Heute findet das Training statt, mal schauen, wie es morgen aussieht, wenn Sibirien wieder dran ist. Es soll nämlich wieder kälter werden.

     

    25.10.2014

    Viel zu warm

    Da hab ich mich gestern so über den Schnee gefreut und nun das: Plusgrade und Regen :-(

    Aber von vorn: das Training begann heute sehr gut, unsere Sibirien-Dogs sind mittlerweile auch beim Start recht brav, vorausgesetzt man passt auf. Sonst versuchen sie schon gern mal, Leine zu beißen. Die erste Runde war schön, mit reichlich Schnee, was es allerdings für die Hunde schwer gemacht hat. So ein Trollcart ist im Schnee viel schwerer zu ziehen als ein Schlitten. Zumal mein Team als erstes die 13km-Schlaufe gelaufen ist und somit erst einmal spuren musste. Deshalb haben wir bei ihnen auch auf die letzten zwei Kilometer zu den bisherigen 15km verzichtet, um sie nicht völlig zu verausgaben. Zumal zwei Hunde nach Verletzungen gerade erst wieder ins Training eingestiegen sind, da muss man noch etwas vorsichtig sein.

    Die zweite Runde ging dann wieder über 15km und verlief ohne Besonderheiten. Gegen Ende merkten wir aber, dass es immer wärmer und nasser wurde. Tatsächlich begann es gegen Mittag zu regnen, was den Schnee ziemlich aufweichte. Die letzte Runde war daher auch eine ziemliche Rutschpartie. Die Hunde konnten das Trollcart sogar mit angezogenen Bremsen wegziehen. Wenn es jetzt wieder friert, wird das Training und vor allem die Kurven wahrscheinlich nicht so angenehm sein. Naja, für morgen sind weiter Plusgrade angesagt und es steht für Luca, Samir und mich Training mit dem Rennteam auf dem Programm.

     

    24.10.2014

    Schnee

    Es schneit endlich. Natürlich reicht es noch nicht, um mit dem Schlitten zu fahren, aber für's Gefühl ist es toll. Und das, obwohl durch den Schnee das Training mit den Trollcarts schwieriger wird. Auf unserer 15km-Runde müssen wir am Ende des einen Weges eine Runde um eine Palettenwand fahren. Wenn es trocken ist, geht das ganz gut, aber heute mit dem Schnee war es verdammt rutschig, so dass die Hunde die Trollcarts zweimal gegen die Wand gezogen haben. Dann hat man natürlich erst einmal zu tun, gegen den Zug der Hunde die Carts wieder von der Wand wegzuziehen und um die Kurve zu kriegen. Aber letztlich haben wir es geschafft und die Hunde sahen nach dem Training endlich nach Winter, nämlich schneebedeckt, aus.

    Wir selbst haben seit gestern auch neue Arbeitsklamotten, in leuchtorange und schwarz. Erinnert irgendwie mehr an die Müllabfuhr als an Musher, aber es hält Wind und Wasser ab und das ist die Hauptsache. Außerdem sehen wir so schon von Weitem, wenn uns ein anderes Team entgegenkommt, nur kann man jetzt nicht mehr unterscheiden, wer wer ist ;-) wie immer: bei Gelegenheit gibt's ein Foto...

     

    23.10.2014

    Entspannung

    Gestern stand noch einmal Training mit Grönland auf dem Plan, bevor ich heute einen (fast) freien Tag hatte. Außer Sibirien füttern und putzen hatte ich keine Verpflichtungen, so dass ich den Tag eigentlich auch nicht viel mehr gemacht habe.

    Sehr praktisch war, dass ich endlich Zeit hatte, den Sonnenaufgang zu fotografieren, der schon öfter sehr schön war, aber sonst meist genau während der Startvorbereitungen. Da ist es dann schlecht machbar, die Kamera rauszuholen. Heute hat es endlich mal geklappt, bevor später Wolken aufgezogen sind. Vielleicht gibt es die nächsten Tage Schnee...

    Sonnenaufgang, Photo von Yvonne Hofschneider

    Sonst gibt es nicht viel zu berichten. Nach Feierabend haben Sophia, Torben und ich noch für alle eingekauft, was hier ja immer etwas aufwändiger ist. Die nächsten zwei Tage geht es wieder mit dem Training für Sibirien weiter.

     

    21.10.2014

    Ganz schön anstrengend

    Es klappt nicht immer mit den Fotos, aber heute hab ich euch endlich mal das Trollcart fotografiert.

    Trollcart, Photo von Yvonne Hofschneider

    Mit dem hab ich im Training ziemlich kämpfen müssen. Von Beginn an ging die Lenkung extrem schwer, fast gar nicht. Wir haben zwar gleich geschaut, ob die Befestigung der Lenkung noch intakt ist, das eigentliche Problem haben wir aber total übersehen. Es fehlte nämlich einfach nur die Luft im Reifen, was wegen der sehr stabilen Mäntel aber nicht so offensichtlich war. So einfach ist das manchmal. Die Erkenntnis hatten wir aber erst nach dem Training. Also hab ich mich die heute gefühlt drei mal so langen 45km ganz umsonst abgemüht. Das nächste Mal sind wir schlauer.

    Zumindest war ich nicht die Einzige, die heute nach dem Training etwas kaputt war, Idaho sah auch so aus ;-)

    Schlittenhunde, Photo von Yvonne Hofschneider

     

    20.10.2014

    Die ersten Gäste

    Heute hatten wir mit Sibirien mal ein etwas spezielles Training. Wir hatten nämlich Gäste aus Holland, die sich das Training anschauen wollten und mit uns gefahren sind. Das hieß zu Beginn natürlich erst einmal ganz viel zu erklären: wer sind die Hunde, auf wen und was muss man aufpassen, wie zieht man die Geschirre richtig an, wie läuft der Start usw. Anschließend ging es dann auf die erste Runde, diesmal wieder mit 9er bzw. 10er-Gespannen, da man zu zweit auf dem Trollcart ja schwerer ist. Während Sarah und ich die Trollcarts gefahren sind, konnten wir den Gästen erklären, worauf man beim Fahren achten muss. Im zweiten Durchgang durften es die Gäste dann auch mal selbst versuchen und haben festgestellt, dass es doch gar nicht so einfach ist wie es aussieht, die Trollcarts über extrem holprige Waldwege zu lenken und bei Minusgraden ständig die Bremsen drücken zu müssen, damit die Hunde auch schön im Trab bleiben. Spaß gemacht hat es ihnen aber offensichtlich trotzdem. Sie sprachen schon davon, im Dezember wiederzukommen, wenn dann auch ausreichend Schnee liegt.

    Als unsere Gäste nach einer kleinen Campführung dann wieder weg waren, konnten wir uns noch um ein paar andere Sachen in Sibirien kümmern. Hunter, Rackarn und Aliy haben eine neue Hütte bekommen, bei Clio, Cornell, Isbjörn und Bengal mussten wir schon wieder Sand auffüllen, weil sie ein so tiefes Loch gebuddelt hatten, dass eine Stahlstrebe unter dem Boden hervorstand. Und am Ende habe ich dann noch ein paar Futterlöcher repariert, bei denen die Rahmen nicht mehr richtig am Zaun fest waren. Jetzt ist Sibirien für's erste wieder versorgt.

     

    13.10.2014

    So macht Arbeit Spaß

    Wie schon angekündigt trainieren wir seit heute in einem neuen Rhythmus. Wir fahren jetzt nicht mehr zu zweit mit einem Trollcart oder Quad pro Kennel, sondern - je nach Konstellation - teilweise mit zwei Trollcarts. Das bedeutet aber auch, dass wir die Teams verkleinern müssen, denn wenn kein Mitfahrer an Bord ist, sind zehn Hunde zu stark für ein Trollcart. Daher haben wir heute drei Durchgänge mit Sechser- bzw. Achtergespann gemacht. Nun sind wir dabei, die Teams zu optimieren, damit sie die nächsten Tage in etwa gleich stark sind.

    Nach dem Training stand noch ein bisschen Arbeit im Camp an. Zuerst haben wir im Nordpol-Kennel noch Sand aufgefüllt und dann kam die wohl angenehmste "Arbeit": mit den sieben Wochen alten Banja-Puppies spazieren gehen. Das macht natürlich richtig Spaß, wenn die Kleinen die Welt entdecken. Und für die zukünftige Arbeit als Schlittenhunde ist es wichtig, die Puppies schon von klein auf daran zu gewöhnen, auf Zuruf zu den Menschen zu kommen.

    Schlittenhund, Photo von Yvonne Hofschneider

    Schlittenhunde, Photo von Yvonne HofschneiderSchlittenhund, Photo von Yvonne Hofschneider

    12.10.2014

    Zu Gast bei den "A"s

    Da ab morgen der Trainingsrhythmus für alle umgestellt wird und Sibirien nicht drei Tage nacheinander laufen sollte, haben wir ihnen heute noch einen zusätzlichen Tag Ruhe gegönnt.

    Die Zeit habe ich genutzt, den "A"s einen Besuch abzustatten und zusammen mit Andy eine Trainingsrunde mit dem Quad zu fahren. Die "A"s sind jetzt ein knappes Jahr alt und trainieren ihre erste Saison. Das "A" steht - wie ihr euch vielleicht denken könnt - für den Anfangsbuchstaben der Namen. Wie in der Zucht üblich, wird hier bei jedem Wurf ein neuer Buchstabe in der Reihenfolge des Alphabets vergeben, bis man bei "Z" angelangt ist und wieder von vorne beginnt. Und um nicht alle einzeln aufzählen zu müssen, nennen wir sie liebevoll die "A"s oder wahlweise auch "Monster", weil sie manchmal ganz schön wild sind. Im Training haben sie schon viel gelernt, selbst am Start sind sie diszipliniert, was man nicht immer von allen hier behaupten kann. Die 18km, die sie gelaufen sind, haben sie locker gemeistert, so dass wohl das nächste Mal auf 24km erhöht werden kann.

    In Sibirien hingegen, wo wir überwiegend ältere Hunde haben, die nur noch Tages-, keine Wochentouren mehr laufen, werden wir morgen mit einem Team nochmal 8km laufen, da wir einen Hund hinzubekommen haben, der bisher erst 5km gelaufen ist. Für die anderen geht es dann aber schon 15km, denn nach dem letzten Training waren sie noch viel zu aufgedreht als dass es mehr als ein Spaziergang für sie gewesen wäre.

     

    11.10.2014

    Winter?

    Es besteht noch Hoffnung. Nachdem gestern Abend Wolken aufgezogen sind, gab es heute ein paar kleine Schneeflöckchen. Nicht, dass die Umgebung weiß geworden wäre, aber auf der Straße hat man es gesehen. Da war ich heute auch länger unterwegs, weil wir erst zur Lodge, dann nach Kittilä einkaufen und danach noch nach Äkäslompolo Pakete abholen gefahren sind. Und wer stand mal wieder mitten auf der Straße? Ein paar Rentiere...

    Den Rest des freien Tages habe ich genutzt, die dreckigen Sachen zu waschen und anschließend blieb auch noch Zeit, Happy ausgiebig zu bürsten. Am Anfang fand er das gar nicht so toll, hat sich versteckt, aber dann hat er es sich anders überlegt und nun sieht er wieder schön aus. Mal schauen, wer der Nächste ist.

     

    10.10.2014

    Die letzten 8 km

    Es ist endlich kälter geworden, heute Morgen -5°. Die Hunde haben es genossen und hatten ihren Spaß beim Training. Manche wollten nach den 8km gleich wieder los. Deshalb haben wir jetzt beschlossen, dass es auch für Sibirien Zeit ist, auf 15km zu erhöhen. Nach einem Ruhetag morgen, werden wir ab Sonntag die längere Runde fahren.

    Nach dem kühlen Start heute hat uns dann die Sonne verwöhnt. So macht das Training doch Spaß ;-)

    Hinterher haben wir uns um die Islandponys gekümmert, deren Hufe auch mal Pflege und eine Feile benötigt haben.

    Morgen hab ich frei, mal sehen, was ich dann so mache...

    Schlittenhunde, Photo von Yvonne HofschneiderSchlittenhunde, Photo von Yvonne Hofschneider

     

    09.10.2014

    Zeit zum Werkeln

    Bevor der Schnee kommt, muss das Camp wintertauglich gemacht werden. Schon seit ein paar Tagen sind die Jungs dabei, die Dächer der Hundezwinger mit Planen neu zu decken. Davon sollte sich der Schnee künftig besser runterschaufeln lassen als von der Dachpappe, die bisher drauf war.

    Auch wir hatten heute eine nette Beschäftigung, bei der dir im Winter die Finger abfrieren würden: Futterlöcher neu machen. Unsere Hunde haben nämlich die tolle Angewohnheit, die Bretter, an denen die Näpfe befestigt sind, anzuknabbern. Jetzt haben wir die Befestigung nicht nur neu, sondern auch etwas anders gemacht, damit man zukünftig nicht immer die kompletten Bretter tauschen muss. Eigentlich ganz simpel, sind wir in Sibirien heute trotzdem nicht fertig geworden. Schlimm war aber nicht das Neumachen, sondern das Abschrauben der vorhandenen Näpfe. Die Schrauben waren so verrostet, dass man gefühlt für jede eine Ewigkeit brauchte... und manchmal sogar die Flex. Aber dafür ist es jetzt wieder schön und hält hoffentlich eine Weile.

    Am Nachmittag kam heute auch endlich mal die Sonne zum Vorschein. Find ich doppelt gut, spricht dafür, dass es kälter wird und vielleicht gibt es auch bald Nordlichter.

    Zwinger, Photo von Yvonne HofschneiderZwinger, Photo von Yvonne Hofschneider

     

    08.10.2014

    Trainingsimpressionen

    Heute haben Sarah und ich wieder Sibirien trainiert. Damit ihr euch mal ein paar konkretere Vorstellungen vom Training der Hunde machen könnt, dachte ich mir, ich versorge euch mal mit ein paar Details.

    Gerade wenn man einen Kennel neu übernimmt, geht es nicht nur darum, Namen zu lernen, um die Hunde ansprechen zu können, wichtig ist auch, auszutesten, welche Hunde gut zusammen laufen. Puma zum Beispiel war früher im Renn-Team, hat einen tollen und eleganten Laufstil, ist aber sehr zickig, vor allem zu anderen Weibchen, deshalb dürfen vor, neben und hinter ihr nur Männchen laufen. Wenn man gute Paarungen gefunden hat, muss man schauen, wo sie laufen. Da fängt man natürlich erst einmal mit den Leadern an, vorne braucht man Hunde, die Kommandos befolgen und auf die man sich verlassen kann. Sonst biegt man irgendwo falsch ab und landet im See (der ja noch nicht gefroren ist). Derzeit nähern wir uns dem See noch nicht genug, aber "Streit" gibt's trotzdem, nämlich um die Pfützen, in die die Hunde nur zum Trinken dürfen, wenn wir das erlauben, aber versuchen tun sie es trotzdem gerne auch sonst. Hat man seine Leader gefunden, überlegt man, wer als Wheeldog geeignet ist. Das sollten grundsätzlich keine Hunde sein, die gerade schwächeln, weil es die schwerste Arbeit ist, deshalb tauscht man die auch immer wieder. Dazwischen kann man dann relativ frei verteilen, es sei denn Puma ist im Team ;-)

    Wenn also das Team bestimmt ist, müssen die Hunde "angezogen" werden, mit Geschirren in der richtigen Größe.

    Anschließend kommt das Einspannen vor den Schlitten bzw. jetzt noch vor das Trollcart. Hier ist immer ganz viel Aufmerksamkeit nötig, da die Hunde ab diesem Zeitpunkt mehr oder weniger durchdrehen. Manche fangen Streit mit dem Nachbarn an oder - ganz schlimm - beißen Leine. Das muss man auf jeden Fall unterbinden. Wenn alle fertig sind geht es los.

    Ab dann ist es entspannter. Natürlich muss man die ganze Zeit aufpassen, wie gesagt, manchmal machen die Hunde Quatsch, aber im Großen und Ganzen kennen sie den Weg und laufen ihn gut. Wichtig ist, nicht zu schnell zu sein. Die Hunde sollten so weit möglich nur traben, nicht galoppieren, weil das die Gelenke zu sehr belastet. Also muss man immer schön bremsen.

    Wenn man zurück im Camp ist, werden beim Ausspannen gleich noch die Pfoten kontrolliert. Falls ein Hund empfindliche Pfoten oder Risse in den Ballen hat, bekommt er beim nächsten Mal zum Schutz Booties.

    Nachdem das erste Team durch ist, geht's mit dem nächsten weiter, insgesamt vier Mal.

    Generell steht nach dem Training noch Füttern und Saubermachen an. Die sonstigen Arbeiten variieren je nach Bedarf, davon demnächst mehr.

     

    07.10.2014

    Camp-Arbeit

    Wir warten immer noch auf Schnee und Kälte. Bei circa fünf Grad ist es nicht nur den Hunden warm beim Laufen, auch bei der Camp-Arbeit, die heute anstand, sollte man nicht allzu viel anziehen, T-Shirt und Fleece-Pullover haben fast den ganzen Tag ausgereicht.

    Was ich heute gemacht habe? Natürlich erstmal beim Füttern und Saubermachen in Sibirien getestet, wie gut es mit den Namen klappt. Bei drei, vier muss ich noch überlegen, der Rest passt und hören tun die meisten auch schon ganz gut. Mal schauen, wie es morgen beim Training geht.

    Außerdem mussten auch die Puppies und Oldies versorgt und saubergemacht werden. Und als wenn ich es gestern vorhergesehen hätte: von wegen erst einmal genug Sand geschaufelt, die Oldies wollten auch gern bequeme Zwinger. Haben sie natürlich bekommen.

    Und dann kam auch noch der LKW mit dem Fleisch, da durfte erst einmal das ganze Team palettenweise gefrorenes Fleisch in den Freezer umstapeln. Ich hab die Pakete (jedes 25kg) nicht gezählt, waren ziemlich viele, reicht aber gar nicht lange, schließlich haben wir hier um die 550 Hunde, die versorgt werden wollen.

    Die Zeit nach der Arbeit habe ich dann genutzt, um dem zahlreich geäußerten Wunsch nach Fotos von unserem Nachwuchs nachzukommen.

     

    Welpe frisst Schnürsenkel, Photo von Yvonne HofschneiderAlso zunächst unsere Jüngsten mit Mama Lima, noch unter der Rotlichtlampe, damit es auch schön warm ist.Zwar auch noch im Babyzwinger, aber schon etwas größer sind die Kinder von Banja.Zwar auch noch im Babyzwinger, aber schon etwas größer sind die Kinder von Banja.Im Außengehege sind die nur wenig älteren Puppies von Zandra, natürlich zusammen mit der Mama. Die freuen sich immer riesig über Besuch, den sie zum Fressen gern haben.Im Außengehege sind die nur wenig älteren Puppies von Zandra, natürlich zusammen mit der Mama. Die freuen sich immer riesig über Besuch, den sie zum Fressen gern haben.Dann haben wir noch drei Würfe von etwa 15 Wochen alten Welpen. Die sind noch viel frecher, Schnürsenkel haben bei denen keine Chance, selbst die Schlaufe meiner Kamera musste ich mühsam retten. Aber auch untereinander ärgern sie sich gern.Dann haben wir noch drei Würfe von etwa 15 Wochen alten Welpen. Die sind noch viel frecher, Schnürsenkel haben bei denen keine Chance, selbst die Schlaufe meiner Kamera musste ich mühsam retten. Aber auch untereinander ärgern sie sich gern.Dann haben wir noch drei Würfe von etwa 15 Wochen alten Welpen. Die sind noch viel frecher, Schnürsenkel haben bei denen keine Chance, selbst die Schlaufe meiner Kamera musste ich mühsam retten. Aber auch untereinander ärgern sie sich gern.6 - 8<>

    Soviel für heute, bei Gelegenheit gibt es weitere Fotos.

     

    06.10.2014

    Erstes Training

    Heute Morgen 8 Uhr war es soweit, mein erstes Training stand an. Gemeinsam mit Luca und Sarah bin ich für Canada und Sibirien verantwortlich, beide Kennel werden im Wechsel trainiert. Das bedeutete heute erst einmal Canada versorgen und anschließend Sibirien für's Training fertig machen. Damit alle Hunde laufen, müssen wir insgesamt vier Mal mit unserem Trainingsgerät und je zehn Hunden fahren. Einige Teams trainieren mit Quads, wir mit sogenannten Trollcarts. Die sehen aus wie übergroße Gokarts und fühlen sich auch ein bisschen so an. Bei Gelegenheit werde ich mal ein Foto machen.

    Da das Herbsttraining gerade erst beginnt, sind die Trainingsrunden noch relativ kurz, heute waren es 8km. Und falls man es nicht schon im Camp geschafft hat, dreckig zu werden, so ist man es spätestens nach 50m auf den Trollcarts. So richtig fototauglich ist man dann nicht mehr ;-) Daher gibt es heute auch mal keine Fotos. Aber die Hunde waren gut drauf, haben gut gezogen und die Kommandos saßen auch. Das könnt ihr auch ohne Fotos glauben.

    Nach einem kleinen Lunch für uns hatten sich auch die Hunde soweit ausgeruht, dass sie fressen konnten, also ging's los mit der Raubtierfütterung. Danach waren dann noch die Zwinger dran, neben dem täglichen Reinigen stand heute auch Sand auffüllen auf dem Programm. Zwischenzeitlich dachten wir schon, wir werden nie fertig, aber dann haben wir es doch fast pünktlich zum Feierabend noch geschafft. Juhu, wieder bequeme Zwinger für unsere Hunde und ein paar Tage keinen Sand schaufeln für uns.

    Am Ende des Tages habe ich dann noch Namen gepaukt, schließlich will man ja auch wissen, mit wem man es zu tun hat. In den Zwingern ist das noch recht einfach, da sind es ja nur zwei bis vier Hunde. Wenn sie aber frei laufen, ist es schon schwieriger die Unterschiede bei zehn weißen Hunden auszumachen. Ich glaub, die Unterschiede hab ich, jetzt muss ich es mir nur noch merken...

    Zum Abschluss des Tages noch die neuesten Nachrichten: wir haben in Äkäskero heute noch einmal Nachwuchs bekommen, acht zuckersüße Puppies, die letzten dieses Jahr.

     

    05.10.2014

    Endlich angekommen

    Falls ihr euch fragt, ob Äkäskero doch am Nordpol liegt, weil ich zwei Tage dorthin gebraucht habe, kann ich euch beruhigen, das war nur den Flug-/Zug-/Busverbindungen geschuldet. Dafür hatte ich aber gestern auch einen sehr schönen Nachmittag in Helsinki, wo ich bei einem Spaziergang um die Töölö- Bucht die prächtigen Farbspiele des Herbstes bewundern konnte.

    Die sind hier oben in Lappland schon vergangen und derzeit ist es eher grau und matschig, aber das konnte meiner Wiedersehensfreude keinen Abbruch tun. Ich glaube, Happy* ging es genauso. Ich war noch weit vom Kennel entfernt, da war er schon der erste, der auf mich zugerannt kam. Und dann war erst einmal kuscheln angesagt. Die anderen Alaska-Dogs** wurden natürlich auch begrüßt, sehen alle ganz schön lustig aus im Moment, der Fellwechsel ist schuld.
    Schlittenhund, Photo von Yvonne HofschneiderHerbstfarben, Photo von Yvonne HofschneiderDanach stand eine Runde durch's Camp an, schließlich gibt es jede Menge Vierbeiner, die begrüßt werden wollen. Ganz besonders freut sich immer der Nachwuchs, wenn jemand kommt, dessen Schnürsenkel man anknabbern kann. Die sind aber auch zu süß, die kleinen Rabauken.

    Ansonsten war der heutige Nachmittag recht erholsam, mit der Arbeit geht es für mich erst morgen richtig los... Ich bin gespannt!

     

    * Happy ist von meinem ersten Jahr in Äkäskero an Teil meines Gespanns. Auf der Seite "Über mich" seht ihr uns beide.

    ** In Äkäskero sind jeweils die Hunde, die einem Guide zugeordnet sind, in einem Kennel zusammen. Diese sind nach arktischen Gegenden benannt. Alaska ist der Kennel, mit dessen Hunden ich die letzten Jahre auf Tour war.

     

     

    03.10.2014

    Letzte Vorbereitungen

    Ob ich schon aufgeregt bin? Die Frage durfte ich in den letzten Tagen gefühlte 1000 Mal beantworten. Und ja, seit ich gestern im Büro meine Verabschiedungsrunde gedreht habe, habe sogar ich realisiert, dass es gleich los geht.

    Jetzt bin ich bestimmt schon zehn Mal meine Packliste durchgegangen und frage mich immer noch, ob ich wirklich an alles gedacht habe. Wahrscheinlich nicht, irgendetwas fehlt doch immer. Aber ich fahre ja auch nicht zum Nordpol, ein wenig Zivilisation gibt es in der Nähe von Äkäskero schon, also alles halb so wild - in der Theorie ;-)

    Eine gute Ablenkung hatte ich außerdem auch noch: der relativ spontanen Entscheidung, nun doch auf meiner eigenen Homepage berichten zu wollen, folgte die kreative und technische Umsetzung. Wie gut, einen Grafiker zu Hause zu haben. Das Heraussuchen der Bilder für die Seite war dann auch die perfekte Einstimmung auf den hoffentlich ganz bald eintreffenden Winter und das Wiedersehen mit der Rasselbande.

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28.12.2015

Winter in Lappland

So, nachdem es jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit keine Fotos mehr gab, kommen heute mal wieder wenigstens ein paar. Leider nicht von den Wuffs, bei -32° heute Morgen und Tageshöchsttemperaturen von -25° ist das Fotografieren irgendwie nicht wirklich lustig. Jetzt haben wir gerade wieder die -30° geknackt… ich glaube, der ein oder andere Gast hat heute vielleicht etwas kalte Füße bekommen ;-)

 

Aber für ganz schnelle Fotos unseres „Sonnenaufgangs“, der keiner ist, da wir ja immer noch Polarnacht haben, hat es dann doch gereicht. Das erste Bild ist gegen acht aufgenommen, die beiden anderen gegen halb zehn, eines mit Kompaktkamera, eines mit Spiegelreflex. Interessant wie unterschiedlich die Ergebnisse sind.

25.12.2015

Hyvää Joulua

Da denkt man sich, in Lappland könnte man kurz vor Weihnachten keinen Stress haben, weil wir uns dem Weihnachtstrubel entziehen und Weihnachten ist dann ganz entspannt, aber das war wohl nix. Naja, wissen wir ja eigentlich auch schon, dass Lappland immer für Überraschungen gut ist…

Der Wochenanfang verlief aber eigentlich noch wie geplant, Montag und Dienstag war Andy nochmal zum Training da, was echt wieder viel Spaß gemacht hat. Die Hunde waren super drauf, mittlerweile stört sie auch der dritte und vierte Start nicht mehr, sie laufen trotzdem hochmotiviert - und ganz schön schnell - einfach die nächste Runde. Ranger war am ersten Tag Leithund im zweiten Team, was hieß, dass er zumindest die zweite Runde, nachdem wir Teams getauscht hatten, hinter mir war… also wenn wir das beim Rennen auch so machen können, dass ich vor ihm her fahre, dann kann nichts mehr schief gehen ;-) Am zweiten Tag hatte ich ihn dann im ersten Team im Lead und Ghost und Jamie waren hinter ihm. Das war wohl nicht so ganz die ideale Kombi, da hat Ranger nämlich ganz schön rumgekaspert. Aber Marley neben ihm ist einfach so cool, Kopf runter und laufen, egal was um ihn drum herum passiert. Als es Ranger dann aber zu bunt wurde von hinten angebellt zu werden, durfte Jamie wieder ins Lead, was gerade auf der zweiten Runde noch einmal für richtig Power gesorgt hat.

Mittwoch und Donnerstag Vormittag stand dann Pfotenpflege bei den Wuffs auf dem Programm, bevor ich mich auf den Weg in die Lodge gemacht habe, wo ich bis Sonntag Vormittag bleibe. Auf dem Weg hatte ich noch schnell Levi im Camp eingesammelt, weil ich dachte, er freut sich, wenn er mir Gesellschaft leisten kann. Zuerst war er auch super happy als ich ihn mitgenommen habe und auch in der Lodge war er recht ruhig als ich noch mit ihm alleine war. Als dann aber auch die Gäste von der Tour zurückkamen und immer irgendjemand etwas von mir wollte, wusste Levi gar nicht mehr, was passiert und war ziemlich aufgeregt. Um ihm diesen Stress nicht anzutun, hat ihn Benkku, der kurz vorbei kam, um mir das Wohnmobil herzustellen, ihn kurzerhand mit nach Hause genommen. Levi hat sich gefreut, konnte er wieder Ghost ärgern - nur ich musste dann ganz allein im Wohnmobil schlafen ;-) aber das ist nicht so schlimm, Hauptsache den Wuffs geht es gut.

Die Aufregung ging aber erstmal weiter, denn von einem Gast fehlten die Sachen auf dem Zimmer. Er hatte scheinbar Johanna gebeten, diese wegzutun wegen seines Passes, nur wussten alle anderen das nicht und Johanna hatte frei. Und natürlich wussten wir auch nicht, dass Johanna sie weggetan hat. Als wir die Sachen nach einer halben Stunde Suche immer noch nicht gefunden hatten und schon Angst hatten, sie könnten in der Reinigung gelandet sein, weil die Info war, sie seien in einem weißen Beutel gewesen - was auch für die zu reinigenden Sachen zutrifft - war dann der letzte Ausweg, Johanna zu fragen, ob sie noch eine Idee hätte… und siehe da, schon waren sie gefunden.

… nun hätte es also so langsam ruhiger werden können, aber nein… so gegen 17:30 Uhr gab es dann die nächste Überraschung und die hieß leider nicht Joulupukki (Weihnachtsmann), sondern Stromausfall. Glücklicherweise nicht so ganz, sondern nur in einem Teil der Lodge. Allerdings ist davon das Licht in mehreren Zimmern einschließlich Bädern, in der Lobby und in den Lagerräumen betroffen. Außerdem einige Steckdosen in der Rezeption - komischerweise nicht alle und nicht das Licht - sowie die Steckdose der Waschmaschine betroffen. Die Gäste haben es locker gesehen, auf der Hütte mussten sie ja auch Stirnlampen benutzen und in der Küche und im Restaurant hat alles funktioniert, es musste also niemand hungern ;-) aber ausgerechnet Heiligabend! Wir wollten ja jetzt nicht bis Montag so halb ohne Licht und Strom auskommen müssen. Allerdings haben André und Wikus über eine Stunde alle Sicherungen gecheckt - und davon gibt es hier viele - und konnten nichts finden. Nach dem Essen haben wir dann auch mal die Hauptsicherung ausgeschaltet, in der Hoffnung, dass das was bringt, aber nein, nichts. Zu meiner großen Überraschung konnte Hilkka, die ich heut Nacht noch informiert habe, heute Morgen den Elektriker erreichen und er soll in den nächsten Minuten vorbeikommen. Angeblich hat er schon eine Idee, was es ist. Ich bin gespannt…

Jetzt wünsche ich euch jedenfalls erst einmal frohe Weihnachten und vielleicht etwas mehr Ruhe als wir es in der Lodge gerade haben ;-)

 

 

19.12.2015

Winter

In Anbetracht dessen, dass morgen schon der vierte Advent ist, werdet ihr mich sicherlich beneiden… also bei uns sind weiße Weihnachten wohl garantiert - ich glaube, in Mitteleuropa sieht es da etwas mau aus ;-)

Die ganze Woche schon hat uns der Winter in Schach gehalten.

Ursprünglich hatten wir für Sonntag, Montag, Dienstag unsere nächste längere Trainingseinheit geplant. Als ich aber Sonntag Morgen nach draußen bin, um den Wuffs einen kleinen Snack zu geben, waren es -27°C. Mmh, da hab ich mir schon so meinen Teil gedacht. Zumal, wenn man weiß, dass es am Morgen/Vormittag eher kälter als wärmer wird. Als Benkku wenig später wach war und weder das Thermometer - es waren dann schon -30°C - noch der Wetterbericht Besserung gelobten, änderten wir also mal wieder spontan den Plan. Glücklicherweise noch rechtzeitig bevor Andy sich vom Camp aus auf den Weg zu uns gemacht hatte. Mit ihm vereinbarten wir, dass wir uns Montag früh melden, ob wir dann trainieren oder eher am Dienstag.

Am Sonntag kletterte das Thermometer dann auch den ganzen Tag nicht mehr über die -30°C-Marke. Und Montag früh sah es nicht besser aus. Also schrieb ich Andy eine Mail, dass er erst Dienstag kommen soll. Womit ich nicht gerechnet hatte: binnen weniger als zwei Stunden waren es plötzlich nur noch -10°C. Da kann man doch nicht einfach nichts tun. Also Andy informiert, dass er schon abends kommen soll, Hunde vorbereitet und dann gemeinsam mit Benkku eine Runde gefahren. Schön war’s. Vor allem der „Sonnenuntergang“, den es ja eigentlich gar nicht gibt, weil die Sonne ja gar nicht mehr aufgeht, aber ihr wisst schon, was ich meine… diesen leuchtend roten Himmel bevor es dunkel wird :-)

Benkku hatte letzte Woche auch noch den Trail verlängert, eine ganz schöne Strecke, die noch dazu kam. Leider nicht für lange. Wir waren kaum auf dem neuen Teilstück, kommt uns ein Rentier-Lappe entgegen und erklärt uns, wir könnten nicht durch das Rentiergehege - wo vorher allerdings keine Rentiere waren - durchfahren, weil sie in den nächsten Tagen die Rentiere zusammentreiben würden. Na super. Also sind wir nur auf dieser einen Runde den neuen Trail gefahren und dann blieb es für die anderen Tage doch bei der gewohnten Strecke.

Das weitere Training verlief dann auch ziemlich unproblematisch. Von Hunden, die statt Snack-Pause machen zu wollen, lieber die Schneeanker rausreißen, mal abgesehen. Die haben einfach zu viel Energie :-) Lediglich am Mittwoch, da wurde es dann nochmal ordentlich kalt. An einigen Stellen auf dem Trail waren es -38°C. Gut, dass Andy mir das erst hinterher gesagt hat, sonst wäre mir doch glatt kalt geworden ;-)

Gestern dann war es viel wärmer, aber dafür hat es auch viel geschneit. Und windig war es noch dazu. Da kann man dann erstmal das Auto aus der Schneewehe ausgraben und bei den Hunden hab ich heute auch eine ganze Weile Schnee geschaufelt. Wobei die sich darüber gefreut haben, weil sie so ziemlich lange draußen rumlaufen durften. Und ums Krallen schneiden kamen sie auch herum, weil es dann schon wieder dunkel wurde und ich auch kalte Finger hatte. Ich glaub, das hat sie fast noch mehr gefreut ;-)

Morgen werde ich dem Camp einen Besuch abstatten, dann sehe ich endlich mal wieder die Puppies bei Tageslicht. Dafür war zuletzt irgendwie nie Zeit.

Achja, und weil ja bald Weihnachten ist, hab ich gestern auch noch Plätzchen gebacken. Fassen wir zusammen: ich habe Schnee, Kälte, Rentiere, Plätzchen… also ich bin gerüstet und ihr?

Ich wünsche euch einen schönen 4. Advent!

 

12.12.2015

Die Qual der Wahl

Gestern war ein guter Tag… zwar habe ich fast die gesamte Zeit, in der Tageslicht vorhanden war, auf dem Dach verbracht und Schnee geschaufelt, aber ein Anruf von Benkku zwischendurch hat mich für den Rest des Tages aufgemuntert. Was er gesagt hat? „Wenn du den Hunden nochmal sagst, dass sie ins Camp kommen, wenn sie nicht arbeiten…“

Das versteht ihr nicht? Tja, da muss man vielleicht auch mal vorne anfangen zu erzählen. Wird gemacht, sofort ;-)

Also Benkku und ich diskutieren ja eigentlich schon seit Wochen, dass wir das Rennteam verkleinern sollten, um die besten Hunde noch besser trainieren zu können. Theoretisch leuchtet mir das ein, aber praktisch ist das nicht so leicht. Ja, es stimmt ja, ich würde auch keinen meiner Wuffs abgeben wollen, wenn er eigentlich wirklich nicht so gut geeignet wäre für’s Rennteam. Aber gerade fällt es mir umso schwerer, weil sie alle so verdammt gut sind. Klar, der eine oder andere hatte auch schon mal einen schlechten Tag, an dem er nicht gezogen hat, aber dann war er beim nächsten Training umso besser. Wie soll man denn da bitte jemanden aussortieren?

Jedenfalls haben Benkku und ich die letzten beiden Tagen mal getauscht, er hat die Hunde trainiert und ich nur das Drumherum erledigt. Ich hab ihn dan auch überzeugt, alle Hunde - aufgeteilt auf zwei Teams natürlich - anzuschauen. Und gestern, als auch Achma dran war, der zuletzt nicht immer volle Leistung gebracht hat, hab ich ihm morgens beim Booties anziehen wirklich noch gesagt, dass er Benkku beweisen soll, dass er laufen und im Rennteam bleiben will. Zephyr brauchte ich das gar nicht sagen, der war eh schon etwas übermütig. Naja, und nach so etwa drei Stunden ruft mich Benkku an… auf dem Schlitten telefonieren ist nicht so super, da frieren einem nämlich ganz schön schnell die Finger ab. Wenn er also anruft und statt zu sagen, was es gibt, mir erstmal einen „Vorwurf“ macht, dann müssen die Hunde ja ganz schön gut gewesen sein :-) waren sie auch, das hat man später deutlich an der Gesamtzeit gesehen…

aber nicht, dass sie dann müde gewesen wären… nö, die waren richtig fröhlich.

Das führte dann natürlich zu neuen Diskussionen wie das Training der nächsten drei Tage aussehen soll. Eigentlich hatten wir uns ja schon einen Plan überlegt wie wir einen guten Rhythmus für 21 Hunde hinkriegen, jetzt sind es aber doch 26. Mmh, so ein Pech aber auch *grins*

Ich weiß, letztlich ist die Entscheidung nur aufgeschoben, aber es freut mich immer so wahnsinnig, wenn die Hunde zeigen, was sie können. Jetzt bin ich auf die nächsten drei Tage gespannt. Wobei wahrscheinlich die Hunde die Trainingseinheit besser wegstecken als ich… es sind knapp -20° angesagt. Als das letzte Mal -12° angesagt waren, waren es zu Hause -25°, also auf Teilen des Trails -35°. Ich hoffe mal, diesmal irrt die Voraussage in die andere Richtung. Sonst wird es ganz schön unangenehm ;-)

 

06.12.2015

Nikolaus? Ei, itsenäisyyspäivää

Achso, die meisten von euch werden sich mit Finnisch wohl etwas schwer tun ;-) dabei wüsstet ihr wahrscheinlich schnell, wovon ich rede, wenn ich euch ein Datum im Juli gäbe… na, kommt ihr drauf? Versucht es mal mit „Unabhängigkeitstag“, den feiern die Finnen nämlich heute. Einen Grund, ihre Stiefel zu putzen, hatten sie also vielleicht auch ohne am Morgen Süßigkeiten darin zu erwarten ;-)

So, nun aber genug zu den Finnen, schließlich hab ich noch von einer ganzen Woche zu berichten. Wie zuletzt eigentlich immer, war es recht turbulent, weshalb der Blog bis heute warten musste.

Von Dienstag bis Donnerstag stand wieder Intensivtraining mit den Hunden auf dem Programm, diesmal mit Simone und Markus als Unterstützung. Der erste Tag fing schon gut an. Es hatte kräftig geschneit und auf dem Trail lagen bestimmt 15-20cm Neuschnee. Da es auch während des Trainings weiter geschneit hat, war auch die Sicht nicht besonders gut. Benkku hatte zwei Tage vorher den Trail etwas verlängert und mir noch gesagt, ich soll den neuen Teil im Uhrzeigersinn fahren. Blöd nur, dass die Spuren durch den neuen Schnee und die schwierigen Lichtverhältnisse quasi nicht zu sehen waren. Ich hab also die Hunde einfach mal den Trail suchen lassen, was auch gut geklappt hat, nur waren wir dann doch „falsch herum“ unterwegs. Das schwierigste war dann aber das Ende des Trails. Da war Benkku - bevor er die Kurve gezogen hat - noch ein Stück geradeaus gefahren, so dass meine Hunde natürlich auch geradeaus laufen wollten. Mir sah das allerdings etwas komisch aus, weil die Bäume recht eng wurden und ich glaubte auch, links eine weitere Spur zu sehen. Also beschloss ich, dieser folgen zu wollen. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, wäre alles andere auch etwas schwierig geworden, geradeaus wäre man nämlich an einen ziemlich steilen Abhang gekommen, wo man nicht mehr hätte drehen können. Aber auch so war das Drehen nicht ganz einfach, weil links von mir ein Baum stand, hinter dem zu wenig Platz war, um herumzufahren. Wollte man aber davor rum, waren die Hunde schon zu weit vorn. Da ist es dann echt praktisch, noch Leute dabei zu haben, weil so Markus meine Hunde leiten und ich dann den Schlitten drehen konnte. Der Rückweg der Schlaufe wäre eigentlich eine Weile parallel - teilweise nur einen halben Meter - neben dem zuvor gefahrenen Trail gewesen, aber da hat dann Alaska - der in der Mitte vom Team war - beschlossen, dass sie doch schon genug gearbeitet hätten und lieber den bereits gespurten Trail laufen können. Die anderen haben sich natürlich nicht lang bitten lassen und wollten auch rüber. Beim ersten Mal waren Jamie und Nansen noch sehr brav. Es bedurfte zwar einiger Wiederholungen des Kommandos, aber dann sind sie doch zurück auf den richtigen Trail. Beim zweiten Mal hatte ich dann Erbarmen und hab sie auf dem gespurten Trail zurück laufen lassen. Es war ohnehin Wahnsinn wie gut die Hunde drauf waren. Alle zehn haben die komplette Runde richtig hart gearbeitet. Natürlich hat es lange gedauert, aber keiner hat auch nur Ansätze von Müdigkeit gezeigt. Erst als wir zu Hause waren, sah man, dass sie froh waren, jetzt in ihren Hütten ausruhen zu dürfen.

Der nächste Tag war vom Trail her deutlich leichter, dafür waren es schon zu Hause -20°, was bedeutet, dass es auf einigen Stellen des Trails -30° hatte. War ich dankbar, dass mir Benkku vor dem Start noch die Temperatur gesagt hatte - beim Vorbereiten der Hunde kam es mir gar nicht so kalt vor - und ich die warme Jacke anhatte, sonst wäre ich wahrscheinlich als Eisklotz zurückgekommen. Kalt war es trotzdem, meine Füße und Finger mögen die -30° ja nicht so gerne ;-) Da Benkku die Hunde ohnehin mal wieder selbst fahren wollte und ich bis zum frühen Nachmittag schon wieder gefühlte tausend Buchungsanfragen hatte, hat er dann die zweite Runde für mich übernommen. So konnte ich die Zeit nutzen, die Mails zu beantworten, ohne wieder bis Mitternacht daran zu sitzen.

Den dritten Tag bin ich dann natürlich wieder selbst gefahren. Da waren die Temperaturen angenehmer und der Trail fester… und die Hunde - obwohl es der dritte Tag war - sauschnell. Danach hatten sie sich ihre Pause wirklich verdient.

Für mich stand nur Pause von den Hunden - die ich ja gar nicht will - nicht aber vom Arbeiten an, da ich versprochen hatte, Freitag und Samstag in der Lodge zu sein. Also bin ich Freitag erstmal kurz ins Camp gefahren, Levi, der von unserem Vet durchgecheckt werden sollte, abliefern und dann weiter zur Lodge. Dort gab es jede Menge mit Sirpa zu besprechen, zu organisieren und die Gäste wollten natürlich auch noch ein bisschen quatschen. So saß ich Freitag Abend noch bis elf, halb zwölf mit denen zusammen, hab ihnen viel über das Training der Hunde und die Rennen erzählt - ich wusste gar nicht, dass es so eine Attraktion ist, wenn ich da bin ;-) und natürlich auch über die Patenschaften für unsere Hunde und viele andere Dinge. Wir hatten wirklich sehr nette Gäste die letzte Woche, so darf es weitergehen ;-)

Gestern Morgen mussten dann die letzten Gäste noch ihre Ausrüstung und dann auch ihre Zimmerschlüssel abgeben, schließlich war schon wieder Abreisetag, was vielen doch schwer gefallen ist. Das kann ich nur allzu gut verstehen, aber sie dürfen ja gerne wiederkommen - und einige werden das mit Sicherheit auch tun :-)

Am frühen Nachmittag kamen dann die ersten neuen Gäste an, die gleich erstmal die Sauna und das Eisloch ausgetestet haben… Vor dem Abendessen hab ich ihnen noch kurz erzählt, was in den nächsten Tagen so auf sie zukommt. In der Lodge haben wir auch einen Schlitten stehen, an dem man schon einmal ein paar grundsätzliche Dinge zum Schlittenfahren erklären kann. Das machen die Guides am ersten Tourtag zwar auch noch einmal. Aber bei so vielen neuen Informationen, überhört oder vergisst man ja doch mal etwas, da ist es gar nicht schlecht, die wichtigen Dinge zweimal zu hören. Während die Gäste dann beim Abendessen waren, habe ich auf die restlichen vier gewartet, deren Flieger eigentlich um 19:15 Uhr landen sollte. Normalerweise sind sie dann so gegen acht, halb neun in der Lodge. Mmh, das hat dann nicht ganz geklappt. Ich hatte mich schon langsam gewundert, wo sie bleiben als sie dann - ich glaube es war gegen 21:00 Uhr - endlich ankamen und erzählten, dass der Flieger wegen der schlechten Sicht nochmal hatte durchstarten müssen und sie deshalb eine halbe Stunde Verspätung hatten. Zu dem Zeitpunkt hab ich mir da noch nicht allzu viele Gedanken drüber gemacht, schließlich wollte ich den Gästen erst einmal kurz den Ablauf erklären und noch eine sehr, sehr kurze Einweisung geben. Schließlich waren sie schon lang genug unterwegs und sollten dann noch ihr Abendessen bekommen. Und ich wollte natürlich auch mal irgendwann nach Hause fahren.

Als ich dann gegen 21:45 Uhr raus bin, musste ich erst einmal mein Auto suchen. Da Katerina und Sandrino damit tagsüber im Camp waren, wusste ich nicht hundertprozentig, wo es geparkt ist. Unser Parkplatz ist zwar nicht groß, aber mein Auto stand hinter unserem Kleinbus versteckt. Und da es auch noch kräftig angefangen hatte zu schneien - dann habe ich das Flieger-Problem verstanden - sahen irgendwie alle gleich aus ;-) Naja, aber bei vier geparkten Pkws war das nicht das Hauptproblem. Bevor ich selbst zum Schneemann wurde, hab ich es schnell vom Schnee befreit und mich auf den Heimweg gemacht. Den ersten Teil der Straße war noch eine leichte Spur unseres Busses zu sehen, aber ab der Kreuzung, an der das Camp in die andere Richtung als der Flughafen liegt, waren bestimmt zehn Zentimeter Schnee auf der Straße und noch nicht ein Auto durchgefahren. Was nicht so schlecht sein muss, verglichen mit der „Camp-Straße“, die dann noch folgte. Einziger Nachteil ist, dass man die Spuren darunter nicht sieht und ab und zu irgendwo zur Seite gezogen wird, ohne viel dagegen machen zu können. Schneller als 40-50km/h ist da eher schwierig. Zumal es weiter so stark geschneit hat, dass man auch immer nur wenige Meter nach vorne sehen konnte. Die „Camp-Straße“, also die Straße von Äkäslompolo nach Muonio am Camp vorbei, war zwar befahren, aber leider nicht vom Räumdienst. So waren da einige Spuren drin, die nicht immer ganz logisch verliefen - also folgen wollte man denen nicht allen und zwischen den Spuren waren 10-15cm Schnee.

Im Camp musste ich dann kurz anhalten und Levi wieder einsammeln. Der hat sich vielleicht gefreut, dass ich ihn abhole :-) und außerdem durfte er auf die Rückbank, weil im Kofferraum Fleisch und Trockenfutter war. Das hat ihm viel besser gefallen. Auf der Hinfahrt wollte er nämlich immer von hinten auf die Rückbank klettern - was nicht ging, weil er angekettet war. Auf der Rückbank dagegen saß er ganz ruhig hinter mir, am Ende hat er sich sogar hingelegt und geschlafen. Die Fahrt hat ja auch lange genug gedauert, denn wirklich besser wurden die Straßenverhältnisse nicht. Nach der Grenze nach Schweden war ich wieder die erste, die frische Spuren im Schnee hinterlassen hat. Das beste war dann ja, dass etwa einen Kilometer vor dem Ziel, also bei der Einfahrt zur anderen Seite des Merasjärvi, mir der Räumdienst entgegen kam… den hätte ich mal etwas früher gebrauchen können ;-)

 

26.11.2015

3 Tage = 300 km

So, jetzt sind die Hunde mal ruhig... vorerst ;-) sie haben gerade ihr erstes Rhythmustraining der Saison hinter sich, jedenfalls das erste mit Schlitten. Das hieß drei Tage lang Laufen, Pause, Laufen, Pause, Laufen, usw.

Da ich das ja schlecht mit allen Hunden gleichzeitig machen kann - mmh, schon der Start mit 27 Hunden vor dem Schlitten wäre interessant *grins* - hatte ich Raffi und Nils als Unterstützung da. So konnten wir die Hunde in drei Teams aufteilen. Da Raffi bisher nicht mehr als 7 Hunde vor dem Schlitten hatte - und das vom Camp nicht vom Rennteam - hab ich ihm "nur" 8 Hunde gegeben. Gerade der Beginn am Dienstag unter den tief hängenden Bäumen durch (die konntet ihr im Video sehen) war schon recht rasant. Aber ich hatte ihn ja vorgewarnt und so hat das super geklappt. Die Hunde allerdings waren vollkommen verrückt und sind die ersten 30 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h gelaufen, viel zu schnell für Langdistanz. Aber was will man machen? Dass ich nahezu die ganze Zeit auf der Bremsmatte stand, hat meine 10 Wuffs - und insbesondere Nansen und Nash im Lead - gar nicht interessiert. Die wollten einfach nur rennen.

Am Ende des ersten Tages hat man dann aber doch bei dem ein oder anderen gesehen, dass der Anfang etwas zu schnell war, nicht nur das Tempo ging deutlich runter, auch wollte/konnte manch einer nicht mehr ziehen.

Am zweiten Tag kam dann auch noch die Psyche ins Spiel. Rausstarten ging auch nach der "Mittagspause" noch recht gut, aber als sie realisiert hatten, dass sie jetzt wirklich wieder laufen sollen, da wurde es erstmal doch recht zäh. Einigen musste ich dann Necklines verpassen, damit sie nicht ständig nach hinten gehen. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber irgendwann ging es dann doch. Am Ende hat sogar Alaska festgestellt, dass selber ziehen besser ist als am Halsband gezogen zu werden. Und heute war er dann wieder richtig gut, hat gezogen und auch Tempo gemacht. Selbst mit knapp 300 km in den Beinen sind sie die letzte Runde mit einem Schnitt von ca. 13 km/h gelaufen und die letzten zwei Kilometer nach Hause wären sie am liebsten durchgaloppiert. Hab ich sie aber nicht gelassen, nach so einem langen Training reicht ein schneller Trab allemal aus, schließlich sollen sie sich nicht auf den letzten Metern verletzen. So haben sie jetzt die ersten 300 km "am Stück" hinter sich und dürfen sich die nächsten zwei Tage erholen. Dann gibt es eine kleine Ausfahrt zur Lockerung und dann noch einen Tag Ruhe.

Später habe ich dann gleich noch die Gelegenheit genutzt, bei den müden, nicht mehr rumspringenden Hunden die Krallen und das Fell zwischen den Zehen zu schneiden. Letzteres hilft, damit sich beim Laufen keine Schnee- oder Eisbälle bilden. Ich musste die alle ganz schön überreden, überhaupt aufzustehen und aus der Hütte zu kommen. Deshalb hatte ich auch irgendwann Erbarmen und die weitere Prozedur auf morgen verschoben ;-)

 

20.11.2015

Video

Geduld zahlt sich aus :-)

…hier kommt das versprochene Video eines der letzten Trainings meiner Wuffs. Das Team von vorne nach hinten: Jamie - Marley, Quattro - Nash, Urengoi - Ulvang, Attila - Ounas

Man beachte wie brav alle ohne Necklines laufen… und das trotz unserer Freunde auf dem Trail ;-) findet ihr sie?

Viel Spaß beim Anschauen!

 

17.11.2015

Endlich Schlittenfahren

Ach, ich wollte euch ja schon längst berichtet haben, aber mit der ganzen Saisonvorbereitung für die am Samstag anreisenden ersten Tourgäste, Buchungsemails und natürlich dem Training der Hunde blieb irgendwie keine Zeit.

Dafür jetzt aber mal ein kleiner Bericht:

Am Samstag war es endlich so weit, Robert und ich sind mit den Schlitten raus. Nachdem es vorher nochmal ordentlich geschneit hatte, war quasi gar kein Trail mehr vorhanden, obwohl Benkku extra am Freitag mit dem Skidoo rausgefahren war. Er ist dann deshalb noch einmal vor uns zumindest einen Teil des Trails abgefahren. Es hat aber weiter so heftig geschneit, dass das lediglich gereicht hat, seine Spuren zu finden, wirklich leichter war es für die Hunde dadurch nicht. Irgendwann kam er uns dann entgegen und hat uns noch ein Stück begleitet, denn wir mussten über einen kleinen Bach und Huskys sind doch wasserscheu… ganz besonders mein lieber Nansen ;-) aber sie haben das gut gemacht und auf dem Rückweg blieb ihnen das Wasser erspart, weil Benkku eine Umfahrung gefunden hat. Richtig schwierig wurde es dann auf dem zweiten Teilstück. Das war Benkku nämlich nicht nochmal abgefahren und entsprechend tief war der Schnee. So haben wir schlussendlich fast sieben Stunden für circa 60 Kilometer gebraucht. Hört sich nicht wirklich nach Rennteam an ;-)

Heute war es dann schon deutlich besser, alleine und mit etwas besserem Trail hat es nur noch fünfeinhalb Stunden gedauert. Und das, obwohl ich zwischendurch noch einen Baum vom Trail sägen musste, der die Schneelast nicht mehr ausgehalten hat. Wie nett die Bäume den Trail verschönern hab ich euch auch mal gefilmt, wird aber wohl noch ein, zwei Tage dauern, bis wir Zeit haben, das Video etwas zusammenzuschneiden und hochzuladen…

 

12.11.2015

Winterimpressionen

Heute will ich gar nicht viel erzählen, euch nur einmal zeigen, was Robert so macht, während ich mit den Hunden unterwegs bin…

10.11.2015

Abenteuerlich

Jetzt muss ich euch doch endlich noch vom Wochenende erzählen, irgendwie war bisher noch keine Zeit dazu… Jedenfalls wisst ihr ja schon, dass es geschneit hat. Mittlerweile sind es bestimmt schon 15cm. Und ich könnte Schlitten fahren, wenn nicht das Problem wäre, dass bei so wenig Schnee die Anker nicht halten und man daher nicht anhalten kann. Beziehungsweise anhalten kann man schon, wenn die Hunde auf einen hören, nur vom Schlitten runtergehen könnte etwas blöd sein, wenn die Hunde dann beschließen weiterlaufen zu wollen. Naja, vielleicht drehe ich die Tage schon mal eine Spaßrunde mit einem kleinen Team.

Also zurück zum Wochenende, Sonntag um genau zu sein. Nachdem ich mit den Wuffs eine Trainingsrunde gefahren und auf die zweite verzichtet hatte, weil es bei dem nassen Schnee so megaanstrengend für die Hunde war, meinte Benkku, er wird mit dem Motorschlitten rausfahren und schauen, ob er einen neuen Trail für’s Training findet. Da ich ja auch immer wissen will, wo’s lang geht, kam ich auf die Idee, ich könnte ja mitfahren… das hat sich bald als nicht so wahnsinnig schlau rausgestellt. Also wir haben im Prinzip zwei Runden gedreht. Bei der ersten sind wir am Ende unseres einen Trails einfach weiter auf den Sumpf gefahren und haben geschaut, ob es einen Weg gibt. Naja, nicht so wirklich. Und wenn eben erst ein paar wenige Zentimeter Schnee sind, dann ist mitten durch die Landschaft - also Gestrüpp - fahren, irgendwie nicht so richtig cool. Vor allem weil man hinten drauf viel weniger sieht und von dem ein oder anderen Schlag dann etwas überrascht wird. So hat unser lieber Skidoo es dann auch das ein oder andere Mal geschafft, uns abzuwerfen ;-) Als es zu viel Gestrüpp wurde, hatte Benkku schon überlegt, umzudrehen. Aber dann wollte er es doch versuchen… und siehe da, nach ein paar Kilometern kamen wir doch tatsächlich wieder auf die Forststraße, die wir relativ am Anfang des Trails fahren. Wie er das gemacht hat? Keine Ahnung. Aber es kommt ja noch besser. Auf der ersten Runde hatte ich zumindest so ganz grob eine Vorstellung, wo wir sind - oder sein müssten. Auf der zweiten, die dann folgte, hätte er mich im Wald aussetzen und ich bei den Bären Unterschlupf suchen können, da hatte ich bis zum Schluss überhaupt keinen Plan. Wir sind also wieder von fast zu Hause gestartet, zuerst auf einen Waldweg. Dort mussten wir dann mal ein kleines Bächlein überqueren, was noch ohne nasse Füße geklappt hat. Danach ging der Weg sogar noch etwas weiter, aber irgendwann war er einfach verschwunden. Wir kamen dann zu einem Schräghang, den es schon (alleine auf dem Skidoo) schwierig war, hochzufahren, den hätte ich nie im Leben wieder runter gewollt… aber wenn man sich verfährt und nicht weiß, wo man ist, wäre es ja logisch, seinen eigenen Spuren zurück zu folgen. Jedenfalls der Wald wurde immer dichter und ein Weg war weit und breit nicht zu sehen. Benkku fragte mich irgendwann, ob ich wisse, wo wir sind, was ich natürlich verneinte. Da meinte er dann ganz locker, er sei da auch noch nie gewesen ;-) also hab ich mich schon mit dem Gedanken angefreundet, dass bestimmt gleich irgendwo ein Bär angetapst kommt und sich beschwert, dass wir ihn aus seinem Winterschlaf gerissen haben… aber wenig später - man glaubt es nicht - gab es wieder Spuren. Nicht, dass wir da schon gewusst hätten, wo die hinführen, aber irgendwann hatte Benkku einen Plan. Ich natürlich nicht. Wir sind also weiter gefahren und nach etlichen Kilometern mussten wir an einem Flüsschen anhalten, weil eine wohl mal vorhandene Brücke weg war. Da hat mir Benkku gesagt, dass wir an unserem (Winter-)Trail sind. Ich hab es selbst da noch nicht erkannt, erst als wir dann den Trail entlang nach Hause gefahren sind, kam so langsam meine Orientierung zurück. Also im Nachhinein betrachtet war es lustig, zwischendurch nicht immer ;-)

Gestern hab ich dann den ganzen Tag im Camp verbracht, Theorietag mit den Guide-Azubis. Wir sind zum Beispiel einige typische Fragen durchgegangen, die Gäste so stellen. Denn manchmal muss man selbst erstmal überlegen, weil man auf so Fragen gar nicht kommen würde oder aber weil man selbst gar nicht in den Dimensionen denkt. Dass wir derzeit knapp 520 Hunde haben, das wissen ja noch alle, aber wieviel Futter wir im Jahr brauchen oder was ein Block Fleisch bzw. ein Sack Trockenfutter kostet, da wird es schon schwieriger. Wir haben mal durchgerechnet und sind bei 200 Tonnen Futter gelandet, schon ordentlich, wenn man bedenkt, dass man das - auf relativ wenig Leute verteilt - demzufolge auch durch die Gegend schleppt. Dann haben wir noch besprochen, was man den Gästen so alles zur Begrüßung über uns, die Hunde, das Schlittenfahren usw. erzählt und zum Schluss gab es auch noch ein paar kurze rechtliche Informationen… aber wirklich nur ganz kurz, man möchte ja nicht allzu sehr in alte Verhaltensmuster fallen ;-)

 

07.11.2015

Schnee, yippie!!!

Ich glaube, die letztens Tage war ich ganz schön nervig, hab bestimmt zwanzig Mal am Tag gesagt, dass ich trainieren will. Fast zwei Wochen Zwangspause tun mir echt nicht gut. Da hab ich wohl fast mehr gelitten als die Wuffs. Die sind nämlich erstaunlich friedlich geblieben. Klar hätten sie gern laufen wollen, aber trotzdem waren sie noch ziemlich entspannt und haben keinen Blödsinn gemacht. Naja, von Zwinger umgraben bei Jamie/Attila und Ranger/Alaska mal abgesehen… da darf ich seit ner Woche jeden Tag Löcher zuschaufeln und am nächsten Tag sind sie wieder da. Langeweile muss halt bekämpft werden ;-)

Na, jedenfalls, gestern Abend hat es endlich geschneit, *juhu*. Noch nicht so viel, dass es für Schlitten reicht, aber der Trail ist wieder trainingstauglich. Also bin ich heute mal mit einem Team rausgefahren. Hab gleich mal die Strecke verlängert. Einerseits geht das nur bei Schnee, weil der Boden auf dem letzten Teil sonst zu schädlich für die Pfoten wäre, andererseits ist es bei Schnee auch ganz sinnvoll, weil man in der Wende deutlich mehr Platz hat als auf der vorherigen Strecke. Quadfahren auf Schnee hat nämlich den kleinen Nachteil, dass es ganz schön rutschig ist, vor allem in Kurven. Das hab ich dann am Start gleich mal gemerkt, als ich kurz Bedenken hatte, ob ich in der ersten Kurve im Zaun lande… ist aber gut gegangen. Auf der Straße haben dann schon ein paar Rentiere auf uns gewartet. Und weil man ja so supergut bremsen kann auf dem Schnee, kamen auch noch 15 weitere über die Straße gelaufen, recht gemütlich, dafür, dass ich meine Hunde kaum verlangsamen konnte ;-) Dafür war dann aber unterwegs alles super. Die fast zwei Wochen Pause hat man überhaupt nicht gespürt, die Wuffs waren super drauf. Also hab ich mir überlegt, statt des zweiten Teams noch eine Runde mit dem ersten zu fahren. So hatten sie insgesamt 64km und sind jetzt hoffentlich etwas ruhiger. Morgen dürfen dann die anderen dasselbe Programm absolvieren. Ich weiß gar nicht, wer sich mehr freut, die Hunde oder ich?

Achja, und der Wetterbericht sagt weiter Schnee, fast jeden Tag die ganze nächste Woche und heut Nacht auch wieder :-)

 

01.11.2015

Rutschpartie

Ihr wundert euch vielleicht schon, dass ihr so lange auf News warten müsst... tja, das liegt daran, dass es zur Zeit wirklich nicht viel zu berichten gibt. Für unsere Hunde hatten wir ja mehr oder weniger schon am letzten Wochenende festgelegt, eine etwas längere Trainingspause zu machen, damit sie ihre Pfoten kurieren können. Nun war das Wetter und damit der Trail aber die ganze Woche so schlecht, dass auch die Hunde im Camp ein paar Tage Zwangspause hatten. Immerhin, die haben einen Weg gefunden, der pfotenschonend ist und können seit gestern wieder fahren. Ich hatte auch gedacht, dass es heute wohl wieder geht, da gestern zumindest ganz, ganz wenig Schnee gefallen war und es warm bleiben sollte. Aber falsch gedacht, schon der Weg von Muodoslompolo nach Merasjärvi war recht abenteuerlich und die Wiese, über die wir starten, war eine einzige Spiegelfläche. Das hätte man zwar noch umgehen können, in den man andersherum startet, aber auch der Startbereich war so glatt, dass man beim Einspannen wahrscheinlich zig Mal auf dem Hintern gelandet wäre. Und draußen anhalten ist bei solchem Glatteis eigentlich unmöglich. Hinzu kommt, dass die Verletzungsgefahr sehr hoch ist, weil die Hunde, wenn sie ausrutschen, sich leicht die Schulter oder andere Gelenke verdrehen können. Also war es doch nichts mit Training und ich muss auf morgen hoffen...

 

26.10.2015

Training - oder doch nicht?

Am Wochenende stand - wie jetzt regelmäßig, wenn nichts dazwischen kommt - wieder Training für die Wuffs auf dem Plan. Das heißt: Freitag, Samstag und Sonntag wechseln sich eine nach der anderen Trainingsrunde mit kürzeren und längeren Pausen ab. Dabei bleiben die Hunde (außer nachts, wo wir derzeit noch nicht durchfahren) in jeder Pause im System und bekommen dort auch ihr Futter, damit sie schon einmal für's Rennen daran gewöhnt sind. Eingespannt sein soll für sie nicht immer mit jeder Menge Aufregung verbunden sein, sie sollen so auch ausruhen können. Und beim Fressen geht es natürlich um Disziplin. Selbst wenn das Futter des Nachbarn nur ein paar cm entfernt und mühelos erreichbar ist, darf nicht geklaut werden.

Freitag begann das Training an sich sehr gut, mit Ausnahme davon, dass der Boden gefroren war und sich um jedes Sandkörnchen eine scharfe Eisschicht gelegt hatte. Das führte dazu, dass noch mehr Hunde sich kleine Verletzungen an den Ballen zuzogen und wir ab Runde zwei fast durchweg mit Booties fahren mussten. Mit diesen ist es für die Hunde aber in Ordnung zu laufen, was sie auch brav getan haben. Samstag war es wärmer und der Boden dadurch angenehmer, so dass die Hunde gut laufen konnten. Lediglich Urson blieb den ganzen Tag zu Hause, da ihm die Pfoten doch etwas weh taten. Damit er nicht traurig ist, hat er einen großen, großen Knochen bekommen, an dem er immernoch knabbert...

Für Sonntag hatten wir schon am Samstag überlegt, ob wir überhaupt trainieren, da Regen angesagt war, der für die Strecke auch nicht besser ist. Zumindest eine Runde wollten wir aber fahren, damit die Hunde ihren dritten Trainingstag haben, also mehr aus psychologischen Gründen als für die Fitness. Als wir sie dann aber aus den Zwingern gelassen haben, ist der eine oder andere nicht sauber gelaufen, mancher kam auch gar nicht aus der Hütte - was sich Dank des Wetters auch außer zum Füttern den ganzen Tag nicht mehr änderte. Also haben wir spontan entschieden, den Wuffs Erholung zu gönnen.

Wir wollten ihnen dann auch noch eine Freude machen und allen welche von den Riesenelchknochen geben. Dafür muss aber jeweils einer der zwei Hunde im Zwinger draußen an den Stakeout, damit man sie mehrere Stunden nagen lassen kann, ohne dass es Streit gibt. Am Anfang war das auch noch in Ordnung, aber ziemlich schnell verwandelte sich der ganze Stakeout-Bereich in eine einzige Seenlandschaft. Die Hunde konnten sich nicht mehr bequem hinsetzen oder -legen und standen wie begossene Pudel vor ihren Knochen. Also hab ich letztere wieder eingesammelt und die Wuffs in ihre Zwinger gebracht, worüber sie selten so glücklich waren ;-)

 

21.10.2015

Herbstwetter

Wo bleibt denn eigentlich der Winter? Ich will Schnee, sofort! Stattdessen hatten wir gestern richtiges Novemberwetter, den ganzen Tag um die 0° und ziemlich viel Nebel. Heute war es dann „nur“ wolkenverhangen, aber irgendwie ist das doch ziemlich doof. Außerdem ist es dunkel ohne Schnee. Heute morgen beim Training bin ich das erste Mal sogar mit Stirnlampe gestartet. An den letzten beiden Wochenenden brauchte man sie ja schon für die Runden am späten Nachmittag/Abend, aber so langsam merkt man wirklich, dass die Tage kürzer werden… jeden Tag acht Minuten. Außerdem reicht bei den Bedingungen schon eine Runde von 29km aus, dass die Hunde ca. 80% der Booties durchlaufen, das gibt gerade einen ganz schön großen Verschleiß. Morgen muss ich mal zählen, wie viele wir noch haben, aber lange reicht es nicht mehr, also müssen wir mal wieder welche bestellen.

Sonst läuft das Training aber wirklich gut. Die Hunde sind super drauf. Heute sind beide Teams die Runde in knapp unter zwei Stunden gelaufen, also mit einem Durchschnitt von fast 15km/h. Und da darf man nicht vergessen, dass so ein Quad viel schwerer ist als ein Schlitten. Von Nansen bin ich so ein Tempo ja schon gewohnt, aber im anderen Team hatte ich Jamie im Lead, der sehr zuverlässig, aber normalerweise doch deutlich langsamer als Nansen ist. Und wenn selbst er schon so ein Tempo drauf hat… da weiß ich ja bald gar nicht mehr, was ich noch trainieren soll. Denn ohne Schnee kann man eigentlich die Distanzen nicht mehr erhöhen, weil man sonst die Pfoten ruiniert. Tempo erhöhen macht auch keinen Sinn, denn wir fahren ja nur Langdistanz-, keine Sprintrennen. Naja, wir hoffen also weiter auf Wetterbesserung ;-)

Und was steht sonst so an? Typische Arbeiten wie Späne in den Hütten austauschen zum Beispiel. Das hab ich vorgestern gerade gemacht und nun fühlen sich die Hunde wieder pudelwohl in ihren Hütten. Der ein oder andere hat sich sofort reingelegt, als die Späne drin waren, noch bevor ich mit der zweiten Hütte im Zwinger fertig war bzw. die Hunde überhaupt in ihre Zwinger gerufen habe. Dann bin ich immer mal wieder dabei, neue Leinen zu machen. Nicht unbedingt weil die Hunde alle durchbeißen… wobei das auch ab und zu vorkommt. Zumal wenn neue Leute da sind, dann testen die Wuffs ja gerne mal, was sie so alles dürfen oder unbeobachtet machen können. Im Moment hab ich zwar noch Stahl-Necklines - also nicht zu zerbeißen -, aber eigentlich nur aus der Not heraus, weil ich noch keine Zeit hatte, ausreichend normale Leinen zu spleißen. Denn eigentlich mag ich die Stahlleinen nicht besonders. Lediglich die Gangline bleibt vorerst aus Stahl, weil es so sicherer ist, wenn neue Leute mit den Hunden fahren. Und ab und zu ist man dann ja auch noch mit den administrativen Aufgaben wie Buchungen beschäftigt. So langsam rückt der Winter auch in den Köpfen der Gäste näher und mehr und mehr buchen ihren Winterurlaub. Wenn ihr also noch nicht gebucht habt, dann solltet ihr euch so langsam ernsthaft Gedanken machen, einige Termine sind schon ausgebucht oder nur noch sehr wenige Plätze verfügbar…

 

16.10.2015

Alaska und Co.

Tja, leider bezieht sich die Überschrift nicht gerade auf die Schneeverhältnisse in Lappland. Wir haben plötzlich wieder deutliche Plusgrade, während es in Deutschland schon geschneit hat… ich will doch auch endlich Schnee. Einerseits natürlich, damit die Hunde endlich einen vernünftigen Untergrund zum Laufen haben und sich nicht die Pfoten kaputt machen und andererseits weil Schlittenfahren ja so viel toller ist als Quad.

Jedenfalls - nun mal zur Auflösung des Rätsels - bezieht sich die Überschrift natürlich auf den Alaska-Kennel im Camp, ihr erinnert euch, meine Touristen-Wuffs? Da ich gestern sowieso ins Camp gemusst hätte, um Josi für’s Training hier beim Rennteam abzuholen, hab ich mir gedacht, kann ich doch ausnahmsweise auch mal einen Tag frei machen und den ganzen Tag im Camp sein. Und was mache ich an meinen freien Tagen? Hunde trainieren - tu ich ja sonst so selten ;-) Da ich ja die Trainingspläne mache, hab ich einfach mal beschlossen, mich selbst reinzuschreiben… da hatte André nen neuen Azubi *grins*. Ich durfte natürlich meinen Happy fahren und die kleine Chirley, die jüngste bei ihm im Training. Bald kommt noch Gremmy dazu, die ist nämlich von Lappland zu ihm umgezogen. Auf jeden Fall war es total lustig, mal wieder mit dem Trollcart zu fahren. Das ist auch viel besser als Quad, weil man die Kraft der Hunde besser spürt. Aber beim Rennteam geht das leider nicht. Erstens wäre unser Trail mit seinen kleinen Unebenheiten etwas ungeeignet und zweitens hätte man dann ja vier Teams zu trainieren statt zwei. Da müsste der Tag also mindestens 48h haben…

Nach dem Training war ich dann natürlich noch Puppies knuddeln - die sind ja sooo süß :-) und bei Yukon beim Start helfen, denn da sollte am Nachmittag der ganze Kennel mit einem Quad und 3 Trollcarts gleichzeitig trainiert werden, das gab ziemlich viel Action ;-)

Achja, und Urson konnte ich endlich wieder mit nach Hause nehmen. Er ist dann heute auch gleich seine erste Trainingsrunde mitgelaufen. Morgen geht’s weiter...

 

11.10.2015

Nordlichter - und was für welche

Fast zwei Monate hat es gedauert, seit ich wieder hier bin, bis ich endlich wieder Nordlichter gesehen habe. Vorher gab es zwar auch schon ab und zu welche, aber entweder hab ich die verschlafen oder sie waren zwar in Äkäskero, aber nicht in Muodoslompolo zu sehen. Jedenfalls hat sich das Warten gelohnt, am Freitag nach dem Training gab es superschöne Nordlichter zu bewundern. Diesmal waren die nicht nur grün - wie sie meist erscheinen - sondern auch pink. Und sie haben getanzt... was echt schön ist, nur macht es das noch schwerer, ein halbwegs scharfes Foto aufzunehmen. Aber macht euch einfach selbst ein Bild...

 

Und nun auch noch die Erklärung, warum ihr so lange auf den Blog-Eintrag warten musstet, wenn die Nordlichter doch schon am Freitag da waren. Dreimal dürft ihr raten ;-) Die Wuffs natürlich, die stehen immer an erster Stelle. Dieses Wochenende haben wir das erste Mal in dieser Saison Intervalltraining gemacht. Das heißt, eine Runde Laufen, Pause, Laufen, Pause, usw. Wie lang die Pausen sind, entscheiden wir relativ spontan. Ursprünglich hatten wir für dieses Wochenende vorgesehen, 2,5 Tage durchzutrainieren mit je 5-6 Stunden Pause zwischen den Läufen. Da die Hunde am Anfang aber total verrückt waren, haben sie nur ne Stunde Pause bekommen. Auch die nächste Pause wurde verkürzt. Dafür durften sie nachts im Zwinger schlafen und mussten da nicht laufen. Trotzdem blieb während des Trainings bzw. der Pausen nicht wirklich viel Zeit, den Blog zu schreiben bzw. ein paar Bilder auszuwählen - die ich letztlich von Benkku „geklaut“ habe, da seine Kamera dafür einfach viel besser geeignet ist als meine ;-)

04.10.2015

Kiruna Sleddog Club Symposium & Trade Fair 2015

Zwei spannende Tage liegen hinter uns. Benkku, Susi und ich haben das Wochenende in Kiruna verbracht, wo ein Schlittenhundesymposium stattfand. Zu den Sprechern gehörten unter anderem Aliy Zirkle & Allen Moore aus Alaska, beide Yukon Quest-Sieger und erfolgreiche Iditarod-Veteranen, Egil Ellis, erfolgreichster Sprintmusher aller Zeiten, Dominique Grandjean, Veterinärmediziner und Direktor des Instituts für Tierzucht und Sportmedizin (UMES) in Paris… und viele mehr.

Während die Musher Interessantes über ihr Leben, ihre Rennen, aber auch Training und Zucht ihrer Hunde berichteten, erfreute uns Dominique mit lustigen Folien, die seinen Vortrag anschaulich gestalteten ;-)

In den Pausen warteten jeweils die Hersteller und Händler von Schlittenhundezubehör auf uns. Und natürlich sind wir auch nicht mit leeren Händen nach Hause gegangen. Für unser Rennteam haben wir noch einen Satz neue Geschirre gekauft, um wieder einmal wechseln zu können und so dem unliebsamen Fellabrieb, zu dem es im Herbsttraining leider oft kommt, entgegenzuwirken. Außerdem hab ich Reflexleinen bekommen… jetzt muss ich zwar erst noch ein komplettes System (Gangline, Tacklines und Necklines) spleißen, aber dann sehe ich zukünftig auch nachts ohne Probleme selbst bei einem großen Team, wenn irgendjemand seine Leine verwickelt hat. Da freu ich mich… und die Wuffs bestimmt auch :-)

 

Und noch etwas trägt zur Freude bei: an beiden Tagen war es ein kleines bisschen weiß in Kiruna… der Winter kommt… jetzt wird es aber Zeit, die Reifen auf unseren Autos zu wechseln. Mmh, uns wird nie langweilig ;-)

02.10.2015

Der erste Schnee

Heute sind die ersten kleinen Schneeflöckchen gefallen *juhu*. Leider hat sich der Niederschlag ziemlich schnell in Regen verwandelt und so war das bisschen Weiß auf dem Boden ganz schnell wieder weg und alles matschig wie eh und je. Aber für die kommende Woche sind endlich Minusgrade angekündigt, da können wir ja hoffen, dass anschließend auch mal Schnee kommt, der liegen bleibt.

 

Sonst wechseln sich gerade Training meiner Rennhunde und Guideausbildung ab.

Mit dem Rennteam trainieren wir derzeit meistens 58km pro Trainingstag, was den Hunden überhaupt nichts ausmacht. Heute morgen, als es etwas kälter war, sind sie die Runde (29km) mal wieder locker in zwei Stunden gelaufen… trotz Bremsen. Naja, das ein oder andere Rentier und ein Auerhahn haben auch nochmal zu Tempo beigetragen ;-) Man muss sich mittlerweile schon echt überlegen, wen man ins Lead spannt. Nansen habe ich heute nach hinten verbannt, denn mit ihm wäre es für die anderen wirklich zu schnell geworden. Das findet er natürlich richtig doof, schreit bei jedem Halt, weil er weiter will und beißt in die Leine. Bei jedem anderen Hund bekommt man das Leinebeißen abgewöhnt, bei Nansen ist das wirklich schwierig. Der kann genetisch einfach nicht anders als laufen. Hätten wir 14 Nansens müssten wir wohl jedes Rennen gewinnen ;-)

Währenddessen trainieren die Azubis fleißig mit unseren „alten“ Guides und am Nachmittag stehen dann Dinge wie Puppytraining und Kickbikefahren auf dem Programm. Meine Testhunde beim letzten Mal als ich im Camp war und das mit den Azubis gemacht habe: zuerst Boreal und Ussuri, dann Ringo und Ruska. Boreal war natürlich megagut, sie will auch einfach nur laufen und dabei ist es ihr egal, was sie da eigentlich ziehen soll. Ussuri war zwar am Start etwas skeptisch, aber dann ist sie einfach Boreal nachgelaufen, so nach dem Motto „die wird schon wissen, was sie tut“. Für die erste Runde hatte ich also Hunde ausgesucht, bei denen ich ziemlich sicher sein konnte, dass es funktioniert. Die zweite Runde war dann eher ein Beispiel wie man Kickbike und somit „Vornelaufen“ trainiert, wenn Hunde nicht so selbstbewusst sind. Bei Ruska war ich mir nicht ganz sicher, sie hatte ich ja letzten Winter nicht mit auf Tour, weil sie für die Panoramatour ausgeliehen war, aber sie hat sich tatsächlich auch als echtes „R“ erwiesen. Ringo und Ruska konnten sich gar nicht einigen, wer weniger gern vor dem Kickbike laufen will und wer auch noch ganz nach vorne soll. Immerhin ist Ringo nach wie vor so auf mich geprägt, dass er mir immer hinterherläuft. Nachdem ich also bestimmt gut 500m vor ihm hergejoggt bin und er jedes Mal angehalten hat, wenn ich ihn überholen lassen wollte, hat er sich doch irgendwann getraut und beide sind noch ein gutes Stück ohne mich (aber natürlich mit Azubis auf den Kickbikes) weitergelaufen. Der Heimweg war dann ohnehin einfach, schließlich bestand die Aussicht, von dem doofen Gerät loszukommen ;-) Ich denke, für die Azubis hat es ziemlich gut gezeigt, wie unterschiedlich die Hunde sind, was das Vornelaufen angeht, wie viel aber gleichzeitig dieses einfache Training bewirken kann, ihnen Selbstvertrauen zu geben.

 

27.09.2015

Morgen geht's los

...nicht für mich und das Rennteam natürlich, ich trainiere ja schon seit einem guten Monat wieder und mit der nächsten Einheit knacken wir schon die 500km-Marke. Nein, ich meine unsere "alten" und potentiellen neuen Guides. Für die beginnt nämlich ab morgen das Herbsttraining der Hunde bzw. die Guide-Ausbildung.

Deshalb war es auch in meinem Blog etwas ruhig geworden die letzten Tage. Die Pläne hatten sich am Montag mal wieder kurzfristig geändert und so habe ich die Woche das Rennteam alleine trainiert, jeden Tag, immer im Wechsel Team 1 und Team 2. Nur heute sind Benkku und ich gemeinsam rausgefahren, damit beide Teams nochmal trainiert werden, bevor morgen ein Ruhetag ist. Nach dem Training stand dann zuerst die Beantwortung von Buchungsmails an. Danach wechselten sich die Planung des Herbsttrainings, der Guide-Ausbildung und der Personalplanung für die Lodge ab. So wirklich Zeit, einen Blog-Eintrag zu schreiben, blieb da nicht.

Und was hätte ich auch schreiben sollen. Mich mal wieder über das Wetter beklagen? Naja, angebracht wäre es ja. Für September war es die ganze Woche mit ca. 8 bis 9° ziemlich warm und dazu hat es dann auch fast durchweg geregnet. Das ist nicht nur ziemlich nervig, sondern sich eine ganz schöne Belastung für die Pfoten der Hunde. Hoffen wir mal, dass der Wetterbericht Recht behält und zum nächsten Wochenende der erste Schnee(-regen) kommt.

Achja, und wir haben noch einen Neuzugang im Rennteam. Da Urson noch etwas im Camp bleiben muss - typisch Husky hat er seinen Verband abgerissen und die Wunde wieder aufgeleckt - ist sein Bruder Urengoi jetzt noch zu uns gekommen. Die ersten zwei Trainingseinheiten hat er jedenfalls einen guten Eindruck hinterlassen.

Ich bin gespannt, ob das unsere Azubis morgen auch tun ;-)

 

22.09.2015

Levi bekommt Konkurrenz ;-)

Da gestern das Internet gestreikt hat, konnte ich euch gar nicht sofort das Foto posten, das ich spontan im Camp machen musste. Aber das wird jetzt nachgeholt… Ich hab nämlich nach einem echt guten Training mit Andy, Markus und den Wuffs noch einen kurzen Ausflug dorthin gemacht. Natürlich hab ich auch die Puppies besucht, die jeden Tag ein bisschen größer werden. Jetzt haben sie gerade ihre Phase, in der sie alles anknabbern müssen, ob Schuhe, Hose, Jacke, einfach alles, was sie zwischen ihre Zähnchen bekommen. Und auch wenn ich mal wieder nur mein Handy dabei hatte statt Kamera, ein Kleines von Puma und Cisco musste ich fotografieren. So blaue Augen hab ich noch nie gesehen, einfach traumhaft. Mmh, ich hab mich ja schon in Levis Augen verliebt, die deshalb auch das Titelblatt unseres Kalenders zieren, aber die jetzt könnten ihm glatt Konkurrenz machen. Wobei man auch wissen muss, dass sich die Augenfarbe noch verändert. Zwar sind die Puppies jetzt schon so alt, dass diejenigen, die jetzt blaue Augen haben, auch blaue Augen behalten, der Farbton wird sich aber noch etwas ändern, heller werden. Daher musste auch sofort ein Foto gemacht werden… ihr wollt das ja sicher auch sehen :-) Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass das Bild - abgesehen vom Zuschneiden - unbearbeitet ist und selbst dann kommt die Farbe nicht so cool rüber wie sie in echt ist.

20.09.2015

Raubtierfütterung

Was macht man, wenn das Wetter nicht gerade dazu einlädt, stundenlang mit den Hunden draußen zu spielen und kein „richtiges“, also Quad-Training auf dem Programm steht? Genau, man gibt ihnen was zu tun…

Wir hatten jetzt schon länger keine Knochen mehr, aber nun kam endlich die lang ersehnte Bestellung. Nur waren die diesmal etwas größer als gewohnt… ich glaube, so einem Elch will ich doch nicht zu nah kommen ;-) Die Hunde jedenfalls hatten ihren Spaß dran und haben gleich mal was Gutes für die Zahnpflege getan.

Und bevor ich es vergesse, hier noch der Link zum neuesten Interview: www.karriereleiterin.net/karriere-interview/

Einen lieben Dank an Pia Kappus für die wirklich interessanten Fragen.

 

Nun freue ich mich schon auf’s Training morgen. Mittlerweile sind wir ja schon bei 59km angelangt, viele kleine Runden und beim vierten Start sind die Wuffs dann auch ganz brav. Mal sehen was Andy sagt, wenn er morgen seine ehemaligen Schützlinge besucht und mit mir trainiert. Ich hoffe ja mal, dass er zufrieden ist, was ich aus ihnen gemacht habe… sonst muss er wohl öfter herkommen ;-)

 

15.09.2015

Spezialtraining

… für Guides und Hunde ;-)

 

Gestern schien eigentlich ein nicht besonders aufregender Tag zu werden. Am Morgen bin ich nach Kiruna gefahren, um meine Mama, deren Urlaub schon wieder vorbei ist, zum Flughafen zu bringen. Oneway 200km, ohne Autobahnen, dafür mit Baustellen und somit nicht asphaltierten Straßenabschnitten. Da ist man dann ne Weile unterwegs.

 

Jedenfalls kam ich erst gegen halb drei zu meinen Hunden. Ein Riesenlärm als sie nur mein Auto gesehen haben. Als ob sie seit Tagen nichts zu fressen bekommen hätten. Da Benkku und Svenja - meine neue Unterstützung beim Rennteam - da waren, bin ich davon ausgegangen, dass sie mich nur verarschen wollen. Aber stimmte tatsächlich, sie sollten mal lernen, zu warten, bis ich da bin, hab ich dann erfahren. Na gut, also erstmal Futter vorbereitet und die Raubtiere versorgt. Dabei hab ich festgestellt, dass Urson wohl mit irgendwem Streit hatte, da er eine Verletzung an der Zehe hatte. Die sah nicht wirklich gut aus, so dass wir letztlich entschieden haben, dass ich ihn besser ins Camp zum Nähen bringe. Na gut, ich saß ja noch nicht lang genug im Auto… also ab ins Camp.

 

Als ich dort ankam, waren André, Andy und Markus gerade dabei, Paletten hinzulegen, auf die Strohballen gestellt werden können, da noch eine Lieferung angekündigt war. Eigentlich nicht so tragisch. Bis… der Lkw tatsächlich kam. Da waren Susi und ich gerade dabei, Urson zu versorgen, Susi natürlich mehr als ich, weil ich kann da ja eigentlich gar nicht hinschauen ;-) Als Urson wieder aus der Narkose aufgewacht und auf den Beinen war, bin ich dann also auch mal schauen gegangen. Und da stand er, der Lkw… mit einem riesengroßen Anhänger und insgesamt 76 Ballen Stroh. Da kam dann erstmal die Frage auf, wo wir denn mit dem ganzen Stroh hinsollen, wir haben doch nur fünf Ponys. Das reicht ja drei Jahre. Wir hatten mit vielleicht 20 Ballen gerechnet, aber 76?

So mussten wir dann erstmal alle noch verfügbaren Paletten im Camp zusammensuchen, die am Ende trotzdem nicht gereicht haben. Und dann ging das Abladen los. Die erste Doppelreihe auf den Paletten waren 22 Stück… tja, mussten ja nur noch 54 untergebracht werden. Ok, also zweite Doppelreihe darüber. Mmh, immer noch jede Menge übrig. Noch eine Reihe? Blöd nur, dass der Traktor so hoch nicht mehr richtig kippen kann, also konnten wir da immer nur noch einen draufstellen, denn mit zu viel Bewegen, wären uns die Ballen drunter umgekippt… und wir gleich mit ;-) naja, so mussten die letzten dann doch unten direkt auf dem Boden stehen. Nach fünf Stunden waren wir um zehn Minuten nach Mitternacht (finnischer Zeit) endlich fertig… im doppelten Sinne ;-)

Aber jetzt haben wir zumindest eine tolle Liegefläche, um Nordlichter zu beobachten. Nur haben die sich natürlich gestern nicht blicken lassen...

 

Nach dieser Aktion musste ich noch zurück nach Schweden fahren, denn um sechs Uhr früh stand für mein Rennteam wieder Training auf dem Programm.

Wir sind heute das erste Mal mit zwei Teams gleichzeitig raus, da Urson fehlte also 13 und 12 Hunde. Die sind am Start fast durchgedreht und die 26km, auf die wir erst vorgestern erhöht hatten, spielend durchgelaufen. Also haben sie anschließend nur ne halbe Stunde Pause bekommen, in der sie mal halbwegs ruhig stehen sollten und anschließend sind wir nochmal einen Teil meines alten Trails, 11km, gefahren. Da sie aber immer noch ziemlich wild waren und nicht Ruhe geben wollten, blieben sie weiter eingespannt. Nach knapp zwei Stunden durften sie nochmal die 11km laufen. So richtig müde waren sie dann zwar immer noch nicht, aber trotzdem war dann mal Schluss für heute. 48km ist eigentlich auch schon wieder mehr als geplant. Aber irgendwie muss man sie ja ruhigstellen ;-)

 

11.09.2015

Der Herbst ist da…

Die Zeit der bunten Farben ist in Lappland wunderschön, aber auch recht kurz. Deshalb habe ich euch heute mal ein paar Bilder gemacht. Wir werden gerade mit reichlich Sonne verwöhnt. Trotzdem hat es am Morgen gerade mal 0°.

Die Hunde haben mächtig viel Spaß beim Training. Allen voran Ranger, der heute glatt eine Auerhenne zum Frühstück verspeisen wollte. Leider hatte ich da nicht schnell genug den Fotoapparat zur Hand. Aber sah schon lustig aus wie da plötzlich ein aufgescheuchtes Huhn direkt vor seiner Nase aufflatterte, er hoch sprang und es nur um ein paar Zentimeter verfehlt hat.

Wenn es beim Training warm ist, müssen die Hunde sich abkühlen, wofür zwei große Pfützen auf dem Trail ideal sind…

Am Abend bin ich dann noch die nächste Trainingsstrecke mit dem Fahrrad abgefahren. War gut so, ich hab bestimmt zehn abgebrochene Äste / Bäume vom Trail geräumt. Wäre etwas blöd, wenn man mit dem Hundegespann da ankommt und alle paar Meter anhalten darf (die Hindernisse lagen nämlich alle auf dem letzten, 2km langen Teilstück). Zu Beginn meiner Tour habe ich noch ein Schwanenpaar fotografiert, dass die letzten Sonnenstrahlen genossen hat und anschließend war ich gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang über’m Merasjärvi zurück.

 

08.09.2015

Ja, ist denn heut schon Weihnachten?

Schaut mal, was in den letzten Tagen alles angekommen ist… Neue Kalender, Postkarten und gestern auch unser Äkäskero Sled Dog Memo. Das ist ja besser als Weihnachten und Geburtstag zusammen.

Ein Kalender hängt auch schon bei mir zu Hause. Bis nächstes Jahr dauert es zwar noch etwas, aber so lange kann ich jetzt Levi jeden Tag in seine wunderschönen blauen Augen schauen ;-)

Brauch ich nur noch ganz oft Besuch, der mit mir unser Memo spielt...

 

05.09.2015

Tierisch, tierisch

Also wem 530 Hunde noch nicht reichen, sich für einen Lappland-Besuch zu entscheiden, dem können wir auch noch jede Menge andere Tiere bieten...

Heute bin ich beim Training das erste Mal für diese Saison wieder einer kleineren Herde Rentiere begegnet, auf der Straße treffe ich sie ja öfters an.

Dann haben wir in Merasjärvi jetzt öfter Besuch von einer kleinen Eule und einigen Wildgänsen, die auch schonmal mit den Schwänen auf dem See streiten.

In der Nähe von Muodoslompolo wohnt ein Fuchs, den hab ich jetzt schon öfter gesehen. Und vor ein paar Tagen dann auch noch einen Nerz. Zuerst wusste ich gar nicht so genau, was es ist, aber Benkku hat mir gesagt, dass öfter Zuchtnerze aus den Farmen ausbrechen und dann in freier Natur rumlaufen.

Achja, und einen Hasen hab ich neulich auch auf der Straße gesehen...

Jetzt fehlen eigentlich nur noch Elch, Bär und Wolf ;-) Wobei ersterer wird nur eine Frage der Zeit sein, bis mal wieder einer meinen Weg kreuzt, letzterer wird nicht in die Nähe der Hunde kommen und ob ich dem Bären wirklich begegnen möchte, da bin ich mir noch nicht so sicher ;-)

Auf jeden Fall gibt es viel zu sehen in Lappland. Gerade beginnt auch der Herbst, die Bäume werden bunt. Die kommende Woche wird wohl die schönste Woche sein, mit vielen bunten Farben, bevor dann Regen und Kälte kommen. Auf Finnisch heißt diese kurze Zeit der bunten Blätter übrigens Ruska - wie auch eine Hündin in meinem Tour-Kennel Lappland.

 

01.09.2015

Dog Sled Crossing

So langsam wird es herbstlich und wir können die Distanzen erhöhen. Heute sind wir eine neue Trainingsstrecke gefahren, die ist mit dem Quad zwar ganz schön holprig, aber dafür echt schön. Einziger Nachteil: man muss die Straße überqueren, genau genommen sogar etwa 100m drauf entlang fahren. Zwar gibt es nicht so viele Autos hier, aber einige rasen doch ganz schön. Deshalb hab ich jetzt endlich meine lang ersehnten Schilder bekommen... und gleich aufgestellt. Cool ist auch, dass man hier einfach mal ein metertiefes Loch graben kann, der ganze Boden ist nur Sand, zu Hause hätte man da mindestens nen Bagger gebraucht ;-)

Und es gibt noch mehr tolle Neuigkeiten: mein Ranger ist heute als Leithund gelaufen, nur die letzten zwei Kilometer, aber es scheint ihm Spaß gemacht zu haben. Dazu muss man wissen, dass Ranger so ein richtiges kleines Baby ist - naja eher ein großes - total verspielt und extrem auf mich fixiert. Deshalb ist er letzte Saison auch nur hinten gelaufen, weil er bloß nicht zu weit von mir weg wollte. Um ihm das abzugewöhnen, hatte ich ihn jetzt immer weiter vorn, zuletzt an zweiter Position. Dann hatte ich Benkku schon gesagt, ich will Ranger vorn probieren... und als Benkku heute das Team gefahren ist, ist er mir zuvorgekommen, argh. Ich bin trotzdem stolz auf Ranger ;-)

 

Zum Ausgleich haben dann meine Superleithunde Quatsch gemacht. Erst Jamie im Singlelead, wollte einfach mal zu früh um die Kurve und links vom Baum vorbei, was aber etwas eng wäre. Und danach Nansen und Ivalo... steht da ein kleiner Baum recht nah am Trail und was machen die beiden? Einer läuft links vorbei, einer rechts - super :-) naja, dank Plastikkarabiner und funktionierenden Bremsen am Quad war alles halb so schlimm. Und was wäre das Training ohne Überraschungen?

 

27.08.2015

Campbesuch

Da unsere Fleischvorräte in Merasjärvi zur Neige gingen, stand heute wieder mal ein Besuch im Camp an, um Nachschub zu organisieren.

Diesmal war das Wetter zwar nicht ganz so toll, trotzdem dachte ich mir, nutze ich die Zeit, um ein paar Fotos vom Nachwuchs zu machen.

 

Zuerst die ganz Kleinen, jetzt knapp drei Wochen alt:

die L’s von Zandra und Balou (mit ein paar Ziehkindern von Nakita)

die K’s von Nakita und Nansen

die J’s von Puma und Cisco

Dann kommen die I’s von Lima und Sarek, gerade im besten Welpenalter und total verspielt.

Erinnert ihr euch noch an die H’s? Und an den Kleinsten, unseren Herkules? Das ist er. Immer noch kleiner als seine Geschwister, aber genauso wild…

In Lappland gibt es auch Verstärkung, zwei G’s sind in den Kennel eingezogen: Gremmy mit ihrer großen Klappe und ihre Schwester Galena, beide zuckersüß.

Und zum Schluss, nicht mehr ganz so klein, dafür mit Ambitionen zum neuen Leithund: Wirbelwind Boreal.

 

23.08.2015

Sommer in Lappland

Sicherlich wartet ihr schon gespannt auf den ersten Bericht der neuen Saison und eigentlich hatte ich mir auch vorgenommen, früher zu schreiben, aber wie das immer so ist… das Wetter ist schuld, wieder einmal ;-)

Wir haben jetzt tatsächlich jeden Tag 25°, was aber locker 30° in Mitteleuropa entspricht - nicht wirklich gut für’s Training. Aber der Reihe nach…

Nachdem ich am Donnerstag mit einem Tag Verspätung endlich angekommen bin und meine Hunde in Merasjärvi begrüßt habe, bin ich direkt mit Susi ins Camp gefahren, um das Auto von dort zu holen, damit ich wieder mobil bin. Das hab ich natürlich gleich mit einer Begrüßungsrunde verbunden. Mittlerweile ist ja das halbe Rennteam wieder im Camp - und wir haben viele neue Talente bei uns - und die durfte ich dann erstmal suchen. Denn alle, die in der Zwischenzeit kastriert wurden, wurden auf die Kennel aufgeteilt. Zu meiner großen Freude ist Ringo in Lappland - nur falls ich nochmal Touren fahre ;-) wobei ich natürlich am liebsten alle dort hätte. Mmh, das fänden die anderen wohl nicht so gut.

Wer durfte bei der Begrüßung auch nicht fehlen? Happy, richtig. Der hat sich sehr über das Wiedersehen gefreut. Meine Kollegen im Übrigen hoffentlich auch ;-)

Und dann waren die Puppies dran: Puma/Cisco, Nakita/Nansen und Zandra/Balou sind die stolzen Eltern unserer 24 ganz Kleinen. Da Nakita sich wohl im Winter einen Teil ihrer Zitzen erfroren hat, kommt sie kaum nach, ihre neun Welpen zu versorgen. Deshalb helfen wir jetzt mit dem Fläschchen nach…

Dann die erste Nacht zurück in Lappland. Alleine? Von wegen! Gefühlt eine Million Mücken waren in meiner Wohnung. Und ich hab die ganze Nacht kein Auge zu getan. Wenn sie nur stechen würden - was schon schlimm genug ist. Nein, sie müssen einem immer genau um den Kopf herumsurren. Aber glaubt ja nicht, man könnte die einfach erschlagen. Eine ja, aber dann kommen garantiert die nächsten fünf. Ich hab nicht gezählt, wie viele ich in der Nacht erwischt habe, zum Schlafen hat’s jedenfalls nicht gereicht.

Mittlerweile hab ich aber ein wirksames Mittel zu Hause. Halbe Stunde vor dem Schlafen in die Steckdose und man kann sogar nachts das Fenster auflassen…

Das heißt aber nicht, dass ich jetzt Frieden mit den Biestern geschlossen habe. Noch viel schlimmer sind ja die kleinen Geschwister, die eigentlich keine Mücken, sondern Fliegen sind und die auch nicht stechen, sondern beißen. Ist mir egal, ich find beides doof. Vor allem gehen die so gerne ins Gesicht - sogar unter die Sonnenbrille -, in die Ohren und an den Hals. Und von denen hab ich beim Training immer dann besonders viele, wenn die Temperaturen endlich so sind, dass man was machen kann. Toll, wirklich toll!

 

Wo wir auch schon beim Thema sind: Training. Wie das im Sommer aussieht? Bunt gemischt. Also eigentlich sollte Quad-Training im Vordergrund stehen. Geht aber nicht, wenn es so warm ist. Deshalb sind tagsüber dann eher so Sachen angesagt wie Line out und eingespannt dastehen und dabei ruhig bleiben. Ganz neu für die Hunde ist unser Kickbike. Das ist so ähnlich wie ein Roller, nur mit größeren Rädern. Da kann man ein bis zwei Hunde davor spannen und sich ziehen lassen. Ist sehr gut für individuelles Training, um vorne zu laufen und Kommandos zu lernen. Allerdings haben einige unserer Hunde noch ziemlich viel Respekt vor dem Teil und die muss ich erstmal dazu kriegen, überhaupt zu laufen. Aber Nansen, Ivalo und Marley, unsere Superleithunde, die haben es richtig gut gemacht und auch Mato, der im großen Team bisher eher nicht vorne laufen wollte, fand es allein scheinbar lustig. Wie Jamie, mein anderer Super(kommando)leithund und Angsthase hoch zehn, das Kickbike fand, könnt ihr euch bestimmt denken ;-) Ranger, mein kleines Baby, hatte natürlich auch viel zu viel Angst vor dem Ungeheuer Kickbike. Um ihm zu zeigen, dass Fahrräder gar nicht schlimm sind, hab ich dann heute eine kleine Runde mit meinem Mountainbike (juhu, die Post von Deutschland war mal richtig schnell) mit ihm gedreht, wo er frei nebenher laufen durfte. Und siehe da, unter diesen Umständen ist Fahrrad ja doch nicht doof ;-)

Gestern war ich dann auch das erste mal mit Quad unterwegs. Ein Achterteam ganz früh morgens, die anderen zwei nach Sonnenuntergang. Sonst wäre es einfach zu heiß. Unsere erste Distanz sind „nur“ 8km. Wir fahren kleine Teams und mit Motor, um zu verhindern, dass sie zu schnell laufen und dadurch überhitzen. Sie dürfen jetzt auch an jeder Wasserstelle anhalten und sich abkühlen. Aber leider hat es auf diesem Weg nur noch eine. Als ich mir vorgestern den Trail angeschaut hab, gab es kurz vor der Wende noch eine zweite kleine Pfütze, aber bis gestern Abend war die dann komplett getrocknet. Mmh, also noch besser aufpassen und immer schön Pausen machen.

Morgen früh geht es damit weiter.

 

19.08.2015

Danke Lufthansa

Da freut man sich tage-, wochen-, monatelang auf das Wiedersehen mit seinen Wuffs und dann? Dank Lufthansa darf ich mich einen weiteren Tag gedulden und die Nacht in einem Hotel in der Nähe des Flughafens Stockholm verbringen.

Bisher dachte ich ja immer, bei Flügen mit Lufthansa sei man - mehr oder weniger - auf der sicheren Seite, aber heute wurde ich eines Besseren belehrt. Die Flugplaner müssen wohl mal Nachhilfe nehmen… Ich wollte von München nach Kiruna fliegen. Kein Thema, hat man einen Zwischenstopp in Stockholm. Verbindung ist sogar ohne große Wartezeit möglich, nur 55min zwischen Ankunft und Weiterflug. Ist jetzt auch nicht viel Zeit, aber es ist ja kein Winter, also keine Verspätungen durch Enteisen und Gepäck wird ja durchgecheckt, wenn man den kompletten Flug bei einer Airline bucht. Dachte ich. Bis mir heute Mittag die nette Dame am Gepäckaufgabeschalter sagte, sie habe das Gepäck zwar durchgecheckt, aber trotzdem müsse ich es in Stockholm am Band abholen, durch den Zoll und dann wieder abgeben. Auf meine Frage, ob das bei 55min Umsteigezeit ihr Ernst sei, meinte sie, sie wisse es nicht so genau, es stehe jedenfalls so bei ihr im System. Da ich natürlich auch nicht wollte, das mein Gepäck dann herrenlos in Stockholm liegen bleibt, habe ich im Flugzeug nochmal nachgefragt. Und da wurde es tatsächlich bestätigt. Mmh, wird knapp, dachte ich mir. Aber wenn die sagen, dass wird immer so gemacht und ist kein Problem, dann werd ich es mal glauben.

Also, wir sind fast pünktlich gelandet, waren nur 10 Minuten zu spät auf der Parkposition, es waren also immer noch 25min bis zum nächsten Boarding. Immer noch knapp, aber wahrscheinlich geben sie das Transfergepäck zuerst raus… Nö, warum auch? Meins war fast das letzte. Ich hatte es dann genau zwei Minuten bis das Boarding für den Flug nach Kiruna anfing. Musste aber noch gefühlt 5km durch den Flughafen zum anderen Terminal laufen. Auf dem Weg hab ich dann mal einen SAS-Mitarbeiter gefragt, ob man gleich zum Gate kann. Antwort: nein, Gepäck muss definitiv zum Gepäckaufgabeschalter. Dort angekommen, sagte man mir, dass es leider schon zu spät sei und ich den Flug umbuchen müsse. Blöd nur, dass es den nächsten Flug erst morgen früh gibt. Es sind ja auch nur 200km oneway von Merasjärvi nach Kiruna, die Benkku dann heute umsonst gefahren ist.

Und ich war noch nicht mal die Einzige, sechs andere hat es auch noch erwischt… die haben jetzt einen super Start in den Urlaub.

Ziemlich blöd ist nur, dass ja eigentlich morgen das Training anfangen sollte. Ich glaub, das wird nix. Mal wieder alle Pläne über den Haufen geworfen. Welcome back in Lapland! ;-)

 

18.08.2015

Nur noch einmal schlafen

... dann geht es endlich zurück zu meinen Wuffs. Ich freue mich riesig, alle endlich wieder knuddeln zu können :-)))

Es wartet ja nicht nur mein Rennteam auf mich, im Camp haben wir auch gerade jede Menge Nachwuchs: 24 ganz kleine Puppies und dann natürlich noch die H’s vom März - erinnert ihr euch, die wurden kurz vor meiner ersten Tour mit den Gästen geboren? - die sind jetzt bestimmt richtig wild und die I’s vom Mai… also ganz viel zu tun.

Und dann fängt am Donnerstag ja auch gleich das Training an. Mal schauen wie das so wird. Jetzt ist nach ganz viel Regen und Kälte nämlich doch noch der Sommer in Lappland eingekehrt. Die Nächte sind mit einstelligen Temperaturen zwar schon recht kühl, aber tagsüber ist die ganze Woche Sonne und so um die 22° angesagt. Hoffentlich wird es den Hunden nicht zu warm, wenn sie auch noch arbeiten sollen. Ich bin jedenfalls froh, dem megaheißen Sommer in Deutschland den Rücken kehren zu können, die letzten Wochen waren schon sehr anstrengend für mich. Ich gehöre wohl doch nach Lappland ;-)

 

Voller Vorfreude werde ich mal noch meine restlichen Sachen packen und dann hoffe ich, ihr lest in nächster Zeit wieder fleißig meinen Blog und ich kann euch regelmäßig interessante Dinge vom Leben im Norden berichten :-)

 

15.07.2015

Noch 35 Tage

… ihr seht, ich zähle schon sehnsüchtig wie lange es dauert, bis ich meine Wuffs in Äkäskero/Merasjärvi wiedersehe.

 

Damit ihr nicht ganz so lange warten müsst, dachte ich mir, gebe ich euch nochmal ein kleines Update, was so vor sich geht. Ganz unproduktiv bin ich ja nicht gewesen in letzter Zeit. Gestern hab ich die finalen Proofs bekommen und heute ist unser Äkäskero Sled Dog Memo bei Ravensburger in die Produktion gegangen. Ich bin sehr gespannt auf das Endprodukt. Ich könnte euch ja jetzt ein Foto meiner Druckvorlage posten, aber cooler ist doch dann ein Foto von der echten Schachtel. Da müsst ihr euch noch ein wenig gedulden, Lieferung ist wahrscheinlich Anfang/Mitte September. Und dann gibt es ein super individuelles Souvenir, was ihr euren Lieben nach einer Tour bei uns mitbringen könnt - oder selber spielen :-)

Jetzt müssen noch die letzten Feinheiten an unserem Kalender bearbeitet und die Motive für die Postkarten ausgesucht werden, dann können die auch in den Druck. Aber es ist sooo schwierig, sich zu entscheiden. Es gibt so viele tolle Bilder und bei dem ein oder anderen bin ich wohl auch nicht so ganz objektiv ;-)

 

Eigentlich wollte ich mich mit weiteren Geschichten von Hunden aus dem Tierheim zurückhalten, denn der Blog soll sich ja um Äkäskero drehen. Aber da ich seit über einem Monat fast täglich mit Rocco spazieren gehe und er ein wunderbarer Hund ist, muss ich von diesem Vorsatz doch noch einmal abweichen…

Rocco ist ein anderthalbjähriger Labrador-Mix, hat am 25.12. Geburtstag, ein Weihnachtskind ;-) Er war eigentlich schon einmal vermittelt, aber seine neuen Besitzer sind dann doch nicht mit ihm zurechtgekommen und nun wartet er auf eine neue Chance. Ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken, ganz einfach ist er nicht. Vor fremden Menschen hat er große Angst, erschreckt sich auch vor anderen Dingen, beispielsweise vorbeifahrenden Radfahrern. Mit anderen Hunden ist er verträglich, braucht aber eine strikte Führung, da er gerade gegenüber Rüden ein ausgeprägtes Dominanzverhalten zeigt. Außerdem verteidigt er sowohl sein Revier als auch seine Vertrauenspersonen. Aber genug mit der Kritik, es gibt so viele positive Seiten an Rocco. Er ist superlieb, verschmust und ein richtiger Sportler - wenn er nicht so verdammt kurzes Fell hätte, würde ich ihn wohl mit nach Lappland nehmen. Wir üben gerade das Apportieren. Er liebt Stöckchen oder andere Dinge, hinter denen man herjagen kann. Tannenzapfen zum Beispiel sind toll, die rollen immer so lustig rum, wenn man sie mit dem Maul durch die Gegend schleudert. Aber zurück zu den Stöckchen… Apportieren an der Leine - Tierheimregel Leinenzwang - ist natürlich nur begrenzt lustig, aber Holen klappt schon super, Loslassen… mmh, naja, aber es schmeckt doch so gut… seht selbst ;-) und wenn ihr dann genauso begeistert seid wie ich, dann meldet euch im Tierheim München.

 

 

 

 

12.06.2015

Therapie

Heute gibt es ausnahmsweise mal keine News aus Äkäskero. Stattdessen wollte ich euch kurz von Finn berichten... denn vielleicht kann jemand von euch ihm ein neues Zuhause geben.

Aber von vorn: ich glaube, ich habe es schon erwähnt - ich vermisse meine Wuffs so schrecklich doll. Und nun hab ich mir selbst eine Therapie gegen Hundeentzug verordnet. Naja, vielleicht ist es auch eher ein Der-Sucht-Nachgeben ;-)

Jedenfalls ist das Tierheim München ja nur fünf Minuten von mir entfernt und da ich mit meiner Zeiteinteilung gerade ziemlich flexibel bin, habe ich mir gedacht, es bietet sich doch an, mit den Hunden von dort ein bisschen spazieren zu gehen. So hab ich zumindest etwas Ablenkung und die Hunde aus dem Tierheim bekommen mehr Auslauf. Ich werde nur aufpassen müssen, dass sie mir nicht zu sehr ans Herz wachsen, denn ich weiß ja, alle retten kann ich nicht. Aber Finn ist so ein süßer kleiner Kerl, dem muss jetzt einfach geholfen werden.

 

Also los geht's: Finn ist noch nicht einmal ein Jahr alt, am 05.07. hat er Geburtstag. Gäbe es ein schöneres Geschenk als ein neues zu Hause? Er ist ein Schäferhund-Mischling. Abgegeben wurde er wohl, weil er sich mit den Kindern der Familie nicht verstand. Derzeit zeigt er auch gegenüber Männern anfangs ein sehr zurückhaltendes bis ängstliches Verhalten, knurrt sie teilweise auch an. Eigentlich ist er aber wirklich sehr lieb und folgsam. Allerdings ist er auch draußen sehr scheu und schnell überfordert, wenn zu viele neue Reize auf ihn einwirken. Wahrscheinlich hatte er nicht gerade den besten Start in sein Leben mit uns Menschen. Wenn er aber erst einmal Vertrauen gefasst hat, ist er sehr anhänglich. Um seinem Bewegungsdrang gerecht zu werden und seine Ängste zu kurieren, wäre es sicher am besten, wenn er in ein ländliches Zuhause mit viel Auslauf und hundeerfahrenen Besitzern käme. Mit Artgenossen versteht er sich auch gut, könnte also auch mit einem Spielkameraden glücklich werden. Also, falls ihr Finn gerne einmal persönlich kennenlernen möchtet, meldet euch beim Tierheim München.

 

31.05.2015

Fotos

Lang habt ihr warten müssen seit dem letzten Blog-Eintrag. Aber ihr wisst ja, ich bin derzeit in Deutschland und wie es dort so ist, brauche ich euch ja nicht zu erzählen.

Die vergangenen Wochen habe ich genutzt, um einmal meine Fotos zu sortieren und zu bearbeiten, insbesondere die Porträts einiger Hunde aus dem Rennteam und die von unserem Ausflug in die Berge. Damit ihr auch daran teilhaben könnt, habe ich meine Homepage um eine Galerie-Seite erweitert (zunächst einmal nur in der Desktop-Version, Tablet folgt später) und dort eine kleine Auswahl der schönsten oder lustigsten Fotos eingestellt.

Nun folgt noch die schwierige Aufgabe, auszuwählen, welche Fotos unsere neuen Postkarten- und/oder Kalendermotive werden. Ich finde sie ja alle so toll :-) wenn ihr mir also helfen wollt, dann schreibt mir gerne eine E-Mail oder einen Kommentar ins Gästebuch, welches eure Favoriten sind. Ich bin gespannt ;-)

 

26.04.2015

Abschied

Die Sonne scheint, die Hunde sind gut drauf... nur ich bin traurig. Morgen geht es vorerst zurück nach Deutschland und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen wie ich es drei Monate ohne meine Hunde aushalten soll. Da hilft wohl nur ganz viel Ablenkung. Na, die erste Woche ist jedenfalls schon mal komplett verplant.

Immerhin konnten wir noch den lange ersehnten Ausflug in die Berge unternehmen. Und was soll ich sagen? Es war einfach atemberaubend, so unbeschreiblich schön. Am Freitag sind wir schon um vier Uhr morgens gestartet, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Jetzt haben wir jede Menge Fotos, aus denen wir die besten aussuchen und nachbearbeiten müssen, damit wir dann Postkarten draus machen und/oder sie in unseren Kalender aufnehmen können.

Damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, hier schon einmal ein paar unbearbeitete Bilder

Gestern hab ich den Tag dann damit verbracht, die Hundehütten komplett auszuleeren und mit neuen Spänen zu befüllen. Erst haben die Wuffs etwas skeptisch geschaut, aber dann haben sie sich scheinbar so wohl gefühlt, dass sie ganz ruhig waren und kaum aus den Hütten gekommen sind, selbst wenn man sich genähert hat. Vielleicht denken sie auch, wenn sie jetzt ganz brav sind, bleib ich da ;-) mmh... Heute stand Kuscheln und Spielen auf dem Programm, müssen ja jetzt eine ganze Weile auf mich verzichten... und ich auf sie.

 

Damit geht vorerst auch die Zeit der regelmäßigen Blog-Einträge zu Ende. Während meiner Zeit in Deutschland werde ich nur ab und an mal schreiben, wenn es News aus Äkäskero gibt. Ab Mitte August bin ich dann zurück in Lappland und dann gibt es bestimmt wieder viel zu erzählen...

Einen lieben Dank an alle, die meinen Blog verfolgt haben! Ich hoffe, ihr seid auch in der nächsten Saison wieder dabei.

 

22.04.2015

Der Sommer naht...

Am Montag ist der letzte Gast abgereist. Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Manchmal fühle ich mich noch immer als sei ich gerade erst angekommen... und dann ist auf einmal die Saison schon vorbei.

In der Lodge stehen die letzten Aufräumarbeiten an, bevor sie für den Sommer geschlossen wird und auch im Camp wird es immer ruhiger. Nicht unbedingt was die Hunde angeht, aber da viele Guides den Sommer anderswo verbringen, reist fast jeden Tag jemand ab. Gut, dass ich beim Rennteam bin, da bekomme ich das wenigstens nicht ganz so deutlich mit. Sonst würde ich nur noch mehr daran erinnert, dass ich in fünf Tagen auch schon im Flieger sitze. Nicht, dass ich mich nicht freuen würde, meine Familie und Freunde wiederzusehen - im Gegenteil - aber meine Wuffs gut drei Monate nicht jeden Tag um mich herum zu haben, fühlt sich schon sehr komisch an...

Das Wetter aber auch ;-) Heute saß ich in der Sonne auf der Terrasse und die Singschwäne sind vorbeigeflogen. Ranger, der frei rumlaufen durfte, blieb aber völlig unbeeindruckt. Mein MacBook, das ich mit draußen hatte, hat ihn irgendwie mehr interessiert. Mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass er dadurch nicht meine volle Aufmerksamkeit hatte. Naja, allzu lang konnte man eh nicht schreiben, denn die Finger wurden dann doch schnell kalt. Ranger war das ganz recht, hatte er mich wieder ganz für sich alleine. Mmh, da hatte er sich aber zu früh gefreut, denn da ich nicht mehr am Rechner arbeiten konnte, konnte ich wieder auf mehr Hunde aufpassen. Also durften die anderen auch nochmal ein bisschen raus...

Und dann standen noch ein paar Vorbereitungen für morgen an. Ich hatte es ja eigentlich schon aufgegeben in Anbetracht der Tatsache wie warm es überall ist und wie schnell der Schnee schmilzt... aber nun fahren wir morgen doch noch einmal in die Berge, um ein paar schöne Fotos zu machen. Ich hoffe, die Sonne spielt mit. Theoretisch hat sie ja genug Zeit. Mittlerweile geht sie erst um 21:00 Uhr unter und morgens um 04:00 schon wieder auf, noch ein Zeichen, dass bald Sommer ist. Denn bald wird es gar nicht mehr dunkel. Schade, dass ich dann nicht hier bin. Aber im August, wenn ich wiederkomme, ist es auch noch recht lange hell und mit etwas Glück kann ich so die Moskitozeit umgehen. Ach, ich muss einfach immer Gründe suchen, warum es gut ist, jetzt wegzufliegen... Und dann fallen mir immer welche ein, warum ich dableiben sollte ;-)

 

15.04.2015

Frühling?

Ich glaube, ich hab mich schon viel zu lange nicht mehr über's Wetter beschwert... also kann ich das ja getrost mal wieder machen. Im Gegensatz zu Deutschland ist es hier natürlich noch richtig kalt, aber auch wir haben fast durchgehend Plusgrade und die tun dem Schnee überhaupt nicht gut. Zumal sich bei uns die Sonne schon seit Tagen nicht sehen lässt, stattdessen gibt es Regen und Schneeregen, so dass alles so richtig schön nass ist. Da beginnt also wieder die Zeit der Gummistiefel und Regensachen, will man nicht schon nach kurzer Zeit völlig durchnässt sein. Das Gefühl von Frühling bleibt da irgendwie auf der Strecke, sieht eher aus als würde es Herbst.

Mit den Hunden kann man bei dem Wetter auch nicht wirklich viel machen. In Äkäskero sind gerade noch die allerletzten Touren unterwegs, hier beim Rennteam haben wir keine Chance mehr, mit den Hunden unsere Heimtrails zu fahren, die gibt es schon nicht mehr bzw. wären sie so weich, dass die Hunde sich zu leicht verletzen würden. Deshalb beschränken wir uns gerade auf Grundübungen mit den Hunden und planen die nächste Saison. Und um dann ein starkes Team zu haben, mussten wir schon einmal darüber nachdenken, welche Hunde in der nächsten Saison nicht mehr im Rennteam laufen sollen und stattdessen durch neue Talente ersetzt werden. Vorerst haben wir entschieden, dass Cisco, Emir, Tupilak und Ringo ins Camp kommen. Bei Cisco war dies schon die ganze Saison klar, da er mit fast neun Jahren mit Abstand der Älteste im Rennteam war. Emir und Tupilak hatten sich ebenfalls schon länger angedeutet, weil beide nicht (immer) richtig gut arbeiten. Am schwierigsten war es aber für mich, Ringo abzugeben, weil er einer meiner Lieblingsbabys ist. Also eigentlich ist er schon lange kein Baby mehr, aber sein Kuschelbedürfnis hat kein bisschen abgenommen. Vielleicht lernt er ja in der nächsten Saison noch ein bisschen härter und konstant zu ziehen sowie im Lead zu laufen, dann hat er eventuell die Chance, im Jahr danach noch einmal zurückzukommen. Als Ausgleich für unsere abgegebenen Hunde haben wir nun Attila, Anadyr, Achma, Ivalo und Vulcano bekommen. Die sind alle ganz schön süß, wenn auch Vulcano ein kleiner Stinkstiefel sein soll. Aber das macht nichts, wir sind es gewöhnt, die schwierigeren Hunde zu uns zu bekommen... und nicht selten sind sie dann bei uns superlieb. Jetzt können sich die Neuen jedenfalls schon einmal eingewöhnen, bevor sie im Sommer gemeinsam mit unserem bisherigen Team trainieren.

 

11.04.2015

Geschafft

Ich hab alle meine Touren in diesem Winter überlebt... Und noch besser: meine Gäste auch ;-)

naja, ganz so viele Touren waren es ja auch nicht, aber die Frage des wohlbehalten Zurückkommens wurde in der letzten Woche doch noch einmal spannend. Diesmal hatte ich eine Schweizer Familie als Gäste, die Eltern Christian und Marketa mit ihrer 16-jährigen Tochter Desiree und den 14-jährigen Zwillingen Vivienne und Aimee. Wir waren auf einer Exklusiv-Tour unterwegs, das heißt es wird jeden Tag vom Camp aus gestartet und eine Tagestour gefahren, übernachten tun die Gäste dann wieder in der Lodge. Außer am vierten Tag, da geht es einmal zu einer Wildnishütte.

Der erste Tag begann eigentlich erstaunlich gut. Zunächst hatte ich etwas Bedenken, ob die Kleinen schwer bzw. kräftig genug sein würden, um die Hunde ausreichend abbremsen zu können, denn diesmal hatten wir recht harte Trails. Das haben sie aber gut hinbekommen, mussten zwar manchmal zusätzlich zur Bremsmatte die Bremskralle benutzen, die sonst (fast) nur zum Anhalten benutzt wird, aber das ist schon in Ordnung, wenn sie dafür die Hunde unter Kontrolle behalten.

Interessant wurde es beim Rückweg ins Camp. Der Lappland-Kennel liegt von den Trails aus gesehen ganz am Ende des Camps, so dass man an den Einfahrten zu den anderen Kennels vorbei noch einen Bogen durch den Wald fährt. Die verschiedenen Abzweigungen sind normalerweise auch kein Problem, da die Hunde mir folgen und so nah an ihrem Zuhause sowieso immer zum eigenen Kennel laufen würden, selbst wenn sie mich nicht sehen. Ich hab aber - nett wie ich bin - an einer der Abzweigungen noch einmal angehalten und alle eingesammelt. So kann nix schiefgehen, dachte ich. Dann bin ich weiter gefahren, hab meine Hunde in Lappland "eingeparkt" und auch Marketa, Vivienne und Aimee waren kurz nach mir da. Nur Desiree und Christian kamen und kamen nicht. Wirklich seltsam... Um meine Hunde nicht allein lassen zu müssen, hab ich dann Sarah angerufen und gebeten, mal zu schauen, ob sie meine Gäste findet. Weit konnten sie eigentlich nicht sein. Und tätsächlich, sie standen vor dem Grönland-Tor. Das heißt, sie mussten genau an der Einfahrt, an der ich sie eingesammelt habe, falsch abgebogen sein. Wie das passieren konnte, war mir allerdings ein Rätsel. Auch die anderen Guides hatten sowas noch nicht erlebt, von Hunden einmal abgesehen, die aus einem anderen Kennel ausgeliehen oder gerade erst umgezogen sind. Ich hab es mir dann später von Christian erklären lassen... Desiree hatte wohl zunächst ein Problem mit ihrem Schneeanker. Als sie dies gelöst hatten, waren wir nicht mehr zu sehen. Die Hunde sind dann meiner Spur, also dem richtigen Weg, gefolgt. Aber da Christian und Desiree rechts schon das Camp sehen konnten und es links in den Wald ging, dachten sie sich, das könne nicht stimmen. Daraufhin haben sie in Gemeinschaftsarbeit die Hunde durch den Tiefschnee auf den Weg nach Grönland geführt. Das habe zwar etwas gedauert, aber die Hunde hätten brav mitgemacht. Tja, und dann standen sie vor verschlossenem Tor. Immerhin, nun wissen sie, warum ich am Anfang immer erkläre, dass die Gäste nichts machen sollen, keine Richtungskommandos oder Ähnliches, weil die Hunde die Wege kennen und mir folgen ;-)

Ansonsten verlief die Tour wenig spektakulär. Am dritten Tag hat uns Silvia begleitet, die über Weihnachten schon einmal mit mir mit dem Rennteam trainiert hat. Eigentlich wäre sie jetzt auf Panorama-Tour, aber da sie sich ein paar Tage zuvor ein Band im Fuß angerissen hat und es bei dieser Tour einige steile Passagen gibt, wäre das zu gefährlich geworden. Deshalb hilft sie lieber im Camp aus und hat die Gelegenheit genutzt, auf relativ sicherer Strecke eine Runde mit den Hunden zu drehen. Dank ihres GPS weiß ich jetzt auch, dass ich scheinbar immer mehr Kilometer fahre als ich selbst anhand meiner Karte, in der die Trails und deren Länge eingezeichnet sind, ausrechne. Denn ich bin an diesem Tag von 49km ausgegangen, tatsächlich waren es 57km. Aber das ist letztlich ohnehin nicht so wichtig. Klar, die Gäste wollen immer wissen wie weit wir gefahren sind, aber eigentlich geht es eh mehr um die Zeit als um die Kilometer, für die Hunde jedenfalls.

Am Donnerstag sind wir dann zur Hütte gefahren, natürlich nach Kangos, weil ich die am liebsten mag. Außerdem ist die auch für die Gäste so schön praktisch, weil dort schon Stakeout-Ketten gespannt sind und man die Hunde nur noch anhängen braucht. Besonders beim Start macht es das einfacher, weil man nicht noch Ketten einsammeln muss. Der Start, obwohl bergab, hat auch mit den Mädels super geklappt. So ging auch der letzte Tour-Tag gut los. Blöd war später nur, dass Scooter im Team hinter mir angefangen hat, zu humpeln. Er muss sich wohl vertreten haben, denn jetzt hat er Schmerzen im Trizeps. Die letzten zehn Kilometer hab ich ihn daher in mein Team genommen und nur mitlaufen, nicht ziehen lassen, damit die Belastung nicht mehr so hoch ist. Aber jetzt hat er ja jede Menge Zeit, sich zu erholen. Und ich auch, weshalb ich gestern Abend gleich noch zum Rennteam gefahren bin ;-) da hab ich auch Rakoon und Winnetou mitgenommen. Jetzt ist das Team schon fast wieder komplett. Was aber leider nicht heißt, dass wir noch fahren könnten. Bei den momentanen sehr warmen Temperaturen steht es in den Sternen, ob das die nächsten zwei Wochen nochmal klappt. Na, wir werden sehen...

 

03.04.2015

Wildnis, die letzte

Gerade einmal die dritte Wildnis-Tour und auch schon meine letzte für diese Saison, wenn nicht noch irgendwelche unvorhergesehenen Dinge passieren. Denn nächste Woche fahre ich noch eine Exklusiv-Tour und in der darauffolgenden letzten Woche der Saison sind wir nicht mehr ausgebucht, das heißt, es braucht mich als Guide nicht mehr und ich kann zurück zum Rennteam.

Auch diese Woche gibt es wieder Einiges zu berichten: meine Gäste waren diesmal Rüdiger und Irene mit ihrem 15-jährigen Sohn Leon und Sabine mit ihrem 16-jährigen Sohn Leo. Bevor man die Jungs kennengelernt hat, kann man sich natürlich schon Gedanken machen, ob sie alles, was man sagt, auch ernst nehmen. Denn anderenfalls kann es Probleme mit den Hunden geben. Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass ich mit meiner Gruppe sehr zufrieden sein kann. Natürlich gab es immer mal die eine oder andere Sache, die hätte besser laufen können, aber alles in allem waren alle sehr auf die Hunde bedacht und haben sich gut um sie gekümmert.

Bereits der Einführungstag verlief sehr positiv, sieht man einmal davon ab, dass Aada bereits vor dem Start ihr Geschirr zerbissen hat. Die Kleine hat sich wohl gedacht, frei laufen sei viel schöner... Jedenfalls sind alle gut mit den Schlitten und den Hunden klar gekommen und wir konnten eine entspannte erste Runde fahren.

Am zweiten Tag haben wir uns aufgemacht nach Joki, diesmal auch nur eine kurze Strecke von 34 km, da es zuvor relativ viel Neuschnee gegeben hatte. Aada, die kleine Freche, hat scheinbar Gefallen am Knabbern gefunden. Am Start wollte sie wieder das Geschirr beißen und in einer Pause hat sie tatsächlich ihre Tugline (die Leine, die ins Geschirr der Hunde eingehängt ist und den Zug auf die Gangline - Zentralleine - überträgt) durchgebissen, während ich gerade hinten bei den Gästen war. Super wie schnell sich so ein Hund Blödsinn angewöhnt. Jetzt bekommt sie ihr Geschirr immer erst direkt vor dem Einspannen angezogen und wenn ich in Pausen mein Team alleine lasse, muss der erste Gast einen Blick mit nach vorne haben.

Da es über Nacht weiter geschneit hat, wollte ich am nächsten Tag nicht wieder über die etwas hügelige Strecke des Suoppaman fahren, sondern stattdessen die Südschlaufe und von dort nach Kangos. Das sind insgesamt 44 km, also eigentlich keine so weite Distanz. Wenn die Hunde allerdings den ganzen Tag durch 30 cm nassen und pappigen Tiefschnee laufen müssen, ist das schon ganz schön anstrengend. Noch dazu ist mein Guide-Schlitten ziemlich schwer und so konstruiert, dass der Schnee leicht darunter hängen bleibt, das ist dann natürlich zusätzlich blöd. Die erste Hälfte haben die Hunde noch gut gemeistert, aber dann begann das Drama. Lazy hat starke Probleme mit der Wärme bekommen (es hatte ungefähr 0°), in Kombination mit der Anstrengung führte das dazu, dass er sich nur noch in den Schnee gelegt hat und nicht mehr weiterlaufen konnte. Als mit Motivation nicht mehr viel zu machen war, hab ich ihn ausgespannt und frei laufen lassen. So kam er gut mit. Nachteil war, dass er immer in mein Team gelaufen ist und ich auch nur noch fünf Hunde hatte, die nun allein die Arbeit machen mussten. Irgendwann wurde es dann auch für Aada zu anstrengend. Wobei eher nicht körperlich, sondern mental. Sie kennt das ja noch gar nicht, diese schwierigen Verhältnisse. Da auch sie sich dann hingelegt hat, hab ich eine Zeit lang ihre Tugline ausgehangen. So war sie nur an der Neckline fest, um nicht wegzulaufen, brauchte aber nicht ziehen und konnte etwas entspannen. Später konnte ich sie auch wieder richtig einspannen. Da mein Team dadurch aber auf vier aktive Hunde geschrumpft war, hab ich mir von Leo noch Alva geholt, denn anderenfalls wäre es noch schwieriger geworden. Ich war ja so schon durchgeschwitzt, weil ich die ganze Zeit gelaufen bin und den Schlitten geschoben habe. Und für die Gäste ist es ohnehin einfacher, denn meine Hunde machen ihnen einen Trail, der letzte merkt dann gar nicht mehr, wie anstrengend es für mein Team ist. Nach 7,5 h hatten wir es dann tatsächlich geschafft und sind an der Hütte angekommen.

Dort hat sich Rüdiger um das Abendessen gekümmert und eine tolle Variante des Rentiergeschnetzelten gekocht, oder besser gebraten. Ohne Soße, dafür mit Honig und Marmelade, wirklich gut... Das werde ich an meine nächsten Gäste weitergeben ;-)

Ich hatte mir zwischenzeitlich den Schlitten von Leon etwas genauer angeschaut. Kurz vor Kangos überquert man nämlich eine Straße, bei der ich diese sichere und so die Teams vorbeifahren sehe. Bei Leon hatte ich das Gefühl, dass sich eine Kufe zu stark biegt. Und tatsächlich: sie war angebrochen. Das bedeutete, dass Leon die letzten beiden Tage umso sorgfältiger bei Bodenwellen bremsen musste, um nicht noch einen neuen Schlitten vom Camp ordern zu müssen. Das hat dann auch geklappt. Aber jetzt hat der Schlitten ausgedient und kann in seine Einzelteile zerlegt werden. Mmh, schon der dritte kaputte Schlitten in drei Wochen... Ich glaub, ich werde wieder zum Bauen verdonnert ;-) wobei ich das ja gerne mache. Und es waren alles alte Schlitten, also nicht unbedingt meine Schuld, dass sie kaputtgehen. Vielleicht nur etwas aufmerksamere Kontrolle als durch die Guides vorher.

Für den nächsten Tag hatten wir dann eine etwas kürzere Strecke geplant, waren nur so 25 km nach Kuusi, aber da ich das Talent habe, mir die Wege immer so auszudenken, dass wir niemandem begegnen, hatten wir überwiegend wieder keinen Trail. Selbst dort, wo wir am Vortag hergekommen waren, war alles wieder kräftig zugeschneit. So hat es dann nochmal 4,5 h gedauert, also zeitlich gar nicht so viel kürzer als normal.

Der letzte Tag begann wieder mit etwas Aufregung. Leon hatte sein Team am Start noch einmal verlassen, obwohl alle Hunde schon eingespannt waren. Selbst mein Team war schon fertig. Sein Team hat die Situation gnadenlos ausgenutzt und begonnen zu raufen. Wir konnten die Hunde zwar schnell trennen, aber Elite hatte einen Riss zwischen den Zehen abbekommen, der ziemlich stark geblutet hat. So sind wir auf kürzestem Weg ins Camp gefahren, um sie bei Susi abzuliefern. Die hat die Wunde getackert und nun muss Elite pausieren. So eine Verletzung ist natürlich ärgerlich, weil einfach unnötig, dafür erkläre ich ja, dass ab dem Einspannen jeder bei seinem Team bleiben soll. Naja, wenigstens ist nicht mehr passiert.

Da es noch relativ früh war, sind wir dann noch einmal rausgestartet, was für die Hunde mental nicht so einfach ist, weil sie denken, die Woche geschafft zu haben, wenn sie im Camp ankommen. Lazy musste ich zeitweise wieder frei laufen lassen und auch Brooklyn, eine meiner Leithündinnen hat zwischendurch geschwächelt. Dafür habe ich dann noch einmal Boreal nach vorn genommen. Die ist ja noch jung und will unbedingt laufen. Deshalb hat sie auch gut gezogen, nur wenn man anhält, gibt es Chaos, weil sie dann zurückläuft und die Leinen verheddert. Da muss sie noch Einiges lernen. Aber ist auch erst ihre dritte Tour. Das kriegt sie bestimmt hin.

Abends gab es dann wie immer das Guide-Dinner, diesmal allerdings ohne Nordlichter. Sind wohl doch nicht im obligatorischen Programm ;-)

Jetzt freue ich mich auf mein Rennteam heute und morgen. Wenn wir mit dem Skidoo einen Trail machen, können wir vielleicht auch eine Runde fahren. Wenn wir uns eben nicht gnadenlos eingraben, was nicht ganz unwahrscheinlich ist bei dem ganzen neuen Schnee. Wir werden sehen...

 

27.03.2015

Tour Nr. 2

Die Zeit vergeht, jetzt musstet ihr seit dem letzten Blog-Eintrag schon wieder eine ganze Woche warten... Aber wenn ich auf Tour bin, ist das mit den zeitnahen Berichten etwas schwierig, da Smartphones die nette Angewohnheit haben, den Akku ziemlich schnell leer zu ziehen. Und ohne Strom steht man dann irgendwann verloren im Wald. Nein, also das kann mir nicht passieren, dafür hab ich nämlich immer noch ein ganz einfaches Handy mit, dessen Akku auch zwei Wochen ohne Strom durchhalten würde, aber damit kann ich dann wiederum nicht ins Internet oder Mails verschicken. Schon blöd, diese Abhängigkeit ;-)

Aber dafür jetzt wieder ein etwas ausführlicherer Tour-Bericht, wenn ich mir auch diesmal die allgemeinen Erklärungen spare...

Am Sonntag begann wieder alles wie gewohnt nur mit dem Unterschied, dass ich diesmal eine halbe Stunde später angefangen habe. Die Hunde kannte ich ja nun schon besser, so dass ich auch ein paar mehr gleichzeitig freilassen konnte, um sie dann an den Stakeout zu tun. Das spart Zeit. Wobei Hiromi, die ich in der vergangenen Woche zu Hause gelassen hatte, mir dann doch wieder etwas davon gestohlen hat. Sie befreit sich nämlich nur allzu gern aus ihrem Halsband und läuft dann wieder frei rum. Nach ein paar Versuchen hatte ich es dann allerdings eng genug, dass sie zwangsläufig an dem ihr zugewiesenen Platz liegen bleiben musste.

Um kurz nach 09:00 Uhr trafen meine Gäste ein: Angie, Gerlinde, Karin, Wolf, Brigitte und Kristen. Für Wolf und Karin, beide über 70, war es schon ihre siebte Tour bei uns, für die anderen war alles neu. Gerlinde hatte an diesem Tag ihren 61. Geburtstag, was ich allerdings erst am nächsten Abend auf der Hütte erfahren hab. Da ich also drei ältere Gäste in der Gruppe hatte und erst einmal schauen wollte, wie sie mit den Schlitten und den Hunden zurecht kommen, habe ich wieder die bekannte 33km-Runde für den ersten Tag geplant. Nach den üblichen Erklärungen konnten wir gegen 11:00 Uhr starten. Bis ich los bin, war auch alles bestens. Die Hunde waren brav und alle schienen gut drauf zu sein. Zweifel bekam ich, als ich wenige Hundert Meter nach dem Start angehalten habe, um zu schauen, ob alle gut weggekommen sind. Außer Angie hinter mir kam nämlich erst einmal eine gefühlte Ewigkeit niemand mehr. Irgendwann kam dann Wolf und ich dachte schon, "sch... mir fehlt ein Gast", denn eigentlich hätte erst einmal Gerlinde kommen sollen. Nach noch ein paar Minuten tauchte sie dann aber auch auf. Wie ich erst am Abend von Sarah, die Starthilfe geleistet hatte, erfahren habe, war Gerlinde am Start etwas zu schnell und dadurch gegen meinen Schlittenunterstand gefahren und umgekippt. Da das Team kurz los war, musste Sarah es einfangen, bevor Gerlinde weiterfahren konnte. Ohne zu wissen, was genau vorgefallen war, dachte ich, "oh Mann, das kann ja heiter werden". Meine Sorge war dann aber relativ unbegründet, denn sowohl am ersten Tag als auch den Rest der Woche haben alle die schwierigeren Passagen recht gut gemeistert und vor allem hat keiner mehr sein Team verloren.

Am zweiten Tag sind wir nach Kuusi gefahren. Da es in der Nacht zuvor ordentlich geschneit hatte und wir etwas andere Wege gefahren sind als die anderen Gruppen, durfte ich mit meinen Hunden ungefähr die Hälfte der 39km Strecke spuren. Auf einem Sumpf haben die Hunde auch mal kurz den Trail verloren, aber mit etwas Hilfe (zu Fuß testen, wo der Untergrund fest ist) haben sie ihn schnell wiedergefunden. Morgens hatten wir noch Sonnenschein, aber gegen Mittag hat es sich wieder zugezogen, so dass wir gerade dort, wo man bei Sonne eine tolle Aussicht hat, nicht viel sehen konnten. Das haben wir dann allerdings am letzten Tag nachgeholt, da habe ich diesen Trail extra noch einmal in die Route eingebaut.

Am nächsten Morgen gab es dann etwas Aufregung: Finn und Paddy haben sich am Start in die Haare bekommen. Dabei hat Finn Paddy am Ohr erwischt. Zwar war es eigentlich nur eine kleine Wunde, aber Ohren bluten typischerweise stark, so dass er erst einmal ziemlich schlimm aussah. Letztlich war aber alles halb so wild und wir konnten ohne Probleme weiterfahren. Das galt glücklicherweise auch für Finn, der einen kleinen Biss in den Fuß abbekommen hatte.

Später gab es dann noch ein neues Problem: wir hatten eine kurze Pause für die Hunde eingelegt. Währenddessen hat einer der Hunde von Brigitte genüsslich die Gangline zerbissen. Ich hatte ja am Anfang erklärt, wie gefährlich das ist, war den Hunden aber egal ;-) Immerhin haben wir es bemerkt, bevor ich gestartet bin, so dass ich meine Ersatzgangline nach hinten bringen und die Hunde umspannen konnte.

Unsere nächste Hütte war dann Joki, die idyllisch am See liegt und bei den Gästen sehr beliebt ist. Auf Nordlichter haben sie an diesem Abend jedoch vergeblich gewartet. Dafür wurde es aber ordentlich kalt. Am Morgen darauf waren es -26°, da hatte der Wetterbericht mal wieder Unrecht, der nur -14° vorhergesagt hatte. Im Laufe des Tages ist es aber wieder wärmer geworden und wir  sind eine schöne Runde nach Kangos gefahren. Dort hat Hiromi dann erst einmal Angie, die gerade in der Sauna war, erschreckt. Sie hat es nämlich doch wieder geschafft, aus ihrem Halsband rauszukommen und ist frei rumgelaufen. Dass sie nicht wegläuft, konnte Angie ja nicht ahnen ;-) Abends gab es dann doch noch die ersehnten Nordlichter, das i-Tüpfelchen für eine schöne Tour.

Der letzte Tag begann dann noch einmal mit etwas Aufregung. In Kangos startet man einen Hügel hinunter, wo man genau aufpassen muss, erst loszufahren, wenn der Vordermann weg ist und gut auf der Bremse stehen muss, um nicht zu schnell zu werden. Bei Karin ist da wohl irgendwas schief gelaufen, denn sie ist auf Gerlinde aufgefahren. Dabei sind die Hunde von beiden durcheinander gesprungen, so dass ich nochmal nach hinten rennen musste, um es zu korrigieren. Das hat allerdings etwas gedauert, weil ich schon ein Stückchen weg war und vor allem erst auf Angie warten musste, damit sie meinen Schlitten sichert. Auf einem vereisten See möchte man sich so kurz nach dem Start nicht darauf verlassen, dass die Schneeanker halten. Naja, so war mir dann wenigstens warm und passiert ist auch nichts, so dass wir dann die letzte Etappe bei Sonnenschein fahren konnten.

Im Camp angekommen gab es nach der Versorgung der Hunde wieder die obligatorische Camp-Runde, natürlich auch mit Besuch der Marley-Puppies, von denen mittlerweile einige schon die Augen offen haben.

Später dann haben wir beim Guide-Abend zusammen gegessen und auf dem Weg zurück ins Camp gab es noch einmal Nordlichter. Ich hoffe, die Gäste haben auch nochmal rausgeschaut und sie gesehen. Scheint jedenfalls zum Programm zu gehören, denn letzte Woche sind sie genau zur selben Zeit aufgetaucht. Scheinbar haben wir da eine Abmachung mit der Sonne ;-)

Jetzt gibt es für mich wieder zwei entspannte Tage beim Rennteam, bevor am Sonntag die nächste Tour beginnt.

 

20.03.2015

Meine erste Wildnis-Tour

Ich hab sie überlebt, meine erste Tour als Guide ;-) und dank supernetter Gäste und schönem Wetter hat es richtig Spaß gemacht...

Wahrscheinlich vergesse ich die Hälfte, aber ich versuche mal vorne anzufangen: unsere Wildnis-Touren beginnen immer sonntags mit einem Einführungstag, am Montag geht es dann "richtig" auf Tour mit drei Übernachtungen in Wildnishütten ohne Strom und fließend Wasser. Wie die Gäste so sind, also allgemein und besonders mit den Hunden, weiß man vorher eigentlich nicht, es sei denn sie waren schon mal da. Man muss sich also überraschen lassen.

Am Sonntag habe ich schon um 6:00 Uhr mit der Arbeit begonnen, um alles rechtzeitig vor der Ankunft der Gäste vorzubereiten. Erst einmal haben die Hunde eine Suppe bekommen, schließlich sollten sie nicht mit leerem Magen arbeiten müssen. Anschließend habe ich die Hunde, die laufen sollten, in der richtigen Team-Zusammensetzung an den Stakeout gegeben, damit es kein Chaos gibt, wenn die Gäste eintreffen. Dann stand noch Putzen des Kennels und Vorbereiten der Schlitten auf dem Programm. Dabei vergeht die Zeit ziemlich schnell, aber letztlich blieb noch genug davon übrig, um in Ruhe Jamie zu holen und mich anzuziehen.

Wenn ihr euch jetzt fragt was Jamie, mein Rennteam-Leithund, auf einer Wildnis Tour macht, dann gibt es dafür eine einfache Erklärung: Sicherheit geben. Da ich ja die Lappland-Hunde noch nicht so gut kannte und auch die Trails bisher nur mit dem Skidoo abgefahren bin, wollte ich einen Hund im Team haben, auf den ich mich hundertprozentig verlassen kann. Deshalb habe ich Jamie mitgenommen. Im Camp musste er jedoch im Ellesmere-Kennel bei den anderen Rüden wohnen, da es in Lappland mit läufigen Hündinnen vielleicht nicht so gut gewesen wäre, schließlich war Jamie erst zweimal Papa von unseren Puppies. Für die Tour bedeutete das auch, dass Jamie mit in der Hütte geschlafen hat, damit nicht irgendwer sich vom Stakeout befreit und wir ungeplant nochmal Jamie-Nachwuchs bekommen.

Jetzt aber weiter zur Tour: um kurz nach 9:00 Uhr kamen die Gäste an. Es verging dann erstmal eine ganze Zeit mit vielen Erklärungen, zu den Hunden, zum Schlitten, zum Fahren und so weiter. Und natürlich mussten wir die Reihenfolge der Teams festlegen. Das war diesmal aber gar nicht schwer, Marc hat sich quasi als Nummer zwei hinter mir logisch ergeben, da man immer versucht, einen recht fitten Gast an die zweite Stelle zu geben, da dieser bei Problemen das Guide-Team sichern muss, damit der Guide zu den anderen Gästen gehen kann. Und da ist es meist so, dass man einen Mann nimmt, der jung und sportlich ist. Frauen können das zwar auch, sind aber teilweise zu leicht, um genug Kraft aufzubringen. Zumindest kann man das vorher schlechter einschätzen, so dass man sich dann doch eher auf die Männer verlässt - ausnahmsweise ;-) Hinter Marc kamen dann die Mädels, Bettina, Sandra und Franzi, die sich die Reihenfolge selber ausgesucht haben. Dann blieben nur noch die letzten beiden Positionen übrig, die Alex und Claude besetzten.

Als alle (Un-)Klarheiten beseitigt waren, haben wir begonnen, die Hunde anzuziehen und einzuspannen. Um 11:00 Uhr konnten wir dann endlich starten. Ich hatte mir eigentlich eine etwas längere Runde überlegt, aber da es einerseits relativ warm war und andererseits mir die alten Guides empfohlen hatten, am ersten Tag nicht so weit zu fahren und ich dann auf der Strecke auch noch eine ganze Zeit hinter den Yukon-Hunden festhing, bin ich letztlich - wie die anderen auch - nur eine Strecke von 33 km gefahren. Für mich erscheint das alles natürlich ziemlich kurz und ziemlich langsam, aber eigentlich sind die Hunde wirklich super drauf. Ist eben etwas anderes mit Tour-Hunden zu fahren als mit dem Rennteam.

Alle meine Gäste standen das erste Mal auf einem Hundeschlitten und dafür haben sie es wirklich gut gemacht. Für die Tour brauchte ich mir keine Sorgen machen. Einige ungeplante Zwischenfälle gab es dann aber natürlich doch.

Am ersten Tour-Tag sind wir nach Joki gefahren. Die Fahrt dahin - 37 km - war sehr gut, alle kamen mit ihren Hunden gut klar, wenn man mal von ein paar zerbissenen Necklines bei Dakota absieht ;-) auch Boreal, unsere jüngste Hündin auf der Tour, die ich am Morgen noch spontan Marc gegeben hatte, da Nuts, den er am Tag zuvor im Team hatte, etwas depressiv wirkte, ist wirklich gut gelaufen. Nach ein paar Verwicklungen auf der rechten Seite haben wir es links probiert und da lief sie nicht nur ordentlich, sondern ist auch meist selbst über die Leine zurückgestiegen, wenn sie mal drüber gesprungen war.

In Joki gab es dann allerdings eine Überraschung: wir hatten zu wenig Stakeout-Ketten. Die Erklärung dafür war schnell gefunden. Vom ersten auf den zweiten Tag hatten wir einen Schlitten getauscht. Der alte war schon vor dem ersten Start angebrochen und wir wollten nicht riskieren, dass er auf der Tour ganz kaputt geht. Christian hatte mir netterweise den Schlitten vorbereitet und auch das Futter umgeladen, nur die Stakeout-Kette hat er wohl übersehen. Und ich hab es nicht kontrolliert, selbst Schuld also. Jedenfalls musste ich dann im Camp anrufen und Luca vorbeikommen, uns noch eine Stakeout-Kette bringen. Theoretisch könnte man ein paar Hunde zwar auch an der Gangline lassen, aber da besteht natürlich immer die Gefahr, dass sie die durchbeißen. Deshalb ist das - vor allem bei mehreren Nächten - nicht so wirklich ideal.

Wir hatten dann jedenfalls einen schönen Nachmittag/Abend auf der Hütte. Nur für Jamie war es nicht so entspannt. Er ist ja ein sehr scheuer Hund und für ihn war soviel Gesellschaft in der Hütte etwas anstrengend. Das führte dann dazu, dass er fast nicht gefressen hat - er ist sowieso ein schlechter Fresser - und geschlafen hat er auch kaum. Stattdessen ist er die ganze Nacht durch die Hütte getigert. Ich hab dadurch natürlich auch nicht sehr viel geschlafen, weil ich öfter mit ihm rausgegangen bin, damit er die Gäste nicht aufweckt.

Für den nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen zwischen 08:00 und 8:30 Uhr zu starten, um möglichst vor der "Nachmittagshitze" an der nächsten Hütte zu sein. Es war die letzten Tage sehr sonnig und selbst am Morgen schon nur wenige Grad minus. Am Nachmittag wurden es dann regelmäßig Plusgrade, was für die Hunde wirklich anstrengend ist. Der Start selbst hat ganz gut geklappt, lediglich kurze Zeit später, an einer Skidoo-Kreuzung auf einem See, gab es einen klitzekleinen Zwischenfall. Claude ist etwas zu schnell um die Kurve gefahren und sein Schlitten ist umgekippt. Dabei hat er ihn losgelassen, was ich vorher natürlich erklärt habe, dass man nie und unter keinen Umständen machen soll. Letztlich ist aber nichts passiert, wir konnten das Team nach wenigen Metern einfangen.

Die nächste Überraschung gab es dann, als wir eine kurze Pause für die Hunde machen wollten. Dabei ist uns aufgefallen, dass sich von einem Schlitten die Kufe ablöst, diese war geleimt und zu dem Zeitpunkt schon zu zwei Dritteln lose. So kann man natürlich nicht fahren. Das bedeutete dann den nächsten Anruf im Camp. Susi war sicherlich begeistert ;-) aber natürlich hat sie uns geholfen und uns zum nächstmöglichen Treffpunkt einen neuen Schlitten gebracht. So sind wir dann nach 48 km wohlbehalten in Kuusi angekommen.

In der Nacht gab es dann auch Nordlichter. Wir haben sie gesehen, nachdem Franzi um halb zwei draußen auf der Toilette war und uns geweckt hat. So standen Marc und ich mit Jamie eine ganze Weile auf dem See und haben die Nordlichter beobachtet. Da waren sie nicht so stark von der Farbe, aber sehr schön vom Erscheinungsbild. Gestern haben wir in der Lodge erfahren, dass etwa eine halbe Stunde vorher die stärksten Nordlichter seit 40 Jahren zu sehen gewesen waren. Na toll, die haben wir wohl verpasst. Schön war es trotzdem.

Am nächsten Tag sind wir dann insgesamt 50 km gefahren. Wieder war es richtig schönes Wetter und am frühen Nachmittag kamen wir an meiner Lieblingshütte, Kangos, an. Bis etwa 1 km vor der Hütte lief alles super. Und dann gab es doch noch einen kleinen Zwischenfall. Ich wollte vor der letzten Kurve auf die Gäste warten, dabei haben sich Alva und Wilma verheddert. Ich wollte Alva - wie ich es schon zig Mal gemacht habe - über Wilma heben. Aber diesmal hat Alva dabei gequietscht. Das muss Wilma erschreckt haben, denn sie hat sofort zu Alva rübergebissen. Alva hat sie glücklicherweise nicht erwischt, aber mein Finger war schon noch im Weg. Jetzt hab ich ein kleines Andenken an meine erste Tour, denn wie es aussieht, gibt das eine schöne Narbe. Naja, ich werd es überleben ;-)

Auf Kangos hatten wir dann unseren letzten Hüttenabend, der wieder sehr nett war. Als wir gerade ins Bett gegangen sind, hat Jamie nochmal für etwas Action gesorgt. Was uns nämlich nicht bewusst war, ist, wie leicht man die Türen aufdrücken kann. Ich war gerade in meinen Schlafsack gekrochen, als Jamie die Tür aufgemacht hat und rausgerannt ist. In Nullkommanix war er bei den anderen Hunden. Ich bin nur schnell in meine Schuhe geschlüpft - ohne Socken durch den Schnee wäre vielleicht etwas extrem geworden - und hinterher. Aber Jamie ist wirklich lieb. Er hat nix gemacht und ist dann auch brav wieder mit in die Hütte gekommen. Dank dieser Aktion musste er dort dann allerdings die ganze Nacht angebunden sein, da wir die Tür von innen nicht sichern konnten. Noch ein Grund mehr - neben dem Stress und dem Problem mit dem Fressen - warum ich mich entschieden habe, nächste Woche auf Jamie zu verzichten und ihn wieder mit nach Hause - zum Rennteam - zu nehmen.

Am letzten Tag hätten wir eigentlich gar nicht so früh losfahren müssen, da Schnee statt Sonne angesagt war, aber meine Gäste meinten, dass das doch die letzten Tage so gut funktioniert hätte und somit sind wir wieder um 08:00 Uhr gestartet. Der Schnee kam dann tatsächlich, so etwa auf den letzten 10 km. Da er ziemlich nass war, war es für die Hunde nicht so einfach, schließlich waren sie die letzten Tage sowieso schon mehr gelaufen als sie es vorher gewohnt waren. Nach 41 km kamen wir gegen Mittag im Camp an. Die Hunde sind eine tolle Tour gelaufen und ich glaube, meinen Gästen hat es auch sehr gut gefallen. So eine Tour ist dann irgendwie doch immer viel zu schnell vorbei.

Den Nachmittag haben wir dazu genutzt, die Puppies, den Kindergarten und den Rest des Camps anzuschauen. Dann waren meine Gäste noch so lieb, mir bei den Vorbereitungen für die nächste Tour zu helfen, vor allem schon einmal das Futter zu holen und in die Schlitten einzuladen und den einen neuen Schlitten, den ich als Ersatz für den mit der kaputten Kufe bekommen habe, fertig zu präparieren. So war auch ich um 16:00 Uhr, als der Bus die Gäste zur Lodge gefahren hat, schon mit Allem fertig. Ich hab dann noch André beim Füttern von Alaska geholfen... Hatte ich einen guten Grund, Happy zu besuchen ;-)

Anschließend hatte ich dann genug Zeit, meine Sachen zu sortieren, zu duschen und in die Lodge zu fahren, denn der letzte Abend der Tour gehört noch einmal den Gästen, die mit ihrem jeweiligen Guide essen dürfen (müssen? *grins*).

Heute haben die Gäste den Tag zur freien Verfügung, bevor sie morgen abreisen. Meine Schweizer haben Glück, es ist sogar mal richtig was los, in Äkäslompolo gibt es heut ein Rentierrennen. Ich dagegen hab frei. Was das heißt, könnt ihr euch ja denken... Ich hab mir gestern auf dem Weg von der Lodge noch Jamie und Ghost, der auch noch im Camp war, geschnappt und bin zum Rennteam gefahren. Schließlich hab ich meine Hunde schon ganz schön vermisst. Da war es richtig gut, zumindest Jamie dabei zu haben und nette Gäste, die einen abgelenkt haben. Also vielen Dank an die Lappland-Hunde und Marc, Bettina, Sandra, Franzi, Alex und Claude für eine tolle Tour!

 

13.03.2015

Freitag, der 13.

...ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Omen? Mmh, das kann man wohl in beide Richtungen interpretieren.

Heute Vormittag hab ich noch gedacht, ich sollte mal wieder etwas für den Blog schreiben, aber so wahnsinnig viel Neues gibt es gar nicht...

Also zuerst einmal, was ich da schon wusste: unser Marley ist Papa geworden. Camilla hat vorgestern Abend acht Puppies zur Welt gebracht. Ich hab die Winzlinge heute angeschaut, sooo süß :-)

Und weiter: Training war zuletzt auch gut. Vorgestern hab ich versucht, Gonzo im Single-Lead den Trail suchen zu lassen. Allein war er etwas zu unsicher, aber mit Cisco gemeinsam hat es ganz gut geklappt. Und Sonnenschein hatte ich auch.

Heute war es dann noch besser. Ich hab Rusty im Lead laufen lassen, er hat echt Potenzial, ist aber manchmal etwas schwierig, weil er sich gern nach hinten umdreht und stänkert. Das hat er heute aber fast gar nicht gemacht. Die meiste Zeit hat er den Kopf runter genommen und ist einfach gelaufen. Vielleicht wird er ja nächste Saison wirklich Leithund ;-)

Dann die Überraschung als ich zurückkam: zwei unserer Guides reisen am Montag ab. Das heißt, bei ausgebuchten Touren hätten wir zu wenig Guides. Und was ist die logische Konsequenz? Ich muss einspringen, klar. ...wie gut, dass ich mir am Dienstag nochmal die Trails angeschaut hatte. Heute war ich dann also spontan noch im Camp, um mal schnell die Lappland-Hunde kennenzulernen. Jetzt hab ich ganz viele schlaue Notizen, die ich mir unter's Kopfkissen legen kann und dann schauen wir mal, wie viele Namen ich morgen richtig zuordne. Am Sonntag geht es dann das erste Mal als Guide auf Tour. Schade, eigentlich wollten wir mit dem Rennteam in die Berge. Aber die Lappland-Hunde sind auch ganz lieb und mit den Gästen wird es bestimmt auch lustig. Und zumindest einen aus dem Rennteam nehm ich mir mit, Jamie meinen Super-Leithund, damit ich auch sicher die richtigen Wege fahre :-)

 

08.03.2015

Besuch beim Finnmarksløpet

Ausnahmsweise haben wir uns mal an unseren Plan gehalten und sind gestern Morgen nach Norwegen aufgebrochen, um uns den Start und die ersten Checkpoints des Finnmarksløpet anzusehen.

Los ging es für die ersten Teams der 8er-Klasse, die eine Distanz von 500km vor sich haben, gegen 11 Uhr bei ordentlich Wind und Wolken in Alta. Anschließend starteten die Junioren und gegen halb eins auch endlich die offene Klasse, das heißt bis zu 14 Hunde und 1000km Strecke. In Alta haben wir uns nur die ersten Teams angeschaut, denn dann mussten wir auch schon nach Sorrisniva zum Re-Start, wohin die Gespanne etwa eine Stunde benötigen. So sehr viel Vorsprung hatten wir nicht, bis die ersten dort eintrafen. Wobei die 8er-Klasse keinen Re-Start hat, sondern einfach durchfährt.

Bei der offenen Klasse hingegen, darf bis nach Sorrisniva in jedem Schlitten ein Passagier mitfahren, was denen offensichtlich viel Freude bereitet.

Der Start in dieser Klasse erfolgt nur mit maximal zehn Hunden und einem Schlitten, in dem der Gast Platz hat. Am Re-Start wird dann der Schlitten ausgetauscht, die Hunde komplettiert und letzte Vorbereitungen für das eigentliche Rennen getroffen, wie beispielsweise Pfotensalbe aufgetragen und Booties angezogen.

Bei 46 Startern - scheinbar mussten sich außer uns noch mehr abmelden, denn es waren mal 64 Anmeldungen - mit 14 Hunden ist das ein ganz schönes Gewusel ;-)

Zwei Stunden nach dem ersten Start erfolgte dann der Re-Start, was die Hunde kaum erwarten konnten.

Der erste Checkpoint war Jotka, nach 50km. Den haben wir allerdings ausgelassen, weil die meisten Musher dort keine Pause machen und es zeitlich zu knapp geworden wäre, danach rechtzeitig zum zweiten Checkpoint zu kommen. Bis nach Skoganvarre sind es für die Teams weitere 58km, mit dem Auto weiß ich es gar nicht so genau, jedenfalls schon ein ganzes Stück. Da die Teams wegen des Windes jedoch etwas länger gebraucht haben, hatten wir dann sogar noch Zeit, den vorbereiteten Checkpoint zu inspizieren.

Wie man sieht, war alles viel besser organisiert als beim Tobakslöpet. Die Liegeplätze für die Hunde waren so angelegt, dass das Publikum - was außer uns aber im Wesentlichen nur aus den Doghandlern der Teilnehmer und den Helfern bestand - in der Mitte entlang laufen und so gut sehen konnte, wie so eine Pause abläuft. Außerdem waren Stroh und Wasser griffbereit, die Depotsäcke wurden bei der Einfahrt von den Helfern auf den Schlitten geladen, so dass die Musher keine unnötigen Wege laufen mussten.

Während der Wartezeit auf die ersten Teams hatten wir dann mal wieder Nordlichter, scheint ja öfter so zu sein bei den Rennen ;-)

Um neun Uhr abends sind dann die ersten eingetroffen und wir haben ein bisschen "spioniert" wie die die Versorgung der Hunde in der Pause so handhaben. Anschließend sind wir schlafen gegangen, die Musher wohl auch. Allerdings nicht besonders lange, die ersten sind gegen Dreiviertel eins wieder los. Ich hab dann gegen drei noch ein paar Starts fotografiert... was im Dunkeln und bei der Bewegung - noch laufen die Hunde begeistert wieder los - gar nicht so einfach war.

Für die nächsten 88km nach Levajok rechneten wir mit ungefähr sieben Stunden, wir konnten also entspannt frühstücken und dann weiterfahren, um wiederum die ersten Teams am dritten Checkpoint zu begrüßen. Die trafen ab halb acht dort ein. Und bei nunmehr herrlichem Wetter konnten wir das Treiben auch etwas besser beobachten und natürlich fotografieren.

Zuerst müssen mal die Booties ausgezogen werden, anschließend wird gesnackt und Stroh verteilt, damit es sich die Hunde bequem machen können. Wobei das unsere Reihenfolge ist, das machen die Musher jeder etwas anders. Die Hunde jedenfalls schienen die Pause zu genießen.

...so interessant das Rennen auch zu beobachten ist, natürlich können wir es nicht komplett begleiten. Daher haben wir uns wenig später bei herrlichem Sonnenschein wieder auf den Heimweg gemacht. Unsere Hunde warteten schließlich auch auf uns.

 

06.03.2015

Wozu Training?

... das könnte man sich natürlich schon fragen, wenn die Saison eh gelaufen ist, weil wir keine Rennen mehr fahren können. Aber man könnte ja auch fragen "warum nicht?" ;-) Gestern und heute hat fast den ganzen Tag die Sonne geschienen, da wäre man ja schön doof, wenn man das nicht ausnutzt, mit den Hunden rauszufahren. Die Hunde sind schließlich auch glücklich, wenn sie laufen dürfen. Und jetzt sind es ja wirklich nur noch Spaß-Distanzen. Ich bin an beiden Tagen jeweils mit zwei Teams 40km gefahren, also alles ganz locker. So werden sie es verschmerzen, dass sie die nächsten beiden Tage stehen müssen.

Morgen fahren wir nämlich nach Alta, den Start des Finnmarksløpet anschauen. Klar, wenn wir dabei gewesen wären, wäre es noch spannender, aber so bekomme ich zumindest schonmal einen Eindruck, worauf ich mich nächstes Jahr vorbereiten kann ;-)

Wenn ihr das Rennen verfolgen möchtet, dann schaut unter www.finnmarkslopet.no

 

04.03.2015

Trails, Trails, Trails

Ruhig ist es geworden seit unser Ziel für diesen Winter, das Finnmarksløpet, nicht mehr erreichbar ist. Trainieren konnten wir auch nicht wirklich, weil sich einerseits die Hunde auskurieren sollten und andererseits das Wetter mal wieder gar nicht winterlich war. Dafür aber eine Grippewelle im Camp, die dazu geführt hat, dass es mit Guides ganz schön knapp wurde. Und da beim Rennteam jetzt kein strikter Trainingsplan mehr einzuhalten ist, haben wir uns überlegt, dass ich doch mal rasch die Trails lernen könnte, um einspringen zu können, falls noch mehr Guides ausfallen...

So sind Luca und ich also gestern und heute mit dem Skidoo einen Großteil unserer Trails und vier der Hütten abgefahren. Bis auf eine Hütte, die wir erst seit dieser Saison haben, kenne ich die Hütten ja schon von meinen früheren Touren. Auch den ein oder anderen Trail bin ich als Tourist schon gefahren - wahrscheinlich sogar ziemlich viele - aber da sieht man sie natürlich mit anderen Augen und merkt sich Kreuzungen eher weniger. Das ganze Trail-System erschließt sich einem daher am einfachsten, wenn man es fährt und gleichzeitig auf der Karte verfolgt. Dann sieht man nämlich am besten, wie die Trails verlaufen und welche Runden man während einer Tour gut fahren kann. Ich denke, bis auf ein paar kleinere Abkürzungen, die nicht so deutlich von Weitem erkennbar sind, hab ich die Trails jetzt schon ganz gut im Kopf. Trotzdem macht es natürlich Sinn, die zeitnah nochmal zu fahren, um sie nicht gleich wieder zu vergessen ;-) und viel Schnee ist vielleicht auch nicht so gut, denn wenn alles zugeschneit ist, wäre ich mir auch nicht sicher, ob ich alles finde ;-)

Aber morgen schauen wir erstmal, ob wir nicht das Rennteam mal wieder laufen lassen.

 

27.02.2015

Vernunftentscheidung

So ein bisschen war es ja schon angeklungen, jetzt ist es wirklich entschieden: wir werden das Finnmarksløpet nicht fahren. Das letzte Training haben wir nach 300km abgebrochen, weil einige unserer Hunde wieder stark angefangen haben zu husten. Jetzt ist der Husten zwar bei fast allen weg, aber wir wollen weder für unsere Hunde noch für die anderen ein Risiko eingehen. Einerseits könnte die Rennbelastung für unsere Hunde zu hoch, andererseits können sie noch zwei bis vier Wochen für andere ansteckend sein. Sicher, nicht jeder Musher würde darauf Rücksicht nehmen, aber wir möchten jedenfalls keine anderen Hunde anstecken, immerhin sind mehr als 1000 vor Ort und so ein Zwingerhusten kann bei großer Belastung sogar zum Tod führen. Das würden wir uns nicht vorwerfen wollen.

Tja, schon komisch die Saison. Da hat man ein super trainiertes Rennteam und kann keine Rennen fahren. Irgendwie ganz schön deprimierend. Aber immerhin haben wir viel für die nächste Saison gelernt und da kann es ja nur besser werden.

Jetzt nutzen wir die kommenden zwei Monate, um schon einmal mit Grundlagentraining für die nächste Saison zu beginnen, wie beispielsweise Kommando-Leader auszubilden, uns und vor allem unser Material neu zu organisieren usw. Außerdem planen wir noch eine Tour in die Berge, um neue Fotos und Videos für die Homepage und Postkarten zu machen. Aber dafür muss erst einmal das Wetter besser werden, zur Zeit ist es mit 0° viel zu warm und es ist die ganze Zeit wolkig und starker Wind, so dass wieder einmal gar keine Trails vorhanden sind.

 

23.02.2015

Training für's Finnmarksløpet

Noch sind nicht alle unsere Hunde fit, aber mit den restlichen trainieren wir gerade intensiv für's Finnmarksløpet. Gestern haben wir 140km mit zwei Stunden Pause dazwischen trainiert, nach sechs Stunden Pause ging es heute früh gegen halb fünf mit den nächsten 80km weiter. Dann wieder 5-6 Stunden Pause und dann die nächste Runde. In dem Rhythmus werden wir so etwa 450-500km fahren... Danach sind wir hoffentlich schlauer, welche Hunde beim Rennen laufen können.

Und weil heute so schön die Sonne scheint, ist Benkku uns ein Stück auf dem Fluss entgegen gekommen, um Fotos zu machen. Daher gibt es endlich auch mal ein Bild von mir auf dem Schlitten...

 

21.02.2015

Fotos

So, heute spar ich mir den Text... ich hab euch ein paar Fotos von unseren Hunden beim Spielen draußen gemacht. Sind sie nicht süß?

QuestRakoon

RakoonRakoon

LeviEmir

RustyRusty

MarleyMarley

RangerMarley

 

20.02.2015

Grüße aus dem Camp

Heute waren wir mal kurz im Camp, um Futter zu holen. Für's Finnmarksløpet müssen nämlich alle Depotsäcke vor dem Rennen abgeliefert werden, da braucht es jede Menge Futter. Die Vorbereitung dauert auch etwas, weil alles schön zerkleinert werden muss, damit die Hunde es auch fressen, wenn sie erschöpft sind.

Jedenfalls - wie sollte es anders sein - hab ich auch den Alaska-Dogs einen Besuch abgestattet... und ein paar Fotos gemacht: Happy und Nevada haben die Sonne genossen, die kleine Chirley, ein 2014er Puppy, die noch relativ neu in Alaska ist, hatte meine Kamera zum Fressen gern ;-)

 

18.02.2015

Krank

Schon wieder mal müssen wir unsere Pläne über den Haufen werfen. Ausnahmsweise ist mal nicht das Wetter Schuld, sondern ein fieser Virus. Fast alle unsere Hunde husten seit ein paar Tagen, Nash musste heute Morgen sogar mit Fieber ins Camp, um dort versorgt zu werden. Da ist es natürlich völlig unmöglich am Wochenende das Amundsen Race zu fahren. Ob die Zeit reicht, die Hunde noch für's Finnmarksløpet vorzubereiten, ist auch fraglich. Immerhin müssen sie da 1000km laufen, was nicht mal eben nach ner Grippe funktioniert. Also hoffen wir, dass sie sich schnell erholen und wir sie vorher noch ordentlich trainieren können.

Im Moment nutzen wir die Tage dazu, Vorbereitungen für's Finnmarksløpet zu treffen, Ausrüstung zu checken und zu verbessern, Skidoo fahren, usw. Außerdem bin ich heute eine kleine Runde von 40km mit ein paar Hunden gefahren, damit sie mal ein bisschen rauskommen. Die wundern sich ja schon, warum sie gerade nicht laufen dürfen und werden im Zwinger etwas verrückt - na gut, das sind sie eigentlich immer ;-)

 

14.02.2015

Rennende

Da hat alles so gut angefangen und nun ist das Rennen trotzdem vorzeitig für uns beendet :-(

Unsere Hunde sind aus dem ersten Checkpoint als zweites Team gestartet und die zweite Etappe von 80km in sehr guten fünfeinhalb Stunden gelaufen. Auf den führenden Taisto haben sie etwas verloren, aber nach hinten hatten sie ein ordentliches Polster.

Angekommen im zweiten Checkpoint waren sie dann auch etwas ruhiger als nach der ersten Etappe, wo ihnen noch gar nicht nach Pause war. Etwas unangenehm waren nur die Temperaturen. Der Wetterbericht, dem man echt nichts glauben darf, hatte für's Rennen so -10° bis -15° vorhergesagt, tatsächlich waren es -25° bis -30°. Und da die Hunde am Fluss schlafen mussten, hatten sie locker -35°.

Gleich als die Hunde ankamen, hab ich allerdings gesehen, dass wir Nansen rausnehmen müssen. Den hatte Lingo im ersten Checkpoint ins Knie gebissen und während der zweiten Etappe hat er angefangen zu lahmen. Sehr, sehr schade, weil er so auch nächste Woche für's Amundsen Race ausfällt... und das als Leithund.

Aber das Ärgerlichste kommt erst noch: im Checkpoint ist das Wohnmobil nicht mehr angesprungen. Wir hatten zwar noch den Pick-up da, aber so eine richtig gute Lösung wäre das nicht gewesen. Denn mal abgesehen davon, dass man keinen Schlafplatz mehr gehabt hätte, wäre es auch schwierig geworden, das Futter für die Hunde und warme, trockene Wechselklamotten zum dritten Checkpoint und zum Ziel zu transportieren. Schweren Herzens haben wir uns daher entschlossen - bzw. musste Benkku Susi und mich davon überzeugen - dass wir das Rennen nicht weiterfahren, um nicht noch weitere unnötige Risiken einzugehen. Das ist wirklich, wirklich schade. Hätten die Hunde Probleme gehabt, wäre es ja keine Frage, aber so... nur wegen des doofen Wohnmobils. Naja, so ist das eben. Nächste Woche wird es sicher besser.

Nachtrag: Der Tag wurde auch später nicht besser. Wir mussten ja erst einmal nach Kiruna fahren, die Autos und Anhänger holen. Und auf dem Rückweg war die Straße etwas glatt. Da dachte ich mir, vielleicht fährt es sich mit dem Pick-up offroad besser... aber irgendwie war der Tiefschnee auch nichts für ihn. Also durften wir zwei Stunden zusätzlich zu den insgesamt sechs Stunden Fahrzeit auf den Abschleppdienst warten. Immerhin, das Rausziehen hat dann nur zwei Minuten gedauert.

 

13.02.2015

Tobacco-Trail

Das Rennen läuft... sogar noch besser als geplant.

Um 15 Uhr war Start in Kiruna, gut drei Stunden und 61km später der erste Checkpoint in Övre Soppero. Benkku meinte vorher noch, er ist auf keinen Fall so schnell wie im letzten Jahr. Da brauchte er für die erste Etappe 3h10min. Naja, viel hat aber nicht gefehlt und das, obwohl er die ganze Zeit gebremst hat - sagt er ;-)

Für Luca und mich wurde es fast ein bisschen knapp, rechtzeitig mit dem Wohnmobil dort zu sein, weil wir nach dem Start erst noch zweimal zum Ziel fahren mussten, um dort die anderen Autos abzustellen. Und dann hat es eine ganze Weile gedauert, bis das GPS funktioniert hat. Benkku war zwischenzeitlich eine Stunde nicht upgedatet, so dass wir nicht wussten, wo er ist. Und als es dann wieder ging, war er schon verdammt nah am Checkpoint, wir aber noch nicht. Am Ende waren es vielleicht fünf Minuten, die wir früher da waren. Wäre echt blöd gewesen, wenn wir es nicht geschafft hätten. Dann hätte er nämlich kein Futter für die Hunde gehabt und auch keine Hilfe auf dem Weg zum Standplatz, jedenfalls nicht von mir.

Nach zwei Stunden Pause ging es dann weiter. Derzeit auf Platz 2 liegend schauen wir mal, was die Nacht bringt. Nordlichter gab es gerade, das ist doch schonmal was :-)

Falls ihr das Rennen live verfolgen möchtet, schaut auf www.tobaccotrail.se. Dort gibt es einen Link zum GPS-Tracking bzw. die Statistik unter dem Button Resultat LDU

 

11.02.2015

Der Tobacco-Trail wartet

Morgen geht's los zum ersten Rennen, juhu :-)

... bin ich gespannt wie sich unsere Hunde so schlagen. Um die Erwartungen gleich mal etwas zu dämpfen: da wir gerade ein neues Team aufbauen und es für zwei Drittel der Hunde ihr erstes Rennen überhaupt ist, für die anderen erst die zweite Saison, sehen wir das einfach als Gelegenheit, Rennerfahrung zu sammeln, um in ein, zwei Jahren dann "richtig" mitzufahren. Also keine Zielsetzung für eine bestimmte Platzierung, einfach sauber durchlaufen, dann sind wir schon zufrieden.

Nach dem Training gestern habe ich keine Zweifel, dass sie die 300km des Tobakslöpet, das relativ lange Pflichtpausen vorschreibt, ohne Probleme meistern werden. Einen Teil des Trails sind wir gestern bereits gefahren. Durch den starken Wind der letzten Tage war jedoch alles so verblasen, dass die Hunde im Tiefschnee richtig hart arbeiten mussten. Am Ende sind wir fast zehn Stunden und 125km durchgefahren, mit nur zwei ganz kurzen Snackpausen. Das ist deutlich härter als es beim jetzigen Rennen sein wird, aber war für uns ein guter Test, um festzulegen, welche Hunde das Rennen laufen sollen. Ghost und Quattro haben sich vorgestern Abend leider schon selbst disqualifiziert, die hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit und sind leicht verletzt. Für's Amundsen Race nächste Woche sollten sie aber wieder fit sein.

Unser Rennteam sieht also folgendermaßen aus: Jamie, Nansen, Marley, Gonzo, Susi, Timpani, Nash, Levi, Lingo, Mato, Ringo, Jazz, Ranger und Rusty.

Heute war für die Hunde noch einmal Pause angesagt. Wir haben währenddessen alles für's Rennen gepackt, Ausrüstung, Material, Verpflegung usw. Morgen Mittag geht es dann nach Kiruna, wo die Hunde vom Veterinär gecheckt werden. Abends ist Mushermeeting und am Freitag geht es dann richtig los...

 

09.02.2015

Rennvorbereitungen

Nur noch ein paar Tage, dann startet das erste Rennen, das Tobakslöpet.

Ursprünglich war ja mal angedacht, dass wir zum Femundløpet fahren, aber das hatten wir aus organisatorischen und anderen Gründen doch verworfen. Im Nachhinein war das definitiv die richtige Entscheidung, denn aufgrund des schlechten Wetters am Wochenende musste das Rennen nach eineinhalb Tagen abgebrochen werden. Einige Teilnehmer mussten sogar mit Hilfe der Polizei gesucht werden... Haben wir ein Glück, dass wir uns und den Hunden den Stress nicht angetan haben ;-)

Aber nicht nur in Norwegen, auch bei uns war es ordentlich windig. Eigentlich wollten wir heute eine Trainingseinheit auf dem Trailstück, das wir letztens markiert haben, absolvieren, so 220km hatten wir uns vorgenommen. Um die Hunde aber nicht vor dem Rennen kaputt zu machen, mussten wir den Plan in Anbetracht des Wetters mal wieder ändern. Nun trainieren wir morgen. Luca und Susi werden mit den Skidoos vorneweg fahren, denn dank des Windes wird es wohl kaum noch einen Trail geben. Und wir schauen mal, wie weit wir kommen, werden wohl eher 160-180km.

Den Tag heute habe ich dann schon einmal für ein paar Rennvorbereitungen genutzt. Erst hab ich eine komplett neue Gangline gemacht, da unsere Hunde die Trainingsgangline doch schon an der ein oder anderen Stelle angebissen hatten und wir ohnehin für's Rennen andere Necklines brauchen. Die werden wir morgen mal testen und können dann gegebenenfalls auch die Leinen der Geschirre am Mittwoch noch anpassen. Anschließend hab ich die Booties vorbereitet. Im Rennen laufen ja alle Hunde zum Schutz der Pfoten mit Booties und die müssen auch noch in jeder Pause gewechselt werden. Das heißt, vierzehn Hunde mal vier Pfoten mal vier Etappen wollen präpariert sein. Damit es im Rennen schneller geht und man die Größen nicht verwechselt (die Farben sind teilweise selbst bei Tageslicht kaum zu unterscheiden), sortieren wir die Booties vor, das heißt, für Hunde mit großen Pfoten immer zwei "L" und zwei "M" Booties, für die mit kleineren Pfoten zwei "M" und zwei "S", als Paket zusammengeklettet. Ein paar Hunde haben sogar so kleine Pfoten, dass auch vorne die "S" Booties passen, dann sind es also vier davon. Nach meinem Farbsystem sollte es jetzt auch nachts unproblematisch sein, den Hunden die richtigen Booties zuzuordnen, hoffe ich ;-)

 

06.02.2015

Sonnenschein :-)

Wir haben ja lange drauf warten müssen und immer noch häufig Wolken, aber wenn die Sonne sich blicken lässt - was jetzt immer öfter und vor allem länger der Fall ist - dann erstrahlt unsere Winterwunderwelt in bezauberndem Glanz. Heute hab ich schon ab und zu gedacht, dass eine Sonnenbrille ganz praktisch wäre... Nicht, dass man mal ein Rentier auf dem Trail übersieht. Davon hatte ich heute nämlich wieder genug, zuerst ein Einzelnes, dann eine ganze Gruppe. Aber der Hammer war die zweite Runde, da kam mir nämlich ein Lappe mit Motorschlitten entgegen, der eine Horde Rentiere vor sich hergetrieben hat, um sie auf die andere Seite der Straße zu bringen. Blöderweise war das auch noch in einer Kurve, so dass ich nur schnell mein Team angehalten und gehofft habe, der Lappe sieht mich rechtzeitig, bevor die Rentiere in die Hunde laufen. Glücklicherweise sind die Rentiere dann nach links und rechts ausgewichen und ich konnte mit den Hunden weiterfahren. Aber erschrocken hab ich mich schon ein bisschen ;-)

Und wie angekündigt habe ich heute mal Tourist gespielt und Fotos vom Schlittenfahren gemacht. Wie ihr seht, haben die Hunde bei Traumwetter viel Spaß am Laufen...

Sonnenschein | Foto von Yvonne Hofschneider

05.02.2015

Skidoo-Training

Etwas verspätet hab ich gestern endlich richtig Motorschlittenfahren gelernt. Also nicht, dass ich es jetzt könnte, aber zumindest hatte ich ziemlich gutes Training. Benkku, Luca und ich wollten einen Teil des Trails für's Rennen nächste Woche aufmachen. Mehr als 25km haben wir aber nicht geschafft. Da war nämlich noch keiner lang gefahren und es hatte stellenweise mehr als einen Meter Tiefschnee. Benkku ist vorgefahren und hat den Trail gesucht, ich sollte hinter ihm in seiner Spur fahren. Das hat aber nicht immer so ganz funktioniert. Wenn ich mit den Kufen in die Spur seiner Matte gekommen bin, die sehr tief war, dann hatte mein Skidoo ab und zu ziemlich Schräglage. Und wenn ich dann nicht schnell genug mit dem Gewichtverlagern war, dann ist er in den Tiefschnee gekippt. Gut, dass Luca hinter mir war und mir helfen konnte, ihn wieder aufzustellen. Gefühlt ist das eine Million Mal passiert, davon hat sich der Skidoo zwei-, dreimal richtig eingegraben. Da wird es ordentlich warm, wenn man den wieder rausholen will ;-)

Ein bisschen beruhigt hat mich ja, dass auch Benkku und Luca sich ein paar Mal eingegraben haben, konnten sie mich wenigstens nicht die ganze Zeit auslachen :-) Jedenfalls war es für einen Anfänger ziemlich hartes Training, aber auch sehr lustig. Viel besser als auf einem gespurten Trail entlang zu fahren.

Heute wollten Benkku und ich dann den Trail für's Rennen markieren, also Stöcke mit Reflektoren stecken, wo es nicht ohnehin Markierungskreuze vom Skidoo-Trail gibt. Mit den Organisatoren vom Rennen war vereinbart, dass die mit einer großen Raupe den Trail vor uns abziehen, so mit zwei Stunden Zeitvorsprung. Obwohl wir selbst etwas verspätet gestartet sind, hatten wir die Raupe aber schnell eingeholt... und dann wurde es sehr langsam. Durch den Tiefschnee kam sie nur langsam voran und wir mussten immer wieder anhalten und warten. Zweimal musste Benkku mit dem Skidoo vorfahren und den Trail suchen. Denn ausgerechnet an den schwierigen Stellen, also an den Seen, die schnell vom Wind zugeblasen werden, waren keine Markierungen vorhanden. Als uns ohnehin die Markierungsstöcke drohten auszugehen, mussten wir dann unfreiwillig umkehren, denn die Raupe hatte vor uns in den See so ein tiefes Loch gerissen, dass wir mit dem Skidoo sicher baden gegangen wären, hätten wir versucht, hinterher zu fahren. Na, es lagen dann ja ohnehin noch 80km Rückweg vor uns, also nochmal drei Stunden Fahrt. Insgesamt waren wir zehn Stunden mit dem Skidoo draußen. Und als wir endlich zu Hause ankamen, stellten wir fest, dass der Schlitten nicht mehr da ist. Den hatten wir an den Skidoo gehangen, um die Stöcke zu transportieren und die Markierungen während des Fahrens stecken zu können. Der hatte sich 20km vorher verabschiedet, wo es dank eines verrückten Skidoo-Fahrers, der mit Vollgas extreme Huckel in den Trail gefahren hatte, etwas holprig gewesen war. So musste Benkku nochmal zurück, den Schlitten holen. In der Zeit hab ich dann die Hunde versorgt, die schon sehnsüchtig auf mich gewartet haben... oder auf's Futter ;-)

Skidotraining | Foto von Yvonne Hofschneider

 

02.02.2015

Rennfeeling

Wieder einmal hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht... Was planen wir auch mehr als zwei Stunden im Voraus? Wegen starken Schneefalls und Windböen konnten wir den neuen Trail Richtung Kiruna doch nicht aufmachen. Selbst unser alter Trail war so verblasen, dass man ihn stellenweise verfehlt hat.

Anders als geplant stand also die letzten beiden Tage doch wieder Training auf unserem alten Trail auf dem Programm. Und ich durfte/musste das erste Mal mit dem Rennschlitten fahren. Nachdem mir die ganze Zeit erzählt wurde, dass man sich daran nicht festhalten kann, weil man dann gleich irgendwohin lenkt und leicht umkippt, war mir schon etwas mulmig zu Mute, zumal ich mal wieder alleine unterwegs war. Tatsächlich hat es mich auch gleich am Start, wo es auf den See geht, kurz geschmissen, was allerdings eher am tiefen Schnee als am Schlitten lag. Der schwere Schlitten wäre wahrscheinlich im Tiefschnee auch umgekippt oder jedenfalls stecken geblieben. Aber eigentlich ist der Rennschlitten viel cooler. Mal abgesehen davon, dass er leichter ist, kann man den mit ein bisschen Gewichtsverlagerung auf den Kufen oder Druck gegen die Handlebar super lenken. Das macht sich besonders dort gut, wo die Bäume sehr dicht am Trail stehen. Und die Hunde sind damit noch schneller als sowieso schon ;-)

Vorgestern war die erste Runde allerdings trotz Rennschlitten noch ziemlich langsam, da der Trail sehr weich war und ich auch nur sechs Hunde vor dem Schlitten hatte, aber man hat gleich gemerkt, dass es den Hunden auch Spaß macht. Nur, dass wir immernoch den alten Trail fahren und sie dabei immer an der Abkürzung nach Hause vorbei laufen müssen, das gefällt ihnen überhaupt nicht. Gestern war es beim zweiten Team dann sogar so, dass sie irgendwann komplett gestreikt haben. Egal, wen man ins Lead gespannt hat, nach ein paar Metern haben sie wieder angehalten. Blöd, wenn der kürzeste Weg nach Hause in beide Richtungen circa 20km ist. Am Ende kam mir Benkku mit dem Motorschlitten zu Hilfe, damit ich nach knapp zehn Stunden Training auf dem Schlitten nicht noch länger draußen bin. Er hat das Team nach Hause gefahren und ich den Motorschlitten. Mit Füttern und Putzen ist es dann ganz schön spät geworden, aber dafür war heute trainingsfrei.

Am Morgen durfte ich erst einmal nach Kittilä fahren und Sonja, die jetzt das Team in der Lodge verstärkt, abholen. Anschließend war ich kurz im Camp, ein paar Snacks für's Rennteam holen und natürlich meine Lieblinge kuscheln. Zurück in Merasjärvi hab ich dann erst meine Hunde versorgt und anschließend noch ein bisschen mit André und Samir Schlitten gebaut. So langsam sieht es nach Serienproduktion aus ;-)

Zum Abschluss des heutigen Berichts noch der Hinweis auf ein weiteres Interview mit mir: http://truespiritblog.blogspot.de

 

29.01.2015

Neue Trails

Nach fast 2.000km auf unserem bisherigen Schlittentrail gibt es nun endlich mal ein paar neue Trails. Vom alten kennt man gefühlt jeden Baum mit Namen... und mit dem ein oder anderen verbindet mich ja sowieso eine ganz besondere Beziehung ;-)

Die letzten beiden Trainingseinheiten hatten wir schon einen neuen Abschnitt dabei, am Anfang (oder Ende) auf dem Fluss entlang, durch eingezäuntes Rentiergebiet und im Wald sogar mit ein paar kleineren Hügeln. Ein bisschen was Neues ist nicht nur für mich schön, auch die Hunde freuen sich meist darüber. Man konnte nämlich das Gefühl haben, dass sie einen Teil des alten Trails - ca. 15km Forststraße - genauso langweilig fanden wie ich. Bei mehreren Trainingsrunden oder wenn man sie an der Abzweigung nicht hat nach Hause laufen lassen, kam es schon mal vor, dass man sie erst ordentlich motivieren musste, bevor sie weitergelaufen sind. Das ist psychologisch jetzt auf jeden Fall mal besser.

Heute gab es ziemlich starken Wind, was unsere Trails größtenteils verblasen haben dürfte. Deshalb werden wir morgen mit den Motorschlitten rausfahren, um die bisherigen Trails wieder aufzumachen und vielleicht bauen wir dann gleich noch eine neue Schlaufe ein. Am Samstag präparieren wir dann einen richtig neuen Trail. Das wird die Strecke nach Kiruna, wo in zwei Wochen unser erstes Rennen startet. Ein Teil des Trails, den wir jetzt vorbereiten, ist dann auch die Rennstrecke, können unsere Hunde schonmal üben :-)

 

25.01.2015

Wintersonne

Oh je, die Zeit vergeht ja wie im Flug. Ich habe gerade mit Erschrecken festgestellt, dass ich euch schon fünf Tage auf den nächsten Bericht habe warten lassen.

Dafür bekommt ihr heute noch ein paar Impressionen des Sonnenaufgangs über'm Merasjärvi. Der war wieder so schön heute, dass ich wenigstens mit dem Handy ein paar Bilder machen musste. Nächste Woche bekomme ich auch endlich Ersatz für meine kaputte Kamera, juhu. Dann gibt es wieder öfter Fotos, in besserer Qualität ;-)

So jetzt aber wirklich der Bericht der letzten Tage: nachdem es Anfang der Woche bitterkalt war, sind die Temperaturen dann wieder etwas bergauf gegangen. Man wird ja bescheiden und freut sich schon, wenn es "nur" -25° sind, wenn man mit den Hunden rausfährt. Also konnten wir die letzten drei Tage zumindest kleinere Einheiten von 50-75km pro Tag absolvieren. Den Hunden wird ja sonst auch etwas langweilig. Am ersten Tag nach der Eiseskälte waren sie so verrückt, dass ich schon am Start zum See über einen kleinen Schneehügel so richtig gesprungen bin und auch im weiteren Verlauf hat es sie überhaupt nicht beeindruckt, wenn ich auf der Bremsmatte stand - was quasi die ganze Zeit der Fall war - sie sind einfach weitergaloppiert. Und auch wenn es etwas kalt war, macht es sooo viel Spaß mit den Hunden zu fahren, wenn man sieht wie gerne sie für mich laufen.

Heute war dann Pause angesagt, weshalb ich auch Zeit hatte, ohne Hunde auf den See zu gehen zum Fotografieren. Danach durften sie dann ein bisschen raus, spielen, kuscheln, usw.

Jetzt hoffen wir mal, dass das Wetter mitspielt und wir wieder längere Distanzen trainieren können. Noch knapp drei Wochen bis zum ersten Rennen... ui, ich bin echt gespannt :

Sonnenaufgang | Foto von Yvonne HofschneiderHütte | Foto von Yvonne HofschneiderSee | Foto von Yvonne HofschneiderWinterwelt | Foto von Yvonne HofschneiderEissee | Foto von Yvonne HofschneiderHütte | Foto von Yvonne HofschneiderDramatischer Himmel | Foto von Yvonne Hofschneider

 

20.01.2015

Sonne, -39°

Endlich ist sie wieder da, die liebe Sonne. Aber Kälte hat sie mitgebracht, brrr.

Seit gestern haben wir noch einmal einen Gast beim Rennteam. Da er natürlich nicht zum Rumsitzen gekommen ist, haben wir auch bei kaltem Wetter trainiert. Das Thermometer hat zwischen -28° und -33° gezeigt, auf dem Trail war es teilweise noch deutlich kälter. Aber dafür war endlich mal wieder wunderschönes Licht, das hat die Kälte zumindest eine Zeit lang vergessen lassen. Irgendwann reicht Schönheit allein aber nicht mehr, dann merkt man doch wieder wie Hände und Füße schön langsam erfrieren ;-)

Heute waren es dann -39°, ein wunderschöner Sonnenaufgang und wieder einmal Zeit mit André und Samir Schlitten zu bauen, denn Training war heut wirklich nicht drin. Aber lustig war es natürlich auch so.

Jetzt hoffen wir mal auf etwas mildere Temperaturen in den nächsten Tagen.

Erste Sonnenstrahlen | Photo von Yvonne Hofschneider

 

17.01.2015

Eingeschneit

... Na ganz so weit ist es noch nicht, aber in den letzten zwei Tagen gab es gut 20cm Neuschnee, dazu etwas Wind, der heute und morgen noch stärker werden soll, da hat man ordentlich zu tun, wenn man nicht irgendwann wirklich eingeschneit zu Hause sitzen will. Und da ich auch meine eigentlich freien Tage am liebsten bei den Hunden verbringe, hab ich heute Morgen erst einmal Schnee vor den Zwingern geschaufelt. Dafür kommt man dann auch wieder leichter hin, um mit den Rackern zu kuscheln.

Der Trail ist jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr vorhanden, den müssen wir vor dem nächsten Training erst einmal mit dem Motorschlitten abfahren. Vorgestern war es schon etwas abenteuerlich. Da hab ich spontan beschlossen, die Hunde ein Stück Trail laufen zu lassen, das wir schon länger nicht benutzt hatten, wo also auch ordentlich Schnee war. Und Bäume. Birken um genau zu sein. Die haben die nette Eigenschaft, sich unter der Last des Schnees wegzuducken und hängen dann schön mit ihren schneebedeckten Ästen in den Trail. Naja, und bei ausreichend Schnee hängen sie auch mal bis zum Boden. So sah ich recht schnell aus wie ein Schneemann, zumal mir die Äste ein paar Mal die Kapuze vom Kopf gezogen haben. Zwischendurch hatten wir auch noch Glück, nicht einen Baum wegsägen zu müssen. Da hatte sich nämlich ein relativ dicker Baum quer über den Trail gelegt. War aber noch so hoch, dass der Schlitten drunter durch gepasst hat. Ob das jetzt nach dem neuen Schnee immernoch klappen würde, da bin ich mir nicht so sicher, wahrscheinlich nutzen wir dieses Trailstück erst einmal nicht mehr. Sicher ist sicher ;-)

 

14.01.2015

Gesellschaft

Die letzten Tage hatte ich etwas Gesellschaft in Schweden, von Benkku und den Hunden mal abgesehen, die ja immer da sind... und prompt hab ich das Schreiben vernachlässigt ;-)

Also von vorn: am Sonntag kamen Simone, André, Samir und Charles vorbei. Geplant war, dass Simone und ich zwei Tage trainieren und die Jungs Schlitten bauen. Hat am Anfang auch wunderbar funktioniert. Bis der liebe Wettergott beschlossen hat, unsere Pläne zu durchkreuzen. Als Simone und ich von unserer zweiten 40km-Runde zurückkamen, waren es schon -28°, Tendenz fallend. Das bedeutete dann das Ende des Trainings, was besonders für Quest etwas traurig war. Er war (wie ein paar andere auch) nicht in den Trainingsgruppen und sollte an dem Tag eigentlich zu Hause bleiben. Vor dem ersten Start hat er aber schon gezeigt, dass er das gar nicht toll findet und lieber mitkommen möchte, da ist er nämlich mal eben aus seinem Zwinger gesprungen. Also hab ich ihn in einen ausbruchsicheren Zwinger getan, was er aber genauso doof fand und die ganze Zeit gejammert hat. Daher hatte ich mir auf der zweiten Runde überlegt, den armen kleinen Questi in der dritten Runde doch mitzunehmen. Na, das war dann aber nichts.

Aufgrund der aktuellen Wettervorhersage von Temperaturen unter -30° haben wir das Training für Montag direkt gecancelt, so dass Simone nach Hause fahren konnte. Die Jungs sind aber hier geblieben und wir haben bei -37° gemeinsam neue Schlitten gebaut. Da mussten wir in der Werkstatt ordentlich Feuer machen, damit uns nicht Hände und Füße erfrieren. Aber besser als draußen zu sein. Selbst meine Hunde wollten kaum aus ihren Hütten kommen. Das Schlittenbauen war mal eine interessante Abwechslung, zumal man richtig viel Zeit zum Quatschen hat. Ich hab ja schließlich nicht so oft "Besuch" hier, das muss man ausnutzen ;-)

Heute war es dann wieder relativ mild, so um die -15°. Also konnten/mussten die Jungs alleine bauen und wir haben wieder trainiert. Nach zwei Tagen Pause haben die Hunde gar nicht gemerkt, dass der Trail wegen neuen Schnees und Wind teilweise fast weg war... sie sind einfach drübergaloppiert. Erst in der zweiten Runde mochten sie nicht mehr so recht laufen. Irgendetwas scheint sie irritiert zu haben. Weil mein halbes Team nicht gezogen hat, hab ich die Hunde umgespannt (Paarung und Positionen), am Ende waren nur noch zwei Hunde auf ihrer Anfangsposition, so richtig gut gelaufen sind sie trotzdem nicht. Um nicht irgendwelche Verletzungen oder Verstimmungen zu riskieren, sind wir dann etwas kürzer gefahren. Morgen ist ja schließlich auch noch ein Tag.

 

09.01.2015

Das erste Training im neuen Jahr

Mit einem Tag Verspätung kann ich euch nun endlich vom ersten Training in diesem Jahr berichten, das wir an den vergangenen beiden Tagen absolviert haben.

Für mich war es das erste Mal Training zusammen mit Benkku, was den positiven Effekt hatte, dass ich mal recht entspannt hinterher fahren konnte. Wobei sich die Entspannung auch in Grenzen hielt, durfte/musste ich doch - ebenfalls das erste Mal - mit zehn Hunden fahren. Da war ich schon einigermaßen nervös. Das Fahren selbst ist mit zehn Hunden jetzt nicht so wahnsinnig anders als mit acht, aber jeder Hund mehr ist nochmal mehr Kraft, was man besonders am Start merkt und wenn man unterwegs anhalten will/muss. Vorgestern war das noch deshalb besonders schwierig, weil so viel neuer, weicher Schnee auf dem Trail war. Wir hatten jeder zwei Schneeanker am Schlitten, gehalten hat es trotzdem nicht. So hing ich ein paar Mal seitlich am Schlitten, weil die Hunde ihn, nachdem ich bei ihnen vorne war, angezogen haben, bevor ich wieder drauf stand. Und weil der Trail ja nur in der Breite des Schlittens halbwegs fest war, hat es auch noch fast bei jedem Halt die Schneeanker unter die Kufen gezogen. Dann durfte man sie da erstmal wieder befreien, bevor man weiterfahren konnte.

Nach der Hälfte der (geplanten) Strecke wurde es dann bei mir noch spannender. Benkku war schon außer Sichtweite, weil ich nach dem Stopp zuvor etwas brauchte, meine Anker loszukriegen. Plötzlich wollte Mato nicht mehr weiterlaufen. Ich dachte erst, das läge an Lingo neben ihm, der die letzten Tage nicht immer so nett zu seinen Kollegen war. Also hab ich Hunde getauscht und Mato vor Lingo gespannt. Das half aber nichts, also hab ich ihn nach ganz hinten getan, dort fühlen sich die Hunde immer am sichersten. Aber auch das hat nichts genützt, was darauf schließen ließ, dass es doch nicht an Lingo lag, sondern er wieder Schmerzen hatte. Er hatte nämlich gerade relativ lang gestanden, weil er sich im Training um Weihnachten rum verletzt hatte und gehumpelt war. Das war zwar scheinbar schon lange wieder gut, aber konnte natürlich sein, dass es durch's Laufen wieder aufgetreten ist. Da diesmal Benkku selbst auf dem Schlitten unterwegs war, konnte er Mato natürlich nicht mit dem Skidoo abholen und so hab ich das erste Mal einen Hund im Schlittensack mitgenommen. Ihn zu überzeugen, sich da reinzusetzen, war gar nicht so einfach, zumal die anderen mir parallel dazu immer den Schlitten weggezogen haben (sowas passiert natürlich immer dort, wo kein Baum zum Anbinden in der Nähe ist), aber als er dann drin war, war er ganz brav. Nur, dass er jetzt raus ist aus dem Rennteam, das ist wirklich schade. Das Problem ist, dass wir so langsam die Anzahl unserer Hunde reduzieren müssen, damit wir sie gut trainieren können. Aber am liebsten würde ich sie alle hier behalten.

Gestern haben wir dann in erster Linie Pause trainiert. Im Rennen müssen die Hunde zwischendurch ja auch schlafen, deshalb müssen sie lernen, in der Pause nicht wild rumzuhüpfen, weil sie weiterlaufen wollen, sondern wirklich auszuruhen. Daher fahren wir nicht so lange Distanzen am Stück - das haben sie eh super drauf - sondern kommen relativ früh wieder zurück und bleiben dann nach dem Snack bis zum nächsten Start eine Weile stehen. So werden wir es dann auch an den nächsten Trainingstagen Sonntag und Montag machen, was auch deshalb praktisch ist, weil schon wieder richtig kalte Temperaturen vorausgesagt sind...

 

06.01.2015

Noch immer kein Training

Ob ihr es glaubt oder nicht, ich stand dieses Jahr noch nicht ein einziges Mal auf dem Schlitten :-( und wer ist Schuld? Das Wetter, wie immer. Erst ist es zu warm, so dass sich unsere Trainingsstrecke in eine Wasser-Erlebnis-Landschaft verwandelt und dann sind es wieder -30°. Gibt's auch mal irgendwann wieder angenehme Temperaturen, so -10° bis -15°? Wahrscheinlich nicht solange ich in Lappland bin, das war ja schon die letzten Jahre im Urlaub so. Vorher und nachher gutes Wetter, nur wenn ich da war, schlechte Bedingungen.

Dafür hatte ich heute Besuch beim Rennteam. Eine ehemalige Kollegin macht gerade Urlaub in der Nähe und das haben wir gleich ausgenutzt, dass ich ihr und ihrem Freund mal das Rennteam vorstellen kann. So hatten sie einen kleinen Vorgeschmack, bevor sie morgen im Camp eine Tagestour machen. Und da wir ja eh nicht trainieren konnten, waren wir anschließend noch essen und ausgiebig quatschen... Manchmal sind so ein bisschen Zivilisation und soziale Kontakte ja doch ganz schön ;-)

 

03.01.2015

Trainingspause

Wahrscheinlich wartet ihr schon gespannt auf den nächsten Trainingsbericht von mir. Da muss ich euch aber leider noch etwas vertrösten. Nach der letzten Einheit haben einige unserer Hunde stark abgenommen, deshalb waren wir die letzten Tage erst einmal damit beschäftigt, die wieder aufzufüttern. Das heißt dann morgens Wasser mit Fettwurst, mittags Wasser mit Trockenfutter und abends Fleisch und Trockenfutter. Allein Fett und Fleisch sind schon 25kg plus Trockenfutter, was bei der jetzigen Menge wahrscheinlich auch locker 5kg sind. Eine ganze Menge, was unsere Hunde da verdrücken, aber dafür arbeiten sie ja auch hart.

Morgen gibt es - wenn das Wetter uns nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht - eine kleinere Trainingsrunde. Hoffentlich ist der Bach dann wieder zugefroren, heute wäre Benkku jedenfalls fast noch mit dem Skidoo drin untergegangen...

Um euch die Wartezeit auf News vom Training zu verkürzen, gibt es heute aber noch ein kurzes Filmchen, das Robert bei unserem Training gemacht hat als er zu Besuch war.

 

 

31.12.2014

Verfahren

Oh je, man könnte glauben, der Überschrift folgt etwas Juristisches, aber so ist es nicht. Ist nur die Kurzzusammenfassung des letzten Trainings.

Unsere Gäste hatten richtig Glück, an ihren letzten zwei Tagen beim Rennteam konnten wir sogar richtiges Renntraining machen. Was das heißt? Gestern sind wir nach den üblichen Vorbereitungen um 09:15 Uhr bei 10-15cm Neuschnee auf die erste 60km-Runde gestartet. Benkku hatte vorher extra den Trail noch verlängert. Ich kannte den Weg mal wieder nicht, aber er hat mich beruhigt, ich würde es schon sehen (trotz Neuschnee?) und die Hunde kennen den Trail ja auch. Mmh, mag sein, dass sie ihn kennen, aber unterwegs dachten sie sich wohl: "probieren wir doch mal was Neues" und plötzlich standen wir vor einem Rentierzaun, wo es nicht weiterging. Mein Telefonjoker hat mir dann verraten, dass es links vom Zaun einen See gibt, auf dem wir wenden können. Das gestaltete sich dann allerdings nicht ganz so einfach, weil die Hunde im Tiefschnee versunken sind und sich anschließend den baumreichsten Pfad die Uferböschung hoch aussuchen mussten. Am Ende haben wir es doch zurück auf den Trail geschafft. Nach gut fünf Stunden waren wir zurück. Da gab es dann kurz Snacks für die Hunde und nach etwa einer halben Stunde ging es auf die zweite Runde. Die war dann gar nicht so spektakulär. Denn was ich bei der ersten noch vergessen hatte zu erwähnen ist, dass wir alle "meinen" Baum mehr oder weniger stark touchiert haben. Die Spur hatte sich da scheinbar ziemlich zum Baum hin verlagert. Aber das hat Benkku noch schnell mit dem Skidoo und der Walze ausgebessert, bevor wir das zweite Mal dort waren. Und auch der Elch, den wir in der ersten Runde noch gesehen hatten, ließ sich nicht mehr blicken. So waren wir kurz nach 20:00 Uhr wieder zurück. Die Hunde haben dann ihr Futter bekommen und auch für uns war das Essen schon vorbereitet, damit wir noch etwas Zeit zum Schlafen hatten. Denn um eins hat schon wieder der Wecker geklingelt für die dritte Runde, auf die wir vierzig Minuten später gestartet sind. Nach der letzten Runde gestern und Temperaturen um 0° fast absehbar, stand auf unserer Bachüberquerung relativ zu Beginn der Runde ziemlich viel Wasser. Blöd, wenn man einen Leithund hat, der nicht gern nasse Füße bekommt. Also hab ich Nansen erst einmal mit Quattro getauscht. Aber auch mein zweiter Leithund, Susi, wollte nicht ins Wasser. Blieb mir also nichts anderes übrig, als sie an der Neckline rüberzuführen, was allerdings zur Folge hatte, dass ich auch nasse Füße bekommen habe. Schön, wenn man noch 57km vor sich hat. Um den Bach auf dem Rückweg zu vermeiden, hab ich die Runde, die im Mondschein ganz toll begonnen hat, am Ende auf 50km gekürzt. So waren wir um sechs Uhr wieder zu Hause und die Hunde haben ihre wohlverdiente richtige Schlafpause bekommen.

Wann ich dann schlafe, muss ich mir noch überlegen, wahrscheinlich Mitternacht ;-) Ich wünsche euch jedenfalls einen tollen Start in ein glückliches Jahr 2015

 

27.12.2014

Es ist kalt

Ich weiß, ich weiß, das Wetter kann es uns auch nie recht machen. Erst ist zu wenig Schnee, dann ist es zu warm und jetzt... jetzt ist es zu kalt. Die letzten beiden Tage haben wir bei Temperaturen zwischen -25° und -30° nochmal zwei kürzere Trainingseinheiten von 70km und 50km absolviert. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 15km/h sind das im Gesicht eher -40° bis -45° und das über eine Dauer von 3,5h bis 4,5h. Auch für die Hunde ist diese extreme Kälte nicht gerade angenehm. Da zwei meiner Hunde gestern Anzeichen von Pfotenproblemen beim Laufen gezeigt haben, habe ich die eigentlich geplante Runde spontan noch etwas verkürzt. Jetzt ist erst einmal Pause für die Hunde angesagt, denn wir wollen ja nicht riskieren, dass sie sich noch ernsthaft verletzen. So habe ich heute und morgen auf jeden Fall mal frei, das erste freie Wochenende seit ich hier bin ;-)

Ob wir Montag wieder trainieren, entscheiden wir dann spontan, laut Wetterbericht sind immernoch -30° vorhergesagt und erst ab Dienstag etwas wärmer, das spräche gegen Training. Aber die Vorhersage ändert sich hier sowieso alle paar Stunden, also abwarten.

Den Tag heute nutzen wir - wie so oft - dazu, ins Camp zu fahren. Weil Samstag An- und Abreisetag für die Wildnis- und Exklusivtouren ist, sollten alle meine Sibirien-Dogs und natürlich auch Alaska "zu Hause" sein, da lohnt sich ein Besuch mal wieder richtig.

Und außerdem können wir dann das Internet im Camp benutzen, sonst sähe es mit dem Blog schlecht aus. Mein Kontingent in Muodoslompolo ist nämlich für diesen Monat aufgebraucht. Schön, wenn man vorher gar nicht weiß, dass es beschränkt ist ;-)

 

Yvonne Hofschneider mit Schlittenhund, Photo von Robert Schröter

Yvonne Hofschneider mit Schlittenhund Happy, Photo von Robert Schröter

 

24.12.2014

Hyvää Joulua - God Jul - Frohe Weihnachten

Pünktlich zu Weihnachten haben wir nicht nur jede Menge Schnee, es ist auch ziemlich kalt geworden. Gestern und heute haben die Temperaturen zwischen -20° und -30° geschwankt... mit Tendenz zu Letzterem. Das hat dazu geführt, dass wir unser Training mit den Gästen stark kürzen mussten, gestern auf 80km, heute auf 40km. Denn bei dieser Kälte ist die Verletzungsgefahr einfach zu hoch. Damit meine ich eigentlich die Hunde, aber ich hab es gestern auch mal geschafft, gegen einen Baum zu krachen. Jetzt ist meine Hand schön blau und geschwollen. Aber der Schlitten ist noch ganz, immerhin ;-)

Heute hatten wir nach dem Training dann auch ein schönes Weihnachtsgeschenk: nach vielen, vielen bewölkten Tagen während hoher Nordlichtaktivität haben wir sie heute trotz schlechter Vorhersagen endlich mal wieder gesehen. Pech für euch: die Kamera hatte ich nicht dabei, die ist gestern nämlich schon fast erfroren, das wollte ich ihr heute nicht nochmal antun.

Nun wünsche ich euch erst einmal ein wunderschönes, besinnliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben. Wenn ich nachher nochmal rausgehe in den Schnee, werde ich an euch denken :-)

 

22.12.2014

Der kürzeste Tag des Jahres...

war für mich gar nicht so kurz. Da heute trainingsfrei war, hatte ich relativ viel Zeit für andere Sachen. Aber bevor ich dazu komme, bin ich euch natürlich noch den Bericht des 120km-Trainings mit den anderen Teams schuldig. Einen "Sieger" auszumachen, fällt mir schwer. Die Hunde sind alle super drauf. Zwar ist das zweite Team die schnellste erste Runde gelaufen, im Durchschnitt hat es sich bei allen Teams aber zeitlich recht gut ausgeglichen, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass Team 1 und Team 3 Neuschnee auf dem Trail hatten, Team 2 dagegen nicht. Und kaputt waren sie nach der Distanz auch nicht wirklich, die wären glatt noch weiter gelaufen. Na mal schauen, wie es die nächsten Tage wird. Da haben wir Gäste und trainieren mit allen Hunden längere Distanzen, auch in der Nacht. Dann werden wir mal sehen, wer sich für die Rennen anbietet und wer vielleicht eher zurück ins Camp für die normalen Touren geht.

Heute war - wie gesagt - gar nicht ganz so kurz. Nachdem wir - im Verhältnis zu sonst - ausschlafen konnten, sind wir ins Camp gefahren, Futter holen. Auf dem Rückweg waren wir in Muonio in einem Schweizer Café. Schon auf dem Weg dorthin waren wir erstaunt, dass die Parkplätze der beiden Supermärkte komplett voll waren. Auch als wir wieder raus kamen, hatte sich das nicht geändert, so dass wir ausnahmsweise mal mehr als zehn Meter vom Eingang entfernt parken mussten. Beim Einkaufen war es dann tatsächlich verhältnismäßig voll, aber entgegen meiner Befürchtungen war nicht bereits alles ausverkauft. Scheinbar ist dieser Trubel kurz vor Weihnachten auch hier normal und die Märkte darauf eingestellt.

Den Rest des Tages haben wir zu Hause entspannt, draußen war es mit -23° auch nicht ganz so gemütlich. Da werde ich mich morgen auf dem Schlitten wohl warm anziehen müssen. Immerhin, jetzt werden ja die Tage wieder länger, das motiviert auch :-)

 

19.12.2014

Allein in Wald und Flur

Nach zwei Trainingstagen mit Robert und Sophia habe ich heute das erste Mal alleine mit dem Rennteam auf dem Schlitten trainiert. Das war echt super. Obwohl ich 120km statt 80km, die wir zuvor hatten, gefahren bin, hab ich zeitlich nicht länger gebraucht. Für mich laufen die Hunde einfach besser als für fremde Leute ;-)

Und lustig war es auch alleine. Auf der ersten Runde hat uns ein Elch die Vorfahrt geklaut. Das war ganz schön knapp. Er ist nur zehn Meter vor den Hunden plötzlich aus dem Wald gekommen und von links nach rechts über den Trail. Also mit den Verkehrsregeln hatte der es nicht so. Die Hunde waren aber genauso überrascht wie ich, so dass sie nicht einmal auf die Idee gekommen sind, vom Trail abweichen zu wollen.

Die zweite Runde begann damit, dass Benkku mir kurz den Weg um die Zwinger zum See gezeigt hat. Dadurch brauchte ich mein Team nicht drehen, sondern konnte durch das zweite Tor starten. Als er an mich übergeben hat, hat er mir noch viel Spaß gewünscht. Kurz darauf hab ich mich dann gefragt, ob er das Rentier mitten auf den Trail auf dem See "geparkt" hat und es sich darauf bezogen hat ;-) denn da stand doch glatt ein Rentier mitten im Weg, seelenruhig hat es auf uns gewartet. Erst als wir schon recht nah waren, ist es dann doch mal ein Stück weggelaufen. Aber nicht etwa in den Wald, nein, schön den Trail entlang bis zur Straße, die wir kreuzen. Dort hat es dann brav auf uns gewartet. Was natürlich dazu geführt hat, dass meine Hunde lieber auf die Straße abbiegen wollten, anstatt geradeaus drüber zu laufen. Es hat also ein bisschen Überredungskunst gebraucht, sie auf den richtigen Weg zu bekommen.

In der letzten Runde dann haben wir mal ausgetestet, ob es stimmt, dass die Schlitten nicht umfallen können. Stimmt nicht. Wenn man schnell genug einen steilen Berg runter fährt, an dessen Ende eine 90°-Kurve wartet, schafft man es tatsächlich, aus der Kurve zu fliegen. Aber man landet ja weich, im Tiefschnee. Man darf nur den Schlitten nicht loslassen, damit die Hunde nicht weglaufen, aber das war ohnehin kein Problem, da mein Team sofort gestoppt hat.

Da ich allein natürlich nicht alle Hunde gleichzeitig trainieren kann, sondern derzeit mit acht Hunden fahre, sind morgen und übermorgen die anderen zwei Teams an der Reihe. Mal sehen, welches dann am schnellsten war.

 

16.12.2014

LTO-Interview

So, da war ich wieder mal ein paar Tage schreibfaul, aber glücklicherweise gilt das nicht für alle. Constantin van Lijnden hat einen netten Beitrag über mein "Projekt" bei Legal Tribune Online veröffentlicht. Für alle, die mehr wissen möchten: http://www.lto.de/recht/job-karriere/j/associate-noerr-schlittenhunde-lappland-schneegestoeber/

Sonst ging die letzten Tage das Schlittentraining weiter. Heute war quasi frei, denn Joanna ist über Weihnachten zu Hause. Da durfte ich sie heute Morgen nach Kittilä zum Flughafen fahren. Bei circa 15cm Neuschnee und nicht geräumter Straße, die überwiegend nur breit genug für ein Auto ist, war das schon ein bisschen abenteuerlich. In Deutschland würde das gleich wieder für Verkehrschaos sorgen, hier hatte ich Glück, auf den geschätzt 30km dieser Straße kam mir nur ganz am Ende ein Auto entgegen. Wäre auch irgendwie blöd gewesen, beim Ausweichen im Schnee stecken zu bleiben und den Flug zu verpassen ;-)

Danach konnte ich auch gleich noch in die Werkstatt, weil ein Reifen seit ein paar Tagen Luft verloren hat. War ganz lustig, weil die tatsächlich dort kein Englisch verstanden haben. Geholfen haben sie mir dann aber trotzdem, sind doch echt nett die Finnen :-)

Und jetzt hab ich auch Besuch... Da bin ich mal gespannt, wie das Training morgen wird.

 

12.12.2014

Schnee, Schnee, Schnee

Erst hatten wir zu wenig, jetzt ist es schon fast zu viel von dem wunderschönen weißen Zeugs...

Gestern haben wir das Training spontan abgesagt, weil es so viel geschneit hatte, dass der Trail wieder weg war. Noch dazu ist es bei nur etwa 0° auch sehr warm für die Hunde. Wir haben dann also erstmal Winterdienst gespielt: Schnee geräumt vor den Zwingern der Hunde, vor sämtlichen Türen Schnee und Eis entfernt, die Maschinen, die draußen stehen, "abgestaubt", usw.

Heute waren die Bedingungen zwar nicht wesentlich besser, aber nochmal sollte das Training nicht ausfallen. Also sind wir mit zwei Sechser-Gespannen los. Die erste tolle Überraschung auf dem Trail hat gar nicht lang auf sich warten lassen, vielleicht 200m. Wir starten nämlich über den Merasjärvi, einen kleinen See, und der hatte heute reichlich Overflow. Für alle, die mit diesem Begriff nichts anfangen können: ein Gewässer friert immer in mehreren Schichten, zwischen denen durchaus flüssiges Wasser verbleiben kann. Wenn Schnee auf einem See liegt und zu schwer wird - was gerade bei den aktuellen Temperaturen und dem massiven Schneefall leicht passieren kann - dann bricht die oberste Schicht des Eises und das Wasser wird an die Oberfläche gedrückt. Man kann dann immernoch über den See fahren, ohne einzubrechen, weil noch genügend Schichten Eis da sind. Allerdings sollte man nicht auf die Idee kommen, den Schlitten zu bremsen - was Gäste aus Angst vor dem Wasser regelmäßig machen - sonst hat man bestenfalls nasse Füße, schlimmstenfalls liegt man komplett im Wasser. Aber ich kannte das ja von meinen Touren schon, ist also alles gut gegangen.

Weiter den Trail entlang kamen wir dann zu unserem Lieblingsbaum, der einem jedes Mal einfach in den Weg springt, so dass ich meinen Schlitten mit einer akrobatischen Einlage vorbeilenken musste. Das sah bestimmt lustig aus, hat aber immerhin funktioniert. Auf dem Rückweg wollte sich der Baum dann rächen und hat einfach meinen Schneeanker runter geworfen. Hab ihn aber aufgefangen, hat also nicht geklappt mit der Rache. Und in der zweiten Runde hatte er es dann scheinbar aufgegeben, da konnte ich fast normal um ihn rum fahren.

Unser Trail führt uns dann eine Zeit lang unter Stromleitungen entlang. Normalerweise ist das ganz nett zum Orientieren, aber nach dem ganzen Schnee die letzten Tage, hingen einige Kabel doch sehr tief, so dass wir uns da nicht so wirklich wohl gefühlt haben. Aber die Hunde sind ja sehr zuverlässig und bleiben schön auf dem Trail. Solange die Kabel nicht dort herunter kommen, wo wir sie kreuzen, passiert also nichts.

Der Rest des Weges verlief dann eher unspektakulär, war für die Hunde wegen des vielen neuen und nassen Schnees aber sehr anstrengend. So haben wir für 40km etwa viereinhalb Stunden gebraucht. Da dies für heute genug für das erste Team war, haben wir dann die Hunde getauscht und eine zweite Runde mit den restlichen zwölf gefahren. Durch die gezogene Spur ging es schon wesentlich besser, insgesamt circa eine Stunde schneller.

Ab morgen fahren wir dann Achter-Teams und hoffen, die Distanz wieder erhöhen zu können.

 

09.12.2014

Endlich Schlittenfahren

Lange genug hat es gedauert, aber heute ging es endlich auf die Schlitten. Und was soll man sagen? Wir haben überlebt... gestern Abend waren wir uns da nicht so sicher ;-) Joanna stand das erste Mal überhaupt auf einem Schlitten und für mich war es zumindest das erste Mal ohne Guide, der den Weg kennt und Sicherheit gibt. Apropos Weg kennen, da sind wir nämlich schon beim ersten Problem, dass uns Sorgen bereitet hat. Mit dem Schlitten fahren wir einen anderen Trail als sonst, den Benkku präpariert hat, den wir aber nicht kannten. Eigentlich wollten wir ihn gestern mal mit dem Motorschlitten bei Tageslicht abfahren, aber dann hat es so viel geschneit, dass wir ihn nicht hätten finden können. So mussten wir uns also darauf verlassen, die Spuren, die Benkku gestern Abend nochmal mit dem Skidoo gezogen hat, zu erkennen. Da wir wieder zurück gefunden haben, hat das schonmal geklappt. Die nächste Herausforderung war der Trail selbst. Diesmal hatten wir keine Rentierbegegnung, dafür haben uns die Bäume mit ausgestreckten Armen empfangen. Wegen des Schnees hingen die Äste teilweise auch auf dem Trail so tief, dass man sie selbst dann manchmal noch ins Gesicht bekommen hat, wenn man sich so tief geduckt hat, dass man unter der Handlebar durchschauen musste. Naja, morgen werden wir sehen, ob es Spuren hinterlassen hat, bei -15° sind so vereiste Äste im Gesicht jedenfalls nicht so angenehm. Achja, etwas kühl war es auch noch. Aber sonst ist alles gut. Nein im Ernst, Schlittenfahren macht viel, viel mehr Spaß als Quad oder Motorschlitten. Jetzt ist wirklich Winter.

 

06.12.2014

Grüße von Rudolph

Heute ist Nikolaus... und ich hatte doch glatt vergessen, die Schuhe zu putzen ;-) aber dafür sehen wir jeden Tag die Rentiere des Weihnachtsmannes. Heute waren es besonders viele, morgens auf der Straße, während des Trainings im Wald mehrere Herden und nachmittags wieder auf der Straße. Naja, vielleicht gehören die auch gar nicht alle dem Weihnachtsmann. Aber wie auch immer, wer gerne mal Rentiere in freier Wildbahn erleben möchte, sollte unbedingt nach Lappland kommen.

Sonst gibt es noch nicht so viel Neues zu berichten. Ich werde nämlich langsam unglaubwürdig, habe ich das Gefühl. Wie oft habe ich schon geschrieben, dass wir auf die Schlitten gehen? Eindeutig öfter als es Realität geworden ist. Zwar hatten wir diese Woche nochmal Einiges an Schnee, da aber auch Wind angesagt war, konnten wir die Trails für die Schlitten noch nicht aufmachen. So haben wir also nochmal drei Tage mit Quad und Motorschlitten trainiert. Aber heute hat Benkku parallel zu unserem Training mit dem Trail begonnen. So können wir die kommenden zwei Ruhetage der Hunde dafür nutzen, Trail, Schlitten und Hunde vorzubereiten. Also Hunde hört sich jetzt schlimmer an als es ist, morgen steht mal Krallenschneiden und Wiegen neben der täglichen Pflege auf dem Programm. Die Schlitten sind eigentlich auch schon fast fertig, es müssen noch so Kleinigkeiten wie Schneeanker und Startleine befestigt werden und dann müssen wir natürlich das Leinensystem für die Hunde kürzen, denn vor dem Schlitten werden wir erstmal "nur" sechs Hunde haben. Das wird bei den Bedingungen schwer genug, die anzuhalten.

Heute ist übrigens nicht nur Nikolaus, sondern auch Unabhängigkeitstag in Finnland, hyvää itsenäisyyspäivää!

 

02.12.2014

Advent, Advent,...

Am Sonntag hätte ich doch fast "verschlafen", dass schon der erste Advent war, hätten mich nicht ein paar liebe Menschen mit ihren Adventsgrüßen daran erinnert. Hier in Muodoslompolo sind die Häuser schon seit bestimmt zwei Wochen weihnachtlich erleuchtet, was wohl auch daran liegen mag, dass wir kaum noch Tageslicht haben, so dass die Lichter den ganzen Tag über einladend heimelig wirken. Sonst ist hier aber nicht so ein Wirbel wie in Deutschland. Im Supermarkt in Muonio gibt es zwar den ein oder anderen Weihnachtskalender und verschiedene Pralinen, aber so einen Überfluss wie wir das kennen, sieht man hier nicht. Sicherheitshalber hatte ich mir deshalb auch schon letzten Monat ein paar Zutaten für meine Weihnachtsplätzchen von zu Hause schicken lassen, da man hier nicht alles bekommen hätte. Und da ich heute wirklich einen ganzen Tag frei hatte, kam ich auch endlich dazu, die Plätzchen zu backen. Jetzt kann Weihnachten kommen - wenn sie überhaupt so lange reichen ;-)

Das Training mit dem Rennteam stellen wir gerade etwas um. Die letzten zwei Tage sind wir - nachdem das Quad von der Reparatur zurück war - mit beiden Teams gleichzeitig gefahren, so dass sie jetzt zwei bzw. drei Tage am Stück trainiert haben. Nun haben die Hunde zwei Tage Pause, dann ist der Plan ein Tag Training, ein Tag Pause und wieder drei Tage Training. Wir müssen nur mal schauen, wie wir von den Wochentagen in den richtigen Rhythmus kommen, im Moment wären wir einen Tag zu spät. Normalerweise sollen die drei Trainingstage am Freitag, Samstag, Sonntag sein, damit es mit dem Rennrhythmus übereinstimmt.

Aber noch viel wichtiger: es schneit *juhu*, am Donnerstag gehen wir auf die Schlitten, endlich.

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