Schneegestöber & Hundeschnauzen

27.01.2017

Unsere Wuffs

…die haben irgendwie auch nur Flausen im Kopf ;-)

Ranger war jetzt schon zwei Wochen nicht mehr mit zu Hause, also im Mökki. Die Zeit hat Gizmo dann perfekt genutzt, um endgültig zum absoluten Haus- und Kuschelhund zu avancieren.

Vor etwas mehr als einer Woche hat er sich nachts klammheimlich auf die Couch geschlichen… und am Morgen so unschuldig geschaut, dass man ihm gar nicht böse sein konnte. Zuerst waren wir ja hin- und hergerissen, ob das jetzt süß ist oder Gizmo mal Benehmen lernen sollte, denn angeblich weiß er ganz genau, dass er nirgends hoch darf. Nach der dritten Nacht hab ich dann entschieden, dass ich es süß finde, Gizmo hat also gewonnen ;-) mittlerweile macht es ihm nicht mal was aus, wenn wir auch auf der Couch sitzen, er legt sich einfach dazu… oder beschlagnahmt sie inklusive Macbook gleich mal komplett für sich :-P

Ab und zu kann man ihn aber auch überreden, rauszugehen, am liebsten natürlich bei Sonnenschein. Aber davon bekommen wir ja jetzt mehr und mehr. Es ist schon wieder richtig lange hell im Vergleich zu vor wenigen Wochen.

Aber Gizmo ist natürlich nicht der Einzige mit Flausen. Ranger steht ihm in nichts nach. Er hat ja schon mehrfach seine Zwingertür geöffnet. Ob er wirklich weiß, wie das geht oder es mehr ein Versehen durch’s aufgeregte Gegenspringen ist und er irgendwann zufällig den Riegel aufbekommt, weiß ich nach wie vor nicht. Jedenfalls kam ich am Montag nach einigen Tagen endlich mal wieder zu meinen Rennwuffs, um die letzten Vorbereitungen und das letzte Training für’s Rennen zu absolvieren. Erst einmal war aber Schneeschaufeln angesagt. Davor haben die Hunde noch schnell etwas zu Futtern bekommen und ich dachte mir, ich lasse sie ja eh gleich raus, dann kann ich den Sicherungskarabiner bei Ranger und Rusty so lange auch weg lassen. Ich wollte nur kurz den Schnee am Tor wegschaufeln, um das schließen zu können, bevor die Hunde frei laufen… so weit kam ich natürlich nicht, da kamen mir die beiden schon freudestrahlend entgegengestürmt. Naja, ich hab es ja eigentlich auch provoziert ;-) Nachdem die beiden zusammen mit Jamie und Alaska genug getobt hatten, habe ich dann brav auch den Karabiner wieder dran gemacht. Aber was soll man sagen? Als ich das nächste Mal mit Futter kam, war ich gerade erst mit dem dritten Zwinger fertig, da standen auch schon Rusty und Ranger neben mir. Die beiden haben es doch glatt schon wieder geschafft, die Tür trotz Karabiner aufzukriegen. Ich glaube, Ranger ist viel schlauer als Benkku denkt *hihi*

 

An Training war dann aber leider nicht zu denken. Am Dienstag war es mit -30° mal wieder zu kalt, am Mittwoch hat es so gestürmt, dass unser Trail wieder weg war. Und Donnerstag hatte Benkku zwar einen Teil wieder geöffnet, aber da war er noch zu weich, um darauf fahren zu können. Naja, hab ich eben die Zeit genutzt, die restlichen Zwingerdächer abzuschaufeln… mal sehen, ob der Trainingsplan von Benkku und Andy für die beiden nächsten Tage aufgeht. Denn am Montag müssen wir ja los zum Bergeby und vorher sollten wir noch entscheiden, welche Hunde mit dürfen. Ranger ist jedenfalls gesetzt :-)

 

 

04.01.2017

Da bin ich wieder ;-)

Ich weiß, ich weiß, ich habe megalang nichts mehr von mir hören/lesen lassen. Daher schon einmal sorry an alle, die schon ungeduldig gewartet haben und vielen Dank, dass ihr meinen Blog trotz meiner Schreibpause immer wieder mal besucht habt, um zu sehen, ob es nicht doch was Neues gibt.

Ich halte ja nicht viel von Vorsätzen für’s neue Jahr. Deshalb verspreche ich euch auch nicht, dass es in den nächsten Wochen besser wird, aber da ich heute seit langer Zeit mal wieder gezwungen wurde - abgesehen vom E-Mails-Beantworten - frei zu machen, nutze ich doch die Zeit, etwas zu schreiben.

Also, wo fangen wir denn an? Wenn ich euch jetzt die ganzen letzten drei Monate erzählen wollte, dann bräuchte ich wohl ne ganze Woche frei…

 

Mmh, dann eben das Wetter, darüber kann man sich immer so schön beschweren ;-) Das Wetter ist nämlich schuld, dass ich frei habe. Ich kann euch gar nicht so genau sagen, wie kalt es ist. Am Küchenfenster -27°, aber das ist natürlich ziemlich ungenau durch die abgestrahlte Wärme von drinnen. Das Thermometer an der Lodge streikt seit zwei Wochen. Da waren es kurzzeitig mal +1° und seitdem meint das Thermometer, wir hätten Frühling… na, wie auch immer, es ist jedenfalls deutlich unter -30° und damit wieder einmal zu kalt zum Trainieren. Ich glaube, ich habe ein Déjà-vu… War das nicht letztes Jahr um die Zeit genauso?

Aber das Gute an diesem Wetter ist, dass der Himmel klar ist. Gestern Abend waren wir noch mit Ranger und Gizmo draußen und genau zu der Zeit gab es wieder super Nordlichter, sie waren zwar nicht lange da, aber dafür haben sie sich sehr schnell bewegt und waren nicht nur grün, sondern auch lila. Überhaupt hatten wir in letzter Zeit sehr oft sehr schöne Nordlichter, auch an Silvester - das ist doch tausendmal besser als die Luft mit Knallern zu verpesten und die Tiere zu Tode zu erschrecken.

Die Fotos sind zwar nicht von gestern, aber das waren auch ein paar schön Nordlichter in Merasjärvi, vor ein paar Wochen…

So, und was fängt man mit einem freien Tag an, wenn der Wetterbericht schon kalt verspricht? Tja, eigentlich sollte man im Bett bleiben… aber die Sonne kommt doch gerade wieder über den Horizont und Ranger und Gizmo sind auch da. Und wir haben Schnee - darauf musstet ihr ja lange warten… also doch nicht im Bett bleiben, sondern eine Runde auf den Linkukero. Entgegen meiner Erwartung hatte ich am Anfang sogar eine Spur. Klar, Schneeschuhe brauchte es trotzdem, aber ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass jemand den Teil des Weges schon gegangen war. Na, vielleicht liegt es daran, dass man dort die Markierungen noch recht gut erkennen konnte… bis zum letzten Sumpf oder was da eigentlich ist, bevor es auf den Berg geht. Da hab ich den Weg schon einmal verloren, aber zum Lavu, einer kleinen Holzkota am Fuße des Linkukero, konnte man es auch mit ein bisschen Orientierungssinn noch halbwegs einfach finden. Rauf auf den Linkukero und den Kamm entlang ist dann auch nicht schwierig, wenn auch die Markierungen auf den Steinen im Winter relativ sinnlos sind, denn da ist ja Schnee drauf.

Auf dem Linkukero hab ich dann mal einen Fotostopp gemacht. Die Wuffs waren ganz froh drüber, konnten sie mal ihre Pfoten abschlecken. Ich glaub, denen war heut auch ganz schön kalt an den Füßen. Gizmo meinte dann eigentlich auch, man könnte sich einrollen und schlafen. Das fand ich nicht ganz so witzig, schließlich sind mir schon bei den wenigen Bildern, die ich versucht habe, fast die Finger eingefroren. Also musste ich ihn überreden, dass wir den Mittagsschlaf auf zu Hause verschieben… wo er jetzt auch schön gemütlich im Eingang auf der Fußbodenheizung liegt. Und Ranger hat den Platz auf dem Teppich vor dem Sofa eingenommen ;-)

Was gibt es sonst noch so? Das Rennteamtraining läuft, mal mehr, mal weniger. Letzte Woche sind wir am 1. Tag 110km gefahren, am 2. Tag fing es so an zu stürmen, dass Benkku uns quasi retten und den etwas kürzeren Rückweg über den Fluss mit dem Skidoo öffnen musste, so dass es am Ende 96km waren. Den Weg durch den Sumpf hätten wir nicht mehr geschafft, weil einfach absolut gar kein Trail mehr vorhanden war. So musste dann auch der dritte Tag ausfallen, weil erst einmal Trailmachen angesagt war. Diese Woche war dann nicht viel besser. Wir wollten eigentlich drei Tage lang 80km-Runden mit je 5h Pause dazwischen fahren. Aber es war ja kalt angesagt. So konnten wir schon Montag früh davon ausgehen, dass es keinesfalls mehr als 3 Runden werden, wahrscheinlich nur die am Montag früh und Montag Nacht. Aber selbst da hatten wir uns zu früh gefreut. Als wir von der ersten Runde zurück kamen, waren es zu Hause schon -20°, was heißt -30° auf dem Trail. Innerhalb der nächsten 2h ist das Thermometer auf -28° gesunken und das, obwohl für die Zeit noch so um die -15° angesagt waren. Da möchte man nicht wissen, wie es dann zu der Zeit ist, wo tatsächlich - 29° angekündigt sind… Na, was daraus folgt, wisst ihr ja bereits. Ein freier Tag für mich und Ranger.

 

Gestern hab ich dann noch ein bisschen im Camp ausgeholfen. Die nicht mit auf Tour gegangenen Ellesmere-Hunde gefüttert und rein zufällig waren ausgerechnet meine vier Rennhunde, Gonam, Goofy, Granite und Nash, die verletzungsbedingt bzw. um sich noch ein Jahr entwickeln zu können, zurück ins Camp gegangen sind, an der Reihe, in den Freilauf und rumtoben zu dürfen - was sie auch liebend gern getan haben ;-)

Ja, und der Freezer wollte auch ausgeräumt werden. Denn da die nächste Fleischlieferung angekündigt war, musste erst einmal (fast) alles alte raus, damit das neue Fleisch nach hinten kann. Gutes Fitness-Training ;-)

 

Und sogar in der Lodge läuft es jetzt ganz gut. Die Weihnachtsgäste sind schon wieder weg - und waren dieses Jahr wirklich nett -, die Silvestergäste sind gerade auf Tour und nächste Woche wird es noch einmal ein kleines bisschen ruhiger, was allerdings relativ gesehen ist ;-)

 

So, ich glaube, jetzt seid ihr mal mit den allerneuesten Infos versorgt… achja, Plan für’s erste Rennen: Bergebyløpet, Start am 31.01.2017. Drückt mir die Daumen, dass bis dahin alles gut läuft, damit wir endlich auch wirklich zum Rennen fahren können.

 

17.09.2016

Herbsttraining

Während Deutschland schwitzt, hat bei uns schon längst der Herbst Einzug gehalten. Dank nächtlichem Frost und Wind haben es die bunten Blätter an den Bäumen auch nicht lange ausgehalten. Bevor ich ein richtig schönes Foto machen konnte, waren sie schon zu Boden gefallen. Aber das Schöne am Herbst in Lappland ist ja, dass nicht nur die Bäume bunt werden, sondern auch die kleinen Sträucher, so dass auch der Waldboden märchenhaft verzaubert wird.

Wenn man dazu noch fast täglich Sonnenschein zum Training hat, kann man sich wahrlich nicht beschweren - außer vielleicht, dass es tagsüber noch locker 15° oder mehr werden und man dann nicht in der Sonne trainieren kann, sondern warten muss, bis sie so langsam untergeht… was hier verdammt schnell geschieht. Aber vier Tage lang haben wir noch mehr Licht als Deutschland ;-)

 

Die Hunde haben jedenfalls genauso viel Spaß beim Training wie ich. Nach ihrem Ruhetag gestern waren sie abends schon wieder richtig gut aufgelegt und wären wohl am liebsten gleich eine Runde gelaufen, als ich doch eigentlich nur Achma, der kurzzeitig im Camp war, zurückgebracht habe. Ich denke, wenn ich gleich rausgehe, wird es nicht anders sein. Zwar hat der Vollmond gestern Abend sie nicht verrückt gemacht…

…aber die -5° heute Morgen und die mit Raureif bedeckten Wiesen lassen wohl nicht nur mein Herz höher schlagen :-)

 

02.09.2016

Mit Ranger unterwegs

Da das Rennteam gestern und heute Trainingspause hatte, durfte der Ranger mal wieder mit zu mir ins Mökki kommen…

Nachdem es gestern Morgen noch geregnet hat, begann der Tag erstmal damit, in der Lodge weiter aufzuräumen, Equipment zu sortieren usw. Ranger natürlich immer mit dabei, passt auf, dass alles ordentlich wird. Tja, und was soll ich sagen, die Lager waren, glaub ich, lang nicht mehr so ordentlich - da kann dann niemand mehr behaupten, er findet etwas nicht ;-)

Nachdem wir damit fertig waren, kam auch die Sonne wieder raus und da wir eh noch Sachen im Camp zu besprechen hatten, haben wir uns aufgemacht auf einen kleinen Spaziergang durch den Nationalpark. Es dauerte ungefähr drei Minuten bis wir nasse Füße hatten, da über den sumpfigen Stellen entweder gar keine Planken lagen oder diese zerbrochen waren. Mit dem Waten durch’s Nass wechselten sich dann Kletterpartien über umgestürzte Bäume ab… also wie da im Winter wieder eine Langlaufloipe lang gehen soll, ist mir schleierhaft. Mal abgesehen davon, dass es ja ganz schön wäre, auch im Sommer die Wanderwege zu pflegen. Nicht, dass mir festgelegte Pfade so wichtig wären, aber in einem Nationalpark darf man so ein bisschen Trailpflege doch erwarten, oder?

Egal, wir sind ja trotzdem angekommen. Und bevor wir ganz im Camp waren, haben wir natürlich noch unseren Badeplatz in Äkäsmylly besucht. Wer braucht schon teure Erlebnisbäder, wenn man den Pool mit Massagefunktion direkt vor der Haustür hat ;-) Ob ihr’s glaubt oder nicht, da kann man sich wirklich reinsetzen… haben wir aber gestern nicht gemacht, da ich dummerweise keine Badesachen dabei hatte - hab auch nicht wirklich damit gerechnet, dass es so schönes Wetter wird - und gerade noch andere Leute in Sichtweite waren.

Für heute war dann den ganzen Tag Regen angesagt. Also erst noch ein bisschen Ordnung in Lodge und Mökkis machen und anschließend haben wir uns - nein ich mich, Ranger hat sich hingelegt und geschlafen - dran gemacht, aus unseren vielen, vielen Blaubeeren Marmelade für die Gäste zu kochen. Die freuen sich ja drauf, wenn sie im Winter auch noch was von unserer Sommerernte haben. Und sobald ich noch mehr Gläser habe, sind dann auch die Lakka- und Preiselbeeren dran…

Aber morgen ist ja erst einmal wieder Training. Und danach dann vielleicht wieder Pilze sammeln. Davon gibt es dieses Jahr so viele, dass man am liebsten schon während des Trainings alle paar Meter anhalten und die Pilze „ernten“ würde. Aber dafür sind es viel zu viele. Erstens würde das die Hunde nerven (und wäre auch nicht gut für ein konstantes Laufen) und außerdem hat man auf dem Quad ja auch nur begrenzt Platz. Letztens hab ich - ohne Hunde - auf einem etwa ein Kilometer langen Teil des Trails und nur etwa 20m links und rechts davon eine ganze Kiste voll gehabt. Mmh, mittlerweile ist unser Trail aber 12km - oneway. Da bräuchte es ganz schön viele Kisten. Außerdem hätte man dann gar nicht genug Platz, die alle gleichzeitig zu trocknen. Achja, und falls ihr euch fragt, was wir mit so vielen Pilzen machen: die bekommen auch die Gäste im Winter. Ich brauche ja schließlich Versuchskaninchen, falls welche nicht genießbar sind ;-)

 

30.08.2016

Winter is coming ;-)

Naja, ganz so schnell geht es nicht… auf den Schnee müssen wir sicher noch eine ganze Weile warten, denn wenn tagsüber die Sonne scheint, haben wir ja auch noch locker 15° oder mehr, wohlgemerkt: im Schatten. Aber nachts, da merkt man, dass die Tage so langsam kürzer werden - und kälter. Gestern Morgen auf dem Weg zum Training waren es -2°, was auch bedeutete das erste Mal in dieser Saison Scheiben kratzen. Mmh, darauf hätte ich noch ein bisschen verzichten können, aber wenn dafür gute Trainingsbedingungen herrschen, nehme ich das auch in Kauf.

Apropos Training: die Wuffs sind schon wieder megagut drauf. Eigentlich sollten sie ja gestern morgens und abends eine Runde laufen, aber da sie beim ersten Start viel, viel zu wild waren, hab ich die zweite Runde nach einer kleinen Trinkpause gleich mit angehangen. Hat sie auch nicht wirklich gestört, sind einfach brav ihr Tempo gelaufen. Heute waren sie dann auch etwas entspannter am Start, so dass ich auf die Erziehungsmaßnahme verzichten konnte und ihnen Pause bis zum Nachmittag gegönnt habe. Morgen gehen wir dann endlich wieder auf die längere Strecke, die auch vom Terrain interessanter ist… mal sehen, was sie dazu sagen.

Vorher gibt’s für euch aber ein paar Bilder zum neidisch werden ;-)

Merasjärvi heute Morgen

Und die Wuffs beim Baden

17.08.2016

Ich glaub, mich knutscht ein Elch

…oder besser doch nicht. Mein quasi freier Tag heute fing ganz schön turbulent an. Da Sonne ohne Ende vorausgesagt war, war ich schon kurz nach sechs auf dem Weg nach Merasjärvi, um die Wuffs zu trainieren - jaaa, das „Herbsttraining hat schon begonnen *juhu* - bevor es dafür zu warm wurde. Kurz nach Muodoslompolo, also gar nicht mehr weit, wollte mir dann ein lebensmüder Elch die Vorfahrt nehmen. Also genau genommen kam er ja von rechts, aber mitten aus dem Wald und ein Fußgängerüberweg war da bestimmt nicht - und auch kein Elch-Übergang ;-) Jedenfalls konnte ich von Glück sagen, dass auch der Elch es sich noch einmal genau überlegt hat, denn nur mit ner Vollbremsung hätte ich wohl nicht viel ausrichten können. Aber auch er - oder sie - ist doch noch ein Stück ausgewichen und so ca. 30cm - gefühlte 3!!! - neben bzw. vor dem Auto über die Straße gerannt. Mmh, normalerweise freue ich mich immer, wenn ich einen Elch sehe, denn im Gegensatz zu den Rentieren - über die ich mich aber derzeit auch freue, weil sie gerade so schönes Fell und meist ihre Kinder dabei haben - passiert das ja ziemlich selten.

 

Auf jeden Fall stand danach erst einmal Training auf dem Programm. Im ersten Team durften heute Marley und Frozen im Lead laufen und gerade Frozen, der bei den ersten Trainingseinheiten noch Angst vor’m Wassergraben, in dem sie ihre wohlverdiente Trinkpause machen dürfen, hatte, hat sich wirklich gut geschlagen. Wenn es nicht gerade um’s Wasser geht, macht es ihm scheinbar echt viel Spaß, vorne zu laufen. Im zweiten Team waren dann mal wieder Jamie und Alaska vorn, nachdem Ulvang beim letzten Mal Nansen etwas zu viel genervt hat. Nansen war natürlich alles andere als begeistert, nicht vorne laufen zu dürfen, aber immerhin hat er in den Pausen nur geschrien, dabei aber die Leine brav in Ruhe gelassen ;-) nach jeweils knapp einer Stunde war die Runde auch schon vorbei und so war es nicht einmal Mittag bis das Training um und die Wuffs gefüttert waren. Der ideale Zeitpunkt ein wenig zu entspannen… was Ranger und ich dann bei schönstem Sonnenschein am See gemacht haben…

Am Nachmittag durften die Wuffs noch einmal im Freilauf ein bisschen spielen, während wir metertiefe Löcher für die neuen Stakeout-Pfosten gegraben haben. Wobei sich das schlimmer anhört als es ist, da nach 10cm Erde sowieso nur noch Sand ist, das Graben also nicht sonderlich schwer. Und nebenbei hab ich noch ein paar Fotos geschossen…

Beatle und Attila

Caribou

Bering

Ghost

 

29.07.2016

Zurück zu Hause

Nach einer gefühlten Ewigkeit lass ich nun endlich mal wieder von mir hören - oder lesen ;-)

Aber ich habe ja eine gute Entschuldigung: Urlaub! Die zweieinhalb Wochen Island sind wie im Flug vergangen und natürlich war viel zu wenig Zeit, um wirklich alles anzuschauen, aber damit ihr zumindest einen ganz, ganz kleinen Eindruck bekommt, ein Foto von meinem Lieblingswasserfall, dem Seljalandsfoss, und meinem Lieblingstier auf Island, dem Papageitaucher. Natürlich könnte ich noch so viel mehr Fotos von wunderschönen Wasserfällen, Walen, Robben, Islandpferden, angriffslustigen Küstenseeschwalben und quiekenden Austernfischern posten, aber dann bräuchte ich wohl schon für die Auswahl drei Tage und nochmal ein paar Wochen, um sie alle in den Blog zu laden ;-)

Also besinnen wir uns doch mal wieder auf das Wesentliche. Nach noch knapp drei weiteren Wochen in Deutschland, ging es vor nunmehr schon wieder einer Woche „zurück nach Hause“. Das Wiedersehen mit den Wuffs konnte ich kaum erwarten und natürlich war ich auch froh, der Hitze mit 30° im Schatten in Deutschland zu entfliehen… was ich da noch nicht wusste: auch in Lappland erwartete mich ein grandioser Sommer. Kaum angekommen, musste ich natürlich erst einmal den Wuffs „hallo“ sagen, was so einige Zeit in Anspruch genommen hat. Die kleinen Puppies waren kaum noch wiederzuerkennen, so groß sind sie mittlerweile geworden. Die M’s und die N’s haben inzwischen auch schon ihre Namen gelernt, so dass es nun mit den O’s und P’s sowie dem kleinen Rowdy, dem Einzelkind von Boreal weitergeht. Die Q’s müssen noch ein bisschen warten, schließlich kann man das Namenstraining immer nur einzeln machen und neben den ganzen anderen Aufgaben nimmt das dann doch etwas Zeit in Anspruch. Die ersten Trainingseinheiten habe ich mit Panda und Otso absolviert. Panda ist wie sein Papa, mein geliebter Ranger, total anhänglich und man muss jede sich bietende Gelegenheit nutzen, wenn er aus Versehen mal einen Meter entfernt ist, um ihn beim Namen rufen zu können. Otso hingegen erkundet seine Umgebung vollkommen gedankenlos, manchmal etwas zu sehr, wenn er jegliches Schnalzen und Rufen ignoriert und einfach mal durch den Zaun auf die Pferdekoppel rennt oder direkt an den Zaun zu den großen Hunden. Aber in einer Sache war Panda dann doch viel mutiger als Otso: in den Pferdestall hat sich der kleine Frechdachs nämlich nicht getraut, Panda aber ist sogar noch einmal allein zurückgelaufen als ich schon wieder rausgegangen war.

Heute hatte ich frei (dazu später) und bin am Nachmittag zurück ins Camp, um mit den beiden noch die heutige Lektion zu üben. Da sie aber gerade geimpft wurden, mussten wir das auf morgen verschieben. So kam Rowdy in den Genuss, schon vor den Q’s mit dem Training beginnen zu dürfen. Und was den Pferdestall angeht, steht er seinem Großcousin in nichts nach, auch er ist todesmutig reingelaufen, obwohl Santano in seiner Box stand. Vielleicht kommen die P’s und Rowdy ja ganz nach ihrer Oma, das ist nämlich bei beiden Puma, eine tolle Hündin, die früher auch im Rennteam war.

 

Als ich zurück war, haben Sarah, Susi und ich dann auch noch die restlichen O-Namen vergeben - gar nicht so einfach bei drei sehr ähnlichen Puppies (von insgesamt sieben). Da die O’s in der Erziehung etwas schwieriger zu sein scheinen, werde ich Panda schweren Herzens an unseren Helfer abgeben müssen, schließlich macht er seine Sache ja schon sehr gut, und dafür neben Otso auch Omena übernehmen. Und dann möchte ich aber auch noch Pontus, der erinnert mich nämlich sehr an seinen Papa, obwohl er seinem Onkel Riekko eigentlich ähnlicher sieht ;-)

Ach ja, vom grandiosen Sommer wollte ich noch erzählen. Ja, also, gleich an meinem ersten Tag hier, standen wir abends vor der schwierigen Frage, in welchem See oder Fluss wir denn nun baden gehen wollen und wie wir dort hin kommen, mit dem Fahrrad, zu Fuß oder zu Pferd? Wir entschlossen uns für einen kleinen Flusslauf und die Pferde, denn dort geht sogar Santano baden. Zwei Tage später waren Sarah und ich dann bei Äkäsmylly und haben die abendlichen Sonnenstrahlen genutzt, während wir entspannt in einem kleinen Wasserfall saßen. Tja, was soll man sagen… es ist schon ein schweres Los, dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen :-)

Aber zugegeben, Sommerstürme hatten wir auch schon. Am Nachmittag desselben Tages war ich gerade in Sibirien, der vom Haus fast am weitesten entfernte Kennel. Zuerst hat es nur ein bisschen getröpfelt, da denkt man sich ja nichts bei. Als ich die letzten Hunde draußen hatte, fing es an zu regnen. Da sowieso gerade Mittag war und ich auch E-Mails checken musste, dachte ich mir, ich tu mal die Hunde weg und dann schaff ich es noch trocken nach drinnen. Naja, also bis Ellesmere - der nächste Kennel - war ich nass, ab dort war es dann kein Regen mehr, sondern nahezu ein Wasserfall gepaart mit Hagelkörnern… nix war’s mit trockenen Fußes ins Haus - nicht nur die Schuhe, nein, alles war durchgeweicht, so dass ich mich erst einmal komplett umziehen musste. Natürlich war dann auch wieder der Strom weg und damit auch das Internet. Egal, das ist halt Lappland. Aber die Sonne hat nicht lang auf sich warten lassen, wenig später war sie wieder da und wir standen wieder einmal vor der schwierigen Entscheidung, wohin zum Baden ;-)

 

Heute hatte ich, wie gesagt, frei und war mit Lingo auf dem Linkukero. Das ist auch im Sommer eine schöne Runde, wenn ich auch Dank der zwischenzeitlichen Regenschauer und der Beschaffenheit der Sümpfe etwas nasse Füße bekommen habe. Schlimmer waren allerdings die Mücken, die manchmal etwas nervig waren. Aber Sarah hat mir ja erklärt, dass es unsere Fitnesstrainer sind, die dafür sorgen, dass man nicht stehen bleibt. Mmh, aber wie sammelt man dann die unzähligen am Wegesrand stehenden Blaubeeren? Das habe ich dann am Ende der Tour gesehen: man muss sich einfach langärmelig anziehen und noch dazu ein Mückennetz für den ganzen Körper überwerfen… zumindest machen es so die Finnen und die sollten es ja wissen. Ach, und noch etwas habe ich von Sarah gelernt: wenn die Mücken lästig werden, darf man nicht vergessen, sie daran zu erinnern, dass man doch mit Anti-Mückenspray eingesprüht ist und sie einen deshalb nicht stechen dürfen. Ich glaube, es hat funktioniert, heute gab es nur unwesentlich neue Stiche ;-)

 

11.06.2016

Winter, Sommer, Winter, Sommer - was denn nun?

Die letzten Tage waren mal wieder recht turbulent… nur zum Schreiben bin ich nicht gekommen.

An meinen freien Tagen am Sonntag und Mittwoch hab ich die ersten Sommer-Trainingsrunden mit den Wuffs gedreht. Diesmal nicht vor dem Quad, sondern vor dem Auto. Hunde rein ins Auto, bis zum Ende des Forstwegs gefahren, Hunde vor’s Auto gespannt und los geht’s - natürlich mit Unterstützung des Motors. Am Sonntag waren die 9km noch ziemlich anstrengend, schließlich war es wieder ganz schön warm. Am Mittwoch bei Regen und Wind fanden die Wuffs die gut gemeinte Pause zwischendurch schon eher lästig und wollten auch am Ende des Weges nicht schon Schluss machen. Selbst als schon das halbe Team wieder im Auto war, sind Nansen und Fairbanks vorn noch wild rumgesprungen und wollten weiterlaufen. Auf der zweiten Runde wurde es Dank des Regens dann schon schwierig, überhaupt bis zum Start zu fahren und nicht im Matsch stecken zu bleiben. Aber wir haben es geschafft und auch das zweite Team ist die Strecke locker gelaufen. Ben, den ich zum Training mitgenommen hatte, war sehr beeindruckt von der Leistung der Hunde.

Zurück im Camp war dann erst einmal der Strom weg. Bei dem Wind ja eigentlich kein Wunder, laut Wetterbericht bis zu 18m/s. Da fällt schon mal der ein oder andere Baum auf die Leitung. Bei Kerzenlicht und Feuer im Ofen kam dann fast wieder Wildnistourfeeling auf.

Donnerstag dann die Überraschung: 0° und Schnee! Für kurze Zeit ist der sogar auf dem Boden liegen geblieben, bis zu 3cm würde ich schätzen. Obwohl der Wind schon deutlich nachgelassen hatte, spielte der Strom noch immer verrückt, mal war er kurz da, dann wieder weg, usw. Ich hab davon gar nicht viel mitbekommen, da ich die meiste Zeit draußen war, während die anderen drin Puppies gekuschelt haben. Tja, die sind halt Schnee nicht so gewohnt, ich fand das Wetter eigentlich gar nicht so übel ;-)

Am Abend bin ich dann noch zur Lodge gefahren, schauen ob nach dem Sturm dort alles ok ist. Eine ziemlich große Birke ist direkt neben dem Eingang abgebrochen, aber glücklicherweise nicht auf’s Dach sondern von der Lodge weg herunter gefallen. Im Camp hatten wir auch richtig Glück, eine kleine umgefallene Birke im Freilauf von Lappland und ein etwas größerer Baum im Freilauf von Canada, den wir weg sägen mussten, da er auf dem Zaun zwischen beiden Teilen des Freilaufs lag. Verglichen aber mit der Anzahl an umgefallenen oder abgebrochenen Bäumen rund ums Camp herum, erscheint das echt harmlos.

Heute war dann fast wieder T-Shirt-Wetter und endlich mal an der Zeit, das Kanu ans Wasser zu bringen. Susi und Stefan sind mit Quad und Anhänger los, weit ist es ja nicht aber sumpfig. Eher zufällig hab ich einige Zeit später auf mein Handy geschaut und gesehen, dass Susi mir eine Nachricht geschrieben hat, nachdem weder bei mir noch bei Sarah das Telefon geklingelt hatte, bei dem Versuch, Hilfe herbeizuholen. Denn - wie schon befürchtet - ist das Quad mal wieder im Sumpf stecken geblieben. Alex und ich sind dann also mit dem zweiten Quad hin, um es rauszuziehen. Allerdings haben wir auf die Schnelle vergessen, Gummistiefel anzuziehen, was uns ziemlich nasse Füße beschert hat. Während wir versucht haben, das Quad aus dem Schlamm zu befreien, kam auch noch Sarah mit Santano angeritten. Mit vereinten Kräften konnten wir es dann irgendwie doch befreien, auch wenn der ein oder andere etwas Dreck abbekommen hat ;-)

Morgen gibt es noch einen letzten Tag bei meinen Renn-Wuffs, bevor es am Montag in den Urlaub geht… und wenn schon weg aus Lappland während Mittsommer, dann natürlich dorthin, wo es ihn auch gibt: Island steht auf dem Plan :-)

02.06.2016

Viel los in Äkäskero

Heute gibt es mal wieder Einiges zu erzählen bzw. anzuschauen…

 

Erst einmal zu gestern, meinem freien Tag, den ich wie immer in Merasjärvi verbracht habe - jedenfalls zur Hälfte. Ich bin diesmal nicht so lang geblieben, weil ich Grumpy mit ins Camp nehmen wollte, damit Susi sein lädiertes Ohr anschauen kann und ich nicht wollte, dass sie deshalb Überstunden machen muss. Da ich auf dem Heimweg noch einkaufen wollte und es schon wieder 25° im Schatten waren, wollte ich eigentlich mit dem Toyota fahren, da dort Boxen für die Hunde eingebaut sind und ich ihn gut mit offener Tür hätte stehenlassen können. Tja, der war aber irgendwie anderer Meinung, hat nämlich keinen Mucks von sich gegeben. Also doch der Volvo. Den ganzen Weg bis Muonio - gut, so lang ist er auch nicht - hab ich mir überlegt wie ich es dann beim Einkaufen machen soll. Unsere Hunde sind zwar gewohnt im Auto zu bleiben oder am Stakeout, aber eben nicht vor einem Supermarkt angebunden zu sein. Aber bei der Hitze wollte ich ihn wirklich lieber nicht im Auto lassen, auch nicht im Schatten und mit offenem Fenster. Der Eingang vom Supermarkt lag glücklicherweise im Schatten, so dass ich ihn da an einer Säule festmachen konnte. Als ich gegangen bin, war er noch ruhig, aber als ich rauskam hab ich schon drin gehört, dass er bellt. Ich glaube, er dachte, ich setze ihn aus. Als ich ihn dann los gemacht habe, ist er an mir hochgesprungen und hat mich nicht mehr losgelassen. Der Arme, dabei wollte ich doch nur nicht, dass es im Auto zu heiß wird.

 

Im Camp angekommen war Susi gerade mit Rheeta in der Praxis. Sie hatte einen mega angeschwollenen Bauch. Verdacht auf Magendrehung, was lebensgefährlich für die Hunde ist. Wir hatten dann riesig Glück, weil wir die Tierärztin in Kolari noch erreicht haben, die wollte eigentlich gerade Feierabend machen. Also nix wie los. Der Verdacht hat sich dann leider bestätigt und es folgte eine recht schwierige und langwierige Not-OP. Also doch Überstunden…

 

Als wir zurückkamen, wollte dann Ben gerade Kickbike fahren, also hab ich noch kurz zwei Runden mit ihm gedreht, einmal mit Marley und Caribou (so hat es Caribou viel besser gemacht als allein) und einmal mit Mackey und Jingle, was lustig war, denn Jingle ist ja noch ganz jung und nur ein paar Mal im Puppytraining vor einem Schlitten gelaufen. Die Gopro hatten wir auf die Schnelle natürlich wieder vergessen - dafür aber heute… und für’s Video haben wir dann extra die Kickbike-Profis Mato, Marley und Mackey genommen. Anschauen könnt ihr einen kleinen Zusammenschnitt hier: https://www.facebook.com/yvonne.hofschneider/videos/958557827595042/

 

30.05.2016

Sommer in Lappland

Ihr werdet es nicht glauben, wir haben Sommer. Nicht nur, dass die Sonne seit zwei oder drei Tagen gar nicht mehr untergeht, gestern waren es tatsächlich 25° - oder vielleicht sogar noch mehr. Heute waren es immer noch über 20° und der angekündigte Regen war zwar in Muonio, aber bis nach Äkäskero hat er es nicht geschafft. Die Hunde sind da ganz schön platt und mir reichen 15° eigentlich auch. In Lappland ist alles ab 20° irgendwie viel zu warm.

Deshalb hab ich gestern - an meinem freien Tag - auch nicht viel gemacht. Früh erst einmal wieder Fotos der Puppies und dann selbstverständlich meine Wuffs in Merasjärvi besucht. Die hatten aber auch nur bedingt Lust, rumzurennen. Eigentlich haben sie sich recht schnell ein schattiges Plätzchen gesucht und sich wieder hingelegt. Und irgendwie hatte ich dann im Laufe des Tages doch vergessen, dass ich eigentlich mal schauen wollte, wie warm das Wasser im See ist ;-)

Heute war wieder Camp angesagt… und wie so oft die letzten Tage hatten wir Besuch: sowohl die Rentiere als auch Füchse kommen ganz dicht ran, die Rentiere würden sogar mitten ins Camp laufen, wenn wir die Tore zu den Gängen nicht zu machen würden. Leider trägt das warme Wetter auch dazu bei, dass man keine Klamotten mit ausreichend Taschen an hat, um während der Arbeit die Kamera dabei zu haben, so dass es von den Rentieren nur ein Handy-Foto gibt. Beim Fuchs war ich selbst dafür zu langsam ;-)

Nach Feierabend wurde es dann aber noch einmal richtig lustig. Vorgestern hatte ich Ben die Kickbikes gezeigt und ihm für die erste Runde Mato gegeben, der ja im Herbst mein Lieblings-Kickbike-Hund war. Ben meinte, dass Mato gar nicht so richtig begeistert gewesen wäre, was ich mir gar nicht vorstellen konnte, weil er es letztes Jahr geliebt hat. Also sind wir heute zusammen eine Runde gefahren, ich mit Mato, er mit Moonlight. Und von wegen Mato zieht nicht… wir haben den Weg ums Camp probiert. An ein paar Stellen ist es zwar noch recht feucht, was es für das Kickbike bzw. den ziehenden Hund nicht so einfach macht, aber wir sind bis auf den Forstweg gekommen und von dort ist es ja easy zurück zur Straße und von dort nur noch den Hügel hoch und wieder ins Camp. Mato hatte jedenfalls richtig Spaß - und ich auch. Also haben wir die Runde dann gleich noch einmal mit Marley und Herkules, also Vater und Sohn, gedreht. Marley war genauso begeistert wie Mato und auch Herkules hat es super gemacht. Lediglich als wir versucht haben, die Positionen zu tauschen, war er etwas unsicher. Aber als ich ihn dann mit Marley wieder überholt habe, da hat er Gas gegeben. Marley und ich waren trotzdem schneller :-P und das ganz ohne Galoppieren… so hat Ben nämlich auch gleich sehen können, wie gut es ist, wenn die Hunde im Trab bleiben und wie schnell sie selbst dann laufen können. Rennteamtraining hat also begonnen ;-)

 

18.05.2016

Schon so groß…

Heute hatte ich frei, aber wer mich kennt, wird wissen, dass „Ausschlafen“ spätestens um sechs beendet ist… und da es eigentlich gar nicht mehr so richtig dunkel wird - Sonnenaufgang war heute 2:55 Uhr, Sonnenuntergang ist 23:49 Uhr - bin ich meist noch früher wach. Die Sonne am Morgen musste ich dann gleich ausnutzen, endlich mal die Puppies zu filmen, das kommt während der Arbeit meist zu kurz oder es kommen plötzlich Wolken, wenn man schonmal daran gedacht hat, die Kamera einzustecken. Jedenfalls sind die Vaisa/Ghost-Puppies mit ihren jetzt sechs Wochen putzmunter und haben sogar schon entdeckt, wie man Wasser aus dem Napf der Mama trinken kann…

 

Das Video könnt ihr hier anschauen: https://www.facebook.com/yvonne.hofschneider/videos/949160875201404/

 

Nach ner halben Stunde wurde es dann aber doch recht kalt an den Fingern, kein Wunder, es waren ja auch nur knapp über 0°. Also bin ich erstmal rein, mir die Bilder und Videos anschauen.

 

Anschließend hab ich meine Wuffs bei Benkku besucht, die müssen ja schließlich auch ab und zu mit Kuscheleinheiten verwöhnt werden, allen voran natürlich Ranger, der immer ganz aus dem Häuschen ist, wenn ich komme. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass er nach dem Füttern immer die Eimer auslecken darf - so ein paar Privilegien muss der Lieblingshund doch haben ;-)

 

08.05.2016

Puppy-Time in Äkäskero

Frühlingszeit ist Puppy-Zeit in Äkäskero. Die letzten Tage und Wochen war ganz schön viel los - aber seht selbst…

 

Die Ms von Vaisa und Ghost sind jetzt schon fünf Wochen alt, können alleine fressen und kommen schon auf Zuruf bzw. Schnalzen angelaufen… wenn sie nicht gerade schlafen.

Die Ns von Upea und Attila sind zweieinhalb Wochen, haben gerade ihre Augen geöffnet und können uns jetzt auch hören. In zwei, drei Tagen dürfen auch sie immer mal eine Weile mit ins Haus zum Kuscheln - Puppies sozialisieren macht schon Spaß ;-)

Mika und Cisco sind am 03./04. Eltern der Os geworden…

Und vor zwei Tagen haben dann die Kleinen Ps von Ranger und Camilla das Licht der Welt erblickt. Wer die kleine Kuh da hineingeschmuggelt hat, ist mir ein Rätsel, die kommt weder nach der Mama noch nach dem Papa - aber eine Idee für den Namen gibt es schon ;-)

Jetzt warten wir noch auf Giny, die wahrscheinlich ungewollt von einem freilaufenden Hund in Schweden während der Panoramatour beglückt wurde. Als sie plötzlich einen dicken Bauch bekam, hatten wir zuerst Angst, sie könnte einen Tumor haben, aber jetzt sieht sie doch einfach nur sehr schwanger aus… fragt sich nur, was dabei rauskommt - die Hunde, die ich in Keinovuopio frei laufen sehen hab, sahen mir nicht gerade nach Schlittenhunden aus.

 

22.04.2016

Panorama, die letzte

Ihr werdet es nicht glauben, es hat doch noch geklappt. Nicht komplett leider, aber zumindest den zweiten Teil der letzten Panoramatour konnte ich noch mitfahren, denn in der letzten Woche der Saison sollte es ja etwas ruhiger zugehen und die Kollegen die Lodge auch alleine hinbekommen… von den Überraschungen bei meiner Rückkehr spreche ich jetzt mal lieber nicht.

Der Plan war jedenfalls der, dass Simone und ich am Freitag, den 15.04., Andy und seine Gäste in Keinovuopio treffen und dann die nächsten Tage gemeinsam mit ihnen unterwegs sind. Am Freitag hieß das vor allem erst einmal warten, denn wir hatten vereinbart, erst loszufahren, wenn Andy angekommen ist. Da es die Tage zuvor schon recht warm war, wollten wir sichergehen, dass das Futterdepot noch in Ordnung und nicht weggeschmolzen ist.

Kurz vor Mittag dachten wir uns, es könne ja nicht mehr lange dauern - Andy wollte extra früh losfahren - und wir könnten schon einmal mit dem Verladen der Hunde beginnen, als der ersehnte Anruf kam. Allerdings war das noch 10km vor dem Ziel. Statt einer Info über das Depot teilte uns Andy nämlich mit, dass zwei seiner Gäste die Tour nicht weiter fahren wollten. Für die Gruppengröße kam uns das natürlich gar nicht ungelegen, aber das hieß dann auch, dass wir eigentlich jeder nur einen Hund zusätzlich gebraucht hätten. Es war ja schon schwierig, sich auf zwölf Hunde festzulegen, aber dann nur noch zwei? Also in meinem Fall ging das schonmal gar nicht, denn Nansen, Ranger und Lingo waren fix eingeplant. Dazu noch Attila, da ich nicht genau wusste, welche Hunde in den von den Gästen „zurückgelassenen“ Teams waren und Lingo einen lieben Laufpartner braucht, da er selbst manchmal etwas schwierig sein kann. Eigentlich wollte ich auch unbedingt noch Caribou mitnehmen, aber er und Lingo hatten sich schon am Morgen nicht so wahnsinnig gut verstanden, so dass ich mich notgedrungen entscheiden musste. Mit „nur“ acht Hunden machten wir uns dann also auf den Weg. Andy hatte ja gesagt, „bringt mit, wen ihr wollt“, dass es dann so viele waren, hat ihn doch überrascht ;-) wobei Simone später noch auf zwei meiner Hunde verzichtet hat, nachdem sie wusste, welche Hunde schon im Team sind. Ich dagegen habe aus dem ursprünglichen Team nur Beatle behalten. Gonam habe ich zu Andy gebracht und mir dafür Alaska von ihm „geklaut“, den hatte ich ihm nämlich schon von Anfang an mit auf Tour gegeben.

Am Samstag stand dann die hinsichtlich des Streckenprofils wohl anstrengendste Etappe an. Von Keinovuopio ging es Richtung Kilpisjärvi zum Drei-Länder-Eck Finnland/Norwegen/Schweden und dort dann rauf in die Berge nach Pältsa. Bei super Wetter hatte man eine grandiose Aussicht während der teilweise recht langen Anstiege, bei denen man den Hunden natürlich immer etwas helfen muss. Die dicken Jacken haben dabei alle recht schnell ausgezogen. Aber da die Hunde einfach megagut drauf waren, haben sie die gut 50km lange Strecke ohne Probleme gemeistert.

Erst kurz vor Pältsa gab es noch einen kleinen Zwischenfall… Andy wollte eigentlich den Trail etwas umfahren, was aber dann doch nicht ging, weil es auch bei der Umfahrung zu steil geworden wäre. Also mussten wir durch den Tiefschnee bergab und in einer 90°-Kurve wieder auf den Trail. Da mein Team etwas sehr schnell wurde und ich mich ungern in der Kurve überschlagen wollte - es ging da nämlich schön steil weiter bergab - hab ich zusätzlich zur Bremse noch den Anker zum Verlangsamen des Schlittens benutzt. Hat auch funktioniert, nur die Gäste hinter mir waren etwas schnell und haben mich quasi links und rechts überholt, was dazu geführt hat, dass ich komplett anhalten musste, um dem nächsten Team, dessen Hunde nun schräg vor meinem Schlitten standen, nicht reinzufahren. Bis dann alles entwirrt und alle wieder richtig auf dem Trail standen, hat es ein kleines bisschen gedauert ;-)

In Pältsa angekommen blieb den Gästen erst einmal die Sicht auf das „Matterhorn“, das eigentlich der Berg Pältsa ist, verborgen, da sich die angekündigten Schneewolken schon davor geschoben hatten. Den Nachmittag verbrachten wir dann auch überwiegend in der - sehr geräumigen - STF-Hütte, denn bei Schnee wollte keiner so richtig nach draußen.

Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter jedoch wieder von seiner besten Seite, die Sonne ging auf und es waren nur ein paar Wölkchen am Himmel zu sehen - beste Bedingungen für die anstehende 105km-Etappe nach Järämä.

Gleich zu Beginn haben wir ein paar verrückte Rentiere getroffen… zuerst sind sie in einiger Entfernung auf einem Bergkamm parallel zu uns gelaufen, dann entschlossen sie sich aber plötzlich, doch lieber zum Rest der Herde auf die andere Seite zu wollen. Mit hohem Tempo kamen sie direkt auf den Trail zugerannt und kreuzten ihn nur wenige Meter vor Andy’s Team.

Danach sind Simone und ich dann abwechselnd vorne gefahren und haben den Trail für Andy und die Gäste gespurt. Zwischenzeitlich kam mal etwas Nebel und Wind auf, so dass wir die anderen gar nicht mehr sehen konnten, aber von schlechtem Wetter waren wir noch immer weit entfernt. Zu Übungszwecken hätte uns Andy das ja eigentlich schon gewünscht ;-) aber stattdessen kam ziemlich bald die Sonne wieder zum Vorschein.

In Pulsujärvi übernahm Andy wieder die Führung, da der Trail auf den letzten 15km recht schwierig zu finden sein würde. Tja, mit Trail war dann aber ohnehin nicht viel. Schon wenige Meter nachdem wir von der Straße abgebogen sind, steckten wir bis zur Hüfte im Tiefschnee. An ein Durchkommen war nicht zu denken, so dass Andy beschloss, notgedrungen die Straße nach Järämä zu nehmen. Glücklicherweise handelt es sich dabei nicht um eine „richtige“ Straße, sondern „nur“ um einen Schotterweg, auf dem größtenteils auch noch Schnee lag. Ansonsten mussten wir auf den Randstreifen ausweichen. Ein paar Mal ging das jedoch nicht, beispielsweise an Brücken, da mussten wir über den Asphalt und ab und an konnte man auch dem Schotter nicht ganz ausweichen. Trotz Abspringen und neben dem Schlitten her laufen, hat das meine Schlittenbeläge komplett ruiniert. Sie waren vorher schon nicht die schnellsten - was mir für die Wildnistouren immer ganz recht war, um nicht so lang auf die Gäste warten zu müssen - danach liefen sie aber fast gar nicht mehr.

Als wir Järämä endlich erreicht hatten, waren nicht nur die Hunde erschöpft, sondern auch die Gäste. Kein Wunder, der Weg auf der Straße hat die Etappe noch etwas verlängert und diese Distanz ist außer mir und den Rennhunden ja eigentlich keiner gewohnt. Auch Lingo, der den ganzen Tag im Lead gelaufen war und einen super Job gemacht hat, war total erledigt. Vor der Tour hatte ich auch nicht wirklich daran gedacht, dass er natürlich nicht nur gegenüber meinen, sondern auch gegenüber den Ellesmere-Hunden einen deutlichen Trainingsrückstand hat, da er dieses Jahr mit Grönland nur relativ kurze Wildnistouren gelaufen ist. Umso bemerkenswerter ist es, dass er nicht ein einziges Mal geschwächelt hat, während ich Nansen zwischenzeitlich mal aus dem Lead nehmen und ihm eine Pause gönnen musste. Lingo wäre schon wirklich ein toller Hund für Langdistanzrennen…

Auf der Hütte hielt sich das Abendprogramm dann ziemlich in Grenzen. Nach dem Abendessen sind alle gleich schlafen gegangen, ich nach draußen ins Biwak, da die Hütte recht klein ist und ich sowieso gerne direkt neben den Hunden schlafe. Wobei es mir diesmal etwas kalt wurde als die Temperaturen Richtung -20° fielen ;-)

Am Montag stand dann eine ganz entspannte, nur 45km lange Etappe nach Övre Soppero an. Wir haben dort - wie schon bei meinen zwei Tagen Panoramatour mit Christoph & Co. - wieder bei Per Nils - einem echten Lappen - übernachtet. Problem war nur, dass wir schneller waren als ursprünglich geplant und er uns erst einen Tag später erwartet hätte. Bis wir ihn telefonisch erreicht haben, haben wir es uns erst einmal in der Sonne gemütlich gemacht. Gaskocher sei Dank gab es auch Kaffee für den Rest der Gruppe… und dann viel Zeit um Quatsch mit den Hunden zu machen oder einfach zu entspannen ;-)

Dienstag war der einzige Tag, an dem das Wetter nicht ganz so angenehm war. Relativ feuchter Schnee und Wind machten das fahren nicht ganz so attraktiv wie an den anderen Tagen. Dabei war der Trail durchaus interessant. Von Övre Soppero nach Lannavaara ging es den Lainiojoki entlang. Im Gegensatz zum letzten Mal hatte der aber schon einige offene Stellen, die man umfahren musste. In Lannavaara hingegen waren die tief hängenden Stromkabel samt Masten entfernt worden, dafür wartete schon das nächste Hindernis. Der Trail führte nämlich eigentlich ein kleines Stück auf einer Waldstraße entlang und da gab es absolut keinen Schnee mehr. Ja, meine Beläge waren eh schon ruiniert, aber irgendwie wollte man die letzten zwei Tage ja trotzdem noch voran kommen, ohne den Schlitten die ganze Zeit schieben zu müssen. Also ist Simone, die zu diesem Zeitpunkt vorne war, einfach einer anderen Motorschlittenspur gefolgt und mit Hilfe des GPS sind wir doch dann tatsächlich wieder auf dem richtigen Trail rausgekommen. Die Stelle ist mir sogar beim letzten Mal schon aufgefallen, nur gab es zu dieser Zeit noch keine Spur drin.

Weiter führte uns der Weg dann Richtung Saivomuotka. Ziel war diesmal allerdings keine Hütte, sondern eine Holzkota etwa 15km vor der Ortschaft. Das wurde dann nämlich die Luxuszeltübernachtung, also Schlafen im Zelt, aber Kochen und Essen am Feuer in der Kota. War richtig gemütlich von etwas viel Rauch, nach dem die Sachen hinterher schlimmer gestunken haben als von den Hunden, mal abgesehen.

Am Mittwoch ging es dann für meine Wuffs nach Hause, also zu Benkku. Der mittlere Teil des Trails war noch recht anstrengend, da es viel bergauf ging, aber als wir die Kreuzung zu unserem normalen Trainingstrail passiert hatten, da wussten auch die Hunde, dass es nicht mehr weit ist und sind den anderen davon gelaufen. Sie waren wohl ganz glücklich, dann in ihren Zwingern einfach nur entspannen zu dürfen…

Auf jeden Fall war es ein super Saisonabschluss, noch einmal mit den Hunden unterwegs sein zu können - und das auch noch in den Bergen. Jetzt müssen nur noch morgen die Gäste verabschiedet werden und dann ist der Winter 2015/2016 auch schon wieder vorbei. Aber das macht überhaupt nichts, denn im Sommer gibt es ja auch genug zu tun…

 

12.04.2016

Spaß

Heute hab ich mir mal wieder einen freien Tag genehmigt und da ich gerade in der Lodge bin, dachte ich mir, geh ich doch endlich mal wieder auf den Äkäskero. Nicht alleine natürlich, das wäre ja langweilig.

Da meine Wuffs wieder auf Tour sind, wollte ich eigentlich Caribou zu mir nehmen, der hat sich ja schon als braver Haushund bewährt. Da aber Mato nach dem ersten Tourtag etwas gelahmt hat, musste Caribou einspringen. Zwar schien es gestern Morgen wieder ok zu sein, allerdings zeigte sich dann abends in der Lodge, dass er doch nicht ganz sauber läuft. Also lieber nicht mit Mato auf den Äkäskero, denn wenn der Schnee weich ist und er einbricht, wäre das sicher nicht gut. Im Mökki war Mato superlieb, aber als ich ihm heute Morgen gesagt habe, wir gehen jetzt ins Camp, ich hole nur kurz die Mütze aus dem Auto, da hat er mich wohl nicht beim Wort genommen…

Wir sind dann aber natürlich trotzdem nicht mit dem Auto gefahren, sondern zu Fuß gegangen. Morgens ist der Schnee ja auch noch ganz ok.

 

Im Camp hab ich dann unsere Kleinsten besucht, in einer Woche sind die schon ganz schön gewachsen…

Danach bin ich eine kleine Runde mit Yentna spazieren gewesen. Sie ist die jüngste unserer zugekauften norwegischen Hunde und leider wurde sie nicht sozialisiert und hat Angst vor Menschen. Deshalb braucht es viel Geduld und Zeit, damit sie lernen kann, dass Menschen nicht böse sind.

Anschließend hab ich mir einen alten Bekannten geschnappt, den Lingo, unseren „Schön-Husky“, der letztes Jahr noch im Rennteam war. Lingo durfte mich auf den Äkäskero begleiten, was ihm sichtlich Spaß gemacht hat. Und dann haben wir gleich noch „Werbefotos“ gemacht. Blick auf die Lodge vom Äkäskero aus bzw. von der gegenüberliegenden Seeseite, natürlich mit Hund im Bild ;-)

 

05.04.2016

Nachwuchs

Der erste Nachwuchs des Jahres 2016 ist da… Gestern Morgen sind sechs kleine süße Wuffs geboren. Mama Vaisa und die Kleinen sind wohlauf. Papa Ghost ist gerade mit Andy auf Tour. Aber da sie heut zufällig am Camp vorbeigekommen sind, hab ich Ghosti natürlich gleich die frohe Botschaft überbracht ;-)

Sonst war es heute mal ein ruhiger Tag. Offiziell hatte ich frei, aber natürlich hab ich in der Früh trotzdem erstmal meine Hunde versorgt. Danach sind André und ich mit den Motorschlitten auf den Särkitunturi gefahren. Unsere Hoffnung, das Wetter könnte dort oben besser sein, wurde leider nicht erfüllt und die Aussicht lag komplett im Nebel, aber trotzdem war es cool. Anschließend sind wir noch die „große Seenkunde“ gefahren, bevor wir mittags dem Äkäsmylly Café einen Besuch abgestattet haben…

 

Morgen steht dafür wieder Lodge an. Da der Koch frei hat, darf ich neben der Rezeption dann auch noch das Dinner machen. Ein Teil ist ja vorbereitet, aber leider nicht alles. Mmh, dabei kann ich doch gar nicht kochen ;-)

 

02.04.2016

On tour with Ellesmere

Sooo, jetzt muss ich für zwei Wochen das Schreiben nachholen… und werde garantiert ganz, ganz viel vergessen. Aber wenn ich nicht anfange, dann hilft es ja auch nicht ;-)

Also, ich hatte ja schon angedeutet, dass ich mit Andy’s Ellesmere-Wuffs zwei Wildnistouren fahren würde. Und ganz ausnahmsweise hat sich dieser Plan mal nicht geändert. Gute Gelegenheit also die potentiellen nächsten Rennteam-Kandidaten anzuschauen. Mmh, einige haben Potenzial, andere sind super lustige Schlittenhunde, aber vielleicht nicht ganz so gut geeignet für lange und dennoch schnelle Einheiten. Wobei ich zugeben muss, die „Testbedingungen“ waren nicht ideal. In der ersten Woche hatten wir immerhin nachts noch um die -25°, da waren die Trails auch tagsüber bei Sonnenschein und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt hart und schnell, aber diese Woche war es echt nicht schön. Selbst nachts ging das Thermometer nur knapp unter 0° und es war nicht nur viel zu warm für die Hunde, sondern auch die Trails waren so weich, dass man eigentlich die ganze Zeit nur aufpassen musste, dass keiner doof irgendwo in ein zu tiefes Loch tritt.

Die Motivation meines Guideteams sah daher entsprechend aus…

Nein, quatsch, das Foto war natürlich nach dem Laufen. Die Hunde haben sich wirklich tapfer geschlagen. Im Gegensatz zur ersten Woche hatten sich auch meine Leader Ivalo und Goofy, die vorher noch nicht in der Kombi gelaufen sind, angefreundet und auf den Seen konnte man gut Kommandotraining bei den ganzen Spurwechseln machen. Am ersten Tag war es noch so, dass Ivalo gleich mal zeigen wollte, wer der Chef ist. Goofy wollte am liebsten immer von ihm weg, was mir gleich an der ersten Kreuzung einige Diskussionen eingebracht hat. Genau genommen bin ich sicherlich fünf Mal nach vorn gegangen bis sie endlich richtig abgebogen sind. Aber das ist ja dann von Tag zu Tag besser geworden.

 

Bongo und Chibiny dahinter sind eine Traum-Kombi, wenn auch wirklich nicht rennteam-geeignet. Die sind beide so lustig, entweder liegen sie halb tot im Schnee oder sie stolpern über ihre eigenen Füße. Ich hab selten Hunde gesehen, die sich so dämlich angestellt haben, wenn sie mal über die Leine gestiegen sind ;-) ja, mein Leinensystem ist vielleicht etwas anders als das, was sie gewohnt sind, aber wie sie dich dann anschauen, wenn sie wieder einmal nicht alle vier Füße auf einer Seite der Gangline haben, ist zu komisch…

Hinten hatte ich in der ersten Woche Crunchy und Geronimo, in der zweiten Woche Crunchy und Bering. Auf letzteren hab ich mich ja wirklich gefreut, er sieht nämlich seiner Schwester Boreal, die es mir seit letztem Frühjahr mit Lappland auf Tour angetan hat, sehr ähnlich und verhält sich auch so. Wenn er nicht gerade wirklich Probleme mit der Wärme hat, arbeitet er super, schöner laufen tut allerdings Boreal ;-)

Hinter mir hatte ich ein megastarkes Team mit den drei F’s Fairbanks, Fennek und Fridjof. In der ersten Woche war noch Bering bei Fairbanks, aber das war mir dann doch ein bisschen zu viel Chaos. Und da Marley früher von Panorama zurück war, konnte ich ihn mitnehmen und wusste sicher, dass es ruhiger werden würde. Hat super geklappt.

 

Das zweite Gästeteam wurde von Baloo, unserem neuen Hund aus Norwegen, der schon Iditarod gelaufen ist, und Taisto, auf den ich schon seit letztem Jahr für’s Rennteam scharf bin, angeführt. Zwei coole Hunde… wie Taisto auf dem Bild beweist.

So, und dann höre ich mal auf, jeden Hund einzeln vorzustellen, sonst komme ich ja nie weiter…

 

Die letzte Tour verging wie im Flug, aber gerade der letzte Tag hatte es noch einmal in sich. Auf dem Särkijärvi bekamen wir Besuch von einem Hubschrauber. Nicht nur, dass ich hier noch nie einen gesehen hatte, noch erstaunter war ich als er neben uns ganz weit runter kam… vielleicht hat er andersrum noch keine Hundeschlitten gesehen, denn ganz offensichtlich suchte er nichts auf dem See, sondern drehte einfach nur eine Runde über uns. Dann ging es weiter nach Särkilompolo, wo die Audis ihre Runden auf dem See drehen. Eigentlich sollten die neugierige Blicke ja gewohnt sein, aber einer hat es doch glatt geschafft, gerade als wir vorbeikamen, irgendwie von der Strecke in den Schnee (oder Wasser?) zu rutschen und steckte erst einmal fest ;-)

Weiter auf dem Trail kreuzten wir zuerst eine Gruppe von Harriniva. Dann kamen uns weitere vier Hundeschlitten entgegen. Wir haben sie brav vorbeigelassen und ich habe mich im Vorbeifahren noch gewundert, warum die Hunde von Harriniva aussehen wie unsere ;-) haha, es waren ja auch unsere, nur komischerweise fehlte der Guide und der Rest der Gruppe. Irgendwie waren die letzten vier Gäste an einer Kreuzung falsch abgebogen. Eddy hat dann die anderen gebeten zu warten und die „verlorenen“ Gäste „verfolgt“. Da seine anderen Gäste ja eh auf meinem Weg waren, hab ich sie dann einfach eingesammelt und mitgenommen, damit sie nicht mehr so lang warten müssen. Sehr lustig war dann, dass der Gast hinter mir - ich hab sie vor meine eigenen Gäste genommen, da ich bei denen ja wusste, dass sie fahren können - überhaupt nicht hinterher kam. Kein Wunder, wenn man unentwegt „go, go, go, ok, ok, ok, go, go, go“ schreit. Die Schlussfolgerung der Gäste war, die Hunde folgen mir nicht, weil sie mich bzw. meine Hunde nicht kennen. Gut zu wissen, dass es Lappland war - die haben mich ja hoffentlich nicht alle vergessen ;-) nachdem ich dem Gast dann das „go“ verboten und „ok“ auf loslaufen beschränkt habe, lief es tatsächlich auch viel besser. Tja, Männer sollten wohl öfter mal die Klappe halten ;-P Kurz vor dem Camp hab ich dann Luca angerufen, damit er mit dem Skidoo die Lappland-Gäste in ihren Kennel leitet und meine Gäste mir folgen können. So konnten wir es uns sparen, Schlitten und Hunde hinterher durch’s Camp führen zu müssen.

 

Eigentlich hätte ich dann schon seit gestern in der Lodge sein sollen, aber Sirpa war so lieb, ab dem Mittag für mich zu übernehmen. So konnte ich mit Andy nach Keinovuopio, Depot für die Panoramatour fahren. Und wen habe ich da getroffen? Steffi natürlich mit ihren Gästen, unter anderem Silvia und Stephan, die letztes Jahr bei mir beim Rennteam waren. Aber wen hat denn wohl Silvia in ihrem Team? Mein kleine Boreal… da war erstmal kuscheln angesagt ;-) Bei einem Kaffee bzw. Tee haben wir dann noch etwas gequatscht und uns erst gegen 18:30 auf den Weg zurück gemacht. Ganz schön viele Tiere sind übrigens gerade unterwegs, auf der Tour hatte ich schon einen Schwan auf dem Nivunkijärvi, zwei auf dem Särkijärvi, jede Menge Schneehühner und natürlich immer wieder die Kukkelis. Auf dem Weg nach Keinovuopio und zurück haben wir zwei Schneehasen gesehen und einen kleinen süßen Fuchs. Dafür hab ich Rudi, unser Lodge-Rentier die letzten Tage nicht gesehen. Mmh, dann kann ich ja Ranger wieder mitbringen ;-)

 

20.03.2016

Nur 2 Tage

…aber immerhin. Bevor heute meine Wildnistour mit Ellesmere gestartet ist, durfte ich am Donnerstag und Freitag doch die ersten zwei Tage der Panoramatour mit meinen Wuffs und Christoph, Cornelius und Roman fahren. Es war einfach super und ich wäre so gerne weitergefahren…

Am ersten Tag haben wir um 8.00 Uhr die Hunde verladen und sind mit Sack und Pack nach Saivomuotka gefahren, unserem Startpunkt. Von dort sind wir gegen 11.00 Uhr Richtung Övre Soppero aufgebrochen. Der Trail war recht einfach zu finden, war er doch schon markiert für’s Tobakslöpet, das nur einen Tag später gestartet ist. Bei super Sonnenschein, aber auch recht viel Wind, waren wir flott unterwegs - bis Christoph mir nach ca. 30km sagte, dass sein Schlitten gebrochen sei, auf der rechten Seite sowohl der senkrechte als auch der diagonale Steher. Normalerweise passiert sowas ja vor allem, wenn jemand stürzt oder sehr heftig irgendwo davor fährt, was aber diesmal nicht der Fall war. Wahrscheinlich war es eher so, dass beides schon angebrochen war und durch den Zug auf die Leinen, die genau am unteren Ende des Stehers befestigt sind, dann letztlich der Bruch entstand. Wir haben zuerst noch versucht, weiter zu fahren, aber kurz darauf beschlossen, es doch erst einmal notdürftig zu flicken. Während ich die Snackpause für die Hunde vorgezogen habe, hat Christoph sich um seinen Schlitten gekümmert. Die restlichen Kilometer bis Soppero sollte er halten.

Kurze Zweifel bekam ich in Lannavaara, etwa 20km vor dem Ziel. Eigentlich sollte die Schwierigkeit dort darin bestehen, den Trail richtig zu fahren, die einzige Stelle, an der man sich wirklich auf eine Abzweigung konzentrieren musste. Das war aber gar nichts im Verhältnis zu dem, was dann folgte. In der nächsten Kurve stand nämlich ein komisches Fahrzeug auf dem Trail, so eines, was für Arbeiten an den Stromkabeln benutzt wird. Da konnten wir noch halbwegs einfach drum herum fahren, aber dann wurde es abenteuerlich. Denn es ging einen Hang herab, unter den Stromkabeln entlang. Problem war: die Stromkabel hingen bis fast am Boden bzw. weiter unten dann sogar komplett auf dem Boden. So war es vollkommen unmöglich, den eigentlichen Trail zu fahren. Stattdessen mussten wir uns etwas rechts halten. Da waren jedoch durch Motorschlitten oder dieses komische Arbeitsfahrzeug quer zu unserer Fahrtrichtung bzw. anschließend einfach kreuz und quer, ca. 70 cm tiefe und 40-50 cm breite Spuren. Zu breit also, als dass die Hunde problemlos darüber hätten laufen  und zu schmal (bei den in Fahrtrichtung verlaufenden), um mit dem Schlitten darin fahren zu können. So langsam wie nur irgend möglich sind wir also den Hang hinunter, mehr gerutscht und balanciert als gefahren, aber selbst die Kurve am Ende haben wir geschafft, ohne uns in den Kabeln zu verfangen - was nicht ganz einfach war. Logischerweise war ich als erstes unten. Dort angekommen hielt ich voller Bangen an, ob Christoph’s Schlitten gleich komplett kaputt wäre. Aber siehe da, er hat es so weit überlebt.

Dann ging es auf einen Fluss. Nansen war natürlich überhaupt nicht begeistert, Wasser und Eis mag er nicht. Trotzdem hat er es aber gut gemeistert. Ab und zu konnte ich sogar noch einige der Markierungen für’s Rennen wieder aufstellen. Die waren umgefallen und an der ein oder anderen Stelle war es dann gar nicht so einfach, die nächste Markierung zu erkennen, wenn dazwischen mehrere gefehlt haben. Also dachte ich mir, bin ich mal nett zu den Rennmushern ;-)

In Övre Soppero angekommen habe ich Per Nils, einem echten Lappen, der auch für den Checkpoint beim Rennen verantwortlich ist, dann gleich von unserer Tortur in Lannavaara erzählt und er hat sich drum gekümmert, dass es noch vor Rennbeginn gerichtet wird. Denn sonst hätte es garantiert jede Menge verletzte Hunde gegeben.

Christoph, Cornelius und Roman haben unterdessen den Schlitten stabilisiert, einen Tag musste er es noch schaffen, denn Andy konnte erst zum Wechselpunkt einen neuen mitbringen. Solche Gäste hat man doch gern - die selbst reparieren, wenn sie etwas kaputt machen ;-)

Etwas später kam auch Benkku dazu, um uns am nächsten Tag den Weg nach Järämä zu weisen. Aber bevor es so weit war, durften wir am Abend noch Nordlichter über dem Lainiojoki (so heißt der Fluss, auf dem wir gefahren sind) bewundern. Eine echte Panoramatour eben :-)

Am nächsten Morgen konnten wir es ruhig angehen lassen, denn im Gegensatz zu den 80km am Vortag, standen nur so etwa 50km - die sich am Ende sogar als nur 45km dargestellt haben - auf dem Programm. Per Nils hat uns den Weg auf einen Skidootrail der Lappen gewiesen. Dort gab es zwar keine Markierungen - und keinen Telefonempfang! - aber bis auf eine Stelle war der Trail eigentlich eindeutig… und an der einen Stelle, wo es zwei Möglichkeiten gab, stellte sich nach etwas Verwirrung und letztlich einfach Ausprobieren heraus, dass ohnehin beide Spuren wieder zusammenliefen…

Trotz teilweise recht starkem Gegenwind waren wir wieder sehr schnell unterwegs und nach etwa drei Stunden wartete Benkku in Järämä auf uns. Ich wusste ja, dass wir zu einem gelben Haus - besser einer kleinen gelben Hütte - mussten, aber wäre er nicht da gewesen, hätten wir das hundertprozentig nie gefunden. Denn aus der Richtung ist es gar nicht zu sehen, wenn man ins Dorf kommt… Nachdem die Wuffs vorerst versorgt waren, warteten wir auf Andy, dem ich schweren Herzens meine Gäste und Hunde übergab.

 

Damit ihr euch einen kleinen Eindruck verschaffen könnt, ein paar Bilder aus dem wirklich windigen Järämä… auf die Bilder aus Övre Soppero und vom geflickten Schlitten muss ich noch warten bis die Gäste von der Tour zurück sind - da hab ich nämlich selbst nicht fotografiert.

 

verstecken vor dem Wind...

so anstrengend ist Panoramatour ;-)

 

14.03.2016

Letztes Training vor der Panoramatour

…leider nur für die Hunde - nicht für mich. Also, die Panoramatour meine ich.

Mmh, es war ja alles anders geplant. Eigentlich hatten wir für diese eine Sonder-Panoramatour, die wir mit nur drei Gästen und unseren Rennhunden - ursprünglich nach dem Finnmarksløpet - fahren, gedacht, ich könnte sie guiden, denn wir würden im Januar/Februar in den Bergen trainieren und dann würde ich automatisch den Trail kennen. Tja, das kam ja dann alles anders. Und da ich mit den Gästen nicht irgendwo in der Wildnis stranden will, wird nun Andy die Tour fahren. Wobei Christoph, einer der Gäste, da weniger Bedenken hat als ich, er meinte sie seien alle geübte Kartenleser… na dann, sollten wir vielleicht mal wieder die Pläne ändern ;-)

Jedenfalls waren meine Wuffs ja in der letzten Woche mit Markus auf Tour. Um jetzt nicht fast eine ganze Woche Pause zu haben und dann am Donnerstag beim Start vollkommen verrückt zu sein, hab ich heute nochmal eine kurze Trainingseinheit eingeschoben. Ganz so lang konnte sie schon deshalb nicht sein, weil ich gerade mal wieder in der Lodge aushelfen muss und nur so lange weg sein konnte wie es auch die Gäste waren. Und dann musste ich die Runde noch etwas kürzen, weil meine Wuffs Markus, der mich mit dem zweiten Team begleitet hat, gleich am Start mal etwas lädiert haben… jetzt bin ich nicht nur ihm was schuldig, sondern krieg auch gleich noch Ärger vom Chef, weil ich unsere Guides kaputt mache ;-)

Aber mal abgesehen von dem kleinen Startunfall waren die Hunde gut drauf. Es hat auch endlich mal wieder die Sonne geschienen. Nach ein paar grauen Tagen zuletzt, war das ein super Bild. Nur dass es so warm war, hätte nicht sein müssen, es ist ganz schön viel Schnee von den Bäumen runter gekommen. Für morgen sind +5° angesagt, Hilfe!!! Aber ab dem Wochenende soll es wieder kälter werden, trotz - oder wegen? - jeder Menge Sonnenschein. Mmh, Sonne… da dürfen sich meine Gäste dann auf frühes Aufstehen einstellen, wenn ich ab Sonntag für Andy Wildnistouren fahre :-) Ich hoffe mal, da kommt nicht auch noch was dazwischen - außer die Panoramatour vielleicht *grins*, mit den Ellesmere-Hunden auf Tour ist nämlich fast so gut wie mit meinen…

 

03.03.2016

Abendliche Spazierfahrt

Da meine Wuffs ja derzeit im Camp sind und es nicht so wirklich lustig ist, mit ihnen Touristengruppen zu begegnen, hab ich das Training derzeit auf nachmittags/abends verlegt. Am Montag war das richtig schön, weil den ganzen Tag die Sonne schien und ich dann die ersten zwei Stunden meiner Tour im Sonnenuntergang fahren konnte. Heute war es zwar fast den ganzen Tag grau in grau, aber zwischendurch hat sich die Abendsonne so ein kleines bisschen blicken lassen, bevor sie untergegangen ist.

Ich bin gemeinsam mit Andy gefahren, so konnten wir alle derzeit laufenden Hunde mitnehmen und sind mit zwei 9er-Teams raus. Zuerst ist Andy vorgefahren, um mir noch einen Trail zu zeigen, den ich noch nicht kannte. Er hatte unser Dream-Team Nansen und Marley im Lead, aber Marley hatte beschlossen, heute mal wieder stur sein zu wollen… schon kurz nach dem Start wollte er nicht dahin abbiegen, wo wir hin wollten, so dass Andy die Hunde um die Kurve führen musste. Da die Wuffs dann den Schlitten schon angezogen haben, bevor Andy wieder drauf stand, ist er kurzerhand einfach vorne aufgesprungen und erst einmal ein Stück im Sitzen mitgefahren, bevor er wieder nach hinten geklettert ist. Das sah echt lustig aus, leider hatte ich keine Kamera dabei und wäre wohl auch nicht schnell genug gewesen ;-)

Dann ging es erst einmal den geplanten Trail entlang, vorbei an unserer Hütte am Jokijärvi, wo Simone gerade mit ihrer Gruppe verweilt. Nachdem wir wieder auf meinem bekannten Trail waren, meinte Andy, dass ich ja jetzt „nach Hause“ fahren, also guiden, könnte. Ich bin daher an seinem Team vorbeigefahren, was Susi und Vulcano im Lead gut gemacht haben. Nur als sie dann vorbei waren, waren sie schon sehr verunsichert, warum sie jetzt plötzlich vorne laufen sollten… also da haben wir wohl noch etwas Übungsbedarf für die nächste Saison. Schließlich können wir ja nicht davon ausgehen, bei jedem Rennen Startnummer 1 zu bekommen ;-)

Auf dem Rückweg sind wir dann noch ein paar verrückten Skidoofahrern begegnet. Einer ist so schnell über eine Kuppe gesprungen gekommen, dass ich wirklich Angst hatte, er fährt mir ins Team, aber glücklicherweise hat er es noch geschafft, auszuweichen.

Mit der Zeit hatten sich auch Susi und Vulcano vorne eingelaufen und es war gar nicht mehr weit bis zum Camp als die nächste Überraschung auf uns wartete. Der Trail kreuzt kurz vor der Hauptstraße einen Skidootrail, auf den wir links abbiegen mussten. Nur ist irgendjemand auf die superschlaue Idee gekommen, von der Hauptstraße aus ein Stück in Richtung unseres Trails die Straße zu räumen. So kam man erst einmal an einen riesengroßen Wall, musste dahinter auf die geräumte Fläche und dann links wieder einen Wall hoch. Zuerst hab ich noch nicht einmal gesehen, wo es überhaupt langgeht und sicherheitshalber mal angehalten. Andy wollte mir dann über den Wall und um die Kurve helfen, aber sein Team meinte wohl, es sei wieder an der Zeit, die Positionen zu wechseln und lief schon halb an mir vorbei. Da meine Anker heute - im Gegensatz zu Montag und Dank des Riesenankers - hielten, beschlossen wir, erst Andy’s Team an meinem vorbeizulotsen. Ich hielt also meine Hunde zur Seite und Andy durfte über den Wall fahren. Soweit alles gut, nur wollte Marley dann natürlich nicht den Wall nach links hoch… geradeaus war ja viel einfacher. Bevor sie zur Hauptstraße laufen konnten, bin ich schnell hinterher gerannt und habe das Team festgehalten, denn Andy konnte auf der geräumten Straße ja auch nur bedingt bremsen. Zu zweit konnten wir sie dann auf den richtigen Weg lenken… musste nur noch mein Team folgen. Haben sie auch super gemacht. Wie ich dabei über die Wälle gesprungen bin, kann ich jetzt gar nicht mehr so wirklich nachvollziehen. Langweilig war der Ausflug jedenfalls nicht ;-)

 

25.02.2016

Tohuwabohu

Da denkt man, man hätte mal wieder mehr Zeit für's Schreiben und dann... nix war's - wie ihr wahrscheinlich schon festgestellt habt.

Sicher vergesse ich jetzt ganz viel, was in der letzten Zeit passiert ist, aber zumindest über das Aktuelle kann ich euch ja mal auf den letzten Stand bringen.

Jaaa, also zunächst einmal kam dem geplanten Blog-Eintrag vor zwei Wochen ein "Noteinsatz" als Guide dazwischen. Es waren zwar nur zwei Nächte auf der Hütte und zwei Tage Tour, weil Lisa den Anfang noch selbst gefahren war, aber damit nahm das Chaos irgendwie seinen Lauf.

Diese Woche war ich nämlich schon wieder Guide. Diesmal für André, der unterdessen neue Schlitten gebaut hat. Das heißt, ich durfte mit Alaska raus, meinen Tourhunden als ich selbst noch Gast war. Die Tour verlief ganz angenehm. Wir konnten zwar keine megaweiten Distanzen fahren, da es - wie schon seit Wochen seit es nicht mehr -40 hat - jeden Tag wieder geschneit hat. Aber die Hunde haben sich auch bei teilweise recht verschneiten Trails tapfer geschlagen und waren alle ganz brav. Nur am letzten Tag mussten wir auf dem Sumpf wieder umkehren, weil Nele und Nevada den Trail nicht finden konnten. Mir ging es allerdings auch nicht besser, ich hab nicht mal unsere Markierungszeichen gesehen…

Die Tour war dann also die bessere Alternative als in der Lodge zu sein, wo sie mich eigentlich auch gebraucht hätten... ich glaube, die müssen mich klonen, damit ich immer an zwei Orten gleichzeitig sein kann ;-)

Ich hoffe ja, dass sich nach meiner Rückkehr von der Tour die Situation etwas entspannt hat und ich Zeit habe, mit meinen Wuffs rauszufahren.

Ach, da fällt mir ein, was ich noch nicht geschrieben hab: vor der Tour hab ich ein paar Tage in einem unserer Mökkis bei der Lodge übernachtet und wer hat mir da wohl Gesellschaft geleistet? Der Ranger :-) die erste Nacht war er noch etwas unruhig. Die zweite hat er durchgeschlafen bis um vier. Dann wollte ich ihn mal raus schicken, aber so richtig wollte er gar nicht. Er hat sich dann gleich wieder hingelegt und weiter geschlafen bis ich aufgestanden bin. Selbst als ich gefrühstückt habe, hat er nur mal kurz den Kopf gehoben, um zu schauen. Da es für ihn erst im Camp Futter geben sollte, hat er es sich einfach noch etwas gemütlich gemacht. Nur das Autofahren, das mag er nach wie vor nicht. Die Leine hab ich ja immer nur alibimäßig dabei, Ranger folgt mir sowieso auf Schritt und Tritt - nur wenn er dann ins Auto soll, dann läuft er gerne ein paar Meter weg und ich muss ihn einfangen ;-)

 

02.02.2016

Schon so groß…

Gestern hab ich seit langer Zeit mal wieder das Camp bei Tageslicht gesehen. Nicht nur, um kurz mal was abzuholen oder jemanden abzuliefern - obwohl ich tatsächlich wieder zwei Hunde von uns mitgenommen habe. Levi werde ich nun endgültig ans Camp abgeben müssen :-( und Quattro musste untersucht werden. Aber es war tatsächlich mal etwas Zeit, auch die Jüngsten im Kindergarten zu besuchen, da war ich eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr. Jetzt sind sie schon fast sechs Monate alt unsere 24 Welpen vom August. Alle auf einmal fotografieren, ist etwas schwer, aber zwei, drei schöne Bilder hab ich für euch.

Der erste, Kobuk, ist mein Lieblings-„Nansi“ wie ich die Kinder von Nansen und Nakita nenne. Der zweite ist sein Bruder Kaltaq und dann ist da noch Joulu, Sohn von Puma und Cisco… alles potentielle Rennteam-Kandidaten ;-)

 

31.01.2016

Ruhig ist es geworden

…auf meinem Blog, ich weiß. Schon länger wäre ich euch ein Update schuldig, was so passiert um mich herum.

Die letzten Wochen waren nicht ganz einfach, entweder war gerade so viel zu tun, dass keine Zeit mehr blieb, etwas zu schreiben oder - und das ist zugegebenermaßen der Hauptgrund - ich wollte nicht schreiben, weil das ganze Hin und Her schon für mich belastend war und ich das Gefühl gehabt hätte, mich unglaubwürdig zu machen, wenn ich mal schreibe, dass wir zum Rennen fahren, dann mal wieder nicht, dann doch, etc.

Heute wäre es eigentlich soweit gewesen, Aufbruch zum ersten Rennen. Aber es ist wieder einmal alles anders gekommen als geplant. Es gibt einfach viel zu viel zu tun in der Firma als dass wir es uns leisten könnten, eine ganze Woche weg und zeitweise vielleicht nicht erreichbar zu sein. Und auch bei den Hunden mussten wir nach der längeren Zwangspause wegen der extrem kalten Temperaturen in den Trainings diese Woche einige Ausfälle verzeichnen. Nichts Schlimmes, aber doch so, dass wir ein paar Hunde nicht guten Gewissens auf ein 650km-Rennen schicken könnten.

Über die Entscheidung muss ich jetzt erstmal hinwegkommen. Irgendwie kann man das Gefühl haben, ich bringe dem Rennteam Unglück. Letztes Jahr schon keine Rennen, dieses Jahr wieder nicht. Vielleicht braucht Benkku einen neuen Doghandler…

Immerhin bleibt jetzt hoffentlich etwas mehr Zeit für Fotos und neue Geschichten auf dem Blog. Ich werde mich bemühen, wieder regelmäßig zu schreiben.

 

16.01.2016

Ein neuer Trail

Nach ziemlich viel Kälte und Arbeit in der Lodge in der letzten Zeit hab ich heute endlich mal was Neues ausprobieren können. Während ich mich gestern in der Lodge um die Gäste gekümmert habe, war Benkku mal wieder mit dem Skidoo draußen. Er hat aber nicht nur unseren alten Trail präpariert, sondern auch einen neuen vorbereitet. Der ist nicht lang, aber dafür lustig. Innerhalb von wenigen Metern gibt es immer wieder Abzweigungen, kreuz und quer durch den Wald. Der ideale Übungsplatz für Kommandotraining.

Damit die Hunde nicht zu viel Quatsch machen, dürfen immer nur drei auf einmal laufen… natürlich mit Rennschlitten, damit es nicht ganz so schwer ist.

Auf der ersten Runde hatte ich Vulcano im Lead, dahinter Zephyr und Susi. Der Anfang war zwar mit etwas Überredungskünsten verbunden, weil Vulcano den Weg auf den See und auch die Straßenüberquerung nicht kannte… noch dazu stand auf der Straße ein Rentier, so dass die drei dem natürlich lieber folgen wollten, statt dem Trail auf der anderen Straßenseite. Gut, dass man drei Hunde auch festhalten kann, wenn man nicht auf dem Schlitten steht. Denn Anker setzen, um die Hunde in die richtige Richtung zu ziehen, ist auf der Straße etwas schwierig. Als wir dann auf dem Kommando-Übungstrail angekommen sind, hat sich Vulcano ziemlich gut geschlagen, nur ich wusste irgendwann nicht mehr so genau, wo ich eigentlich abbiegen muss, um zurückzukommen. Tja, so ein Labyrinth ist schon tückisch ;-) am Ende haben wir es aber doch gefunden…

Dann waren Zodiak, Rakoon und Timpani an der Reihe. Eigentlich wollte ich Zodiak im Single-Lead laufen lassen, aber das war ihm irgendwie unheimlich und er hat sich schon vor dem Start immer umgedreht und wollte zu mir laufen… und sobald man ihn mal etwas strenger angesprochen hat, hat er sich hingelegt. Mmh, da fährt es sich nicht so wirklich gut. Also hab ich nochmal getauscht und unser Riesenbaby Rakoon nach vorne getan. Der wollte nach dem Start, noch auf dem Hof, erstmal Richtung Futterküche laufen. Verständlich, aber nicht so ganz das Ziel ;-) Er hat sich aber doch schnell entschlossen, weiterzulaufen, schließlich hat er ja Spaß daran. Nur als wir am Kommandotrail ankamen, da war es dann vorbei. Rakoon ist wohl nicht der allerschlaueste was Kommandos betrifft. Wenn man ihm „gee“ oder „haw“ sagt, dreht er sich um und schaut fragend „was?“. Also hab ich dann meinen ursprünglichen Plan weiterverfolgt und Zodiak nach vorne gespannt. Die Kommandos kann er zwar nicht so gut wie Vulcano, aber er lernt.

Richtig lustig wurde es auf Runde drei mit Ulvang, Urengoi und Anadyr. Eigentlich sollte Ulvang vorne laufen. Der hat aber gleich mal beschlossen, dass Futterküche doch eine gute Idee sei. Und obwohl er Kommandos kann - dachte ich - hat er sich anschließend auf dem frisch geräumten Hof mehrfach um sich selbst und den Schlitten gedreht, statt einfach den Trail weiterzulaufen. Dann durfte ich also - ohne Anker setzen zu können - erst einmal die Hunde entknoten und umspannen. Anadyr hat sich gefreut. Der findet es total lustig, vorne zu laufen. Aber er ist so ein Kasper… wenn er nicht zufällig dahin läuft, wo man hin will und man deshalb anhält, dann macht er nur Quatsch, hüpft lustig umher, geht zum Schlitten, springt wieder auf den falschen Teil vom Trail… das wird wohl noch ein hartes Stück Arbeit, dem Kommandos beizubringen. Aber wir haben ja auch noch Zeit…

 

06.01.2016

Brrr, kalt

Ha, ich habe eine gute Ausrede, warum ich so lange nichts geschrieben habe… ich bin eingefroren ;-)

Bei den derzeitigen Temperaturen ist das gar nicht so abwegig. Gestern Abend sind die Temperaturen im Minutentakt gefallen, gegen 9 waren es -39,6°. Ich wollte euch dann natürlich ein Bild von den -40° machen und habe noch etwas gewartet… tja, daraus wurde dann nichts. Nicht etwa, weil es so warm geworden ist, nein, das Thermometer streikt und zeigt heute schon den ganzen Tag nur „LL“ an. Wir haben noch ein gewöhnliches Thermometer draußen, aber das geht nur bis -40°, hilft also nicht weiter. Das Auto hat heute Vormittag immerhin noch mit mir gesprochen - Motorheizung sei Dank - und mir gesagt, es seien -39°… also real dann wohl eher noch etwas kälter, da man gewöhnlich bei der vom Auto angezeigten Temperatur noch ein paar Grad hinzuzählen kann - ins Negative wohlgemerkt.

Die Hunde sahen heute auch so richtig frostig aus. Weiße Fellspitzen und Barthaare bekommen sie ja auch bei -20°, aber heute war es doch etwas mehr als gewöhnlich. Und ich mache mir so langsam Gedanken, wie ich sie füttere. Heute haben sich einige nämlich schon blutige Zungen geholt, beim Napf ausschlecken… das heißt, morgen gibt’s das Futter vom Boden. Auf die Fettsuppe müssen sie dann verzichten, das funktioniert nicht mehr. Es ist nämlich so kalt, dass es nicht mal wirklich hilft, die Suppe mit heißem Wasser zu machen. Bis sie es ausgeschlabbert haben, klebt schon ein Teil am Napf fest. Dann bekommen sie das Fett eben in Scheiben geschnitten…

Von Training kann derzeit natürlich auch keine Rede sein, ich hoffe jetzt mal, dass der Wetterbericht Recht behält und es ab Freitag wieder etwas wärmer wird, so dass wir Freitag Abend oder spätestens Samstag die nächste Einheit starten können.

Bei der Rennplanung hat sich Dank des Wetters auch Einiges getan. Nicht nur Deutschland war bis vor Kurzem schneefrei, auch in Südnorwegen sah es ziemlich mau aus. Einige Abschnitte des Trails des Femundløpet haben noch keinen oder nur so zwei, drei Zentimeter Schnee. An manchen Stellen sind es 10cm, aber auch die reichen lange nicht, um ein 12-Gespann sicher fahren und vor allem bremsen und anhalten zu können. Deshalb haben wir uns nun entschlossen, anstelle des Femundløpet das Bergebyløpet zu fahren. Das ist mit 650km sogar noch ein Stück länger, ganz im Norden Norwegens um Einiges näher und die Regeln finde ich auch viel besser. Da darf der Doghandler an den bemannten Checkpoints nämlich dem Musher bei der Versorgung der Hunde helfen, was doch für Musher und Hunde gleichermaßen gut ist. Und für mich natürlich, weil nicht vier Tage „Hände weg von den Hunden“ gilt. Rennen gesichert, ich freue mich :-)

 

28.12.2015

Winter in Lappland

So, nachdem es jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit keine Fotos mehr gab, kommen heute mal wieder wenigstens ein paar. Leider nicht von den Wuffs, bei -32° heute Morgen und Tageshöchsttemperaturen von -25° ist das Fotografieren irgendwie nicht wirklich lustig. Jetzt haben wir gerade wieder die -30° geknackt… ich glaube, der ein oder andere Gast hat heute vielleicht etwas kalte Füße bekommen ;-)

 

Aber für ganz schnelle Fotos unseres „Sonnenaufgangs“, der keiner ist, da wir ja immer noch Polarnacht haben, hat es dann doch gereicht. Das erste Bild ist gegen acht aufgenommen, die beiden anderen gegen halb zehn, eines mit Kompaktkamera, eines mit Spiegelreflex. Interessant wie unterschiedlich die Ergebnisse sind.

25.12.2015

Hyvää Joulua

Da denkt man sich, in Lappland könnte man kurz vor Weihnachten keinen Stress haben, weil wir uns dem Weihnachtstrubel entziehen und Weihnachten ist dann ganz entspannt, aber das war wohl nix. Naja, wissen wir ja eigentlich auch schon, dass Lappland immer für Überraschungen gut ist…

Der Wochenanfang verlief aber eigentlich noch wie geplant, Montag und Dienstag war Andy nochmal zum Training da, was echt wieder viel Spaß gemacht hat. Die Hunde waren super drauf, mittlerweile stört sie auch der dritte und vierte Start nicht mehr, sie laufen trotzdem hochmotiviert - und ganz schön schnell - einfach die nächste Runde. Ranger war am ersten Tag Leithund im zweiten Team, was hieß, dass er zumindest die zweite Runde, nachdem wir Teams getauscht hatten, hinter mir war… also wenn wir das beim Rennen auch so machen können, dass ich vor ihm her fahre, dann kann nichts mehr schief gehen ;-) Am zweiten Tag hatte ich ihn dann im ersten Team im Lead und Ghost und Jamie waren hinter ihm. Das war wohl nicht so ganz die ideale Kombi, da hat Ranger nämlich ganz schön rumgekaspert. Aber Marley neben ihm ist einfach so cool, Kopf runter und laufen, egal was um ihn drum herum passiert. Als es Ranger dann aber zu bunt wurde von hinten angebellt zu werden, durfte Jamie wieder ins Lead, was gerade auf der zweiten Runde noch einmal für richtig Power gesorgt hat.

Mittwoch und Donnerstag Vormittag stand dann Pfotenpflege bei den Wuffs auf dem Programm, bevor ich mich auf den Weg in die Lodge gemacht habe, wo ich bis Sonntag Vormittag bleibe. Auf dem Weg hatte ich noch schnell Levi im Camp eingesammelt, weil ich dachte, er freut sich, wenn er mir Gesellschaft leisten kann. Zuerst war er auch super happy als ich ihn mitgenommen habe und auch in der Lodge war er recht ruhig als ich noch mit ihm alleine war. Als dann aber auch die Gäste von der Tour zurückkamen und immer irgendjemand etwas von mir wollte, wusste Levi gar nicht mehr, was passiert und war ziemlich aufgeregt. Um ihm diesen Stress nicht anzutun, hat ihn Benkku, der kurz vorbei kam, um mir das Wohnmobil herzustellen, ihn kurzerhand mit nach Hause genommen. Levi hat sich gefreut, konnte er wieder Ghost ärgern - nur ich musste dann ganz allein im Wohnmobil schlafen ;-) aber das ist nicht so schlimm, Hauptsache den Wuffs geht es gut.

Die Aufregung ging aber erstmal weiter, denn von einem Gast fehlten die Sachen auf dem Zimmer. Er hatte scheinbar Johanna gebeten, diese wegzutun wegen seines Passes, nur wussten alle anderen das nicht und Johanna hatte frei. Und natürlich wussten wir auch nicht, dass Johanna sie weggetan hat. Als wir die Sachen nach einer halben Stunde Suche immer noch nicht gefunden hatten und schon Angst hatten, sie könnten in der Reinigung gelandet sein, weil die Info war, sie seien in einem weißen Beutel gewesen - was auch für die zu reinigenden Sachen zutrifft - war dann der letzte Ausweg, Johanna zu fragen, ob sie noch eine Idee hätte… und siehe da, schon waren sie gefunden.

… nun hätte es also so langsam ruhiger werden können, aber nein… so gegen 17:30 Uhr gab es dann die nächste Überraschung und die hieß leider nicht Joulupukki (Weihnachtsmann), sondern Stromausfall. Glücklicherweise nicht so ganz, sondern nur in einem Teil der Lodge. Allerdings ist davon das Licht in mehreren Zimmern einschließlich Bädern, in der Lobby und in den Lagerräumen betroffen. Außerdem einige Steckdosen in der Rezeption - komischerweise nicht alle und nicht das Licht - sowie die Steckdose der Waschmaschine betroffen. Die Gäste haben es locker gesehen, auf der Hütte mussten sie ja auch Stirnlampen benutzen und in der Küche und im Restaurant hat alles funktioniert, es musste also niemand hungern ;-) aber ausgerechnet Heiligabend! Wir wollten ja jetzt nicht bis Montag so halb ohne Licht und Strom auskommen müssen. Allerdings haben André und Wikus über eine Stunde alle Sicherungen gecheckt - und davon gibt es hier viele - und konnten nichts finden. Nach dem Essen haben wir dann auch mal die Hauptsicherung ausgeschaltet, in der Hoffnung, dass das was bringt, aber nein, nichts. Zu meiner großen Überraschung konnte Hilkka, die ich heut Nacht noch informiert habe, heute Morgen den Elektriker erreichen und er soll in den nächsten Minuten vorbeikommen. Angeblich hat er schon eine Idee, was es ist. Ich bin gespannt…

Jetzt wünsche ich euch jedenfalls erst einmal frohe Weihnachten und vielleicht etwas mehr Ruhe als wir es in der Lodge gerade haben ;-)

 

 

19.12.2015

Winter

In Anbetracht dessen, dass morgen schon der vierte Advent ist, werdet ihr mich sicherlich beneiden… also bei uns sind weiße Weihnachten wohl garantiert - ich glaube, in Mitteleuropa sieht es da etwas mau aus ;-)

Die ganze Woche schon hat uns der Winter in Schach gehalten.

Ursprünglich hatten wir für Sonntag, Montag, Dienstag unsere nächste längere Trainingseinheit geplant. Als ich aber Sonntag Morgen nach draußen bin, um den Wuffs einen kleinen Snack zu geben, waren es -27°C. Mmh, da hab ich mir schon so meinen Teil gedacht. Zumal, wenn man weiß, dass es am Morgen/Vormittag eher kälter als wärmer wird. Als Benkku wenig später wach war und weder das Thermometer - es waren dann schon -30°C - noch der Wetterbericht Besserung gelobten, änderten wir also mal wieder spontan den Plan. Glücklicherweise noch rechtzeitig bevor Andy sich vom Camp aus auf den Weg zu uns gemacht hatte. Mit ihm vereinbarten wir, dass wir uns Montag früh melden, ob wir dann trainieren oder eher am Dienstag.

Am Sonntag kletterte das Thermometer dann auch den ganzen Tag nicht mehr über die -30°C-Marke. Und Montag früh sah es nicht besser aus. Also schrieb ich Andy eine Mail, dass er erst Dienstag kommen soll. Womit ich nicht gerechnet hatte: binnen weniger als zwei Stunden waren es plötzlich nur noch -10°C. Da kann man doch nicht einfach nichts tun. Also Andy informiert, dass er schon abends kommen soll, Hunde vorbereitet und dann gemeinsam mit Benkku eine Runde gefahren. Schön war’s. Vor allem der „Sonnenuntergang“, den es ja eigentlich gar nicht gibt, weil die Sonne ja gar nicht mehr aufgeht, aber ihr wisst schon, was ich meine… diesen leuchtend roten Himmel bevor es dunkel wird :-)

Benkku hatte letzte Woche auch noch den Trail verlängert, eine ganz schöne Strecke, die noch dazu kam. Leider nicht für lange. Wir waren kaum auf dem neuen Teilstück, kommt uns ein Rentier-Lappe entgegen und erklärt uns, wir könnten nicht durch das Rentiergehege - wo vorher allerdings keine Rentiere waren - durchfahren, weil sie in den nächsten Tagen die Rentiere zusammentreiben würden. Na super. Also sind wir nur auf dieser einen Runde den neuen Trail gefahren und dann blieb es für die anderen Tage doch bei der gewohnten Strecke.

Das weitere Training verlief dann auch ziemlich unproblematisch. Von Hunden, die statt Snack-Pause machen zu wollen, lieber die Schneeanker rausreißen, mal abgesehen. Die haben einfach zu viel Energie :-) Lediglich am Mittwoch, da wurde es dann nochmal ordentlich kalt. An einigen Stellen auf dem Trail waren es -38°C. Gut, dass Andy mir das erst hinterher gesagt hat, sonst wäre mir doch glatt kalt geworden ;-)

Gestern dann war es viel wärmer, aber dafür hat es auch viel geschneit. Und windig war es noch dazu. Da kann man dann erstmal das Auto aus der Schneewehe ausgraben und bei den Hunden hab ich heute auch eine ganze Weile Schnee geschaufelt. Wobei die sich darüber gefreut haben, weil sie so ziemlich lange draußen rumlaufen durften. Und ums Krallen schneiden kamen sie auch herum, weil es dann schon wieder dunkel wurde und ich auch kalte Finger hatte. Ich glaub, das hat sie fast noch mehr gefreut ;-)

Morgen werde ich dem Camp einen Besuch abstatten, dann sehe ich endlich mal wieder die Puppies bei Tageslicht. Dafür war zuletzt irgendwie nie Zeit.

Achja, und weil ja bald Weihnachten ist, hab ich gestern auch noch Plätzchen gebacken. Fassen wir zusammen: ich habe Schnee, Kälte, Rentiere, Plätzchen… also ich bin gerüstet und ihr?

Ich wünsche euch einen schönen 4. Advent!

 

12.12.2015

Die Qual der Wahl

Gestern war ein guter Tag… zwar habe ich fast die gesamte Zeit, in der Tageslicht vorhanden war, auf dem Dach verbracht und Schnee geschaufelt, aber ein Anruf von Benkku zwischendurch hat mich für den Rest des Tages aufgemuntert. Was er gesagt hat? „Wenn du den Hunden nochmal sagst, dass sie ins Camp kommen, wenn sie nicht arbeiten…“

Das versteht ihr nicht? Tja, da muss man vielleicht auch mal vorne anfangen zu erzählen. Wird gemacht, sofort ;-)

Also Benkku und ich diskutieren ja eigentlich schon seit Wochen, dass wir das Rennteam verkleinern sollten, um die besten Hunde noch besser trainieren zu können. Theoretisch leuchtet mir das ein, aber praktisch ist das nicht so leicht. Ja, es stimmt ja, ich würde auch keinen meiner Wuffs abgeben wollen, wenn er eigentlich wirklich nicht so gut geeignet wäre für’s Rennteam. Aber gerade fällt es mir umso schwerer, weil sie alle so verdammt gut sind. Klar, der eine oder andere hatte auch schon mal einen schlechten Tag, an dem er nicht gezogen hat, aber dann war er beim nächsten Training umso besser. Wie soll man denn da bitte jemanden aussortieren?

Jedenfalls haben Benkku und ich die letzten beiden Tagen mal getauscht, er hat die Hunde trainiert und ich nur das Drumherum erledigt. Ich hab ihn dan auch überzeugt, alle Hunde - aufgeteilt auf zwei Teams natürlich - anzuschauen. Und gestern, als auch Achma dran war, der zuletzt nicht immer volle Leistung gebracht hat, hab ich ihm morgens beim Booties anziehen wirklich noch gesagt, dass er Benkku beweisen soll, dass er laufen und im Rennteam bleiben will. Zephyr brauchte ich das gar nicht sagen, der war eh schon etwas übermütig. Naja, und nach so etwa drei Stunden ruft mich Benkku an… auf dem Schlitten telefonieren ist nicht so super, da frieren einem nämlich ganz schön schnell die Finger ab. Wenn er also anruft und statt zu sagen, was es gibt, mir erstmal einen „Vorwurf“ macht, dann müssen die Hunde ja ganz schön gut gewesen sein :-) waren sie auch, das hat man später deutlich an der Gesamtzeit gesehen…

aber nicht, dass sie dann müde gewesen wären… nö, die waren richtig fröhlich.

Das führte dann natürlich zu neuen Diskussionen wie das Training der nächsten drei Tage aussehen soll. Eigentlich hatten wir uns ja schon einen Plan überlegt wie wir einen guten Rhythmus für 21 Hunde hinkriegen, jetzt sind es aber doch 26. Mmh, so ein Pech aber auch *grins*

Ich weiß, letztlich ist die Entscheidung nur aufgeschoben, aber es freut mich immer so wahnsinnig, wenn die Hunde zeigen, was sie können. Jetzt bin ich auf die nächsten drei Tage gespannt. Wobei wahrscheinlich die Hunde die Trainingseinheit besser wegstecken als ich… es sind knapp -20° angesagt. Als das letzte Mal -12° angesagt waren, waren es zu Hause -25°, also auf Teilen des Trails -35°. Ich hoffe mal, diesmal irrt die Voraussage in die andere Richtung. Sonst wird es ganz schön unangenehm ;-)

 

06.12.2015

Nikolaus? Ei, itsenäisyyspäivää

Achso, die meisten von euch werden sich mit Finnisch wohl etwas schwer tun ;-) dabei wüsstet ihr wahrscheinlich schnell, wovon ich rede, wenn ich euch ein Datum im Juli gäbe… na, kommt ihr drauf? Versucht es mal mit „Unabhängigkeitstag“, den feiern die Finnen nämlich heute. Einen Grund, ihre Stiefel zu putzen, hatten sie also vielleicht auch ohne am Morgen Süßigkeiten darin zu erwarten ;-)

So, nun aber genug zu den Finnen, schließlich hab ich noch von einer ganzen Woche zu berichten. Wie zuletzt eigentlich immer, war es recht turbulent, weshalb der Blog bis heute warten musste.

Von Dienstag bis Donnerstag stand wieder Intensivtraining mit den Hunden auf dem Programm, diesmal mit Simone und Markus als Unterstützung. Der erste Tag fing schon gut an. Es hatte kräftig geschneit und auf dem Trail lagen bestimmt 15-20cm Neuschnee. Da es auch während des Trainings weiter geschneit hat, war auch die Sicht nicht besonders gut. Benkku hatte zwei Tage vorher den Trail etwas verlängert und mir noch gesagt, ich soll den neuen Teil im Uhrzeigersinn fahren. Blöd nur, dass die Spuren durch den neuen Schnee und die schwierigen Lichtverhältnisse quasi nicht zu sehen waren. Ich hab also die Hunde einfach mal den Trail suchen lassen, was auch gut geklappt hat, nur waren wir dann doch „falsch herum“ unterwegs. Das schwierigste war dann aber das Ende des Trails. Da war Benkku - bevor er die Kurve gezogen hat - noch ein Stück geradeaus gefahren, so dass meine Hunde natürlich auch geradeaus laufen wollten. Mir sah das allerdings etwas komisch aus, weil die Bäume recht eng wurden und ich glaubte auch, links eine weitere Spur zu sehen. Also beschloss ich, dieser folgen zu wollen. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, wäre alles andere auch etwas schwierig geworden, geradeaus wäre man nämlich an einen ziemlich steilen Abhang gekommen, wo man nicht mehr hätte drehen können. Aber auch so war das Drehen nicht ganz einfach, weil links von mir ein Baum stand, hinter dem zu wenig Platz war, um herumzufahren. Wollte man aber davor rum, waren die Hunde schon zu weit vorn. Da ist es dann echt praktisch, noch Leute dabei zu haben, weil so Markus meine Hunde leiten und ich dann den Schlitten drehen konnte. Der Rückweg der Schlaufe wäre eigentlich eine Weile parallel - teilweise nur einen halben Meter - neben dem zuvor gefahrenen Trail gewesen, aber da hat dann Alaska - der in der Mitte vom Team war - beschlossen, dass sie doch schon genug gearbeitet hätten und lieber den bereits gespurten Trail laufen können. Die anderen haben sich natürlich nicht lang bitten lassen und wollten auch rüber. Beim ersten Mal waren Jamie und Nansen noch sehr brav. Es bedurfte zwar einiger Wiederholungen des Kommandos, aber dann sind sie doch zurück auf den richtigen Trail. Beim zweiten Mal hatte ich dann Erbarmen und hab sie auf dem gespurten Trail zurück laufen lassen. Es war ohnehin Wahnsinn wie gut die Hunde drauf waren. Alle zehn haben die komplette Runde richtig hart gearbeitet. Natürlich hat es lange gedauert, aber keiner hat auch nur Ansätze von Müdigkeit gezeigt. Erst als wir zu Hause waren, sah man, dass sie froh waren, jetzt in ihren Hütten ausruhen zu dürfen.

Der nächste Tag war vom Trail her deutlich leichter, dafür waren es schon zu Hause -20°, was bedeutet, dass es auf einigen Stellen des Trails -30° hatte. War ich dankbar, dass mir Benkku vor dem Start noch die Temperatur gesagt hatte - beim Vorbereiten der Hunde kam es mir gar nicht so kalt vor - und ich die warme Jacke anhatte, sonst wäre ich wahrscheinlich als Eisklotz zurückgekommen. Kalt war es trotzdem, meine Füße und Finger mögen die -30° ja nicht so gerne ;-) Da Benkku die Hunde ohnehin mal wieder selbst fahren wollte und ich bis zum frühen Nachmittag schon wieder gefühlte tausend Buchungsanfragen hatte, hat er dann die zweite Runde für mich übernommen. So konnte ich die Zeit nutzen, die Mails zu beantworten, ohne wieder bis Mitternacht daran zu sitzen.

Den dritten Tag bin ich dann natürlich wieder selbst gefahren. Da waren die Temperaturen angenehmer und der Trail fester… und die Hunde - obwohl es der dritte Tag war - sauschnell. Danach hatten sie sich ihre Pause wirklich verdient.

Für mich stand nur Pause von den Hunden - die ich ja gar nicht will - nicht aber vom Arbeiten an, da ich versprochen hatte, Freitag und Samstag in der Lodge zu sein. Also bin ich Freitag erstmal kurz ins Camp gefahren, Levi, der von unserem Vet durchgecheckt werden sollte, abliefern und dann weiter zur Lodge. Dort gab es jede Menge mit Sirpa zu besprechen, zu organisieren und die Gäste wollten natürlich auch noch ein bisschen quatschen. So saß ich Freitag Abend noch bis elf, halb zwölf mit denen zusammen, hab ihnen viel über das Training der Hunde und die Rennen erzählt - ich wusste gar nicht, dass es so eine Attraktion ist, wenn ich da bin ;-) und natürlich auch über die Patenschaften für unsere Hunde und viele andere Dinge. Wir hatten wirklich sehr nette Gäste die letzte Woche, so darf es weitergehen ;-)

Gestern Morgen mussten dann die letzten Gäste noch ihre Ausrüstung und dann auch ihre Zimmerschlüssel abgeben, schließlich war schon wieder Abreisetag, was vielen doch schwer gefallen ist. Das kann ich nur allzu gut verstehen, aber sie dürfen ja gerne wiederkommen - und einige werden das mit Sicherheit auch tun :-)

Am frühen Nachmittag kamen dann die ersten neuen Gäste an, die gleich erstmal die Sauna und das Eisloch ausgetestet haben… Vor dem Abendessen hab ich ihnen noch kurz erzählt, was in den nächsten Tagen so auf sie zukommt. In der Lodge haben wir auch einen Schlitten stehen, an dem man schon einmal ein paar grundsätzliche Dinge zum Schlittenfahren erklären kann. Das machen die Guides am ersten Tourtag zwar auch noch einmal. Aber bei so vielen neuen Informationen, überhört oder vergisst man ja doch mal etwas, da ist es gar nicht schlecht, die wichtigen Dinge zweimal zu hören. Während die Gäste dann beim Abendessen waren, habe ich auf die restlichen vier gewartet, deren Flieger eigentlich um 19:15 Uhr landen sollte. Normalerweise sind sie dann so gegen acht, halb neun in der Lodge. Mmh, das hat dann nicht ganz geklappt. Ich hatte mich schon langsam gewundert, wo sie bleiben als sie dann - ich glaube es war gegen 21:00 Uhr - endlich ankamen und erzählten, dass der Flieger wegen der schlechten Sicht nochmal hatte durchstarten müssen und sie deshalb eine halbe Stunde Verspätung hatten. Zu dem Zeitpunkt hab ich mir da noch nicht allzu viele Gedanken drüber gemacht, schließlich wollte ich den Gästen erst einmal kurz den Ablauf erklären und noch eine sehr, sehr kurze Einweisung geben. Schließlich waren sie schon lang genug unterwegs und sollten dann noch ihr Abendessen bekommen. Und ich wollte natürlich auch mal irgendwann nach Hause fahren.

Als ich dann gegen 21:45 Uhr raus bin, musste ich erst einmal mein Auto suchen. Da Katerina und Sandrino damit tagsüber im Camp waren, wusste ich nicht hundertprozentig, wo es geparkt ist. Unser Parkplatz ist zwar nicht groß, aber mein Auto stand hinter unserem Kleinbus versteckt. Und da es auch noch kräftig angefangen hatte zu schneien - dann habe ich das Flieger-Problem verstanden - sahen irgendwie alle gleich aus ;-) Naja, aber bei vier geparkten Pkws war das nicht das Hauptproblem. Bevor ich selbst zum Schneemann wurde, hab ich es schnell vom Schnee befreit und mich auf den Heimweg gemacht. Den ersten Teil der Straße war noch eine leichte Spur unseres Busses zu sehen, aber ab der Kreuzung, an der das Camp in die andere Richtung als der Flughafen liegt, waren bestimmt zehn Zentimeter Schnee auf der Straße und noch nicht ein Auto durchgefahren. Was nicht so schlecht sein muss, verglichen mit der „Camp-Straße“, die dann noch folgte. Einziger Nachteil ist, dass man die Spuren darunter nicht sieht und ab und zu irgendwo zur Seite gezogen wird, ohne viel dagegen machen zu können. Schneller als 40-50km/h ist da eher schwierig. Zumal es weiter so stark geschneit hat, dass man auch immer nur wenige Meter nach vorne sehen konnte. Die „Camp-Straße“, also die Straße von Äkäslompolo nach Muonio am Camp vorbei, war zwar befahren, aber leider nicht vom Räumdienst. So waren da einige Spuren drin, die nicht immer ganz logisch verliefen - also folgen wollte man denen nicht allen und zwischen den Spuren waren 10-15cm Schnee.

Im Camp musste ich dann kurz anhalten und Levi wieder einsammeln. Der hat sich vielleicht gefreut, dass ich ihn abhole :-) und außerdem durfte er auf die Rückbank, weil im Kofferraum Fleisch und Trockenfutter war. Das hat ihm viel besser gefallen. Auf der Hinfahrt wollte er nämlich immer von hinten auf die Rückbank klettern - was nicht ging, weil er angekettet war. Auf der Rückbank dagegen saß er ganz ruhig hinter mir, am Ende hat er sich sogar hingelegt und geschlafen. Die Fahrt hat ja auch lange genug gedauert, denn wirklich besser wurden die Straßenverhältnisse nicht. Nach der Grenze nach Schweden war ich wieder die erste, die frische Spuren im Schnee hinterlassen hat. Das beste war dann ja, dass etwa einen Kilometer vor dem Ziel, also bei der Einfahrt zur anderen Seite des Merasjärvi, mir der Räumdienst entgegen kam… den hätte ich mal etwas früher gebrauchen können ;-)

 

26.11.2015

3 Tage = 300 km

So, jetzt sind die Hunde mal ruhig... vorerst ;-) sie haben gerade ihr erstes Rhythmustraining der Saison hinter sich, jedenfalls das erste mit Schlitten. Das hieß drei Tage lang Laufen, Pause, Laufen, Pause, Laufen, usw.

Da ich das ja schlecht mit allen Hunden gleichzeitig machen kann - mmh, schon der Start mit 27 Hunden vor dem Schlitten wäre interessant *grins* - hatte ich Raffi und Nils als Unterstützung da. So konnten wir die Hunde in drei Teams aufteilen. Da Raffi bisher nicht mehr als 7 Hunde vor dem Schlitten hatte - und das vom Camp nicht vom Rennteam - hab ich ihm "nur" 8 Hunde gegeben. Gerade der Beginn am Dienstag unter den tief hängenden Bäumen durch (die konntet ihr im Video sehen) war schon recht rasant. Aber ich hatte ihn ja vorgewarnt und so hat das super geklappt. Die Hunde allerdings waren vollkommen verrückt und sind die ersten 30 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h gelaufen, viel zu schnell für Langdistanz. Aber was will man machen? Dass ich nahezu die ganze Zeit auf der Bremsmatte stand, hat meine 10 Wuffs - und insbesondere Nansen und Nash im Lead - gar nicht interessiert. Die wollten einfach nur rennen.

Am Ende des ersten Tages hat man dann aber doch bei dem ein oder anderen gesehen, dass der Anfang etwas zu schnell war, nicht nur das Tempo ging deutlich runter, auch wollte/konnte manch einer nicht mehr ziehen.

Am zweiten Tag kam dann auch noch die Psyche ins Spiel. Rausstarten ging auch nach der "Mittagspause" noch recht gut, aber als sie realisiert hatten, dass sie jetzt wirklich wieder laufen sollen, da wurde es erstmal doch recht zäh. Einigen musste ich dann Necklines verpassen, damit sie nicht ständig nach hinten gehen. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber irgendwann ging es dann doch. Am Ende hat sogar Alaska festgestellt, dass selber ziehen besser ist als am Halsband gezogen zu werden. Und heute war er dann wieder richtig gut, hat gezogen und auch Tempo gemacht. Selbst mit knapp 300 km in den Beinen sind sie die letzte Runde mit einem Schnitt von ca. 13 km/h gelaufen und die letzten zwei Kilometer nach Hause wären sie am liebsten durchgaloppiert. Hab ich sie aber nicht gelassen, nach so einem langen Training reicht ein schneller Trab allemal aus, schließlich sollen sie sich nicht auf den letzten Metern verletzen. So haben sie jetzt die ersten 300 km "am Stück" hinter sich und dürfen sich die nächsten zwei Tage erholen. Dann gibt es eine kleine Ausfahrt zur Lockerung und dann noch einen Tag Ruhe.

Später habe ich dann gleich noch die Gelegenheit genutzt, bei den müden, nicht mehr rumspringenden Hunden die Krallen und das Fell zwischen den Zehen zu schneiden. Letzteres hilft, damit sich beim Laufen keine Schnee- oder Eisbälle bilden. Ich musste die alle ganz schön überreden, überhaupt aufzustehen und aus der Hütte zu kommen. Deshalb hatte ich auch irgendwann Erbarmen und die weitere Prozedur auf morgen verschoben ;-)

 

20.11.2015

Video

Geduld zahlt sich aus :-)

…hier kommt das versprochene Video eines der letzten Trainings meiner Wuffs. Das Team von vorne nach hinten: Jamie - Marley, Quattro - Nash, Urengoi - Ulvang, Attila - Ounas

Man beachte wie brav alle ohne Necklines laufen… und das trotz unserer Freunde auf dem Trail ;-) findet ihr sie?

Viel Spaß beim Anschauen!

 

17.11.2015

Endlich Schlittenfahren

Ach, ich wollte euch ja schon längst berichtet haben, aber mit der ganzen Saisonvorbereitung für die am Samstag anreisenden ersten Tourgäste, Buchungsemails und natürlich dem Training der Hunde blieb irgendwie keine Zeit.

Dafür jetzt aber mal ein kleiner Bericht:

Am Samstag war es endlich so weit, Robert und ich sind mit den Schlitten raus. Nachdem es vorher nochmal ordentlich geschneit hatte, war quasi gar kein Trail mehr vorhanden, obwohl Benkku extra am Freitag mit dem Skidoo rausgefahren war. Er ist dann deshalb noch einmal vor uns zumindest einen Teil des Trails abgefahren. Es hat aber weiter so heftig geschneit, dass das lediglich gereicht hat, seine Spuren zu finden, wirklich leichter war es für die Hunde dadurch nicht. Irgendwann kam er uns dann entgegen und hat uns noch ein Stück begleitet, denn wir mussten über einen kleinen Bach und Huskys sind doch wasserscheu… ganz besonders mein lieber Nansen ;-) aber sie haben das gut gemacht und auf dem Rückweg blieb ihnen das Wasser erspart, weil Benkku eine Umfahrung gefunden hat. Richtig schwierig wurde es dann auf dem zweiten Teilstück. Das war Benkku nämlich nicht nochmal abgefahren und entsprechend tief war der Schnee. So haben wir schlussendlich fast sieben Stunden für circa 60 Kilometer gebraucht. Hört sich nicht wirklich nach Rennteam an ;-)

Heute war es dann schon deutlich besser, alleine und mit etwas besserem Trail hat es nur noch fünfeinhalb Stunden gedauert. Und das, obwohl ich zwischendurch noch einen Baum vom Trail sägen musste, der die Schneelast nicht mehr ausgehalten hat. Wie nett die Bäume den Trail verschönern hab ich euch auch mal gefilmt, wird aber wohl noch ein, zwei Tage dauern, bis wir Zeit haben, das Video etwas zusammenzuschneiden und hochzuladen…

 

12.11.2015

Winterimpressionen

Heute will ich gar nicht viel erzählen, euch nur einmal zeigen, was Robert so macht, während ich mit den Hunden unterwegs bin…

10.11.2015

Abenteuerlich

Jetzt muss ich euch doch endlich noch vom Wochenende erzählen, irgendwie war bisher noch keine Zeit dazu… Jedenfalls wisst ihr ja schon, dass es geschneit hat. Mittlerweile sind es bestimmt schon 15cm. Und ich könnte Schlitten fahren, wenn nicht das Problem wäre, dass bei so wenig Schnee die Anker nicht halten und man daher nicht anhalten kann. Beziehungsweise anhalten kann man schon, wenn die Hunde auf einen hören, nur vom Schlitten runtergehen könnte etwas blöd sein, wenn die Hunde dann beschließen weiterlaufen zu wollen. Naja, vielleicht drehe ich die Tage schon mal eine Spaßrunde mit einem kleinen Team.

Also zurück zum Wochenende, Sonntag um genau zu sein. Nachdem ich mit den Wuffs eine Trainingsrunde gefahren und auf die zweite verzichtet hatte, weil es bei dem nassen Schnee so megaanstrengend für die Hunde war, meinte Benkku, er wird mit dem Motorschlitten rausfahren und schauen, ob er einen neuen Trail für’s Training findet. Da ich ja auch immer wissen will, wo’s lang geht, kam ich auf die Idee, ich könnte ja mitfahren… das hat sich bald als nicht so wahnsinnig schlau rausgestellt. Also wir haben im Prinzip zwei Runden gedreht. Bei der ersten sind wir am Ende unseres einen Trails einfach weiter auf den Sumpf gefahren und haben geschaut, ob es einen Weg gibt. Naja, nicht so wirklich. Und wenn eben erst ein paar wenige Zentimeter Schnee sind, dann ist mitten durch die Landschaft - also Gestrüpp - fahren, irgendwie nicht so richtig cool. Vor allem weil man hinten drauf viel weniger sieht und von dem ein oder anderen Schlag dann etwas überrascht wird. So hat unser lieber Skidoo es dann auch das ein oder andere Mal geschafft, uns abzuwerfen ;-) Als es zu viel Gestrüpp wurde, hatte Benkku schon überlegt, umzudrehen. Aber dann wollte er es doch versuchen… und siehe da, nach ein paar Kilometern kamen wir doch tatsächlich wieder auf die Forststraße, die wir relativ am Anfang des Trails fahren. Wie er das gemacht hat? Keine Ahnung. Aber es kommt ja noch besser. Auf der ersten Runde hatte ich zumindest so ganz grob eine Vorstellung, wo wir sind - oder sein müssten. Auf der zweiten, die dann folgte, hätte er mich im Wald aussetzen und ich bei den Bären Unterschlupf suchen können, da hatte ich bis zum Schluss überhaupt keinen Plan. Wir sind also wieder von fast zu Hause gestartet, zuerst auf einen Waldweg. Dort mussten wir dann mal ein kleines Bächlein überqueren, was noch ohne nasse Füße geklappt hat. Danach ging der Weg sogar noch etwas weiter, aber irgendwann war er einfach verschwunden. Wir kamen dann zu einem Schräghang, den es schon (alleine auf dem Skidoo) schwierig war, hochzufahren, den hätte ich nie im Leben wieder runter gewollt… aber wenn man sich verfährt und nicht weiß, wo man ist, wäre es ja logisch, seinen eigenen Spuren zurück zu folgen. Jedenfalls der Wald wurde immer dichter und ein Weg war weit und breit nicht zu sehen. Benkku fragte mich irgendwann, ob ich wisse, wo wir sind, was ich natürlich verneinte. Da meinte er dann ganz locker, er sei da auch noch nie gewesen ;-) also hab ich mich schon mit dem Gedanken angefreundet, dass bestimmt gleich irgendwo ein Bär angetapst kommt und sich beschwert, dass wir ihn aus seinem Winterschlaf gerissen haben… aber wenig später - man glaubt es nicht - gab es wieder Spuren. Nicht, dass wir da schon gewusst hätten, wo die hinführen, aber irgendwann hatte Benkku einen Plan. Ich natürlich nicht. Wir sind also weiter gefahren und nach etlichen Kilometern mussten wir an einem Flüsschen anhalten, weil eine wohl mal vorhandene Brücke weg war. Da hat mir Benkku gesagt, dass wir an unserem (Winter-)Trail sind. Ich hab es selbst da noch nicht erkannt, erst als wir dann den Trail entlang nach Hause gefahren sind, kam so langsam meine Orientierung zurück. Also im Nachhinein betrachtet war es lustig, zwischendurch nicht immer ;-)

Gestern hab ich dann den ganzen Tag im Camp verbracht, Theorietag mit den Guide-Azubis. Wir sind zum Beispiel einige typische Fragen durchgegangen, die Gäste so stellen. Denn manchmal muss man selbst erstmal überlegen, weil man auf so Fragen gar nicht kommen würde oder aber weil man selbst gar nicht in den Dimensionen denkt. Dass wir derzeit knapp 520 Hunde haben, das wissen ja noch alle, aber wieviel Futter wir im Jahr brauchen oder was ein Block Fleisch bzw. ein Sack Trockenfutter kostet, da wird es schon schwieriger. Wir haben mal durchgerechnet und sind bei 200 Tonnen Futter gelandet, schon ordentlich, wenn man bedenkt, dass man das - auf relativ wenig Leute verteilt - demzufolge auch durch die Gegend schleppt. Dann haben wir noch besprochen, was man den Gästen so alles zur Begrüßung über uns, die Hunde, das Schlittenfahren usw. erzählt und zum Schluss gab es auch noch ein paar kurze rechtliche Informationen… aber wirklich nur ganz kurz, man möchte ja nicht allzu sehr in alte Verhaltensmuster fallen ;-)

 

07.11.2015

Schnee, yippie!!!

Ich glaube, die letztens Tage war ich ganz schön nervig, hab bestimmt zwanzig Mal am Tag gesagt, dass ich trainieren will. Fast zwei Wochen Zwangspause tun mir echt nicht gut. Da hab ich wohl fast mehr gelitten als die Wuffs. Die sind nämlich erstaunlich friedlich geblieben. Klar hätten sie gern laufen wollen, aber trotzdem waren sie noch ziemlich entspannt und haben keinen Blödsinn gemacht. Naja, von Zwinger umgraben bei Jamie/Attila und Ranger/Alaska mal abgesehen… da darf ich seit ner Woche jeden Tag Löcher zuschaufeln und am nächsten Tag sind sie wieder da. Langeweile muss halt bekämpft werden ;-)

Na, jedenfalls, gestern Abend hat es endlich geschneit, *juhu*. Noch nicht so viel, dass es für Schlitten reicht, aber der Trail ist wieder trainingstauglich. Also bin ich heute mal mit einem Team rausgefahren. Hab gleich mal die Strecke verlängert. Einerseits geht das nur bei Schnee, weil der Boden auf dem letzten Teil sonst zu schädlich für die Pfoten wäre, andererseits ist es bei Schnee auch ganz sinnvoll, weil man in der Wende deutlich mehr Platz hat als auf der vorherigen Strecke. Quadfahren auf Schnee hat nämlich den kleinen Nachteil, dass es ganz schön rutschig ist, vor allem in Kurven. Das hab ich dann am Start gleich mal gemerkt, als ich kurz Bedenken hatte, ob ich in der ersten Kurve im Zaun lande… ist aber gut gegangen. Auf der Straße haben dann schon ein paar Rentiere auf uns gewartet. Und weil man ja so supergut bremsen kann auf dem Schnee, kamen auch noch 15 weitere über die Straße gelaufen, recht gemütlich, dafür, dass ich meine Hunde kaum verlangsamen konnte ;-) Dafür war dann aber unterwegs alles super. Die fast zwei Wochen Pause hat man überhaupt nicht gespürt, die Wuffs waren super drauf. Also hab ich mir überlegt, statt des zweiten Teams noch eine Runde mit dem ersten zu fahren. So hatten sie insgesamt 64km und sind jetzt hoffentlich etwas ruhiger. Morgen dürfen dann die anderen dasselbe Programm absolvieren. Ich weiß gar nicht, wer sich mehr freut, die Hunde oder ich?

Achja, und der Wetterbericht sagt weiter Schnee, fast jeden Tag die ganze nächste Woche und heut Nacht auch wieder :-)

 

01.11.2015

Rutschpartie

Ihr wundert euch vielleicht schon, dass ihr so lange auf News warten müsst... tja, das liegt daran, dass es zur Zeit wirklich nicht viel zu berichten gibt. Für unsere Hunde hatten wir ja mehr oder weniger schon am letzten Wochenende festgelegt, eine etwas längere Trainingspause zu machen, damit sie ihre Pfoten kurieren können. Nun war das Wetter und damit der Trail aber die ganze Woche so schlecht, dass auch die Hunde im Camp ein paar Tage Zwangspause hatten. Immerhin, die haben einen Weg gefunden, der pfotenschonend ist und können seit gestern wieder fahren. Ich hatte auch gedacht, dass es heute wohl wieder geht, da gestern zumindest ganz, ganz wenig Schnee gefallen war und es warm bleiben sollte. Aber falsch gedacht, schon der Weg von Muodoslompolo nach Merasjärvi war recht abenteuerlich und die Wiese, über die wir starten, war eine einzige Spiegelfläche. Das hätte man zwar noch umgehen können, in den man andersherum startet, aber auch der Startbereich war so glatt, dass man beim Einspannen wahrscheinlich zig Mal auf dem Hintern gelandet wäre. Und draußen anhalten ist bei solchem Glatteis eigentlich unmöglich. Hinzu kommt, dass die Verletzungsgefahr sehr hoch ist, weil die Hunde, wenn sie ausrutschen, sich leicht die Schulter oder andere Gelenke verdrehen können. Also war es doch nichts mit Training und ich muss auf morgen hoffen...

 

26.10.2015

Training - oder doch nicht?

Am Wochenende stand - wie jetzt regelmäßig, wenn nichts dazwischen kommt - wieder Training für die Wuffs auf dem Plan. Das heißt: Freitag, Samstag und Sonntag wechseln sich eine nach der anderen Trainingsrunde mit kürzeren und längeren Pausen ab. Dabei bleiben die Hunde (außer nachts, wo wir derzeit noch nicht durchfahren) in jeder Pause im System und bekommen dort auch ihr Futter, damit sie schon einmal für's Rennen daran gewöhnt sind. Eingespannt sein soll für sie nicht immer mit jeder Menge Aufregung verbunden sein, sie sollen so auch ausruhen können. Und beim Fressen geht es natürlich um Disziplin. Selbst wenn das Futter des Nachbarn nur ein paar cm entfernt und mühelos erreichbar ist, darf nicht geklaut werden.

Freitag begann das Training an sich sehr gut, mit Ausnahme davon, dass der Boden gefroren war und sich um jedes Sandkörnchen eine scharfe Eisschicht gelegt hatte. Das führte dazu, dass noch mehr Hunde sich kleine Verletzungen an den Ballen zuzogen und wir ab Runde zwei fast durchweg mit Booties fahren mussten. Mit diesen ist es für die Hunde aber in Ordnung zu laufen, was sie auch brav getan haben. Samstag war es wärmer und der Boden dadurch angenehmer, so dass die Hunde gut laufen konnten. Lediglich Urson blieb den ganzen Tag zu Hause, da ihm die Pfoten doch etwas weh taten. Damit er nicht traurig ist, hat er einen großen, großen Knochen bekommen, an dem er immernoch knabbert...

Für Sonntag hatten wir schon am Samstag überlegt, ob wir überhaupt trainieren, da Regen angesagt war, der für die Strecke auch nicht besser ist. Zumindest eine Runde wollten wir aber fahren, damit die Hunde ihren dritten Trainingstag haben, also mehr aus psychologischen Gründen als für die Fitness. Als wir sie dann aber aus den Zwingern gelassen haben, ist der eine oder andere nicht sauber gelaufen, mancher kam auch gar nicht aus der Hütte - was sich Dank des Wetters auch außer zum Füttern den ganzen Tag nicht mehr änderte. Also haben wir spontan entschieden, den Wuffs Erholung zu gönnen.

Wir wollten ihnen dann auch noch eine Freude machen und allen welche von den Riesenelchknochen geben. Dafür muss aber jeweils einer der zwei Hunde im Zwinger draußen an den Stakeout, damit man sie mehrere Stunden nagen lassen kann, ohne dass es Streit gibt. Am Anfang war das auch noch in Ordnung, aber ziemlich schnell verwandelte sich der ganze Stakeout-Bereich in eine einzige Seenlandschaft. Die Hunde konnten sich nicht mehr bequem hinsetzen oder -legen und standen wie begossene Pudel vor ihren Knochen. Also hab ich letztere wieder eingesammelt und die Wuffs in ihre Zwinger gebracht, worüber sie selten so glücklich waren ;-)

 

21.10.2015

Herbstwetter

Wo bleibt denn eigentlich der Winter? Ich will Schnee, sofort! Stattdessen hatten wir gestern richtiges Novemberwetter, den ganzen Tag um die 0° und ziemlich viel Nebel. Heute war es dann „nur“ wolkenverhangen, aber irgendwie ist das doch ziemlich doof. Außerdem ist es dunkel ohne Schnee. Heute morgen beim Training bin ich das erste Mal sogar mit Stirnlampe gestartet. An den letzten beiden Wochenenden brauchte man sie ja schon für die Runden am späten Nachmittag/Abend, aber so langsam merkt man wirklich, dass die Tage kürzer werden… jeden Tag acht Minuten. Außerdem reicht bei den Bedingungen schon eine Runde von 29km aus, dass die Hunde ca. 80% der Booties durchlaufen, das gibt gerade einen ganz schön großen Verschleiß. Morgen muss ich mal zählen, wie viele wir noch haben, aber lange reicht es nicht mehr, also müssen wir mal wieder welche bestellen.

Sonst läuft das Training aber wirklich gut. Die Hunde sind super drauf. Heute sind beide Teams die Runde in knapp unter zwei Stunden gelaufen, also mit einem Durchschnitt von fast 15km/h. Und da darf man nicht vergessen, dass so ein Quad viel schwerer ist als ein Schlitten. Von Nansen bin ich so ein Tempo ja schon gewohnt, aber im anderen Team hatte ich Jamie im Lead, der sehr zuverlässig, aber normalerweise doch deutlich langsamer als Nansen ist. Und wenn selbst er schon so ein Tempo drauf hat… da weiß ich ja bald gar nicht mehr, was ich noch trainieren soll. Denn ohne Schnee kann man eigentlich die Distanzen nicht mehr erhöhen, weil man sonst die Pfoten ruiniert. Tempo erhöhen macht auch keinen Sinn, denn wir fahren ja nur Langdistanz-, keine Sprintrennen. Naja, wir hoffen also weiter auf Wetterbesserung ;-)

Und was steht sonst so an? Typische Arbeiten wie Späne in den Hütten austauschen zum Beispiel. Das hab ich vorgestern gerade gemacht und nun fühlen sich die Hunde wieder pudelwohl in ihren Hütten. Der ein oder andere hat sich sofort reingelegt, als die Späne drin waren, noch bevor ich mit der zweiten Hütte im Zwinger fertig war bzw. die Hunde überhaupt in ihre Zwinger gerufen habe. Dann bin ich immer mal wieder dabei, neue Leinen zu machen. Nicht unbedingt weil die Hunde alle durchbeißen… wobei das auch ab und zu vorkommt. Zumal wenn neue Leute da sind, dann testen die Wuffs ja gerne mal, was sie so alles dürfen oder unbeobachtet machen können. Im Moment hab ich zwar noch Stahl-Necklines - also nicht zu zerbeißen -, aber eigentlich nur aus der Not heraus, weil ich noch keine Zeit hatte, ausreichend normale Leinen zu spleißen. Denn eigentlich mag ich die Stahlleinen nicht besonders. Lediglich die Gangline bleibt vorerst aus Stahl, weil es so sicherer ist, wenn neue Leute mit den Hunden fahren. Und ab und zu ist man dann ja auch noch mit den administrativen Aufgaben wie Buchungen beschäftigt. So langsam rückt der Winter auch in den Köpfen der Gäste näher und mehr und mehr buchen ihren Winterurlaub. Wenn ihr also noch nicht gebucht habt, dann solltet ihr euch so langsam ernsthaft Gedanken machen, einige Termine sind schon ausgebucht oder nur noch sehr wenige Plätze verfügbar…

 

16.10.2015

Alaska und Co.

Tja, leider bezieht sich die Überschrift nicht gerade auf die Schneeverhältnisse in Lappland. Wir haben plötzlich wieder deutliche Plusgrade, während es in Deutschland schon geschneit hat… ich will doch auch endlich Schnee. Einerseits natürlich, damit die Hunde endlich einen vernünftigen Untergrund zum Laufen haben und sich nicht die Pfoten kaputt machen und andererseits weil Schlittenfahren ja so viel toller ist als Quad.

Jedenfalls - nun mal zur Auflösung des Rätsels - bezieht sich die Überschrift natürlich auf den Alaska-Kennel im Camp, ihr erinnert euch, meine Touristen-Wuffs? Da ich gestern sowieso ins Camp gemusst hätte, um Josi für’s Training hier beim Rennteam abzuholen, hab ich mir gedacht, kann ich doch ausnahmsweise auch mal einen Tag frei machen und den ganzen Tag im Camp sein. Und was mache ich an meinen freien Tagen? Hunde trainieren - tu ich ja sonst so selten ;-) Da ich ja die Trainingspläne mache, hab ich einfach mal beschlossen, mich selbst reinzuschreiben… da hatte André nen neuen Azubi *grins*. Ich durfte natürlich meinen Happy fahren und die kleine Chirley, die jüngste bei ihm im Training. Bald kommt noch Gremmy dazu, die ist nämlich von Lappland zu ihm umgezogen. Auf jeden Fall war es total lustig, mal wieder mit dem Trollcart zu fahren. Das ist auch viel besser als Quad, weil man die Kraft der Hunde besser spürt. Aber beim Rennteam geht das leider nicht. Erstens wäre unser Trail mit seinen kleinen Unebenheiten etwas ungeeignet und zweitens hätte man dann ja vier Teams zu trainieren statt zwei. Da müsste der Tag also mindestens 48h haben…

Nach dem Training war ich dann natürlich noch Puppies knuddeln - die sind ja sooo süß :-) und bei Yukon beim Start helfen, denn da sollte am Nachmittag der ganze Kennel mit einem Quad und 3 Trollcarts gleichzeitig trainiert werden, das gab ziemlich viel Action ;-)

Achja, und Urson konnte ich endlich wieder mit nach Hause nehmen. Er ist dann heute auch gleich seine erste Trainingsrunde mitgelaufen. Morgen geht’s weiter...

 

11.10.2015

Nordlichter - und was für welche

Fast zwei Monate hat es gedauert, seit ich wieder hier bin, bis ich endlich wieder Nordlichter gesehen habe. Vorher gab es zwar auch schon ab und zu welche, aber entweder hab ich die verschlafen oder sie waren zwar in Äkäskero, aber nicht in Muodoslompolo zu sehen. Jedenfalls hat sich das Warten gelohnt, am Freitag nach dem Training gab es superschöne Nordlichter zu bewundern. Diesmal waren die nicht nur grün - wie sie meist erscheinen - sondern auch pink. Und sie haben getanzt... was echt schön ist, nur macht es das noch schwerer, ein halbwegs scharfes Foto aufzunehmen. Aber macht euch einfach selbst ein Bild...

 

Und nun auch noch die Erklärung, warum ihr so lange auf den Blog-Eintrag warten musstet, wenn die Nordlichter doch schon am Freitag da waren. Dreimal dürft ihr raten ;-) Die Wuffs natürlich, die stehen immer an erster Stelle. Dieses Wochenende haben wir das erste Mal in dieser Saison Intervalltraining gemacht. Das heißt, eine Runde Laufen, Pause, Laufen, Pause, usw. Wie lang die Pausen sind, entscheiden wir relativ spontan. Ursprünglich hatten wir für dieses Wochenende vorgesehen, 2,5 Tage durchzutrainieren mit je 5-6 Stunden Pause zwischen den Läufen. Da die Hunde am Anfang aber total verrückt waren, haben sie nur ne Stunde Pause bekommen. Auch die nächste Pause wurde verkürzt. Dafür durften sie nachts im Zwinger schlafen und mussten da nicht laufen. Trotzdem blieb während des Trainings bzw. der Pausen nicht wirklich viel Zeit, den Blog zu schreiben bzw. ein paar Bilder auszuwählen - die ich letztlich von Benkku „geklaut“ habe, da seine Kamera dafür einfach viel besser geeignet ist als meine ;-)

04.10.2015

Kiruna Sleddog Club Symposium & Trade Fair 2015

Zwei spannende Tage liegen hinter uns. Benkku, Susi und ich haben das Wochenende in Kiruna verbracht, wo ein Schlittenhundesymposium stattfand. Zu den Sprechern gehörten unter anderem Aliy Zirkle & Allen Moore aus Alaska, beide Yukon Quest-Sieger und erfolgreiche Iditarod-Veteranen, Egil Ellis, erfolgreichster Sprintmusher aller Zeiten, Dominique Grandjean, Veterinärmediziner und Direktor des Instituts für Tierzucht und Sportmedizin (UMES) in Paris… und viele mehr.

Während die Musher Interessantes über ihr Leben, ihre Rennen, aber auch Training und Zucht ihrer Hunde berichteten, erfreute uns Dominique mit lustigen Folien, die seinen Vortrag anschaulich gestalteten ;-)

In den Pausen warteten jeweils die Hersteller und Händler von Schlittenhundezubehör auf uns. Und natürlich sind wir auch nicht mit leeren Händen nach Hause gegangen. Für unser Rennteam haben wir noch einen Satz neue Geschirre gekauft, um wieder einmal wechseln zu können und so dem unliebsamen Fellabrieb, zu dem es im Herbsttraining leider oft kommt, entgegenzuwirken. Außerdem hab ich Reflexleinen bekommen… jetzt muss ich zwar erst noch ein komplettes System (Gangline, Tacklines und Necklines) spleißen, aber dann sehe ich zukünftig auch nachts ohne Probleme selbst bei einem großen Team, wenn irgendjemand seine Leine verwickelt hat. Da freu ich mich… und die Wuffs bestimmt auch :-)

 

Und noch etwas trägt zur Freude bei: an beiden Tagen war es ein kleines bisschen weiß in Kiruna… der Winter kommt… jetzt wird es aber Zeit, die Reifen auf unseren Autos zu wechseln. Mmh, uns wird nie langweilig ;-)

02.10.2015

Der erste Schnee

Heute sind die ersten kleinen Schneeflöckchen gefallen *juhu*. Leider hat sich der Niederschlag ziemlich schnell in Regen verwandelt und so war das bisschen Weiß auf dem Boden ganz schnell wieder weg und alles matschig wie eh und je. Aber für die kommende Woche sind endlich Minusgrade angekündigt, da können wir ja hoffen, dass anschließend auch mal Schnee kommt, der liegen bleibt.

 

Sonst wechseln sich gerade Training meiner Rennhunde und Guideausbildung ab.

Mit dem Rennteam trainieren wir derzeit meistens 58km pro Trainingstag, was den Hunden überhaupt nichts ausmacht. Heute morgen, als es etwas kälter war, sind sie die Runde (29km) mal wieder locker in zwei Stunden gelaufen… trotz Bremsen. Naja, das ein oder andere Rentier und ein Auerhahn haben auch nochmal zu Tempo beigetragen ;-) Man muss sich mittlerweile schon echt überlegen, wen man ins Lead spannt. Nansen habe ich heute nach hinten verbannt, denn mit ihm wäre es für die anderen wirklich zu schnell geworden. Das findet er natürlich richtig doof, schreit bei jedem Halt, weil er weiter will und beißt in die Leine. Bei jedem anderen Hund bekommt man das Leinebeißen abgewöhnt, bei Nansen ist das wirklich schwierig. Der kann genetisch einfach nicht anders als laufen. Hätten wir 14 Nansens müssten wir wohl jedes Rennen gewinnen ;-)

Währenddessen trainieren die Azubis fleißig mit unseren „alten“ Guides und am Nachmittag stehen dann Dinge wie Puppytraining und Kickbikefahren auf dem Programm. Meine Testhunde beim letzten Mal als ich im Camp war und das mit den Azubis gemacht habe: zuerst Boreal und Ussuri, dann Ringo und Ruska. Boreal war natürlich megagut, sie will auch einfach nur laufen und dabei ist es ihr egal, was sie da eigentlich ziehen soll. Ussuri war zwar am Start etwas skeptisch, aber dann ist sie einfach Boreal nachgelaufen, so nach dem Motto „die wird schon wissen, was sie tut“. Für die erste Runde hatte ich also Hunde ausgesucht, bei denen ich ziemlich sicher sein konnte, dass es funktioniert. Die zweite Runde war dann eher ein Beispiel wie man Kickbike und somit „Vornelaufen“ trainiert, wenn Hunde nicht so selbstbewusst sind. Bei Ruska war ich mir nicht ganz sicher, sie hatte ich ja letzten Winter nicht mit auf Tour, weil sie für die Panoramatour ausgeliehen war, aber sie hat sich tatsächlich auch als echtes „R“ erwiesen. Ringo und Ruska konnten sich gar nicht einigen, wer weniger gern vor dem Kickbike laufen will und wer auch noch ganz nach vorne soll. Immerhin ist Ringo nach wie vor so auf mich geprägt, dass er mir immer hinterherläuft. Nachdem ich also bestimmt gut 500m vor ihm hergejoggt bin und er jedes Mal angehalten hat, wenn ich ihn überholen lassen wollte, hat er sich doch irgendwann getraut und beide sind noch ein gutes Stück ohne mich (aber natürlich mit Azubis auf den Kickbikes) weitergelaufen. Der Heimweg war dann ohnehin einfach, schließlich bestand die Aussicht, von dem doofen Gerät loszukommen ;-) Ich denke, für die Azubis hat es ziemlich gut gezeigt, wie unterschiedlich die Hunde sind, was das Vornelaufen angeht, wie viel aber gleichzeitig dieses einfache Training bewirken kann, ihnen Selbstvertrauen zu geben.

 

27.09.2015

Morgen geht's los

...nicht für mich und das Rennteam natürlich, ich trainiere ja schon seit einem guten Monat wieder und mit der nächsten Einheit knacken wir schon die 500km-Marke. Nein, ich meine unsere "alten" und potentiellen neuen Guides. Für die beginnt nämlich ab morgen das Herbsttraining der Hunde bzw. die Guide-Ausbildung.

Deshalb war es auch in meinem Blog etwas ruhig geworden die letzten Tage. Die Pläne hatten sich am Montag mal wieder kurzfristig geändert und so habe ich die Woche das Rennteam alleine trainiert, jeden Tag, immer im Wechsel Team 1 und Team 2. Nur heute sind Benkku und ich gemeinsam rausgefahren, damit beide Teams nochmal trainiert werden, bevor morgen ein Ruhetag ist. Nach dem Training stand dann zuerst die Beantwortung von Buchungsmails an. Danach wechselten sich die Planung des Herbsttrainings, der Guide-Ausbildung und der Personalplanung für die Lodge ab. So wirklich Zeit, einen Blog-Eintrag zu schreiben, blieb da nicht.

Und was hätte ich auch schreiben sollen. Mich mal wieder über das Wetter beklagen? Naja, angebracht wäre es ja. Für September war es die ganze Woche mit ca. 8 bis 9° ziemlich warm und dazu hat es dann auch fast durchweg geregnet. Das ist nicht nur ziemlich nervig, sondern sich eine ganz schöne Belastung für die Pfoten der Hunde. Hoffen wir mal, dass der Wetterbericht Recht behält und zum nächsten Wochenende der erste Schnee(-regen) kommt.

Achja, und wir haben noch einen Neuzugang im Rennteam. Da Urson noch etwas im Camp bleiben muss - typisch Husky hat er seinen Verband abgerissen und die Wunde wieder aufgeleckt - ist sein Bruder Urengoi jetzt noch zu uns gekommen. Die ersten zwei Trainingseinheiten hat er jedenfalls einen guten Eindruck hinterlassen.

Ich bin gespannt, ob das unsere Azubis morgen auch tun ;-)

 

22.09.2015

Levi bekommt Konkurrenz ;-)

Da gestern das Internet gestreikt hat, konnte ich euch gar nicht sofort das Foto posten, das ich spontan im Camp machen musste. Aber das wird jetzt nachgeholt… Ich hab nämlich nach einem echt guten Training mit Andy, Markus und den Wuffs noch einen kurzen Ausflug dorthin gemacht. Natürlich hab ich auch die Puppies besucht, die jeden Tag ein bisschen größer werden. Jetzt haben sie gerade ihre Phase, in der sie alles anknabbern müssen, ob Schuhe, Hose, Jacke, einfach alles, was sie zwischen ihre Zähnchen bekommen. Und auch wenn ich mal wieder nur mein Handy dabei hatte statt Kamera, ein Kleines von Puma und Cisco musste ich fotografieren. So blaue Augen hab ich noch nie gesehen, einfach traumhaft. Mmh, ich hab mich ja schon in Levis Augen verliebt, die deshalb auch das Titelblatt unseres Kalenders zieren, aber die jetzt könnten ihm glatt Konkurrenz machen. Wobei man auch wissen muss, dass sich die Augenfarbe noch verändert. Zwar sind die Puppies jetzt schon so alt, dass diejenigen, die jetzt blaue Augen haben, auch blaue Augen behalten, der Farbton wird sich aber noch etwas ändern, heller werden. Daher musste auch sofort ein Foto gemacht werden… ihr wollt das ja sicher auch sehen :-) Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass das Bild - abgesehen vom Zuschneiden - unbearbeitet ist und selbst dann kommt die Farbe nicht so cool rüber wie sie in echt ist.

20.09.2015

Raubtierfütterung

Was macht man, wenn das Wetter nicht gerade dazu einlädt, stundenlang mit den Hunden draußen zu spielen und kein „richtiges“, also Quad-Training auf dem Programm steht? Genau, man gibt ihnen was zu tun…

Wir hatten jetzt schon länger keine Knochen mehr, aber nun kam endlich die lang ersehnte Bestellung. Nur waren die diesmal etwas größer als gewohnt… ich glaube, so einem Elch will ich doch nicht zu nah kommen ;-) Die Hunde jedenfalls hatten ihren Spaß dran und haben gleich mal was Gutes für die Zahnpflege getan.

Und bevor ich es vergesse, hier noch der Link zum neuesten Interview: www.karriereleiterin.net/karriere-interview/

Einen lieben Dank an Pia Kappus für die wirklich interessanten Fragen.

 

Nun freue ich mich schon auf’s Training morgen. Mittlerweile sind wir ja schon bei 59km angelangt, viele kleine Runden und beim vierten Start sind die Wuffs dann auch ganz brav. Mal sehen was Andy sagt, wenn er morgen seine ehemaligen Schützlinge besucht und mit mir trainiert. Ich hoffe ja mal, dass er zufrieden ist, was ich aus ihnen gemacht habe… sonst muss er wohl öfter herkommen ;-)

 

15.09.2015

Spezialtraining

… für Guides und Hunde ;-)

 

Gestern schien eigentlich ein nicht besonders aufregender Tag zu werden. Am Morgen bin ich nach Kiruna gefahren, um meine Mama, deren Urlaub schon wieder vorbei ist, zum Flughafen zu bringen. Oneway 200km, ohne Autobahnen, dafür mit Baustellen und somit nicht asphaltierten Straßenabschnitten. Da ist man dann ne Weile unterwegs.

 

Jedenfalls kam ich erst gegen halb drei zu meinen Hunden. Ein Riesenlärm als sie nur mein Auto gesehen haben. Als ob sie seit Tagen nichts zu fressen bekommen hätten. Da Benkku und Svenja - meine neue Unterstützung beim Rennteam - da waren, bin ich davon ausgegangen, dass sie mich nur verarschen wollen. Aber stimmte tatsächlich, sie sollten mal lernen, zu warten, bis ich da bin, hab ich dann erfahren. Na gut, also erstmal Futter vorbereitet und die Raubtiere versorgt. Dabei hab ich festgestellt, dass Urson wohl mit irgendwem Streit hatte, da er eine Verletzung an der Zehe hatte. Die sah nicht wirklich gut aus, so dass wir letztlich entschieden haben, dass ich ihn besser ins Camp zum Nähen bringe. Na gut, ich saß ja noch nicht lang genug im Auto… also ab ins Camp.

 

Als ich dort ankam, waren André, Andy und Markus gerade dabei, Paletten hinzulegen, auf die Strohballen gestellt werden können, da noch eine Lieferung angekündigt war. Eigentlich nicht so tragisch. Bis… der Lkw tatsächlich kam. Da waren Susi und ich gerade dabei, Urson zu versorgen, Susi natürlich mehr als ich, weil ich kann da ja eigentlich gar nicht hinschauen ;-) Als Urson wieder aus der Narkose aufgewacht und auf den Beinen war, bin ich dann also auch mal schauen gegangen. Und da stand er, der Lkw… mit einem riesengroßen Anhänger und insgesamt 76 Ballen Stroh. Da kam dann erstmal die Frage auf, wo wir denn mit dem ganzen Stroh hinsollen, wir haben doch nur fünf Ponys. Das reicht ja drei Jahre. Wir hatten mit vielleicht 20 Ballen gerechnet, aber 76?

So mussten wir dann erstmal alle noch verfügbaren Paletten im Camp zusammensuchen, die am Ende trotzdem nicht gereicht haben. Und dann ging das Abladen los. Die erste Doppelreihe auf den Paletten waren 22 Stück… tja, mussten ja nur noch 54 untergebracht werden. Ok, also zweite Doppelreihe darüber. Mmh, immer noch jede Menge übrig. Noch eine Reihe? Blöd nur, dass der Traktor so hoch nicht mehr richtig kippen kann, also konnten wir da immer nur noch einen draufstellen, denn mit zu viel Bewegen, wären uns die Ballen drunter umgekippt… und wir gleich mit ;-) naja, so mussten die letzten dann doch unten direkt auf dem Boden stehen. Nach fünf Stunden waren wir um zehn Minuten nach Mitternacht (finnischer Zeit) endlich fertig… im doppelten Sinne ;-)

Aber jetzt haben wir zumindest eine tolle Liegefläche, um Nordlichter zu beobachten. Nur haben die sich natürlich gestern nicht blicken lassen...

 

Nach dieser Aktion musste ich noch zurück nach Schweden fahren, denn um sechs Uhr früh stand für mein Rennteam wieder Training auf dem Programm.

Wir sind heute das erste Mal mit zwei Teams gleichzeitig raus, da Urson fehlte also 13 und 12 Hunde. Die sind am Start fast durchgedreht und die 26km, auf die wir erst vorgestern erhöht hatten, spielend durchgelaufen. Also haben sie anschließend nur ne halbe Stunde Pause bekommen, in der sie mal halbwegs ruhig stehen sollten und anschließend sind wir nochmal einen Teil meines alten Trails, 11km, gefahren. Da sie aber immer noch ziemlich wild waren und nicht Ruhe geben wollten, blieben sie weiter eingespannt. Nach knapp zwei Stunden durften sie nochmal die 11km laufen. So richtig müde waren sie dann zwar immer noch nicht, aber trotzdem war dann mal Schluss für heute. 48km ist eigentlich auch schon wieder mehr als geplant. Aber irgendwie muss man sie ja ruhigstellen ;-)

 

11.09.2015

Der Herbst ist da…

Die Zeit der bunten Farben ist in Lappland wunderschön, aber auch recht kurz. Deshalb habe ich euch heute mal ein paar Bilder gemacht. Wir werden gerade mit reichlich Sonne verwöhnt. Trotzdem hat es am Morgen gerade mal 0°.

Die Hunde haben mächtig viel Spaß beim Training. Allen voran Ranger, der heute glatt eine Auerhenne zum Frühstück verspeisen wollte. Leider hatte ich da nicht schnell genug den Fotoapparat zur Hand. Aber sah schon lustig aus wie da plötzlich ein aufgescheuchtes Huhn direkt vor seiner Nase aufflatterte, er hoch sprang und es nur um ein paar Zentimeter verfehlt hat.

Wenn es beim Training warm ist, müssen die Hunde sich abkühlen, wofür zwei große Pfützen auf dem Trail ideal sind…

Am Abend bin ich dann noch die nächste Trainingsstrecke mit dem Fahrrad abgefahren. War gut so, ich hab bestimmt zehn abgebrochene Äste / Bäume vom Trail geräumt. Wäre etwas blöd, wenn man mit dem Hundegespann da ankommt und alle paar Meter anhalten darf (die Hindernisse lagen nämlich alle auf dem letzten, 2km langen Teilstück). Zu Beginn meiner Tour habe ich noch ein Schwanenpaar fotografiert, dass die letzten Sonnenstrahlen genossen hat und anschließend war ich gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang über’m Merasjärvi zurück.

 

08.09.2015

Ja, ist denn heut schon Weihnachten?

Schaut mal, was in den letzten Tagen alles angekommen ist… Neue Kalender, Postkarten und gestern auch unser Äkäskero Sled Dog Memo. Das ist ja besser als Weihnachten und Geburtstag zusammen.

Ein Kalender hängt auch schon bei mir zu Hause. Bis nächstes Jahr dauert es zwar noch etwas, aber so lange kann ich jetzt Levi jeden Tag in seine wunderschönen blauen Augen schauen ;-)

Brauch ich nur noch ganz oft Besuch, der mit mir unser Memo spielt...

 

05.09.2015

Tierisch, tierisch

Also wem 530 Hunde noch nicht reichen, sich für einen Lappland-Besuch zu entscheiden, dem können wir auch noch jede Menge andere Tiere bieten...

Heute bin ich beim Training das erste Mal für diese Saison wieder einer kleineren Herde Rentiere begegnet, auf der Straße treffe ich sie ja öfters an.

Dann haben wir in Merasjärvi jetzt öfter Besuch von einer kleinen Eule und einigen Wildgänsen, die auch schonmal mit den Schwänen auf dem See streiten.

In der Nähe von Muodoslompolo wohnt ein Fuchs, den hab ich jetzt schon öfter gesehen. Und vor ein paar Tagen dann auch noch einen Nerz. Zuerst wusste ich gar nicht so genau, was es ist, aber Benkku hat mir gesagt, dass öfter Zuchtnerze aus den Farmen ausbrechen und dann in freier Natur rumlaufen.

Achja, und einen Hasen hab ich neulich auch auf der Straße gesehen...

Jetzt fehlen eigentlich nur noch Elch, Bär und Wolf ;-) Wobei ersterer wird nur eine Frage der Zeit sein, bis mal wieder einer meinen Weg kreuzt, letzterer wird nicht in die Nähe der Hunde kommen und ob ich dem Bären wirklich begegnen möchte, da bin ich mir noch nicht so sicher ;-)

Auf jeden Fall gibt es viel zu sehen in Lappland. Gerade beginnt auch der Herbst, die Bäume werden bunt. Die kommende Woche wird wohl die schönste Woche sein, mit vielen bunten Farben, bevor dann Regen und Kälte kommen. Auf Finnisch heißt diese kurze Zeit der bunten Blätter übrigens Ruska - wie auch eine Hündin in meinem Tour-Kennel Lappland.

 

01.09.2015

Dog Sled Crossing

So langsam wird es herbstlich und wir können die Distanzen erhöhen. Heute sind wir eine neue Trainingsstrecke gefahren, die ist mit dem Quad zwar ganz schön holprig, aber dafür echt schön. Einziger Nachteil: man muss die Straße überqueren, genau genommen sogar etwa 100m drauf entlang fahren. Zwar gibt es nicht so viele Autos hier, aber einige rasen doch ganz schön. Deshalb hab ich jetzt endlich meine lang ersehnten Schilder bekommen... und gleich aufgestellt. Cool ist auch, dass man hier einfach mal ein metertiefes Loch graben kann, der ganze Boden ist nur Sand, zu Hause hätte man da mindestens nen Bagger gebraucht ;-)

Und es gibt noch mehr tolle Neuigkeiten: mein Ranger ist heute als Leithund gelaufen, nur die letzten zwei Kilometer, aber es scheint ihm Spaß gemacht zu haben. Dazu muss man wissen, dass Ranger so ein richtiges kleines Baby ist - naja eher ein großes - total verspielt und extrem auf mich fixiert. Deshalb ist er letzte Saison auch nur hinten gelaufen, weil er bloß nicht zu weit von mir weg wollte. Um ihm das abzugewöhnen, hatte ich ihn jetzt immer weiter vorn, zuletzt an zweiter Position. Dann hatte ich Benkku schon gesagt, ich will Ranger vorn probieren... und als Benkku heute das Team gefahren ist, ist er mir zuvorgekommen, argh. Ich bin trotzdem stolz auf Ranger ;-)

 

Zum Ausgleich haben dann meine Superleithunde Quatsch gemacht. Erst Jamie im Singlelead, wollte einfach mal zu früh um die Kurve und links vom Baum vorbei, was aber etwas eng wäre. Und danach Nansen und Ivalo... steht da ein kleiner Baum recht nah am Trail und was machen die beiden? Einer läuft links vorbei, einer rechts - super :-) naja, dank Plastikkarabiner und funktionierenden Bremsen am Quad war alles halb so schlimm. Und was wäre das Training ohne Überraschungen?

 

27.08.2015

Campbesuch

Da unsere Fleischvorräte in Merasjärvi zur Neige gingen, stand heute wieder mal ein Besuch im Camp an, um Nachschub zu organisieren.

Diesmal war das Wetter zwar nicht ganz so toll, trotzdem dachte ich mir, nutze ich die Zeit, um ein paar Fotos vom Nachwuchs zu machen.

 

Zuerst die ganz Kleinen, jetzt knapp drei Wochen alt:

die L’s von Zandra und Balou (mit ein paar Ziehkindern von Nakita)

die K’s von Nakita und Nansen

die J’s von Puma und Cisco

Dann kommen die I’s von Lima und Sarek, gerade im besten Welpenalter und total verspielt.

Erinnert ihr euch noch an die H’s? Und an den Kleinsten, unseren Herkules? Das ist er. Immer noch kleiner als seine Geschwister, aber genauso wild…

In Lappland gibt es auch Verstärkung, zwei G’s sind in den Kennel eingezogen: Gremmy mit ihrer großen Klappe und ihre Schwester Galena, beide zuckersüß.

Und zum Schluss, nicht mehr ganz so klein, dafür mit Ambitionen zum neuen Leithund: Wirbelwind Boreal.

 

23.08.2015

Sommer in Lappland

Sicherlich wartet ihr schon gespannt auf den ersten Bericht der neuen Saison und eigentlich hatte ich mir auch vorgenommen, früher zu schreiben, aber wie das immer so ist… das Wetter ist schuld, wieder einmal ;-)

Wir haben jetzt tatsächlich jeden Tag 25°, was aber locker 30° in Mitteleuropa entspricht - nicht wirklich gut für’s Training. Aber der Reihe nach…

Nachdem ich am Donnerstag mit einem Tag Verspätung endlich angekommen bin und meine Hunde in Merasjärvi begrüßt habe, bin ich direkt mit Susi ins Camp gefahren, um das Auto von dort zu holen, damit ich wieder mobil bin. Das hab ich natürlich gleich mit einer Begrüßungsrunde verbunden. Mittlerweile ist ja das halbe Rennteam wieder im Camp - und wir haben viele neue Talente bei uns - und die durfte ich dann erstmal suchen. Denn alle, die in der Zwischenzeit kastriert wurden, wurden auf die Kennel aufgeteilt. Zu meiner großen Freude ist Ringo in Lappland - nur falls ich nochmal Touren fahre ;-) wobei ich natürlich am liebsten alle dort hätte. Mmh, das fänden die anderen wohl nicht so gut.

Wer durfte bei der Begrüßung auch nicht fehlen? Happy, richtig. Der hat sich sehr über das Wiedersehen gefreut. Meine Kollegen im Übrigen hoffentlich auch ;-)

Und dann waren die Puppies dran: Puma/Cisco, Nakita/Nansen und Zandra/Balou sind die stolzen Eltern unserer 24 ganz Kleinen. Da Nakita sich wohl im Winter einen Teil ihrer Zitzen erfroren hat, kommt sie kaum nach, ihre neun Welpen zu versorgen. Deshalb helfen wir jetzt mit dem Fläschchen nach…

Dann die erste Nacht zurück in Lappland. Alleine? Von wegen! Gefühlt eine Million Mücken waren in meiner Wohnung. Und ich hab die ganze Nacht kein Auge zu getan. Wenn sie nur stechen würden - was schon schlimm genug ist. Nein, sie müssen einem immer genau um den Kopf herumsurren. Aber glaubt ja nicht, man könnte die einfach erschlagen. Eine ja, aber dann kommen garantiert die nächsten fünf. Ich hab nicht gezählt, wie viele ich in der Nacht erwischt habe, zum Schlafen hat’s jedenfalls nicht gereicht.

Mittlerweile hab ich aber ein wirksames Mittel zu Hause. Halbe Stunde vor dem Schlafen in die Steckdose und man kann sogar nachts das Fenster auflassen…

Das heißt aber nicht, dass ich jetzt Frieden mit den Biestern geschlossen habe. Noch viel schlimmer sind ja die kleinen Geschwister, die eigentlich keine Mücken, sondern Fliegen sind und die auch nicht stechen, sondern beißen. Ist mir egal, ich find beides doof. Vor allem gehen die so gerne ins Gesicht - sogar unter die Sonnenbrille -, in die Ohren und an den Hals. Und von denen hab ich beim Training immer dann besonders viele, wenn die Temperaturen endlich so sind, dass man was machen kann. Toll, wirklich toll!

 

Wo wir auch schon beim Thema sind: Training. Wie das im Sommer aussieht? Bunt gemischt. Also eigentlich sollte Quad-Training im Vordergrund stehen. Geht aber nicht, wenn es so warm ist. Deshalb sind tagsüber dann eher so Sachen angesagt wie Line out und eingespannt dastehen und dabei ruhig bleiben. Ganz neu für die Hunde ist unser Kickbike. Das ist so ähnlich wie ein Roller, nur mit größeren Rädern. Da kann man ein bis zwei Hunde davor spannen und sich ziehen lassen. Ist sehr gut für individuelles Training, um vorne zu laufen und Kommandos zu lernen. Allerdings haben einige unserer Hunde noch ziemlich viel Respekt vor dem Teil und die muss ich erstmal dazu kriegen, überhaupt zu laufen. Aber Nansen, Ivalo und Marley, unsere Superleithunde, die haben es richtig gut gemacht und auch Mato, der im großen Team bisher eher nicht vorne laufen wollte, fand es allein scheinbar lustig. Wie Jamie, mein anderer Super(kommando)leithund und Angsthase hoch zehn, das Kickbike fand, könnt ihr euch bestimmt denken ;-) Ranger, mein kleines Baby, hatte natürlich auch viel zu viel Angst vor dem Ungeheuer Kickbike. Um ihm zu zeigen, dass Fahrräder gar nicht schlimm sind, hab ich dann heute eine kleine Runde mit meinem Mountainbike (juhu, die Post von Deutschland war mal richtig schnell) mit ihm gedreht, wo er frei nebenher laufen durfte. Und siehe da, unter diesen Umständen ist Fahrrad ja doch nicht doof ;-)

Gestern war ich dann auch das erste mal mit Quad unterwegs. Ein Achterteam ganz früh morgens, die anderen zwei nach Sonnenuntergang. Sonst wäre es einfach zu heiß. Unsere erste Distanz sind „nur“ 8km. Wir fahren kleine Teams und mit Motor, um zu verhindern, dass sie zu schnell laufen und dadurch überhitzen. Sie dürfen jetzt auch an jeder Wasserstelle anhalten und sich abkühlen. Aber leider hat es auf diesem Weg nur noch eine. Als ich mir vorgestern den Trail angeschaut hab, gab es kurz vor der Wende noch eine zweite kleine Pfütze, aber bis gestern Abend war die dann komplett getrocknet. Mmh, also noch besser aufpassen und immer schön Pausen machen.

Morgen früh geht es damit weiter.

 

19.08.2015

Danke Lufthansa

Da freut man sich tage-, wochen-, monatelang auf das Wiedersehen mit seinen Wuffs und dann? Dank Lufthansa darf ich mich einen weiteren Tag gedulden und die Nacht in einem Hotel in der Nähe des Flughafens Stockholm verbringen.

Bisher dachte ich ja immer, bei Flügen mit Lufthansa sei man - mehr oder weniger - auf der sicheren Seite, aber heute wurde ich eines Besseren belehrt. Die Flugplaner müssen wohl mal Nachhilfe nehmen… Ich wollte von München nach Kiruna fliegen. Kein Thema, hat man einen Zwischenstopp in Stockholm. Verbindung ist sogar ohne große Wartezeit möglich, nur 55min zwischen Ankunft und Weiterflug. Ist jetzt auch nicht viel Zeit, aber es ist ja kein Winter, also keine Verspätungen durch Enteisen und Gepäck wird ja durchgecheckt, wenn man den kompletten Flug bei einer Airline bucht. Dachte ich. Bis mir heute Mittag die nette Dame am Gepäckaufgabeschalter sagte, sie habe das Gepäck zwar durchgecheckt, aber trotzdem müsse ich es in Stockholm am Band abholen, durch den Zoll und dann wieder abgeben. Auf meine Frage, ob das bei 55min Umsteigezeit ihr Ernst sei, meinte sie, sie wisse es nicht so genau, es stehe jedenfalls so bei ihr im System. Da ich natürlich auch nicht wollte, das mein Gepäck dann herrenlos in Stockholm liegen bleibt, habe ich im Flugzeug nochmal nachgefragt. Und da wurde es tatsächlich bestätigt. Mmh, wird knapp, dachte ich mir. Aber wenn die sagen, dass wird immer so gemacht und ist kein Problem, dann werd ich es mal glauben.

Also, wir sind fast pünktlich gelandet, waren nur 10 Minuten zu spät auf der Parkposition, es waren also immer noch 25min bis zum nächsten Boarding. Immer noch knapp, aber wahrscheinlich geben sie das Transfergepäck zuerst raus… Nö, warum auch? Meins war fast das letzte. Ich hatte es dann genau zwei Minuten bis das Boarding für den Flug nach Kiruna anfing. Musste aber noch gefühlt 5km durch den Flughafen zum anderen Terminal laufen. Auf dem Weg hab ich dann mal einen SAS-Mitarbeiter gefragt, ob man gleich zum Gate kann. Antwort: nein, Gepäck muss definitiv zum Gepäckaufgabeschalter. Dort angekommen, sagte man mir, dass es leider schon zu spät sei und ich den Flug umbuchen müsse. Blöd nur, dass es den nächsten Flug erst morgen früh gibt. Es sind ja auch nur 200km oneway von Merasjärvi nach Kiruna, die Benkku dann heute umsonst gefahren ist.

Und ich war noch nicht mal die Einzige, sechs andere hat es auch noch erwischt… die haben jetzt einen super Start in den Urlaub.

Ziemlich blöd ist nur, dass ja eigentlich morgen das Training anfangen sollte. Ich glaub, das wird nix. Mal wieder alle Pläne über den Haufen geworfen. Welcome back in Lapland! ;-)

 

18.08.2015

Nur noch einmal schlafen

... dann geht es endlich zurück zu meinen Wuffs. Ich freue mich riesig, alle endlich wieder knuddeln zu können :-)))

Es wartet ja nicht nur mein Rennteam auf mich, im Camp haben wir auch gerade jede Menge Nachwuchs: 24 ganz kleine Puppies und dann natürlich noch die H’s vom März - erinnert ihr euch, die wurden kurz vor meiner ersten Tour mit den Gästen geboren? - die sind jetzt bestimmt richtig wild und die I’s vom Mai… also ganz viel zu tun.

Und dann fängt am Donnerstag ja auch gleich das Training an. Mal schauen wie das so wird. Jetzt ist nach ganz viel Regen und Kälte nämlich doch noch der Sommer in Lappland eingekehrt. Die Nächte sind mit einstelligen Temperaturen zwar schon recht kühl, aber tagsüber ist die ganze Woche Sonne und so um die 22° angesagt. Hoffentlich wird es den Hunden nicht zu warm, wenn sie auch noch arbeiten sollen. Ich bin jedenfalls froh, dem megaheißen Sommer in Deutschland den Rücken kehren zu können, die letzten Wochen waren schon sehr anstrengend für mich. Ich gehöre wohl doch nach Lappland ;-)

 

Voller Vorfreude werde ich mal noch meine restlichen Sachen packen und dann hoffe ich, ihr lest in nächster Zeit wieder fleißig meinen Blog und ich kann euch regelmäßig interessante Dinge vom Leben im Norden berichten :-)

 

 

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