Schneegestöber & Hundeschnauzen

17.01.2018

Gausdal Maraton

Drei Tage habe ich überlegt, ob ich einen Bericht über mein erstes Rennen schreiben soll oder nicht... und eigentlich weiß ich es noch immer nicht so recht. Warum? Naja, viel zu erzählen gibt es schon, aber das Ergebnis ist - jedenfalls für mich - nicht zufriedenstellend. Deshalb wollte ich zunächst gar nichts schreiben. Aber andererseits ist es ein cooles Rennen und nie hatte ich eine bessere Gelegenheit, euch das Renngeschehen näher zu bringen.

 

Also fang ich mal von vorne an. Der Gausdal Maraton hat vier verschiedene Klassen, die härteste ist der GM300 åpen klasse. Das heißt, 300km mit 9-16 Hunden. Wir sind mit zwei Teams zu je zwölf Hunden gefahren. Barbara hatte das A-Team mit den stärksten Hunden, ich das B-Team mit einigen Junghunden und natürlich dem allerbesten überhaupt - Ranger ;-)

Die Besonderheit beim GM300 ist, dass es auf den ersten 200km keinen Checkpoint, sondern nur Meldeposten gibt. Man kann dort Pause machen, muss es aber nicht. Erst in Skåbu hat man eine Pflichtpause von sieben Stunden. Aber obwohl es ein Checkpoint ist, gibt es weder ein Depot noch andere Form von Hilfe durch den Doghandler. Deshalb muss man alles, was man für die 300km braucht, von Anfang an im Schlitten haben. Bei zwölf Hunden macht allein das Futter schon ca. 50kg aus, hinzu kommen noch so Sachen wie Kocher, Schlafsack, Biwak, Ersatzkleidung, usw. (alles obligatorisch). Das größte Problem ist aber nicht das Gewicht, denn das hatte ich auch schon bei den Wochentouren mit den Gästen, sondern der Platz. Für meine geplanten Pausen an den Meldeposten musste auch noch Heu mit, sodass mein im Training für Schlafsack und Co. genutzter Checkpoint-Bag auf dem eigentlichen Schlittensack komplett voll damit war und der Rest wirklich in den Schlitten musste. Nur die dicke Jacke hat es beim besten Willen nicht mehr rein geschafft, die habe ich dann kurzerhand zwischen Schlittensack und Checkpoint-Bag gespannt. Das Foto vom Schlitten kurz vor dem Start ist übrigens das einzige vom Rennen überhaupt, leider. Danach hat es die Dunkelheit und/oder das Wetter kaum zugelassen, Fotos zu machen und als es zwischenzeitlich mal möglich gewesen wäre, wollte ich das Handy nicht hervorkramen, schließlich ist das zum Schutz vor Kälte und für eine längere Akkulaufzeit immer ganz dicht am Körper, was den Nachteil hat, dass man sich halb ausziehen muss, wenn man es benutzen will.

 

Der Start war am Freitag um 22 Uhr. Auch hier war es anders als bei den meisten Rennen. Denn es wurde nicht nach Startnummer nacheinander gestartet, sondern im Massenstart. Wobei die Hunde vor dem Start im Anhänger liegen müssen. Man darf die Booties schon angezogen haben, nicht aber die Geschirre. Sobald das Startsignal ertönt, fangen alle an, die Hunde rauszunehmen, anzuziehen und einzuspannen. Das hat bei mir auch super geklappt. Lediglich Gutsi hatte ein Bootie ausgezogen, das ich nochmal ergänzen musste und Grischa war so ungeduldig, dass sie ihre Neckline durchgebissen hat, bis ich mit allen Hunden fertig war. Aber dann ging es los auf die erste Etappe.

 

Es war ein bisschen schwierig, einzuschätzen, an welcher Stelle man gestartet ist, da die Autos auf mehrere Parkplätze aufgeteilt waren und mehrere Spuren auf den Trail führten. Ich glaube aber, dass wir als viertes oder fünftes Team raus kamen.

Am Anfang fuhren alle noch relativ dicht hintereinander. Da es geschneit hatte, war der Trail sehr tief, was unsere Hunde nicht so gewohnt sind, da es hier selten viel auf einmal schneit. Obwohl mein Team anfangs recht schnell unterwegs war, wollte ich das Gespann vor mir nicht überholen, denn bei solch tiefem Schnee ist es ganz praktisch, wenn schon ein paar andere davor durch sind. Irgendwann kamen wir allerdings an einen recht lang gezogenen Anstieg. Er war nicht besonders steil, aber mit dem tiefen Schnee war es besonders für die vielen kleinen Mädels in meinem Team ziemlich schwierig, so dass wir dort das ein oder andere Team vorbeilassen mussten. Auch in den Snackpausen wurden wir noch ein paar Mal überholt.

Nach 75km kamen wir gegen 4:30 Uhr beim ersten Meldeposten an. Wir hatten eigentlich eineinhalb Stunden Pause geplant, aber wegen der schwierigen Bedingungen, hab ich die für die Hunde auf zwei Stunden verlängert.

Eigentlich hatte ich mir vor der Pause überlegt, auf der zweiten Etappe Nauluk, einen der Yearlings, ins Lead zu nehmen, weil er die erste Etappe so grandios gelaufen ist. Aber leider musste ich dann feststellen, dass seine Gelenke angeschwollen waren, so dass ich die Idee gleich verwerfen konnte. Außerdem war absehbar, dass er das Rennen nicht würde zu Ende laufen können. Allerdings konnte man frühestens beim dritten Meldeposten nach 170km einen Hund droppen, also musste er noch durchhalten. Denn im Schlitten wäre auch noch kein Platz gewesen. Er ist aber dann ohnehin super weitergelaufen, so dass ich mir keine Gedanken machen musste, wie ich den Schlitten umpacke, um ihn da reinzukriegen.

 

Jedenfalls bin ich gegen 6:30 Uhr wieder auf den Trail. Glaube ich. Denn gesehen hat man nichts. Nein, im Ernst, ich weiß natürlich schon, dass ich auf dem Trail war, aber es war tatsächlich so neblig, dass man nicht einmal bis vor zu seinen Leithunden sehen konnte, also auch nicht wie die nächsten Meter des Trails sein werden. Ich hab dann auch etwas an meinem Schlitten gezweifelt, weil ich ständig nach rechts vom Trail gerutscht bin, obwohl ich das Gewicht im Schlitten nicht anders verteilt hatte. Ich hab dann aber recht schnell gesehen, dass es offensichtlich schon anderen vor mir so gegangen ist, denn immer wieder waren Spuren rechts vom Trail... in die ich prompt auch reingerutscht bin.

Irgendwann, ich glaube, es war nach insgesamt ca. 110km lichtete sich der Nebel und für kurze Zeit kam etwas Sonne heraus. Da hätte ich ein Foto machen sollen, aber wie gesagt wollte ich das Handy nicht rauskramen und dachte, ich hätte ja auch noch am nächsten Vormittag Gelegenheit dazu.

 

Nach weiteren 60km gab es die nächste Pause für meine Hunde. Nochmal gut zwei Stunden und eine richtige Mahlzeit.

 

Die nächste Etappe war ganz schön. Gleich zu Beginn ein kurzer, heftiger Anstieg, den mein Team aber gut bewältigt hat. Zeit haben wir dennoch verloren, da zwei Teams vor uns waren, wovon das erste scheinbar Probleme hatte, den Anstieg zu meistern. Überholen ging an dieser Stelle aber auch nicht, da es zwischen den Bäumen zu eng war.

Die Etappe bin ich dann relativ lang mit den beiden Gespannen gemeinsam gefahren, durch Snackpausen immer mal wieder in vertauschter Reihenfolge. Etwa 30km vor Skåbu kam nochmal ein Anstieg, in dem ich den beiden etwas weggefahren bin. Später kam eine Abfahrt mit viel losem/tiefem Schnee. Ich bin dort recht langsam gefahren, um nicht noch mehr Verletzungen zu riskieren. Wenig später kamen - teilweise in einem Affenzahn - Teams heran und an mir vorbei, wo ich mich gewundert habe, wo die so plötzlich alle herkommen, zumal nicht die beiden dabei waren, die zuvor hinter mir waren. Was ich nicht wusste: kurz vor Skåbu laufen die Trails der 300km åpen klasse mit denen der 200km åpen klasse zusammen. Nicht nur, dass die bis dahin natürlich weniger Kilometer gefahren sind, überdies sind in dieser Klasse nicht nur Langdistanzgespanne, sondern auch viele schnellere Mitteldistanzler. Kein Wunder also, dass mich gefühlt mehr Gespanne überholen konnten als überhaupt in meiner Klasse hinter mir waren.

 

Um 20:16 kam ich im Checkpoint Skåbu an, wo Raffi auf mich und die Hunde wartete. Da aber natürlich immer erst die Hunde versorgt werden, musste er auch nach meiner Ankunft noch etwas länger warten.

Nauluk habe ich gleich vom Veterinär anschauen lassen und entschieden, ihn vor der letzten Etappe rauszunehmen.

Dann haben alle etwas zu essen und einen großen Haufen Stroh bekommen, so dass sie ein paar Stunden schlafen konnten.

...das hätte ich eigentlich auch tun sollen, aber im Checkpoint war ich dummerweise gar nicht müde, so dass ich nur etwa eine Stunde im Auto gelegen habe und dann doch schon wieder aufgestanden bin.

Gut eine Stunde bevor es weiterging waren auch die Hunde wieder putzmunter. Es gab nämlich ihren Lieblingssnack: Herz.

 

Um 3:16 Uhr, nach exakt sieben Stunden Pause, durften wir wieder los. Der Trail war zu Beginn dieser Etappe deutlich besser als am Tag zuvor und die Hunde sind super auf die letzten 100km gestartet. Relativ zu Beginn haben wir noch zwei andere Teams überholt, dann waren wir für die nächsten Stunden ganz alleine auf dem Trail, weder vor noch hinter uns waren Lichter zu erkennen. Mit der Zeit nahmen Wind und Schneefall mehr und mehr zu, so dass auch der Trail den Eindruck erweckte, seit Tagen sei dort niemand außer uns gewesen. Eine recht lange Strecke ging es über ein Fjell, denke ich, man hat im Dunkeln ja nicht viel gesehen. Dort trifft der Wind die Hunde natürlich mit voller Kraft, aber lange Zeit sind die Hunde trotzdem voll motiviert weitergelaufen und haben es super gemacht, den Trail zu finden. Manchmal musste man sich für einige Meter nämlich einfach auf sie verlassen, da man die nächsten Markierungen noch nicht gesehen hat.

Gerade als es langsam hell wurde, entdeckte ich in der Ferne ein paar Lichter. Bald war klar, dass die nicht vor mir auf meinem Trail sind, sondern von einem anderen Trail auf meinen kommen. Ich vermutete, dass dies die 200km 8er Klasse sein müsste und wurde kurz darauf darin bestätigt. Zunächst freute ich mich, mal wieder auf andere Teams zu treffen. Die Freude währte allerdings nicht lange. Die drei Teams waren nun am letzten stärkeren Anstieg des Fjells direkt vor mir und dermaßen langsam, dass ich selbst auf der Bremse mein Team kaum dahinter halten konnte. Da ich sie auch nicht demotivieren wollte, indem ich am Berg immer wieder anhielt, beschloss ich, die anderen drei Teams schon im Anstieg zu überholen. Beim ersten Team klappte es auch noch ganz gut, obwohl auch dieser Musher scheinbar nicht recht wusste, dass man auf die Seite zu gehen hat, so dass nicht der Überholende vom Trail in den Tiefschnee muss. Blöd wurde es beim zweiten Team, denn abgesehen davon, dass meine Hunde schon wieder vom Trail mussten, kamen die Hunde des anderen Teams auch noch extrem weit rüber und haben sie angebellt, so dass sie einen großen Bogen durch den Tiefschnee gemacht haben. Auch das ging letztlich noch gut. Als sich das ganze beim dritten Team aber wiederholte, wurde es meinen Hunden zu viel und sie wollten nicht mehr am Team vorbei, sondern blieben einfach stehen. Das war wohl die denkbar ungünstigste Stelle, denn der Wind hatte stark zugenommen und kam direkt von oben in Richtung der Hunde. Binnen Sekunden hatten sie vereiste Augen. Dass sie da nicht gegen den Wind weiterlaufen wollen, kann man irgendwie verstehen. Stattdessen haben sie sich eingerollt und so vor dem Wind geschützt. Ich habe dann versucht, die Leithunde zu tauschen, aber egal, wen ich vorne hatte, die ersten drei Paare wollten nicht laufen. Dann wollte ich vor den Leithunden her gehen, aber das ging auch nicht, weil immer die letzten drei Paare viel stärker gezogen haben als die vorderen und so in sie reingelaufen sind und Knoten verursacht haben. Es funktionierte leider auch überhaupt nicht, den mittlerweile vorbeifahrenden anderen Teams nachzufahren. Denn selbst wenn sie mal einen Meter mitgelaufen sind, haben sie sich wieder hingelegt, sobald ich bremsen musste, um dem vorderen Team nicht reinzufahren.

Am Ende hat mir ein Musher der 8er-Klasse geholfen, der meine Leithunde eine Zeit lang mitgezogen hat, bis wir an eine etwas windgeschütztere Stelle kamen, von wo sie auch alleine weitergelaufen sind.

Da Kaiza zwischenzeitlich angefangen hatte, unsauber zu laufen und der Trail am Ende nochmal tief wurde, sind wir die letzten Kilometer recht langsam gefahren.

Die Aktion auf dem Fjell hat wahnsinnig viel Zeit gekostet und so kam ich ca. dreieinhalb Stunden später im Ziel an als bis zu diesem Punkt eigentlich erwartet.

Aber immerhin: 11 von 12 Hunden sind die 300km durchgelaufen, für viele das erste Mal. Und müde waren sie eigentlich auch nicht, außer Kaiza hätten sie locker noch ne Etappe weiterlaufen können.

Wie ich hinterher gehört habe, mussten einige Teams aus allen Klassen mit dem Motorschlitten abgeholt werden, weil sie es nicht mehr durch den Sturm geschafft haben. Also hatte ich mich auf dem Fjell doch nicht getäuscht als ich mir einbildete, Motorschlitten zu hören... jedenfalls umso besser, dass meine Hunde sich wieder aufgerappelt und auch das letzte Stück selbst geschafft haben. So haben sie verdammt viel gelernt, wenn man mal bedenkt, wie unterschiedliche Trail- und Wetterbedingungen sie auf 300km erlebt haben. Jetzt haben sie sich ein paar Tage Pause verdient, bevor es mit dem Training weitergeht.

 

10.12.2017

Zukunft

Wahrscheinlich fragt ihr euch schon lange, ob ich meinen Blog eigentlich noch weiterführe. Naja, ihr seht ja selbst, dass gerade Pause ist. Das hat nicht so sehr damit zu tun, dass ich nichts schreiben möchte, sondern eher damit, dass letztlich fast alles, was ich über meinen Alltag erzählen könnte, irgendwie auch Rückschlüsse auf das Training der Rennhunde zuließe. Ich glaube zwar nicht, dass sich die Konkurrenz die Mühe macht, meinen Blog zu lesen, aber dennoch halte ich mich lieber zurück. Und um nicht nur alle paar Monate mal einen Eintrag zu posten, liegt der Blog derzeit auf Eis… Aber nicht mehr lange!

 

Wir haben nämlich schon längst neue Pläne für die Zukunft. Ohne ein Einkommen Rennhunde zu trainieren, macht vielleicht Spaß, aber ist langfristig keine Perspektive. Also haben wir uns Gedanken gemacht…

 

Was dabei herausgekommen ist, kann der aufmerksame Leser schon oben in der Navigation  sehen, dort ist nämlich „Äkäskero“ durch „Innset“ ersetzt. Na, wem ist es aufgefallen? Ok, ich geb zu, so genau liest man die meisten Webseiten, die man - vermeintlich - kennt, normalerweise nicht. Und wer nicht gerade ein fotografisches Gedächtnis hat, dem fällt so eine kleine Änderung wohl nicht gleich auf. Aber genug der langen Worte, ihr wollt ja wissen, was wir machen: wir kehren zu den Touristen zurück.

 

In Innset betreiben Björn Klauer und Regina Elpers seit 30 Jahren eine Huskyfarm. Die Hundeschlittentouren dort sind sehr renommiert, da nicht nur die Lage in direkter Nachbarschaft zweier Nationalparks, sondern auch die Qualität der Touren ausgezeichnet sind. Neben den langen Touren, die von fünf Tourtagen bis zu einem ganzen Monat reichen, gibt es die Möglichkeit eines Huskyfarmurlaubs, speziell auch für Familien. So hat man nicht nur die Gelegenheit, in den Alltag einer Huskyfarm hineinzuschnuppern, sondern auch die Kleinen können schon einmal probieren, wie es ist, selbst auf dem Schlitten zu stehen. Aber Vorsicht, dass Lappland- und Hundeschlittenfieber ist tückisch - es erfasst einen binnen Minuten und lässt einen ein Leben lang nicht mehr los ;-)

 

Jetzt möchtet ihr bestimmt auch noch wissen, wann es so weit ist? Erst einmal steht hier natürlich noch die Rennsaison an - die wir Dank grandiosen Wetters wohl mit dem ATV bestreiten werden ;-) Danach, also etwa um Ostern, machen wir uns auf den Weg nach Norden und sind optimistisch, dass wir dort noch mindestens einen Monat, besser zwei, Schlitten fahren können. Mitternachtssonne auf dem Schlitten hatte ich schließlich noch nicht :-)

 

Dann gibt es natürlich auch wieder regelmäßige Blog-Einträge. Also, macht euch eine Notiz in den Kalender und schaut dann wieder vorbei.

 

Bis dahin wünschen wir euch eine besinnliche Weihnachtszeit!

 

30.04.2017

Goodbye Äkäskero

Schon wieder ist so viel Zeit vergangen seit dem letzten Blog-Eintrag... Warum? Tja, oft fehlt die Zeit, dann die Lust oder es gibt gerade nichts zu berichten, was eigentlich nicht stimmt, wenn man das der vorherigen Tage/Woche noch nicht berichtet hat. Aber das fühlt sich dann oft komisch an, weil es doch quasi schon wieder alt ist. Und so ist dann plötzlich die Saison schon wieder um, ohne dass man noch etwas geschrieben hätte.

Dabei gibt es jede Menge News! Mmh, soll ich euch jetzt auf die Folter spannen oder es gleich verraten?

 

Also das Allerwichtigste vorweg: Ranger gehört jetzt mir und ich geb ihn für kein Geld der Welt wieder her.

Und ja, die Überschrift verrät es schon: wir verlassen Äkäskero. Für das Warum und Wohin müsst ihr euch jetzt aber wirklich gedulden. Zuerst zumindest noch ein paar Worte zu den letzten Tagen...

 

Wir haben Schnee, immernoch mehr als genug zum Schlittenfahren. Deshalb haben wir unsere freien Tage in der letzten Woche für eine kleine Saisonabschlusstour genutzt. Schon am Montag hab ich einen Teil der Rennhunde von Merasjärvi ins Camp geholt, denn Dienstag wollten wir gleich nach der Arbeit los. Es war ganz schön schwierig, zu entscheiden, wer mit sollte. Ein Teil fiel noch verletzungsbedingt aus wie beispielsweise Susi, Zephyr, Alaska, Rusty und Frozen. Levi und Lingo hingegen konnten wegen der schon recht warmen Temperaturen nicht mit, da sie zu leicht überhitzen.

Nach langem Überlegen standen die Teams fest. Ich nahm Nansen, Vulcano, Bering, Beatle, Ghost, Timpani, Anadyr und Ranger. Raffi hatte Jamie, Marley, Ulvang, Urengoi, Elim, Attila, Eskimo und Urson.

In der Mittagspause überredeten wir spontan auch noch Sarah uns zumindest für die erste Nacht zu begleiten. Es sollte nach Kangos gehen, meine Lieblingshütte. Es verlief eigentlich auch alles nach Plan, außer dass mein Team etwas zu stark war, weshalb wir am nächsten Morgen ein paar Hunde tauschten.

Sarah fuhr ins Camp zurück, da es ihr nach Suastupa zu weit war. Ich hingegen wollte die Strecke endlich mal bei Sonne fahren, weil man dann eine tolle Kulisse hat. Ich war zuvor nur zweimal dort. Das erste Mal als Gast vor vier Jahren, da war es dunkel als wir ankamen und gestartet sind. Zuletzt war ich einen Tag mit Andy und seiner Gruppe unterwegs, aber da war natürlich schlechtes Wetter.

Der Weg nach Suastupa ist eigentlich gar nicht schwer. Es gab nur ein kleines Stück, wo ich mir nicht sicher war...und prompt falsch gefahren bin. Da war plötzlich eine Langlaufloipe, die, als ich mit Andy unterwegs war, noch nicht präpariert gewesen ist. Mmh, da es nicht so gern gesehen wird, auf der Loipe zu fahren, hätte ich wohl vorher abbiegen sollen. Da ich nun aber schon zu weit war, beschloss ich, einer Motorschlittenspur zu folgen. Das war dann jedenfalls mal der interessanteste Abschnitt des Trails. Wir fuhren kreuz und quer durch den Wald und konnten uns alle zehn Meter neu entscheiden, welcher Spur wir denn nun folgen wollen. Eine echte Entdeckung die Strecke, aber leider nichts für Gäste ;-) Am Ende kamen wir wieder auf den Vountisjärvi und von dort sind wir brav dem Trail gefolgt.

An der Hütte angekommen haben wir das Licht dann für ein paar sehr schöne Fotos genutzt...

Am nächsten Morgen mussten wir schon wieder zurück ins Camp, denn am Nachmittag musste ich vor den Gästen in der Lodge sein. Eigentlich also nicht spannend... bis zum ersten Rentierzaun. Ich hab angehalten, um ihn aufzumachen. Bis dahin war ja alles gut. Hinter dem Zaun macht der Trail eine Rechtskurve, aber eigentlich hat es noch ein paar Meter und um ein kleines Bäumchen müssen die Hunde auch noch rum. Ich will also weiter fahren und denke noch „super, Baum passt“… und schon war's passiert. Im ersten Moment wusste ich gar nicht was. Nur, dass ich auf dem Boden lag und meine Hand irgendwo am Schlitten hatte. Das oberste Gebot „nie den Schlitten los lassen“ wird schon automatisch befolgt. Dabei hätte der Schlitten gar nicht weg gekonnt. Der hing nämlich im Holzgestell des Rentierzauns. Am Anfang wusste ich gar nicht wie er da hingekommen ist bis ich gesehen habe, dass die Zugleine rechts gerissen ist. So wurde der Schlitten natürlich mit der linken Seite komplett nach rechts gerissen und ich bin in den Zaun gekracht und durch die Wucht des Aufpralls in hohem Bogen über den Schlitten geflogen... also ich hab ja schon den ein oder anderen Sturz hinbekommen, aber so einen Abflug dann doch noch nicht... Jetzt hätte ich wohl den Oscar für den besten Stunt verdient, aber leider haben wir es nicht auf Video ;-) Dann hieß es jedenfalls erst einmal, neue Zugleinen anspleißen...

der Rest des Weges verlief unkompliziert und wir waren pünktlich um zwölf zurück im Camp. Die nächsten Tage durfte ich mich dann mit einem heftigen blauen - oder wahlweise auch lila, schwarz, grün und gelb - Fleck auf dem Oberschenkel herumärgern. Da muss ich wohl im Flug irgendwo angestoßen sein - so hat sich der letzte Ausflug doch echt gelohnt ;-)

 

Diese Woche hat die Zeit zum Schlittenfahren nicht mehr gereicht, aber am Donnerstag war ich noch einmal in Merasjärvi, mich von den Hunden verabschieden. Ein Glück hab ich es eigentlich noch gar nicht richtig realisiert. So sind auch dort noch ein paar schöne Fotos entstanden, allen voran ein Knutschbild mit Susi, das hat wirklich Seltenheitswert...

Die letzten Tage stand dann Packen auf dem Programm. Es sammelt sich ganz schön viel Zeug an. Allein wegen der Hundeboxen und des Fahrrades brauchten wir ein großes Auto... und da ist man in Lappland schon wieder verloren. Mehrere Anfragen bei verschiedenen Autovermietungen haben nichts gebracht. Nicht nur one way war ausgeschlossen, selbst von und zurück nach Pajala gab es nicht. So haben wir uns letztlich den Toyota vom Camp ausgeliehen... und es hat sogar noch ein bisschen Platz übrig, aber viel ist es nicht ;-) jetzt stehen also ca. 2.500km auf dem Plan, denn irgendwie möchte das Auto ja auch zurück nach Finnland...

 

Achja, vielleicht sollte ich euch so langsam verraten, wo es überhaupt hin geht. Oder erst das Warum?

Tja, es gibt ja nie nur den einen einzigen Grund, aber wenn man es kurz machen will: „zu viel Lodge, zu wenig Hunde“ trifft es wohl am besten. Ich habe zu viel Energie, zu viel Leidenschaft, zu viel Liebe in das Training „meiner“ Wuffs gesteckt, um hinzunehmen, nicht jedes Training mit ihnen machen zu können, zuzusehen wie Leute „meine“ Hunde fahren, die keine Ahnung haben, die Verantwortung für sie in fremde Hände zu geben... und am Ende jedes Mal enttäuscht zu werden.

Wobei es mir ganz und gar nicht leicht fällt, sie zu verlassen. Irgendwie habe ich das Gefühl, sie zu verraten. Aber das ist ein menschlicher Gedanke. Wenn sie menschlich denken könnten, würden sie genauso wissen, dass ich sie niemals vergessen werde und Tränen in den Augen habe, während ich dies schreibe.

 

Aber jedes Ende ist auch ein neuer Anfang.

Was also machen wir? Raffi und ich - und natürlich auch Gizmo und Ranger - gehen nach Grimsbu in Norwegen zu Barbara und Emil Inauen. Doghandler in einem reinen Racing-Kennel, nur die Hunde, keine Touristen (an alle meine Lieblingsgäste: es gibt auch nette Touristen *lach*), der Fokus ganz klar auf Rennen. Hört sich spannend an... Wir haben die beiden und den Rest der Familie und die etwas über 30 Hunde vor drei Wochen schon einmal besucht... und freuen uns jetzt sehr auf die neue Herausforderung. Und der ein oder andere Hund hat auch schon Lieblingshund-Potenzial angemeldet, Barolo passt glaub ich super zu Ranger und Lukas ist auch total süß und... Ach, ich glaube, ich sollte aufhören, sonst sind gleich alle auf der Liste, in Äkäskero hätte ich ja am liebsten auch noch zwanzig weitere mitgenommen und wahrscheinlich hätte das noch nicht einmal gereicht ;-)

 

25./26.02.2017

Amundsen Race

Jetzt gibt es endlich ein Rennen und ich darf nicht mit… schon ziemlich gemein. Aber was soll’s, ich freu mich, dass meine Wuffs endlich einmal Gelegenheit haben, zu zeigen, was sie können.

 

Mein Report beschränkt sich daher auch darauf, was ich selbst über die Homepage, Facebook und Flickr mitbekomme. Immerhin sind jede Menge Leute fleißig am Fotos machen, so dass ihr die Hunde in Action sehen könnt.

 

Das Amundsen Race findet in Mittel-Schweden statt und ist ein 300km-Rennen. Genau genommen dieses Jahr nur 288km. Es sind drei Etappen von 102km, 84km und noch einmal 102km. Zwölf Stunden Pflichtpause gesamt, davon vier im zweiten Checkpoint plus natürlich der Zeitausgleich vom Intervallstart.

 

Unser Team hat die Startnummer 13 - wenn das nicht Glück bringt ;-)

Achja, erstmal muss ich euch ja sagen, wer im Team dabei ist: Nansen, Fennek, Ulvang, Urengoi, Bering, Marley, Zephyr, Susi, Elim, Timpani, Rusty und - wer darf auf gar keinen Fall fehlen? - mein Ranger natürlich.

 

Bevor es los ging, mussten sie noch im Auto warten…

von links oben nach rechts unten: Fennek, Elim, Ulvang, Susi, Zephyr, Rusty, Ranger

 

…und dann den Vet-Check über sich ergehen lassen. Aber Urengoi scheint das nicht weiter zu stören…

Start des Rennens war dann am Samstag um 11 Uhr. Für unser Team ging es 11:24 auf den Trail. Sehen ziemlich begeistert aus…

Hier auch noch ein Video vom Start (ab Minute 9:35) sowie ein kurzes Video vom Trail:

https://www.facebook.com/amundsenrace/videos/1377966215587364/

https://www.flickr.com/photos/amundsenrace/33067627306/.

 

Den ersten Checkpoint erreichten sie 17:51 Uhr, dort gab es natürlich erst einmal Futter, bevor sie knapp fünf Stunden ausruhen duften. Dann ging es auf die zweite Etappe. Jedoch ohne Marley, der lieber etwas geschont werden sollte. Mitten in der Nacht und mit bereits 102km in den Beinen ließ sich der Rest des Teams überhaupt nichts anmerken und lief erneut eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 15,8km/h. Als zweiter kamen sie am Sonntagmorgen 4:05 in den zweiten Checkpoint. https://www.facebook.com/amundsenrace/videos/1378624558854863/

Den Zeitausgleich eingerechnet hatten sie nun exakt 15min Rückstand auf den Führenden Jean Philippe Pontier.

 

Bevor es wieder losging, hat der Fotograf Casper Nielsen mir einen riesengroßen Gefallen getan… ein super Foto des besten Hundes der Welt ;-)

 

…so, nun bin ich ratlos. 11:13 Uhr ist Benkku auf die letzte Etappe gestartet. Mit 10 Hunden. Wer ausgefallen ist, weiß ich noch nicht, wahrscheinlich Elim oder Bering. Denn auf einem Foto kann ich die anderen sehen, lediglich die letzten drei ganz hinten sind schwierig. Aber Rangers Pfoten kenne ich gut. Daneben sollte der Schwanz von Rusty sein. So bleibt eigentlich nur ein Hund fraglich. Ich tippe darauf, dass Bering noch dabei war.

Aber weiter zum eigentlichen Problem: Das GPS hat schon die ganze Zeit nicht richtig funktioniert und auf dieser Etappe ist es dann gleich mal ganz im Checkpoint stehen geblieben. So konnte ich erst einmal nur die anderen verfolgen. Nach gut zwei Stunden dann die böse Überraschung: laut Rennstatus ist Benkku nicht mehr im Rennen. Ob das stimmt? Ich weiß es nicht. Wenn ja, warum? Das wüsste ich auch gerne…

 

27.01.2017

Unsere Wuffs

…die haben irgendwie auch nur Flausen im Kopf ;-)

Ranger war jetzt schon zwei Wochen nicht mehr mit zu Hause, also im Mökki. Die Zeit hat Gizmo dann perfekt genutzt, um endgültig zum absoluten Haus- und Kuschelhund zu avancieren.

Vor etwas mehr als einer Woche hat er sich nachts klammheimlich auf die Couch geschlichen… und am Morgen so unschuldig geschaut, dass man ihm gar nicht böse sein konnte. Zuerst waren wir ja hin- und hergerissen, ob das jetzt süß ist oder Gizmo mal Benehmen lernen sollte, denn angeblich weiß er ganz genau, dass er nirgends hoch darf. Nach der dritten Nacht hab ich dann entschieden, dass ich es süß finde, Gizmo hat also gewonnen ;-) mittlerweile macht es ihm nicht mal was aus, wenn wir auch auf der Couch sitzen, er legt sich einfach dazu… oder beschlagnahmt sie inklusive Macbook gleich mal komplett für sich :-P

Ab und zu kann man ihn aber auch überreden, rauszugehen, am liebsten natürlich bei Sonnenschein. Aber davon bekommen wir ja jetzt mehr und mehr. Es ist schon wieder richtig lange hell im Vergleich zu vor wenigen Wochen.

Aber Gizmo ist natürlich nicht der Einzige mit Flausen. Ranger steht ihm in nichts nach. Er hat ja schon mehrfach seine Zwingertür geöffnet. Ob er wirklich weiß, wie das geht oder es mehr ein Versehen durch’s aufgeregte Gegenspringen ist und er irgendwann zufällig den Riegel aufbekommt, weiß ich nach wie vor nicht. Jedenfalls kam ich am Montag nach einigen Tagen endlich mal wieder zu meinen Rennwuffs, um die letzten Vorbereitungen und das letzte Training für’s Rennen zu absolvieren. Erst einmal war aber Schneeschaufeln angesagt. Davor haben die Hunde noch schnell etwas zu Futtern bekommen und ich dachte mir, ich lasse sie ja eh gleich raus, dann kann ich den Sicherungskarabiner bei Ranger und Rusty so lange auch weg lassen. Ich wollte nur kurz den Schnee am Tor wegschaufeln, um das schließen zu können, bevor die Hunde frei laufen… so weit kam ich natürlich nicht, da kamen mir die beiden schon freudestrahlend entgegengestürmt. Naja, ich hab es ja eigentlich auch provoziert ;-) Nachdem die beiden zusammen mit Jamie und Alaska genug getobt hatten, habe ich dann brav auch den Karabiner wieder dran gemacht. Aber was soll man sagen? Als ich das nächste Mal mit Futter kam, war ich gerade erst mit dem dritten Zwinger fertig, da standen auch schon Rusty und Ranger neben mir. Die beiden haben es doch glatt schon wieder geschafft, die Tür trotz Karabiner aufzukriegen. Ich glaube, Ranger ist viel schlauer als Benkku denkt *hihi*

 

An Training war dann aber leider nicht zu denken. Am Dienstag war es mit -30° mal wieder zu kalt, am Mittwoch hat es so gestürmt, dass unser Trail wieder weg war. Und Donnerstag hatte Benkku zwar einen Teil wieder geöffnet, aber da war er noch zu weich, um darauf fahren zu können. Naja, hab ich eben die Zeit genutzt, die restlichen Zwingerdächer abzuschaufeln… mal sehen, ob der Trainingsplan von Benkku und Andy für die beiden nächsten Tage aufgeht. Denn am Montag müssen wir ja los zum Bergeby und vorher sollten wir noch entscheiden, welche Hunde mit dürfen. Ranger ist jedenfalls gesetzt :-)

 

 

04.01.2017

Da bin ich wieder ;-)

Ich weiß, ich weiß, ich habe megalang nichts mehr von mir hören/lesen lassen. Daher schon einmal sorry an alle, die schon ungeduldig gewartet haben und vielen Dank, dass ihr meinen Blog trotz meiner Schreibpause immer wieder mal besucht habt, um zu sehen, ob es nicht doch was Neues gibt.

Ich halte ja nicht viel von Vorsätzen für’s neue Jahr. Deshalb verspreche ich euch auch nicht, dass es in den nächsten Wochen besser wird, aber da ich heute seit langer Zeit mal wieder gezwungen wurde - abgesehen vom E-Mails-Beantworten - frei zu machen, nutze ich doch die Zeit, etwas zu schreiben.

Also, wo fangen wir denn an? Wenn ich euch jetzt die ganzen letzten drei Monate erzählen wollte, dann bräuchte ich wohl ne ganze Woche frei…

 

Mmh, dann eben das Wetter, darüber kann man sich immer so schön beschweren ;-) Das Wetter ist nämlich schuld, dass ich frei habe. Ich kann euch gar nicht so genau sagen, wie kalt es ist. Am Küchenfenster -27°, aber das ist natürlich ziemlich ungenau durch die abgestrahlte Wärme von drinnen. Das Thermometer an der Lodge streikt seit zwei Wochen. Da waren es kurzzeitig mal +1° und seitdem meint das Thermometer, wir hätten Frühling… na, wie auch immer, es ist jedenfalls deutlich unter -30° und damit wieder einmal zu kalt zum Trainieren. Ich glaube, ich habe ein Déjà-vu… War das nicht letztes Jahr um die Zeit genauso?

Aber das Gute an diesem Wetter ist, dass der Himmel klar ist. Gestern Abend waren wir noch mit Ranger und Gizmo draußen und genau zu der Zeit gab es wieder super Nordlichter, sie waren zwar nicht lange da, aber dafür haben sie sich sehr schnell bewegt und waren nicht nur grün, sondern auch lila. Überhaupt hatten wir in letzter Zeit sehr oft sehr schöne Nordlichter, auch an Silvester - das ist doch tausendmal besser als die Luft mit Knallern zu verpesten und die Tiere zu Tode zu erschrecken.

Die Fotos sind zwar nicht von gestern, aber das waren auch ein paar schön Nordlichter in Merasjärvi, vor ein paar Wochen…

So, und was fängt man mit einem freien Tag an, wenn der Wetterbericht schon kalt verspricht? Tja, eigentlich sollte man im Bett bleiben… aber die Sonne kommt doch gerade wieder über den Horizont und Ranger und Gizmo sind auch da. Und wir haben Schnee - darauf musstet ihr ja lange warten… also doch nicht im Bett bleiben, sondern eine Runde auf den Linkukero. Entgegen meiner Erwartung hatte ich am Anfang sogar eine Spur. Klar, Schneeschuhe brauchte es trotzdem, aber ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass jemand den Teil des Weges schon gegangen war. Na, vielleicht liegt es daran, dass man dort die Markierungen noch recht gut erkennen konnte… bis zum letzten Sumpf oder was da eigentlich ist, bevor es auf den Berg geht. Da hab ich den Weg schon einmal verloren, aber zum Lavu, einer kleinen Holzkota am Fuße des Linkukero, konnte man es auch mit ein bisschen Orientierungssinn noch halbwegs einfach finden. Rauf auf den Linkukero und den Kamm entlang ist dann auch nicht schwierig, wenn auch die Markierungen auf den Steinen im Winter relativ sinnlos sind, denn da ist ja Schnee drauf.

Auf dem Linkukero hab ich dann mal einen Fotostopp gemacht. Die Wuffs waren ganz froh drüber, konnten sie mal ihre Pfoten abschlecken. Ich glaub, denen war heut auch ganz schön kalt an den Füßen. Gizmo meinte dann eigentlich auch, man könnte sich einrollen und schlafen. Das fand ich nicht ganz so witzig, schließlich sind mir schon bei den wenigen Bildern, die ich versucht habe, fast die Finger eingefroren. Also musste ich ihn überreden, dass wir den Mittagsschlaf auf zu Hause verschieben… wo er jetzt auch schön gemütlich im Eingang auf der Fußbodenheizung liegt. Und Ranger hat den Platz auf dem Teppich vor dem Sofa eingenommen ;-)

Was gibt es sonst noch so? Das Rennteamtraining läuft, mal mehr, mal weniger. Letzte Woche sind wir am 1. Tag 110km gefahren, am 2. Tag fing es so an zu stürmen, dass Benkku uns quasi retten und den etwas kürzeren Rückweg über den Fluss mit dem Skidoo öffnen musste, so dass es am Ende 96km waren. Den Weg durch den Sumpf hätten wir nicht mehr geschafft, weil einfach absolut gar kein Trail mehr vorhanden war. So musste dann auch der dritte Tag ausfallen, weil erst einmal Trailmachen angesagt war. Diese Woche war dann nicht viel besser. Wir wollten eigentlich drei Tage lang 80km-Runden mit je 5h Pause dazwischen fahren. Aber es war ja kalt angesagt. So konnten wir schon Montag früh davon ausgehen, dass es keinesfalls mehr als 3 Runden werden, wahrscheinlich nur die am Montag früh und Montag Nacht. Aber selbst da hatten wir uns zu früh gefreut. Als wir von der ersten Runde zurück kamen, waren es zu Hause schon -20°, was heißt -30° auf dem Trail. Innerhalb der nächsten 2h ist das Thermometer auf -28° gesunken und das, obwohl für die Zeit noch so um die -15° angesagt waren. Da möchte man nicht wissen, wie es dann zu der Zeit ist, wo tatsächlich - 29° angekündigt sind… Na, was daraus folgt, wisst ihr ja bereits. Ein freier Tag für mich und Ranger.

 

Gestern hab ich dann noch ein bisschen im Camp ausgeholfen. Die nicht mit auf Tour gegangenen Ellesmere-Hunde gefüttert und rein zufällig waren ausgerechnet meine vier Rennhunde, Gonam, Goofy, Granite und Nash, die verletzungsbedingt bzw. um sich noch ein Jahr entwickeln zu können, zurück ins Camp gegangen sind, an der Reihe, in den Freilauf und rumtoben zu dürfen - was sie auch liebend gern getan haben ;-)

Ja, und der Freezer wollte auch ausgeräumt werden. Denn da die nächste Fleischlieferung angekündigt war, musste erst einmal (fast) alles alte raus, damit das neue Fleisch nach hinten kann. Gutes Fitness-Training ;-)

 

Und sogar in der Lodge läuft es jetzt ganz gut. Die Weihnachtsgäste sind schon wieder weg - und waren dieses Jahr wirklich nett -, die Silvestergäste sind gerade auf Tour und nächste Woche wird es noch einmal ein kleines bisschen ruhiger, was allerdings relativ gesehen ist ;-)

 

So, ich glaube, jetzt seid ihr mal mit den allerneuesten Infos versorgt… achja, Plan für’s erste Rennen: Bergebyløpet, Start am 31.01.2017. Drückt mir die Daumen, dass bis dahin alles gut läuft, damit wir endlich auch wirklich zum Rennen fahren können.

 

17.09.2016

Herbsttraining

Während Deutschland schwitzt, hat bei uns schon längst der Herbst Einzug gehalten. Dank nächtlichem Frost und Wind haben es die bunten Blätter an den Bäumen auch nicht lange ausgehalten. Bevor ich ein richtig schönes Foto machen konnte, waren sie schon zu Boden gefallen. Aber das Schöne am Herbst in Lappland ist ja, dass nicht nur die Bäume bunt werden, sondern auch die kleinen Sträucher, so dass auch der Waldboden märchenhaft verzaubert wird.

Wenn man dazu noch fast täglich Sonnenschein zum Training hat, kann man sich wahrlich nicht beschweren - außer vielleicht, dass es tagsüber noch locker 15° oder mehr werden und man dann nicht in der Sonne trainieren kann, sondern warten muss, bis sie so langsam untergeht… was hier verdammt schnell geschieht. Aber vier Tage lang haben wir noch mehr Licht als Deutschland ;-)

 

Die Hunde haben jedenfalls genauso viel Spaß beim Training wie ich. Nach ihrem Ruhetag gestern waren sie abends schon wieder richtig gut aufgelegt und wären wohl am liebsten gleich eine Runde gelaufen, als ich doch eigentlich nur Achma, der kurzzeitig im Camp war, zurückgebracht habe. Ich denke, wenn ich gleich rausgehe, wird es nicht anders sein. Zwar hat der Vollmond gestern Abend sie nicht verrückt gemacht…

…aber die -5° heute Morgen und die mit Raureif bedeckten Wiesen lassen wohl nicht nur mein Herz höher schlagen :-)

 

02.09.2016

Mit Ranger unterwegs

Da das Rennteam gestern und heute Trainingspause hatte, durfte der Ranger mal wieder mit zu mir ins Mökki kommen…

Nachdem es gestern Morgen noch geregnet hat, begann der Tag erstmal damit, in der Lodge weiter aufzuräumen, Equipment zu sortieren usw. Ranger natürlich immer mit dabei, passt auf, dass alles ordentlich wird. Tja, und was soll ich sagen, die Lager waren, glaub ich, lang nicht mehr so ordentlich - da kann dann niemand mehr behaupten, er findet etwas nicht ;-)

Nachdem wir damit fertig waren, kam auch die Sonne wieder raus und da wir eh noch Sachen im Camp zu besprechen hatten, haben wir uns aufgemacht auf einen kleinen Spaziergang durch den Nationalpark. Es dauerte ungefähr drei Minuten bis wir nasse Füße hatten, da über den sumpfigen Stellen entweder gar keine Planken lagen oder diese zerbrochen waren. Mit dem Waten durch’s Nass wechselten sich dann Kletterpartien über umgestürzte Bäume ab… also wie da im Winter wieder eine Langlaufloipe lang gehen soll, ist mir schleierhaft. Mal abgesehen davon, dass es ja ganz schön wäre, auch im Sommer die Wanderwege zu pflegen. Nicht, dass mir festgelegte Pfade so wichtig wären, aber in einem Nationalpark darf man so ein bisschen Trailpflege doch erwarten, oder?

Egal, wir sind ja trotzdem angekommen. Und bevor wir ganz im Camp waren, haben wir natürlich noch unseren Badeplatz in Äkäsmylly besucht. Wer braucht schon teure Erlebnisbäder, wenn man den Pool mit Massagefunktion direkt vor der Haustür hat ;-) Ob ihr’s glaubt oder nicht, da kann man sich wirklich reinsetzen… haben wir aber gestern nicht gemacht, da ich dummerweise keine Badesachen dabei hatte - hab auch nicht wirklich damit gerechnet, dass es so schönes Wetter wird - und gerade noch andere Leute in Sichtweite waren.

Für heute war dann den ganzen Tag Regen angesagt. Also erst noch ein bisschen Ordnung in Lodge und Mökkis machen und anschließend haben wir uns - nein ich mich, Ranger hat sich hingelegt und geschlafen - dran gemacht, aus unseren vielen, vielen Blaubeeren Marmelade für die Gäste zu kochen. Die freuen sich ja drauf, wenn sie im Winter auch noch was von unserer Sommerernte haben. Und sobald ich noch mehr Gläser habe, sind dann auch die Lakka- und Preiselbeeren dran…

Aber morgen ist ja erst einmal wieder Training. Und danach dann vielleicht wieder Pilze sammeln. Davon gibt es dieses Jahr so viele, dass man am liebsten schon während des Trainings alle paar Meter anhalten und die Pilze „ernten“ würde. Aber dafür sind es viel zu viele. Erstens würde das die Hunde nerven (und wäre auch nicht gut für ein konstantes Laufen) und außerdem hat man auf dem Quad ja auch nur begrenzt Platz. Letztens hab ich - ohne Hunde - auf einem etwa ein Kilometer langen Teil des Trails und nur etwa 20m links und rechts davon eine ganze Kiste voll gehabt. Mmh, mittlerweile ist unser Trail aber 12km - oneway. Da bräuchte es ganz schön viele Kisten. Außerdem hätte man dann gar nicht genug Platz, die alle gleichzeitig zu trocknen. Achja, und falls ihr euch fragt, was wir mit so vielen Pilzen machen: die bekommen auch die Gäste im Winter. Ich brauche ja schließlich Versuchskaninchen, falls welche nicht genießbar sind ;-)

 

30.08.2016

Winter is coming ;-)

Naja, ganz so schnell geht es nicht… auf den Schnee müssen wir sicher noch eine ganze Weile warten, denn wenn tagsüber die Sonne scheint, haben wir ja auch noch locker 15° oder mehr, wohlgemerkt: im Schatten. Aber nachts, da merkt man, dass die Tage so langsam kürzer werden - und kälter. Gestern Morgen auf dem Weg zum Training waren es -2°, was auch bedeutete das erste Mal in dieser Saison Scheiben kratzen. Mmh, darauf hätte ich noch ein bisschen verzichten können, aber wenn dafür gute Trainingsbedingungen herrschen, nehme ich das auch in Kauf.

Apropos Training: die Wuffs sind schon wieder megagut drauf. Eigentlich sollten sie ja gestern morgens und abends eine Runde laufen, aber da sie beim ersten Start viel, viel zu wild waren, hab ich die zweite Runde nach einer kleinen Trinkpause gleich mit angehangen. Hat sie auch nicht wirklich gestört, sind einfach brav ihr Tempo gelaufen. Heute waren sie dann auch etwas entspannter am Start, so dass ich auf die Erziehungsmaßnahme verzichten konnte und ihnen Pause bis zum Nachmittag gegönnt habe. Morgen gehen wir dann endlich wieder auf die längere Strecke, die auch vom Terrain interessanter ist… mal sehen, was sie dazu sagen.

Vorher gibt’s für euch aber ein paar Bilder zum neidisch werden ;-)

Merasjärvi heute Morgen

Und die Wuffs beim Baden

17.08.2016

Ich glaub, mich knutscht ein Elch

…oder besser doch nicht. Mein quasi freier Tag heute fing ganz schön turbulent an. Da Sonne ohne Ende vorausgesagt war, war ich schon kurz nach sechs auf dem Weg nach Merasjärvi, um die Wuffs zu trainieren - jaaa, das „Herbsttraining hat schon begonnen *juhu* - bevor es dafür zu warm wurde. Kurz nach Muodoslompolo, also gar nicht mehr weit, wollte mir dann ein lebensmüder Elch die Vorfahrt nehmen. Also genau genommen kam er ja von rechts, aber mitten aus dem Wald und ein Fußgängerüberweg war da bestimmt nicht - und auch kein Elch-Übergang ;-) Jedenfalls konnte ich von Glück sagen, dass auch der Elch es sich noch einmal genau überlegt hat, denn nur mit ner Vollbremsung hätte ich wohl nicht viel ausrichten können. Aber auch er - oder sie - ist doch noch ein Stück ausgewichen und so ca. 30cm - gefühlte 3!!! - neben bzw. vor dem Auto über die Straße gerannt. Mmh, normalerweise freue ich mich immer, wenn ich einen Elch sehe, denn im Gegensatz zu den Rentieren - über die ich mich aber derzeit auch freue, weil sie gerade so schönes Fell und meist ihre Kinder dabei haben - passiert das ja ziemlich selten.

 

Auf jeden Fall stand danach erst einmal Training auf dem Programm. Im ersten Team durften heute Marley und Frozen im Lead laufen und gerade Frozen, der bei den ersten Trainingseinheiten noch Angst vor’m Wassergraben, in dem sie ihre wohlverdiente Trinkpause machen dürfen, hatte, hat sich wirklich gut geschlagen. Wenn es nicht gerade um’s Wasser geht, macht es ihm scheinbar echt viel Spaß, vorne zu laufen. Im zweiten Team waren dann mal wieder Jamie und Alaska vorn, nachdem Ulvang beim letzten Mal Nansen etwas zu viel genervt hat. Nansen war natürlich alles andere als begeistert, nicht vorne laufen zu dürfen, aber immerhin hat er in den Pausen nur geschrien, dabei aber die Leine brav in Ruhe gelassen ;-) nach jeweils knapp einer Stunde war die Runde auch schon vorbei und so war es nicht einmal Mittag bis das Training um und die Wuffs gefüttert waren. Der ideale Zeitpunkt ein wenig zu entspannen… was Ranger und ich dann bei schönstem Sonnenschein am See gemacht haben…

Am Nachmittag durften die Wuffs noch einmal im Freilauf ein bisschen spielen, während wir metertiefe Löcher für die neuen Stakeout-Pfosten gegraben haben. Wobei sich das schlimmer anhört als es ist, da nach 10cm Erde sowieso nur noch Sand ist, das Graben also nicht sonderlich schwer. Und nebenbei hab ich noch ein paar Fotos geschossen…

Beatle und Attila

Caribou

Bering

Ghost

 

29.07.2016

Zurück zu Hause

Nach einer gefühlten Ewigkeit lass ich nun endlich mal wieder von mir hören - oder lesen ;-)

Aber ich habe ja eine gute Entschuldigung: Urlaub! Die zweieinhalb Wochen Island sind wie im Flug vergangen und natürlich war viel zu wenig Zeit, um wirklich alles anzuschauen, aber damit ihr zumindest einen ganz, ganz kleinen Eindruck bekommt, ein Foto von meinem Lieblingswasserfall, dem Seljalandsfoss, und meinem Lieblingstier auf Island, dem Papageitaucher. Natürlich könnte ich noch so viel mehr Fotos von wunderschönen Wasserfällen, Walen, Robben, Islandpferden, angriffslustigen Küstenseeschwalben und quiekenden Austernfischern posten, aber dann bräuchte ich wohl schon für die Auswahl drei Tage und nochmal ein paar Wochen, um sie alle in den Blog zu laden ;-)

Also besinnen wir uns doch mal wieder auf das Wesentliche. Nach noch knapp drei weiteren Wochen in Deutschland, ging es vor nunmehr schon wieder einer Woche „zurück nach Hause“. Das Wiedersehen mit den Wuffs konnte ich kaum erwarten und natürlich war ich auch froh, der Hitze mit 30° im Schatten in Deutschland zu entfliehen… was ich da noch nicht wusste: auch in Lappland erwartete mich ein grandioser Sommer. Kaum angekommen, musste ich natürlich erst einmal den Wuffs „hallo“ sagen, was so einige Zeit in Anspruch genommen hat. Die kleinen Puppies waren kaum noch wiederzuerkennen, so groß sind sie mittlerweile geworden. Die M’s und die N’s haben inzwischen auch schon ihre Namen gelernt, so dass es nun mit den O’s und P’s sowie dem kleinen Rowdy, dem Einzelkind von Boreal weitergeht. Die Q’s müssen noch ein bisschen warten, schließlich kann man das Namenstraining immer nur einzeln machen und neben den ganzen anderen Aufgaben nimmt das dann doch etwas Zeit in Anspruch. Die ersten Trainingseinheiten habe ich mit Panda und Otso absolviert. Panda ist wie sein Papa, mein geliebter Ranger, total anhänglich und man muss jede sich bietende Gelegenheit nutzen, wenn er aus Versehen mal einen Meter entfernt ist, um ihn beim Namen rufen zu können. Otso hingegen erkundet seine Umgebung vollkommen gedankenlos, manchmal etwas zu sehr, wenn er jegliches Schnalzen und Rufen ignoriert und einfach mal durch den Zaun auf die Pferdekoppel rennt oder direkt an den Zaun zu den großen Hunden. Aber in einer Sache war Panda dann doch viel mutiger als Otso: in den Pferdestall hat sich der kleine Frechdachs nämlich nicht getraut, Panda aber ist sogar noch einmal allein zurückgelaufen als ich schon wieder rausgegangen war.

Heute hatte ich frei (dazu später) und bin am Nachmittag zurück ins Camp, um mit den beiden noch die heutige Lektion zu üben. Da sie aber gerade geimpft wurden, mussten wir das auf morgen verschieben. So kam Rowdy in den Genuss, schon vor den Q’s mit dem Training beginnen zu dürfen. Und was den Pferdestall angeht, steht er seinem Großcousin in nichts nach, auch er ist todesmutig reingelaufen, obwohl Santano in seiner Box stand. Vielleicht kommen die P’s und Rowdy ja ganz nach ihrer Oma, das ist nämlich bei beiden Puma, eine tolle Hündin, die früher auch im Rennteam war.

 

Als ich zurück war, haben Sarah, Susi und ich dann auch noch die restlichen O-Namen vergeben - gar nicht so einfach bei drei sehr ähnlichen Puppies (von insgesamt sieben). Da die O’s in der Erziehung etwas schwieriger zu sein scheinen, werde ich Panda schweren Herzens an unseren Helfer abgeben müssen, schließlich macht er seine Sache ja schon sehr gut, und dafür neben Otso auch Omena übernehmen. Und dann möchte ich aber auch noch Pontus, der erinnert mich nämlich sehr an seinen Papa, obwohl er seinem Onkel Riekko eigentlich ähnlicher sieht ;-)

Ach ja, vom grandiosen Sommer wollte ich noch erzählen. Ja, also, gleich an meinem ersten Tag hier, standen wir abends vor der schwierigen Frage, in welchem See oder Fluss wir denn nun baden gehen wollen und wie wir dort hin kommen, mit dem Fahrrad, zu Fuß oder zu Pferd? Wir entschlossen uns für einen kleinen Flusslauf und die Pferde, denn dort geht sogar Santano baden. Zwei Tage später waren Sarah und ich dann bei Äkäsmylly und haben die abendlichen Sonnenstrahlen genutzt, während wir entspannt in einem kleinen Wasserfall saßen. Tja, was soll man sagen… es ist schon ein schweres Los, dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen :-)

Aber zugegeben, Sommerstürme hatten wir auch schon. Am Nachmittag desselben Tages war ich gerade in Sibirien, der vom Haus fast am weitesten entfernte Kennel. Zuerst hat es nur ein bisschen getröpfelt, da denkt man sich ja nichts bei. Als ich die letzten Hunde draußen hatte, fing es an zu regnen. Da sowieso gerade Mittag war und ich auch E-Mails checken musste, dachte ich mir, ich tu mal die Hunde weg und dann schaff ich es noch trocken nach drinnen. Naja, also bis Ellesmere - der nächste Kennel - war ich nass, ab dort war es dann kein Regen mehr, sondern nahezu ein Wasserfall gepaart mit Hagelkörnern… nix war’s mit trockenen Fußes ins Haus - nicht nur die Schuhe, nein, alles war durchgeweicht, so dass ich mich erst einmal komplett umziehen musste. Natürlich war dann auch wieder der Strom weg und damit auch das Internet. Egal, das ist halt Lappland. Aber die Sonne hat nicht lang auf sich warten lassen, wenig später war sie wieder da und wir standen wieder einmal vor der schwierigen Entscheidung, wohin zum Baden ;-)

 

Heute hatte ich, wie gesagt, frei und war mit Lingo auf dem Linkukero. Das ist auch im Sommer eine schöne Runde, wenn ich auch Dank der zwischenzeitlichen Regenschauer und der Beschaffenheit der Sümpfe etwas nasse Füße bekommen habe. Schlimmer waren allerdings die Mücken, die manchmal etwas nervig waren. Aber Sarah hat mir ja erklärt, dass es unsere Fitnesstrainer sind, die dafür sorgen, dass man nicht stehen bleibt. Mmh, aber wie sammelt man dann die unzähligen am Wegesrand stehenden Blaubeeren? Das habe ich dann am Ende der Tour gesehen: man muss sich einfach langärmelig anziehen und noch dazu ein Mückennetz für den ganzen Körper überwerfen… zumindest machen es so die Finnen und die sollten es ja wissen. Ach, und noch etwas habe ich von Sarah gelernt: wenn die Mücken lästig werden, darf man nicht vergessen, sie daran zu erinnern, dass man doch mit Anti-Mückenspray eingesprüht ist und sie einen deshalb nicht stechen dürfen. Ich glaube, es hat funktioniert, heute gab es nur unwesentlich neue Stiche ;-)

 

11.06.2016

Winter, Sommer, Winter, Sommer - was denn nun?

Die letzten Tage waren mal wieder recht turbulent… nur zum Schreiben bin ich nicht gekommen.

An meinen freien Tagen am Sonntag und Mittwoch hab ich die ersten Sommer-Trainingsrunden mit den Wuffs gedreht. Diesmal nicht vor dem Quad, sondern vor dem Auto. Hunde rein ins Auto, bis zum Ende des Forstwegs gefahren, Hunde vor’s Auto gespannt und los geht’s - natürlich mit Unterstützung des Motors. Am Sonntag waren die 9km noch ziemlich anstrengend, schließlich war es wieder ganz schön warm. Am Mittwoch bei Regen und Wind fanden die Wuffs die gut gemeinte Pause zwischendurch schon eher lästig und wollten auch am Ende des Weges nicht schon Schluss machen. Selbst als schon das halbe Team wieder im Auto war, sind Nansen und Fairbanks vorn noch wild rumgesprungen und wollten weiterlaufen. Auf der zweiten Runde wurde es Dank des Regens dann schon schwierig, überhaupt bis zum Start zu fahren und nicht im Matsch stecken zu bleiben. Aber wir haben es geschafft und auch das zweite Team ist die Strecke locker gelaufen. Ben, den ich zum Training mitgenommen hatte, war sehr beeindruckt von der Leistung der Hunde.

Zurück im Camp war dann erst einmal der Strom weg. Bei dem Wind ja eigentlich kein Wunder, laut Wetterbericht bis zu 18m/s. Da fällt schon mal der ein oder andere Baum auf die Leitung. Bei Kerzenlicht und Feuer im Ofen kam dann fast wieder Wildnistourfeeling auf.

Donnerstag dann die Überraschung: 0° und Schnee! Für kurze Zeit ist der sogar auf dem Boden liegen geblieben, bis zu 3cm würde ich schätzen. Obwohl der Wind schon deutlich nachgelassen hatte, spielte der Strom noch immer verrückt, mal war er kurz da, dann wieder weg, usw. Ich hab davon gar nicht viel mitbekommen, da ich die meiste Zeit draußen war, während die anderen drin Puppies gekuschelt haben. Tja, die sind halt Schnee nicht so gewohnt, ich fand das Wetter eigentlich gar nicht so übel ;-)

Am Abend bin ich dann noch zur Lodge gefahren, schauen ob nach dem Sturm dort alles ok ist. Eine ziemlich große Birke ist direkt neben dem Eingang abgebrochen, aber glücklicherweise nicht auf’s Dach sondern von der Lodge weg herunter gefallen. Im Camp hatten wir auch richtig Glück, eine kleine umgefallene Birke im Freilauf von Lappland und ein etwas größerer Baum im Freilauf von Canada, den wir weg sägen mussten, da er auf dem Zaun zwischen beiden Teilen des Freilaufs lag. Verglichen aber mit der Anzahl an umgefallenen oder abgebrochenen Bäumen rund ums Camp herum, erscheint das echt harmlos.

Heute war dann fast wieder T-Shirt-Wetter und endlich mal an der Zeit, das Kanu ans Wasser zu bringen. Susi und Stefan sind mit Quad und Anhänger los, weit ist es ja nicht aber sumpfig. Eher zufällig hab ich einige Zeit später auf mein Handy geschaut und gesehen, dass Susi mir eine Nachricht geschrieben hat, nachdem weder bei mir noch bei Sarah das Telefon geklingelt hatte, bei dem Versuch, Hilfe herbeizuholen. Denn - wie schon befürchtet - ist das Quad mal wieder im Sumpf stecken geblieben. Alex und ich sind dann also mit dem zweiten Quad hin, um es rauszuziehen. Allerdings haben wir auf die Schnelle vergessen, Gummistiefel anzuziehen, was uns ziemlich nasse Füße beschert hat. Während wir versucht haben, das Quad aus dem Schlamm zu befreien, kam auch noch Sarah mit Santano angeritten. Mit vereinten Kräften konnten wir es dann irgendwie doch befreien, auch wenn der ein oder andere etwas Dreck abbekommen hat ;-)

Morgen gibt es noch einen letzten Tag bei meinen Renn-Wuffs, bevor es am Montag in den Urlaub geht… und wenn schon weg aus Lappland während Mittsommer, dann natürlich dorthin, wo es ihn auch gibt: Island steht auf dem Plan :-)

02.06.2016

Viel los in Äkäskero

Heute gibt es mal wieder Einiges zu erzählen bzw. anzuschauen…

 

Erst einmal zu gestern, meinem freien Tag, den ich wie immer in Merasjärvi verbracht habe - jedenfalls zur Hälfte. Ich bin diesmal nicht so lang geblieben, weil ich Grumpy mit ins Camp nehmen wollte, damit Susi sein lädiertes Ohr anschauen kann und ich nicht wollte, dass sie deshalb Überstunden machen muss. Da ich auf dem Heimweg noch einkaufen wollte und es schon wieder 25° im Schatten waren, wollte ich eigentlich mit dem Toyota fahren, da dort Boxen für die Hunde eingebaut sind und ich ihn gut mit offener Tür hätte stehenlassen können. Tja, der war aber irgendwie anderer Meinung, hat nämlich keinen Mucks von sich gegeben. Also doch der Volvo. Den ganzen Weg bis Muonio - gut, so lang ist er auch nicht - hab ich mir überlegt wie ich es dann beim Einkaufen machen soll. Unsere Hunde sind zwar gewohnt im Auto zu bleiben oder am Stakeout, aber eben nicht vor einem Supermarkt angebunden zu sein. Aber bei der Hitze wollte ich ihn wirklich lieber nicht im Auto lassen, auch nicht im Schatten und mit offenem Fenster. Der Eingang vom Supermarkt lag glücklicherweise im Schatten, so dass ich ihn da an einer Säule festmachen konnte. Als ich gegangen bin, war er noch ruhig, aber als ich rauskam hab ich schon drin gehört, dass er bellt. Ich glaube, er dachte, ich setze ihn aus. Als ich ihn dann los gemacht habe, ist er an mir hochgesprungen und hat mich nicht mehr losgelassen. Der Arme, dabei wollte ich doch nur nicht, dass es im Auto zu heiß wird.

 

Im Camp angekommen war Susi gerade mit Rheeta in der Praxis. Sie hatte einen mega angeschwollenen Bauch. Verdacht auf Magendrehung, was lebensgefährlich für die Hunde ist. Wir hatten dann riesig Glück, weil wir die Tierärztin in Kolari noch erreicht haben, die wollte eigentlich gerade Feierabend machen. Also nix wie los. Der Verdacht hat sich dann leider bestätigt und es folgte eine recht schwierige und langwierige Not-OP. Also doch Überstunden…

 

Als wir zurückkamen, wollte dann Ben gerade Kickbike fahren, also hab ich noch kurz zwei Runden mit ihm gedreht, einmal mit Marley und Caribou (so hat es Caribou viel besser gemacht als allein) und einmal mit Mackey und Jingle, was lustig war, denn Jingle ist ja noch ganz jung und nur ein paar Mal im Puppytraining vor einem Schlitten gelaufen. Die Gopro hatten wir auf die Schnelle natürlich wieder vergessen - dafür aber heute… und für’s Video haben wir dann extra die Kickbike-Profis Mato, Marley und Mackey genommen. Anschauen könnt ihr einen kleinen Zusammenschnitt hier: https://www.facebook.com/yvonne.hofschneider/videos/958557827595042/

 

30.05.2016

Sommer in Lappland

Ihr werdet es nicht glauben, wir haben Sommer. Nicht nur, dass die Sonne seit zwei oder drei Tagen gar nicht mehr untergeht, gestern waren es tatsächlich 25° - oder vielleicht sogar noch mehr. Heute waren es immer noch über 20° und der angekündigte Regen war zwar in Muonio, aber bis nach Äkäskero hat er es nicht geschafft. Die Hunde sind da ganz schön platt und mir reichen 15° eigentlich auch. In Lappland ist alles ab 20° irgendwie viel zu warm.

Deshalb hab ich gestern - an meinem freien Tag - auch nicht viel gemacht. Früh erst einmal wieder Fotos der Puppies und dann selbstverständlich meine Wuffs in Merasjärvi besucht. Die hatten aber auch nur bedingt Lust, rumzurennen. Eigentlich haben sie sich recht schnell ein schattiges Plätzchen gesucht und sich wieder hingelegt. Und irgendwie hatte ich dann im Laufe des Tages doch vergessen, dass ich eigentlich mal schauen wollte, wie warm das Wasser im See ist ;-)

Heute war wieder Camp angesagt… und wie so oft die letzten Tage hatten wir Besuch: sowohl die Rentiere als auch Füchse kommen ganz dicht ran, die Rentiere würden sogar mitten ins Camp laufen, wenn wir die Tore zu den Gängen nicht zu machen würden. Leider trägt das warme Wetter auch dazu bei, dass man keine Klamotten mit ausreichend Taschen an hat, um während der Arbeit die Kamera dabei zu haben, so dass es von den Rentieren nur ein Handy-Foto gibt. Beim Fuchs war ich selbst dafür zu langsam ;-)

Nach Feierabend wurde es dann aber noch einmal richtig lustig. Vorgestern hatte ich Ben die Kickbikes gezeigt und ihm für die erste Runde Mato gegeben, der ja im Herbst mein Lieblings-Kickbike-Hund war. Ben meinte, dass Mato gar nicht so richtig begeistert gewesen wäre, was ich mir gar nicht vorstellen konnte, weil er es letztes Jahr geliebt hat. Also sind wir heute zusammen eine Runde gefahren, ich mit Mato, er mit Moonlight. Und von wegen Mato zieht nicht… wir haben den Weg ums Camp probiert. An ein paar Stellen ist es zwar noch recht feucht, was es für das Kickbike bzw. den ziehenden Hund nicht so einfach macht, aber wir sind bis auf den Forstweg gekommen und von dort ist es ja easy zurück zur Straße und von dort nur noch den Hügel hoch und wieder ins Camp. Mato hatte jedenfalls richtig Spaß - und ich auch. Also haben wir die Runde dann gleich noch einmal mit Marley und Herkules, also Vater und Sohn, gedreht. Marley war genauso begeistert wie Mato und auch Herkules hat es super gemacht. Lediglich als wir versucht haben, die Positionen zu tauschen, war er etwas unsicher. Aber als ich ihn dann mit Marley wieder überholt habe, da hat er Gas gegeben. Marley und ich waren trotzdem schneller :-P und das ganz ohne Galoppieren… so hat Ben nämlich auch gleich sehen können, wie gut es ist, wenn die Hunde im Trab bleiben und wie schnell sie selbst dann laufen können. Rennteamtraining hat also begonnen ;-)

 

18.05.2016

Schon so groß…

Heute hatte ich frei, aber wer mich kennt, wird wissen, dass „Ausschlafen“ spätestens um sechs beendet ist… und da es eigentlich gar nicht mehr so richtig dunkel wird - Sonnenaufgang war heute 2:55 Uhr, Sonnenuntergang ist 23:49 Uhr - bin ich meist noch früher wach. Die Sonne am Morgen musste ich dann gleich ausnutzen, endlich mal die Puppies zu filmen, das kommt während der Arbeit meist zu kurz oder es kommen plötzlich Wolken, wenn man schonmal daran gedacht hat, die Kamera einzustecken. Jedenfalls sind die Vaisa/Ghost-Puppies mit ihren jetzt sechs Wochen putzmunter und haben sogar schon entdeckt, wie man Wasser aus dem Napf der Mama trinken kann…

 

Das Video könnt ihr hier anschauen: https://www.facebook.com/yvonne.hofschneider/videos/949160875201404/

 

Nach ner halben Stunde wurde es dann aber doch recht kalt an den Fingern, kein Wunder, es waren ja auch nur knapp über 0°. Also bin ich erstmal rein, mir die Bilder und Videos anschauen.

 

Anschließend hab ich meine Wuffs bei Benkku besucht, die müssen ja schließlich auch ab und zu mit Kuscheleinheiten verwöhnt werden, allen voran natürlich Ranger, der immer ganz aus dem Häuschen ist, wenn ich komme. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass er nach dem Füttern immer die Eimer auslecken darf - so ein paar Privilegien muss der Lieblingshund doch haben ;-)

 

08.05.2016

Puppy-Time in Äkäskero

Frühlingszeit ist Puppy-Zeit in Äkäskero. Die letzten Tage und Wochen war ganz schön viel los - aber seht selbst…

 

Die Ms von Vaisa und Ghost sind jetzt schon fünf Wochen alt, können alleine fressen und kommen schon auf Zuruf bzw. Schnalzen angelaufen… wenn sie nicht gerade schlafen.

Die Ns von Upea und Attila sind zweieinhalb Wochen, haben gerade ihre Augen geöffnet und können uns jetzt auch hören. In zwei, drei Tagen dürfen auch sie immer mal eine Weile mit ins Haus zum Kuscheln - Puppies sozialisieren macht schon Spaß ;-)

Mika und Cisco sind am 03./04. Eltern der Os geworden…

Und vor zwei Tagen haben dann die Kleinen Ps von Ranger und Camilla das Licht der Welt erblickt. Wer die kleine Kuh da hineingeschmuggelt hat, ist mir ein Rätsel, die kommt weder nach der Mama noch nach dem Papa - aber eine Idee für den Namen gibt es schon ;-)

Jetzt warten wir noch auf Giny, die wahrscheinlich ungewollt von einem freilaufenden Hund in Schweden während der Panoramatour beglückt wurde. Als sie plötzlich einen dicken Bauch bekam, hatten wir zuerst Angst, sie könnte einen Tumor haben, aber jetzt sieht sie doch einfach nur sehr schwanger aus… fragt sich nur, was dabei rauskommt - die Hunde, die ich in Keinovuopio frei laufen sehen hab, sahen mir nicht gerade nach Schlittenhunden aus.

 

22.04.2016

Panorama, die letzte

Ihr werdet es nicht glauben, es hat doch noch geklappt. Nicht komplett leider, aber zumindest den zweiten Teil der letzten Panoramatour konnte ich noch mitfahren, denn in der letzten Woche der Saison sollte es ja etwas ruhiger zugehen und die Kollegen die Lodge auch alleine hinbekommen… von den Überraschungen bei meiner Rückkehr spreche ich jetzt mal lieber nicht.

Der Plan war jedenfalls der, dass Simone und ich am Freitag, den 15.04., Andy und seine Gäste in Keinovuopio treffen und dann die nächsten Tage gemeinsam mit ihnen unterwegs sind. Am Freitag hieß das vor allem erst einmal warten, denn wir hatten vereinbart, erst loszufahren, wenn Andy angekommen ist. Da es die Tage zuvor schon recht warm war, wollten wir sichergehen, dass das Futterdepot noch in Ordnung und nicht weggeschmolzen ist.

Kurz vor Mittag dachten wir uns, es könne ja nicht mehr lange dauern - Andy wollte extra früh losfahren - und wir könnten schon einmal mit dem Verladen der Hunde beginnen, als der ersehnte Anruf kam. Allerdings war das noch 10km vor dem Ziel. Statt einer Info über das Depot teilte uns Andy nämlich mit, dass zwei seiner Gäste die Tour nicht weiter fahren wollten. Für die Gruppengröße kam uns das natürlich gar nicht ungelegen, aber das hieß dann auch, dass wir eigentlich jeder nur einen Hund zusätzlich gebraucht hätten. Es war ja schon schwierig, sich auf zwölf Hunde festzulegen, aber dann nur noch zwei? Also in meinem Fall ging das schonmal gar nicht, denn Nansen, Ranger und Lingo waren fix eingeplant. Dazu noch Attila, da ich nicht genau wusste, welche Hunde in den von den Gästen „zurückgelassenen“ Teams waren und Lingo einen lieben Laufpartner braucht, da er selbst manchmal etwas schwierig sein kann. Eigentlich wollte ich auch unbedingt noch Caribou mitnehmen, aber er und Lingo hatten sich schon am Morgen nicht so wahnsinnig gut verstanden, so dass ich mich notgedrungen entscheiden musste. Mit „nur“ acht Hunden machten wir uns dann also auf den Weg. Andy hatte ja gesagt, „bringt mit, wen ihr wollt“, dass es dann so viele waren, hat ihn doch überrascht ;-) wobei Simone später noch auf zwei meiner Hunde verzichtet hat, nachdem sie wusste, welche Hunde schon im Team sind. Ich dagegen habe aus dem ursprünglichen Team nur Beatle behalten. Gonam habe ich zu Andy gebracht und mir dafür Alaska von ihm „geklaut“, den hatte ich ihm nämlich schon von Anfang an mit auf Tour gegeben.

Am Samstag stand dann die hinsichtlich des Streckenprofils wohl anstrengendste Etappe an. Von Keinovuopio ging es Richtung Kilpisjärvi zum Drei-Länder-Eck Finnland/Norwegen/Schweden und dort dann rauf in die Berge nach Pältsa. Bei super Wetter hatte man eine grandiose Aussicht während der teilweise recht langen Anstiege, bei denen man den Hunden natürlich immer etwas helfen muss. Die dicken Jacken haben dabei alle recht schnell ausgezogen. Aber da die Hunde einfach megagut drauf waren, haben sie die gut 50km lange Strecke ohne Probleme gemeistert.

Erst kurz vor Pältsa gab es noch einen kleinen Zwischenfall… Andy wollte eigentlich den Trail etwas umfahren, was aber dann doch nicht ging, weil es auch bei der Umfahrung zu steil geworden wäre. Also mussten wir durch den Tiefschnee bergab und in einer 90°-Kurve wieder auf den Trail. Da mein Team etwas sehr schnell wurde und ich mich ungern in der Kurve überschlagen wollte - es ging da nämlich schön steil weiter bergab - hab ich zusätzlich zur Bremse noch den Anker zum Verlangsamen des Schlittens benutzt. Hat auch funktioniert, nur die Gäste hinter mir waren etwas schnell und haben mich quasi links und rechts überholt, was dazu geführt hat, dass ich komplett anhalten musste, um dem nächsten Team, dessen Hunde nun schräg vor meinem Schlitten standen, nicht reinzufahren. Bis dann alles entwirrt und alle wieder richtig auf dem Trail standen, hat es ein kleines bisschen gedauert ;-)

In Pältsa angekommen blieb den Gästen erst einmal die Sicht auf das „Matterhorn“, das eigentlich der Berg Pältsa ist, verborgen, da sich die angekündigten Schneewolken schon davor geschoben hatten. Den Nachmittag verbrachten wir dann auch überwiegend in der - sehr geräumigen - STF-Hütte, denn bei Schnee wollte keiner so richtig nach draußen.

Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter jedoch wieder von seiner besten Seite, die Sonne ging auf und es waren nur ein paar Wölkchen am Himmel zu sehen - beste Bedingungen für die anstehende 105km-Etappe nach Järämä.

Gleich zu Beginn haben wir ein paar verrückte Rentiere getroffen… zuerst sind sie in einiger Entfernung auf einem Bergkamm parallel zu uns gelaufen, dann entschlossen sie sich aber plötzlich, doch lieber zum Rest der Herde auf die andere Seite zu wollen. Mit hohem Tempo kamen sie direkt auf den Trail zugerannt und kreuzten ihn nur wenige Meter vor Andy’s Team.

Danach sind Simone und ich dann abwechselnd vorne gefahren und haben den Trail für Andy und die Gäste gespurt. Zwischenzeitlich kam mal etwas Nebel und Wind auf, so dass wir die anderen gar nicht mehr sehen konnten, aber von schlechtem Wetter waren wir noch immer weit entfernt. Zu Übungszwecken hätte uns Andy das ja eigentlich schon gewünscht ;-) aber stattdessen kam ziemlich bald die Sonne wieder zum Vorschein.

In Pulsujärvi übernahm Andy wieder die Führung, da der Trail auf den letzten 15km recht schwierig zu finden sein würde. Tja, mit Trail war dann aber ohnehin nicht viel. Schon wenige Meter nachdem wir von der Straße abgebogen sind, steckten wir bis zur Hüfte im Tiefschnee. An ein Durchkommen war nicht zu denken, so dass Andy beschloss, notgedrungen die Straße nach Järämä zu nehmen. Glücklicherweise handelt es sich dabei nicht um eine „richtige“ Straße, sondern „nur“ um einen Schotterweg, auf dem größtenteils auch noch Schnee lag. Ansonsten mussten wir auf den Randstreifen ausweichen. Ein paar Mal ging das jedoch nicht, beispielsweise an Brücken, da mussten wir über den Asphalt und ab und an konnte man auch dem Schotter nicht ganz ausweichen. Trotz Abspringen und neben dem Schlitten her laufen, hat das meine Schlittenbeläge komplett ruiniert. Sie waren vorher schon nicht die schnellsten - was mir für die Wildnistouren immer ganz recht war, um nicht so lang auf die Gäste warten zu müssen - danach liefen sie aber fast gar nicht mehr.

Als wir Järämä endlich erreicht hatten, waren nicht nur die Hunde erschöpft, sondern auch die Gäste. Kein Wunder, der Weg auf der Straße hat die Etappe noch etwas verlängert und diese Distanz ist außer mir und den Rennhunden ja eigentlich keiner gewohnt. Auch Lingo, der den ganzen Tag im Lead gelaufen war und einen super Job gemacht hat, war total erledigt. Vor der Tour hatte ich auch nicht wirklich daran gedacht, dass er natürlich nicht nur gegenüber meinen, sondern auch gegenüber den Ellesmere-Hunden einen deutlichen Trainingsrückstand hat, da er dieses Jahr mit Grönland nur relativ kurze Wildnistouren gelaufen ist. Umso bemerkenswerter ist es, dass er nicht ein einziges Mal geschwächelt hat, während ich Nansen zwischenzeitlich mal aus dem Lead nehmen und ihm eine Pause gönnen musste. Lingo wäre schon wirklich ein toller Hund für Langdistanzrennen…

Auf der Hütte hielt sich das Abendprogramm dann ziemlich in Grenzen. Nach dem Abendessen sind alle gleich schlafen gegangen, ich nach draußen ins Biwak, da die Hütte recht klein ist und ich sowieso gerne direkt neben den Hunden schlafe. Wobei es mir diesmal etwas kalt wurde als die Temperaturen Richtung -20° fielen ;-)

Am Montag stand dann eine ganz entspannte, nur 45km lange Etappe nach Övre Soppero an. Wir haben dort - wie schon bei meinen zwei Tagen Panoramatour mit Christoph & Co. - wieder bei Per Nils - einem echten Lappen - übernachtet. Problem war nur, dass wir schneller waren als ursprünglich geplant und er uns erst einen Tag später erwartet hätte. Bis wir ihn telefonisch erreicht haben, haben wir es uns erst einmal in der Sonne gemütlich gemacht. Gaskocher sei Dank gab es auch Kaffee für den Rest der Gruppe… und dann viel Zeit um Quatsch mit den Hunden zu machen oder einfach zu entspannen ;-)

Dienstag war der einzige Tag, an dem das Wetter nicht ganz so angenehm war. Relativ feuchter Schnee und Wind machten das fahren nicht ganz so attraktiv wie an den anderen Tagen. Dabei war der Trail durchaus interessant. Von Övre Soppero nach Lannavaara ging es den Lainiojoki entlang. Im Gegensatz zum letzten Mal hatte der aber schon einige offene Stellen, die man umfahren musste. In Lannavaara hingegen waren die tief hängenden Stromkabel samt Masten entfernt worden, dafür wartete schon das nächste Hindernis. Der Trail führte nämlich eigentlich ein kleines Stück auf einer Waldstraße entlang und da gab es absolut keinen Schnee mehr. Ja, meine Beläge waren eh schon ruiniert, aber irgendwie wollte man die letzten zwei Tage ja trotzdem noch voran kommen, ohne den Schlitten die ganze Zeit schieben zu müssen. Also ist Simone, die zu diesem Zeitpunkt vorne war, einfach einer anderen Motorschlittenspur gefolgt und mit Hilfe des GPS sind wir doch dann tatsächlich wieder auf dem richtigen Trail rausgekommen. Die Stelle ist mir sogar beim letzten Mal schon aufgefallen, nur gab es zu dieser Zeit noch keine Spur drin.

Weiter führte uns der Weg dann Richtung Saivomuotka. Ziel war diesmal allerdings keine Hütte, sondern eine Holzkota etwa 15km vor der Ortschaft. Das wurde dann nämlich die Luxuszeltübernachtung, also Schlafen im Zelt, aber Kochen und Essen am Feuer in der Kota. War richtig gemütlich von etwas viel Rauch, nach dem die Sachen hinterher schlimmer gestunken haben als von den Hunden, mal abgesehen.

Am Mittwoch ging es dann für meine Wuffs nach Hause, also zu Benkku. Der mittlere Teil des Trails war noch recht anstrengend, da es viel bergauf ging, aber als wir die Kreuzung zu unserem normalen Trainingstrail passiert hatten, da wussten auch die Hunde, dass es nicht mehr weit ist und sind den anderen davon gelaufen. Sie waren wohl ganz glücklich, dann in ihren Zwingern einfach nur entspannen zu dürfen…

Auf jeden Fall war es ein super Saisonabschluss, noch einmal mit den Hunden unterwegs sein zu können - und das auch noch in den Bergen. Jetzt müssen nur noch morgen die Gäste verabschiedet werden und dann ist der Winter 2015/2016 auch schon wieder vorbei. Aber das macht überhaupt nichts, denn im Sommer gibt es ja auch genug zu tun…

 

12.04.2016

Spaß

Heute hab ich mir mal wieder einen freien Tag genehmigt und da ich gerade in der Lodge bin, dachte ich mir, geh ich doch endlich mal wieder auf den Äkäskero. Nicht alleine natürlich, das wäre ja langweilig.

Da meine Wuffs wieder auf Tour sind, wollte ich eigentlich Caribou zu mir nehmen, der hat sich ja schon als braver Haushund bewährt. Da aber Mato nach dem ersten Tourtag etwas gelahmt hat, musste Caribou einspringen. Zwar schien es gestern Morgen wieder ok zu sein, allerdings zeigte sich dann abends in der Lodge, dass er doch nicht ganz sauber läuft. Also lieber nicht mit Mato auf den Äkäskero, denn wenn der Schnee weich ist und er einbricht, wäre das sicher nicht gut. Im Mökki war Mato superlieb, aber als ich ihm heute Morgen gesagt habe, wir gehen jetzt ins Camp, ich hole nur kurz die Mütze aus dem Auto, da hat er mich wohl nicht beim Wort genommen…

Wir sind dann aber natürlich trotzdem nicht mit dem Auto gefahren, sondern zu Fuß gegangen. Morgens ist der Schnee ja auch noch ganz ok.

 

Im Camp hab ich dann unsere Kleinsten besucht, in einer Woche sind die schon ganz schön gewachsen…

Danach bin ich eine kleine Runde mit Yentna spazieren gewesen. Sie ist die jüngste unserer zugekauften norwegischen Hunde und leider wurde sie nicht sozialisiert und hat Angst vor Menschen. Deshalb braucht es viel Geduld und Zeit, damit sie lernen kann, dass Menschen nicht böse sind.

Anschließend hab ich mir einen alten Bekannten geschnappt, den Lingo, unseren „Schön-Husky“, der letztes Jahr noch im Rennteam war. Lingo durfte mich auf den Äkäskero begleiten, was ihm sichtlich Spaß gemacht hat. Und dann haben wir gleich noch „Werbefotos“ gemacht. Blick auf die Lodge vom Äkäskero aus bzw. von der gegenüberliegenden Seeseite, natürlich mit Hund im Bild ;-)

 

05.04.2016

Nachwuchs

Der erste Nachwuchs des Jahres 2016 ist da… Gestern Morgen sind sechs kleine süße Wuffs geboren. Mama Vaisa und die Kleinen sind wohlauf. Papa Ghost ist gerade mit Andy auf Tour. Aber da sie heut zufällig am Camp vorbeigekommen sind, hab ich Ghosti natürlich gleich die frohe Botschaft überbracht ;-)

Sonst war es heute mal ein ruhiger Tag. Offiziell hatte ich frei, aber natürlich hab ich in der Früh trotzdem erstmal meine Hunde versorgt. Danach sind André und ich mit den Motorschlitten auf den Särkitunturi gefahren. Unsere Hoffnung, das Wetter könnte dort oben besser sein, wurde leider nicht erfüllt und die Aussicht lag komplett im Nebel, aber trotzdem war es cool. Anschließend sind wir noch die „große Seenkunde“ gefahren, bevor wir mittags dem Äkäsmylly Café einen Besuch abgestattet haben…

 

Morgen steht dafür wieder Lodge an. Da der Koch frei hat, darf ich neben der Rezeption dann auch noch das Dinner machen. Ein Teil ist ja vorbereitet, aber leider nicht alles. Mmh, dabei kann ich doch gar nicht kochen ;-)

 

02.04.2016

On tour with Ellesmere

Sooo, jetzt muss ich für zwei Wochen das Schreiben nachholen… und werde garantiert ganz, ganz viel vergessen. Aber wenn ich nicht anfange, dann hilft es ja auch nicht ;-)

Also, ich hatte ja schon angedeutet, dass ich mit Andy’s Ellesmere-Wuffs zwei Wildnistouren fahren würde. Und ganz ausnahmsweise hat sich dieser Plan mal nicht geändert. Gute Gelegenheit also die potentiellen nächsten Rennteam-Kandidaten anzuschauen. Mmh, einige haben Potenzial, andere sind super lustige Schlittenhunde, aber vielleicht nicht ganz so gut geeignet für lange und dennoch schnelle Einheiten. Wobei ich zugeben muss, die „Testbedingungen“ waren nicht ideal. In der ersten Woche hatten wir immerhin nachts noch um die -25°, da waren die Trails auch tagsüber bei Sonnenschein und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt hart und schnell, aber diese Woche war es echt nicht schön. Selbst nachts ging das Thermometer nur knapp unter 0° und es war nicht nur viel zu warm für die Hunde, sondern auch die Trails waren so weich, dass man eigentlich die ganze Zeit nur aufpassen musste, dass keiner doof irgendwo in ein zu tiefes Loch tritt.

Die Motivation meines Guideteams sah daher entsprechend aus…

Nein, quatsch, das Foto war natürlich nach dem Laufen. Die Hunde haben sich wirklich tapfer geschlagen. Im Gegensatz zur ersten Woche hatten sich auch meine Leader Ivalo und Goofy, die vorher noch nicht in der Kombi gelaufen sind, angefreundet und auf den Seen konnte man gut Kommandotraining bei den ganzen Spurwechseln machen. Am ersten Tag war es noch so, dass Ivalo gleich mal zeigen wollte, wer der Chef ist. Goofy wollte am liebsten immer von ihm weg, was mir gleich an der ersten Kreuzung einige Diskussionen eingebracht hat. Genau genommen bin ich sicherlich fünf Mal nach vorn gegangen bis sie endlich richtig abgebogen sind. Aber das ist ja dann von Tag zu Tag besser geworden.

 

Bongo und Chibiny dahinter sind eine Traum-Kombi, wenn auch wirklich nicht rennteam-geeignet. Die sind beide so lustig, entweder liegen sie halb tot im Schnee oder sie stolpern über ihre eigenen Füße. Ich hab selten Hunde gesehen, die sich so dämlich angestellt haben, wenn sie mal über die Leine gestiegen sind ;-) ja, mein Leinensystem ist vielleicht etwas anders als das, was sie gewohnt sind, aber wie sie dich dann anschauen, wenn sie wieder einmal nicht alle vier Füße auf einer Seite der Gangline haben, ist zu komisch…

Hinten hatte ich in der ersten Woche Crunchy und Geronimo, in der zweiten Woche Crunchy und Bering. Auf letzteren hab ich mich ja wirklich gefreut, er sieht nämlich seiner Schwester Boreal, die es mir seit letztem Frühjahr mit Lappland auf Tour angetan hat, sehr ähnlich und verhält sich auch so. Wenn er nicht gerade wirklich Probleme mit der Wärme hat, arbeitet er super, schöner laufen tut allerdings Boreal ;-)

Hinter mir hatte ich ein megastarkes Team mit den drei F’s Fairbanks, Fennek und Fridjof. In der ersten Woche war noch Bering bei Fairbanks, aber das war mir dann doch ein bisschen zu viel Chaos. Und da Marley früher von Panorama zurück war, konnte ich ihn mitnehmen und wusste sicher, dass es ruhiger werden würde. Hat super geklappt.

 

Das zweite Gästeteam wurde von Baloo, unserem neuen Hund aus Norwegen, der schon Iditarod gelaufen ist, und Taisto, auf den ich schon seit letztem Jahr für’s Rennteam scharf bin, angeführt. Zwei coole Hunde… wie Taisto auf dem Bild beweist.

So, und dann höre ich mal auf, jeden Hund einzeln vorzustellen, sonst komme ich ja nie weiter…

 

Die letzte Tour verging wie im Flug, aber gerade der letzte Tag hatte es noch einmal in sich. Auf dem Särkijärvi bekamen wir Besuch von einem Hubschrauber. Nicht nur, dass ich hier noch nie einen gesehen hatte, noch erstaunter war ich als er neben uns ganz weit runter kam… vielleicht hat er andersrum noch keine Hundeschlitten gesehen, denn ganz offensichtlich suchte er nichts auf dem See, sondern drehte einfach nur eine Runde über uns. Dann ging es weiter nach Särkilompolo, wo die Audis ihre Runden auf dem See drehen. Eigentlich sollten die neugierige Blicke ja gewohnt sein, aber einer hat es doch glatt geschafft, gerade als wir vorbeikamen, irgendwie von der Strecke in den Schnee (oder Wasser?) zu rutschen und steckte erst einmal fest ;-)

Weiter auf dem Trail kreuzten wir zuerst eine Gruppe von Harriniva. Dann kamen uns weitere vier Hundeschlitten entgegen. Wir haben sie brav vorbeigelassen und ich habe mich im Vorbeifahren noch gewundert, warum die Hunde von Harriniva aussehen wie unsere ;-) haha, es waren ja auch unsere, nur komischerweise fehlte der Guide und der Rest der Gruppe. Irgendwie waren die letzten vier Gäste an einer Kreuzung falsch abgebogen. Eddy hat dann die anderen gebeten zu warten und die „verlorenen“ Gäste „verfolgt“. Da seine anderen Gäste ja eh auf meinem Weg waren, hab ich sie dann einfach eingesammelt und mitgenommen, damit sie nicht mehr so lang warten müssen. Sehr lustig war dann, dass der Gast hinter mir - ich hab sie vor meine eigenen Gäste genommen, da ich bei denen ja wusste, dass sie fahren können - überhaupt nicht hinterher kam. Kein Wunder, wenn man unentwegt „go, go, go, ok, ok, ok, go, go, go“ schreit. Die Schlussfolgerung der Gäste war, die Hunde folgen mir nicht, weil sie mich bzw. meine Hunde nicht kennen. Gut zu wissen, dass es Lappland war - die haben mich ja hoffentlich nicht alle vergessen ;-) nachdem ich dem Gast dann das „go“ verboten und „ok“ auf loslaufen beschränkt habe, lief es tatsächlich auch viel besser. Tja, Männer sollten wohl öfter mal die Klappe halten ;-P Kurz vor dem Camp hab ich dann Luca angerufen, damit er mit dem Skidoo die Lappland-Gäste in ihren Kennel leitet und meine Gäste mir folgen können. So konnten wir es uns sparen, Schlitten und Hunde hinterher durch’s Camp führen zu müssen.

 

Eigentlich hätte ich dann schon seit gestern in der Lodge sein sollen, aber Sirpa war so lieb, ab dem Mittag für mich zu übernehmen. So konnte ich mit Andy nach Keinovuopio, Depot für die Panoramatour fahren. Und wen habe ich da getroffen? Steffi natürlich mit ihren Gästen, unter anderem Silvia und Stephan, die letztes Jahr bei mir beim Rennteam waren. Aber wen hat denn wohl Silvia in ihrem Team? Mein kleine Boreal… da war erstmal kuscheln angesagt ;-) Bei einem Kaffee bzw. Tee haben wir dann noch etwas gequatscht und uns erst gegen 18:30 auf den Weg zurück gemacht. Ganz schön viele Tiere sind übrigens gerade unterwegs, auf der Tour hatte ich schon einen Schwan auf dem Nivunkijärvi, zwei auf dem Särkijärvi, jede Menge Schneehühner und natürlich immer wieder die Kukkelis. Auf dem Weg nach Keinovuopio und zurück haben wir zwei Schneehasen gesehen und einen kleinen süßen Fuchs. Dafür hab ich Rudi, unser Lodge-Rentier die letzten Tage nicht gesehen. Mmh, dann kann ich ja Ranger wieder mitbringen ;-)

 

20.03.2016

Nur 2 Tage

…aber immerhin. Bevor heute meine Wildnistour mit Ellesmere gestartet ist, durfte ich am Donnerstag und Freitag doch die ersten zwei Tage der Panoramatour mit meinen Wuffs und Christoph, Cornelius und Roman fahren. Es war einfach super und ich wäre so gerne weitergefahren…

Am ersten Tag haben wir um 8.00 Uhr die Hunde verladen und sind mit Sack und Pack nach Saivomuotka gefahren, unserem Startpunkt. Von dort sind wir gegen 11.00 Uhr Richtung Övre Soppero aufgebrochen. Der Trail war recht einfach zu finden, war er doch schon markiert für’s Tobakslöpet, das nur einen Tag später gestartet ist. Bei super Sonnenschein, aber auch recht viel Wind, waren wir flott unterwegs - bis Christoph mir nach ca. 30km sagte, dass sein Schlitten gebrochen sei, auf der rechten Seite sowohl der senkrechte als auch der diagonale Steher. Normalerweise passiert sowas ja vor allem, wenn jemand stürzt oder sehr heftig irgendwo davor fährt, was aber diesmal nicht der Fall war. Wahrscheinlich war es eher so, dass beides schon angebrochen war und durch den Zug auf die Leinen, die genau am unteren Ende des Stehers befestigt sind, dann letztlich der Bruch entstand. Wir haben zuerst noch versucht, weiter zu fahren, aber kurz darauf beschlossen, es doch erst einmal notdürftig zu flicken. Während ich die Snackpause für die Hunde vorgezogen habe, hat Christoph sich um seinen Schlitten gekümmert. Die restlichen Kilometer bis Soppero sollte er halten.

Kurze Zweifel bekam ich in Lannavaara, etwa 20km vor dem Ziel. Eigentlich sollte die Schwierigkeit dort darin bestehen, den Trail richtig zu fahren, die einzige Stelle, an der man sich wirklich auf eine Abzweigung konzentrieren musste. Das war aber gar nichts im Verhältnis zu dem, was dann folgte. In der nächsten Kurve stand nämlich ein komisches Fahrzeug auf dem Trail, so eines, was für Arbeiten an den Stromkabeln benutzt wird. Da konnten wir noch halbwegs einfach drum herum fahren, aber dann wurde es abenteuerlich. Denn es ging einen Hang herab, unter den Stromkabeln entlang. Problem war: die Stromkabel hingen bis fast am Boden bzw. weiter unten dann sogar komplett auf dem Boden. So war es vollkommen unmöglich, den eigentlichen Trail zu fahren. Stattdessen mussten wir uns etwas rechts halten. Da waren jedoch durch Motorschlitten oder dieses komische Arbeitsfahrzeug quer zu unserer Fahrtrichtung bzw. anschließend einfach kreuz und quer, ca. 70 cm tiefe und 40-50 cm breite Spuren. Zu breit also, als dass die Hunde problemlos darüber hätten laufen  und zu schmal (bei den in Fahrtrichtung verlaufenden), um mit dem Schlitten darin fahren zu können. So langsam wie nur irgend möglich sind wir also den Hang hinunter, mehr gerutscht und balanciert als gefahren, aber selbst die Kurve am Ende haben wir geschafft, ohne uns in den Kabeln zu verfangen - was nicht ganz einfach war. Logischerweise war ich als erstes unten. Dort angekommen hielt ich voller Bangen an, ob Christoph’s Schlitten gleich komplett kaputt wäre. Aber siehe da, er hat es so weit überlebt.

Dann ging es auf einen Fluss. Nansen war natürlich überhaupt nicht begeistert, Wasser und Eis mag er nicht. Trotzdem hat er es aber gut gemeistert. Ab und zu konnte ich sogar noch einige der Markierungen für’s Rennen wieder aufstellen. Die waren umgefallen und an der ein oder anderen Stelle war es dann gar nicht so einfach, die nächste Markierung zu erkennen, wenn dazwischen mehrere gefehlt haben. Also dachte ich mir, bin ich mal nett zu den Rennmushern ;-)

In Övre Soppero angekommen habe ich Per Nils, einem echten Lappen, der auch für den Checkpoint beim Rennen verantwortlich ist, dann gleich von unserer Tortur in Lannavaara erzählt und er hat sich drum gekümmert, dass es noch vor Rennbeginn gerichtet wird. Denn sonst hätte es garantiert jede Menge verletzte Hunde gegeben.

Christoph, Cornelius und Roman haben unterdessen den Schlitten stabilisiert, einen Tag musste er es noch schaffen, denn Andy konnte erst zum Wechselpunkt einen neuen mitbringen. Solche Gäste hat man doch gern - die selbst reparieren, wenn sie etwas kaputt machen ;-)

Etwas später kam auch Benkku dazu, um uns am nächsten Tag den Weg nach Järämä zu weisen. Aber bevor es so weit war, durften wir am Abend noch Nordlichter über dem Lainiojoki (so heißt der Fluss, auf dem wir gefahren sind) bewundern. Eine echte Panoramatour eben :-)

Am nächsten Morgen konnten wir es ruhig angehen lassen, denn im Gegensatz zu den 80km am Vortag, standen nur so etwa 50km - die sich am Ende sogar als nur 45km dargestellt haben - auf dem Programm. Per Nils hat uns den Weg auf einen Skidootrail der Lappen gewiesen. Dort gab es zwar keine Markierungen - und keinen Telefonempfang! - aber bis auf eine Stelle war der Trail eigentlich eindeutig… und an der einen Stelle, wo es zwei Möglichkeiten gab, stellte sich nach etwas Verwirrung und letztlich einfach Ausprobieren heraus, dass ohnehin beide Spuren wieder zusammenliefen…

Trotz teilweise recht starkem Gegenwind waren wir wieder sehr schnell unterwegs und nach etwa drei Stunden wartete Benkku in Järämä auf uns. Ich wusste ja, dass wir zu einem gelben Haus - besser einer kleinen gelben Hütte - mussten, aber wäre er nicht da gewesen, hätten wir das hundertprozentig nie gefunden. Denn aus der Richtung ist es gar nicht zu sehen, wenn man ins Dorf kommt… Nachdem die Wuffs vorerst versorgt waren, warteten wir auf Andy, dem ich schweren Herzens meine Gäste und Hunde übergab.

 

Damit ihr euch einen kleinen Eindruck verschaffen könnt, ein paar Bilder aus dem wirklich windigen Järämä… auf die Bilder aus Övre Soppero und vom geflickten Schlitten muss ich noch warten bis die Gäste von der Tour zurück sind - da hab ich nämlich selbst nicht fotografiert.

 

verstecken vor dem Wind...

so anstrengend ist Panoramatour ;-)

 

14.03.2016

Letztes Training vor der Panoramatour

…leider nur für die Hunde - nicht für mich. Also, die Panoramatour meine ich.

Mmh, es war ja alles anders geplant. Eigentlich hatten wir für diese eine Sonder-Panoramatour, die wir mit nur drei Gästen und unseren Rennhunden - ursprünglich nach dem Finnmarksløpet - fahren, gedacht, ich könnte sie guiden, denn wir würden im Januar/Februar in den Bergen trainieren und dann würde ich automatisch den Trail kennen. Tja, das kam ja dann alles anders. Und da ich mit den Gästen nicht irgendwo in der Wildnis stranden will, wird nun Andy die Tour fahren. Wobei Christoph, einer der Gäste, da weniger Bedenken hat als ich, er meinte sie seien alle geübte Kartenleser… na dann, sollten wir vielleicht mal wieder die Pläne ändern ;-)

Jedenfalls waren meine Wuffs ja in der letzten Woche mit Markus auf Tour. Um jetzt nicht fast eine ganze Woche Pause zu haben und dann am Donnerstag beim Start vollkommen verrückt zu sein, hab ich heute nochmal eine kurze Trainingseinheit eingeschoben. Ganz so lang konnte sie schon deshalb nicht sein, weil ich gerade mal wieder in der Lodge aushelfen muss und nur so lange weg sein konnte wie es auch die Gäste waren. Und dann musste ich die Runde noch etwas kürzen, weil meine Wuffs Markus, der mich mit dem zweiten Team begleitet hat, gleich am Start mal etwas lädiert haben… jetzt bin ich nicht nur ihm was schuldig, sondern krieg auch gleich noch Ärger vom Chef, weil ich unsere Guides kaputt mache ;-)

Aber mal abgesehen von dem kleinen Startunfall waren die Hunde gut drauf. Es hat auch endlich mal wieder die Sonne geschienen. Nach ein paar grauen Tagen zuletzt, war das ein super Bild. Nur dass es so warm war, hätte nicht sein müssen, es ist ganz schön viel Schnee von den Bäumen runter gekommen. Für morgen sind +5° angesagt, Hilfe!!! Aber ab dem Wochenende soll es wieder kälter werden, trotz - oder wegen? - jeder Menge Sonnenschein. Mmh, Sonne… da dürfen sich meine Gäste dann auf frühes Aufstehen einstellen, wenn ich ab Sonntag für Andy Wildnistouren fahre :-) Ich hoffe mal, da kommt nicht auch noch was dazwischen - außer die Panoramatour vielleicht *grins*, mit den Ellesmere-Hunden auf Tour ist nämlich fast so gut wie mit meinen…

 

03.03.2016

Abendliche Spazierfahrt

Da meine Wuffs ja derzeit im Camp sind und es nicht so wirklich lustig ist, mit ihnen Touristengruppen zu begegnen, hab ich das Training derzeit auf nachmittags/abends verlegt. Am Montag war das richtig schön, weil den ganzen Tag die Sonne schien und ich dann die ersten zwei Stunden meiner Tour im Sonnenuntergang fahren konnte. Heute war es zwar fast den ganzen Tag grau in grau, aber zwischendurch hat sich die Abendsonne so ein kleines bisschen blicken lassen, bevor sie untergegangen ist.

Ich bin gemeinsam mit Andy gefahren, so konnten wir alle derzeit laufenden Hunde mitnehmen und sind mit zwei 9er-Teams raus. Zuerst ist Andy vorgefahren, um mir noch einen Trail zu zeigen, den ich noch nicht kannte. Er hatte unser Dream-Team Nansen und Marley im Lead, aber Marley hatte beschlossen, heute mal wieder stur sein zu wollen… schon kurz nach dem Start wollte er nicht dahin abbiegen, wo wir hin wollten, so dass Andy die Hunde um die Kurve führen musste. Da die Wuffs dann den Schlitten schon angezogen haben, bevor Andy wieder drauf stand, ist er kurzerhand einfach vorne aufgesprungen und erst einmal ein Stück im Sitzen mitgefahren, bevor er wieder nach hinten geklettert ist. Das sah echt lustig aus, leider hatte ich keine Kamera dabei und wäre wohl auch nicht schnell genug gewesen ;-)

Dann ging es erst einmal den geplanten Trail entlang, vorbei an unserer Hütte am Jokijärvi, wo Simone gerade mit ihrer Gruppe verweilt. Nachdem wir wieder auf meinem bekannten Trail waren, meinte Andy, dass ich ja jetzt „nach Hause“ fahren, also guiden, könnte. Ich bin daher an seinem Team vorbeigefahren, was Susi und Vulcano im Lead gut gemacht haben. Nur als sie dann vorbei waren, waren sie schon sehr verunsichert, warum sie jetzt plötzlich vorne laufen sollten… also da haben wir wohl noch etwas Übungsbedarf für die nächste Saison. Schließlich können wir ja nicht davon ausgehen, bei jedem Rennen Startnummer 1 zu bekommen ;-)

Auf dem Rückweg sind wir dann noch ein paar verrückten Skidoofahrern begegnet. Einer ist so schnell über eine Kuppe gesprungen gekommen, dass ich wirklich Angst hatte, er fährt mir ins Team, aber glücklicherweise hat er es noch geschafft, auszuweichen.

Mit der Zeit hatten sich auch Susi und Vulcano vorne eingelaufen und es war gar nicht mehr weit bis zum Camp als die nächste Überraschung auf uns wartete. Der Trail kreuzt kurz vor der Hauptstraße einen Skidootrail, auf den wir links abbiegen mussten. Nur ist irgendjemand auf die superschlaue Idee gekommen, von der Hauptstraße aus ein Stück in Richtung unseres Trails die Straße zu räumen. So kam man erst einmal an einen riesengroßen Wall, musste dahinter auf die geräumte Fläche und dann links wieder einen Wall hoch. Zuerst hab ich noch nicht einmal gesehen, wo es überhaupt langgeht und sicherheitshalber mal angehalten. Andy wollte mir dann über den Wall und um die Kurve helfen, aber sein Team meinte wohl, es sei wieder an der Zeit, die Positionen zu wechseln und lief schon halb an mir vorbei. Da meine Anker heute - im Gegensatz zu Montag und Dank des Riesenankers - hielten, beschlossen wir, erst Andy’s Team an meinem vorbeizulotsen. Ich hielt also meine Hunde zur Seite und Andy durfte über den Wall fahren. Soweit alles gut, nur wollte Marley dann natürlich nicht den Wall nach links hoch… geradeaus war ja viel einfacher. Bevor sie zur Hauptstraße laufen konnten, bin ich schnell hinterher gerannt und habe das Team festgehalten, denn Andy konnte auf der geräumten Straße ja auch nur bedingt bremsen. Zu zweit konnten wir sie dann auf den richtigen Weg lenken… musste nur noch mein Team folgen. Haben sie auch super gemacht. Wie ich dabei über die Wälle gesprungen bin, kann ich jetzt gar nicht mehr so wirklich nachvollziehen. Langweilig war der Ausflug jedenfalls nicht ;-)

 

25.02.2016

Tohuwabohu

Da denkt man, man hätte mal wieder mehr Zeit für's Schreiben und dann... nix war's - wie ihr wahrscheinlich schon festgestellt habt.

Sicher vergesse ich jetzt ganz viel, was in der letzten Zeit passiert ist, aber zumindest über das Aktuelle kann ich euch ja mal auf den letzten Stand bringen.

Jaaa, also zunächst einmal kam dem geplanten Blog-Eintrag vor zwei Wochen ein "Noteinsatz" als Guide dazwischen. Es waren zwar nur zwei Nächte auf der Hütte und zwei Tage Tour, weil Lisa den Anfang noch selbst gefahren war, aber damit nahm das Chaos irgendwie seinen Lauf.

Diese Woche war ich nämlich schon wieder Guide. Diesmal für André, der unterdessen neue Schlitten gebaut hat. Das heißt, ich durfte mit Alaska raus, meinen Tourhunden als ich selbst noch Gast war. Die Tour verlief ganz angenehm. Wir konnten zwar keine megaweiten Distanzen fahren, da es - wie schon seit Wochen seit es nicht mehr -40 hat - jeden Tag wieder geschneit hat. Aber die Hunde haben sich auch bei teilweise recht verschneiten Trails tapfer geschlagen und waren alle ganz brav. Nur am letzten Tag mussten wir auf dem Sumpf wieder umkehren, weil Nele und Nevada den Trail nicht finden konnten. Mir ging es allerdings auch nicht besser, ich hab nicht mal unsere Markierungszeichen gesehen…

Die Tour war dann also die bessere Alternative als in der Lodge zu sein, wo sie mich eigentlich auch gebraucht hätten... ich glaube, die müssen mich klonen, damit ich immer an zwei Orten gleichzeitig sein kann ;-)

Ich hoffe ja, dass sich nach meiner Rückkehr von der Tour die Situation etwas entspannt hat und ich Zeit habe, mit meinen Wuffs rauszufahren.

Ach, da fällt mir ein, was ich noch nicht geschrieben hab: vor der Tour hab ich ein paar Tage in einem unserer Mökkis bei der Lodge übernachtet und wer hat mir da wohl Gesellschaft geleistet? Der Ranger :-) die erste Nacht war er noch etwas unruhig. Die zweite hat er durchgeschlafen bis um vier. Dann wollte ich ihn mal raus schicken, aber so richtig wollte er gar nicht. Er hat sich dann gleich wieder hingelegt und weiter geschlafen bis ich aufgestanden bin. Selbst als ich gefrühstückt habe, hat er nur mal kurz den Kopf gehoben, um zu schauen. Da es für ihn erst im Camp Futter geben sollte, hat er es sich einfach noch etwas gemütlich gemacht. Nur das Autofahren, das mag er nach wie vor nicht. Die Leine hab ich ja immer nur alibimäßig dabei, Ranger folgt mir sowieso auf Schritt und Tritt - nur wenn er dann ins Auto soll, dann läuft er gerne ein paar Meter weg und ich muss ihn einfangen ;-)

 

02.02.2016

Schon so groß…

Gestern hab ich seit langer Zeit mal wieder das Camp bei Tageslicht gesehen. Nicht nur, um kurz mal was abzuholen oder jemanden abzuliefern - obwohl ich tatsächlich wieder zwei Hunde von uns mitgenommen habe. Levi werde ich nun endgültig ans Camp abgeben müssen :-( und Quattro musste untersucht werden. Aber es war tatsächlich mal etwas Zeit, auch die Jüngsten im Kindergarten zu besuchen, da war ich eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr. Jetzt sind sie schon fast sechs Monate alt unsere 24 Welpen vom August. Alle auf einmal fotografieren, ist etwas schwer, aber zwei, drei schöne Bilder hab ich für euch.

Der erste, Kobuk, ist mein Lieblings-„Nansi“ wie ich die Kinder von Nansen und Nakita nenne. Der zweite ist sein Bruder Kaltaq und dann ist da noch Joulu, Sohn von Puma und Cisco… alles potentielle Rennteam-Kandidaten ;-)

 

31.01.2016

Ruhig ist es geworden

…auf meinem Blog, ich weiß. Schon länger wäre ich euch ein Update schuldig, was so passiert um mich herum.

Die letzten Wochen waren nicht ganz einfach, entweder war gerade so viel zu tun, dass keine Zeit mehr blieb, etwas zu schreiben oder - und das ist zugegebenermaßen der Hauptgrund - ich wollte nicht schreiben, weil das ganze Hin und Her schon für mich belastend war und ich das Gefühl gehabt hätte, mich unglaubwürdig zu machen, wenn ich mal schreibe, dass wir zum Rennen fahren, dann mal wieder nicht, dann doch, etc.

Heute wäre es eigentlich soweit gewesen, Aufbruch zum ersten Rennen. Aber es ist wieder einmal alles anders gekommen als geplant. Es gibt einfach viel zu viel zu tun in der Firma als dass wir es uns leisten könnten, eine ganze Woche weg und zeitweise vielleicht nicht erreichbar zu sein. Und auch bei den Hunden mussten wir nach der längeren Zwangspause wegen der extrem kalten Temperaturen in den Trainings diese Woche einige Ausfälle verzeichnen. Nichts Schlimmes, aber doch so, dass wir ein paar Hunde nicht guten Gewissens auf ein 650km-Rennen schicken könnten.

Über die Entscheidung muss ich jetzt erstmal hinwegkommen. Irgendwie kann man das Gefühl haben, ich bringe dem Rennteam Unglück. Letztes Jahr schon keine Rennen, dieses Jahr wieder nicht. Vielleicht braucht Benkku einen neuen Doghandler…

Immerhin bleibt jetzt hoffentlich etwas mehr Zeit für Fotos und neue Geschichten auf dem Blog. Ich werde mich bemühen, wieder regelmäßig zu schreiben.

 

16.01.2016

Ein neuer Trail

Nach ziemlich viel Kälte und Arbeit in der Lodge in der letzten Zeit hab ich heute endlich mal was Neues ausprobieren können. Während ich mich gestern in der Lodge um die Gäste gekümmert habe, war Benkku mal wieder mit dem Skidoo draußen. Er hat aber nicht nur unseren alten Trail präpariert, sondern auch einen neuen vorbereitet. Der ist nicht lang, aber dafür lustig. Innerhalb von wenigen Metern gibt es immer wieder Abzweigungen, kreuz und quer durch den Wald. Der ideale Übungsplatz für Kommandotraining.

Damit die Hunde nicht zu viel Quatsch machen, dürfen immer nur drei auf einmal laufen… natürlich mit Rennschlitten, damit es nicht ganz so schwer ist.

Auf der ersten Runde hatte ich Vulcano im Lead, dahinter Zephyr und Susi. Der Anfang war zwar mit etwas Überredungskünsten verbunden, weil Vulcano den Weg auf den See und auch die Straßenüberquerung nicht kannte… noch dazu stand auf der Straße ein Rentier, so dass die drei dem natürlich lieber folgen wollten, statt dem Trail auf der anderen Straßenseite. Gut, dass man drei Hunde auch festhalten kann, wenn man nicht auf dem Schlitten steht. Denn Anker setzen, um die Hunde in die richtige Richtung zu ziehen, ist auf der Straße etwas schwierig. Als wir dann auf dem Kommando-Übungstrail angekommen sind, hat sich Vulcano ziemlich gut geschlagen, nur ich wusste irgendwann nicht mehr so genau, wo ich eigentlich abbiegen muss, um zurückzukommen. Tja, so ein Labyrinth ist schon tückisch ;-) am Ende haben wir es aber doch gefunden…

Dann waren Zodiak, Rakoon und Timpani an der Reihe. Eigentlich wollte ich Zodiak im Single-Lead laufen lassen, aber das war ihm irgendwie unheimlich und er hat sich schon vor dem Start immer umgedreht und wollte zu mir laufen… und sobald man ihn mal etwas strenger angesprochen hat, hat er sich hingelegt. Mmh, da fährt es sich nicht so wirklich gut. Also hab ich nochmal getauscht und unser Riesenbaby Rakoon nach vorne getan. Der wollte nach dem Start, noch auf dem Hof, erstmal Richtung Futterküche laufen. Verständlich, aber nicht so ganz das Ziel ;-) Er hat sich aber doch schnell entschlossen, weiterzulaufen, schließlich hat er ja Spaß daran. Nur als wir am Kommandotrail ankamen, da war es dann vorbei. Rakoon ist wohl nicht der allerschlaueste was Kommandos betrifft. Wenn man ihm „gee“ oder „haw“ sagt, dreht er sich um und schaut fragend „was?“. Also hab ich dann meinen ursprünglichen Plan weiterverfolgt und Zodiak nach vorne gespannt. Die Kommandos kann er zwar nicht so gut wie Vulcano, aber er lernt.

Richtig lustig wurde es auf Runde drei mit Ulvang, Urengoi und Anadyr. Eigentlich sollte Ulvang vorne laufen. Der hat aber gleich mal beschlossen, dass Futterküche doch eine gute Idee sei. Und obwohl er Kommandos kann - dachte ich - hat er sich anschließend auf dem frisch geräumten Hof mehrfach um sich selbst und den Schlitten gedreht, statt einfach den Trail weiterzulaufen. Dann durfte ich also - ohne Anker setzen zu können - erst einmal die Hunde entknoten und umspannen. Anadyr hat sich gefreut. Der findet es total lustig, vorne zu laufen. Aber er ist so ein Kasper… wenn er nicht zufällig dahin läuft, wo man hin will und man deshalb anhält, dann macht er nur Quatsch, hüpft lustig umher, geht zum Schlitten, springt wieder auf den falschen Teil vom Trail… das wird wohl noch ein hartes Stück Arbeit, dem Kommandos beizubringen. Aber wir haben ja auch noch Zeit…

 

06.01.2016

Brrr, kalt

Ha, ich habe eine gute Ausrede, warum ich so lange nichts geschrieben habe… ich bin eingefroren ;-)

Bei den derzeitigen Temperaturen ist das gar nicht so abwegig. Gestern Abend sind die Temperaturen im Minutentakt gefallen, gegen 9 waren es -39,6°. Ich wollte euch dann natürlich ein Bild von den -40° machen und habe noch etwas gewartet… tja, daraus wurde dann nichts. Nicht etwa, weil es so warm geworden ist, nein, das Thermometer streikt und zeigt heute schon den ganzen Tag nur „LL“ an. Wir haben noch ein gewöhnliches Thermometer draußen, aber das geht nur bis -40°, hilft also nicht weiter. Das Auto hat heute Vormittag immerhin noch mit mir gesprochen - Motorheizung sei Dank - und mir gesagt, es seien -39°… also real dann wohl eher noch etwas kälter, da man gewöhnlich bei der vom Auto angezeigten Temperatur noch ein paar Grad hinzuzählen kann - ins Negative wohlgemerkt.

Die Hunde sahen heute auch so richtig frostig aus. Weiße Fellspitzen und Barthaare bekommen sie ja auch bei -20°, aber heute war es doch etwas mehr als gewöhnlich. Und ich mache mir so langsam Gedanken, wie ich sie füttere. Heute haben sich einige nämlich schon blutige Zungen geholt, beim Napf ausschlecken… das heißt, morgen gibt’s das Futter vom Boden. Auf die Fettsuppe müssen sie dann verzichten, das funktioniert nicht mehr. Es ist nämlich so kalt, dass es nicht mal wirklich hilft, die Suppe mit heißem Wasser zu machen. Bis sie es ausgeschlabbert haben, klebt schon ein Teil am Napf fest. Dann bekommen sie das Fett eben in Scheiben geschnitten…

Von Training kann derzeit natürlich auch keine Rede sein, ich hoffe jetzt mal, dass der Wetterbericht Recht behält und es ab Freitag wieder etwas wärmer wird, so dass wir Freitag Abend oder spätestens Samstag die nächste Einheit starten können.

Bei der Rennplanung hat sich Dank des Wetters auch Einiges getan. Nicht nur Deutschland war bis vor Kurzem schneefrei, auch in Südnorwegen sah es ziemlich mau aus. Einige Abschnitte des Trails des Femundløpet haben noch keinen oder nur so zwei, drei Zentimeter Schnee. An manchen Stellen sind es 10cm, aber auch die reichen lange nicht, um ein 12-Gespann sicher fahren und vor allem bremsen und anhalten zu können. Deshalb haben wir uns nun entschlossen, anstelle des Femundløpet das Bergebyløpet zu fahren. Das ist mit 650km sogar noch ein Stück länger, ganz im Norden Norwegens um Einiges näher und die Regeln finde ich auch viel besser. Da darf der Doghandler an den bemannten Checkpoints nämlich dem Musher bei der Versorgung der Hunde helfen, was doch für Musher und Hunde gleichermaßen gut ist. Und für mich natürlich, weil nicht vier Tage „Hände weg von den Hunden“ gilt. Rennen gesichert, ich freue mich :-)

 

 

Ältere Einträge findet ihr im Blog-Archiv.

© Yvonne Hofschneider 2014 | Kontakt | design by s-media